Boss Katana 50 oder Blackstar ID:60?

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Boss Katana 50 oder Blackstar ID:60?

von Rocks4Life » 09.06.2018, 10:44

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach einem Nachfolger für meinen Peavey Vypyr 15, welcher klanglich einfach nicht mehr schön ist.

Ich habe zwei Modelle aufgetan, welche mich interessieren.

1. Boss Katana 50
2. BlackStar ID:60

Der Katana hat drei Klangregler, Effekte en Masse, ein Programm zum selbst Sounds basteln und Die Möglichkeit, ihn in 0,5W, 25W und 50W zu nutzen.
Bei 0.5W ist er wohl clean quasi unhörbar...
Auch startet er wohl im Boost, was für Zimmerlautstärke die ich brauche eher schlecht ist...

Der BlackStar ID:60 ist im Prinzip ähnlich zum Katana, hat jedoch keinen Mittenregler.
Dafür aber Röhrensimulation vom feinsten.
Klanglich soll auch der sehr gut sein, und die Röhrensimulation wohl ziemlich echt.

Preislich liegen wir bei 200 für den Katana und bei 400 für den ID:60...

Frage: Lohnt sich der Mehrpreis beim ID:60?
Ich suche nach gutem Sound und Zuverlässigkeit, nicht nach "einfach nur einem Übungsamp"...Daher ist mir das recht, auch mal mehr für mehr Qualität auszugeben.

liebe Grüße

Svenja
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Re: Boss Katana 50 oder Blackstar ID:60?

von ZeroOne » 09.06.2018, 17:07

Die Frage ist wohl am ehesten: Was willst du damit erreichen? Sprich: welche Sounds willst du bedienen? Und vor allem, soll das ganze auch in einem Proberaumkontext funktionieren.

Soll das Ding für den Proberaum herhalten ganz klar: Keiner von beiden. Die sind beide mit ihrem einen 12er Speaker eigentlich zu schwachbrüstig und fangen eher an zu plärren als das sie auch bei hohen Lautstärken adequat klingen.

Der "Powersoak" beim Katana kann eigentlich nur ein schlechter Scherz sein. Wofür soll ne Transistorkiste das brauchen?

Die "Röhrensimulation" bei Blackstar ist auch nur Marketing-Gewäsch, dafür funktionieren die ISF Regler immer erstaunlich gut und man kann das Voicing damit wirklich effektiv beeinflussen.

Wenn ich auf der Suche nach einem neuen Verstärker bin (und das bin ich relativ oft, die Sammlung soll ja wachsen), dann Suche ich mir einen Verstärker, der den Sound liefert den ich haben will. Also kein Modelling Gedöns, keine Effekte dabei, sondern schlicht einen Verstärker, der das kann was ich brauche.

Wenn du dich jetzt aber soundlich sehr breit aufstellen willst und dabei mehr suchst als "nur" einen Übungsverstärker (und das sind die beiden Dinger meiner Meinung nach), dann musst du auch deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Suchst du einen passenden Sound, oder sagen wir lieber, ein passendes Voicing von Clean bis Distortion, und willst dabei noch proberaumtauglichkeit, dann findet man sicher etwas für die 400 Euro.

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GuitarRalf
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Re: Boss Katana 50 oder Blackstar ID:60?

von GuitarRalf » 10.06.2018, 07:00

Hi Svenja,

ohne mich jetzt näher mit denen von dir aufgezählten Amps vertraut zu machen, tendiere ich in der Beantwortung deiner Frage, ob sich ein Mehrpreis lohnt, zur Floskel 'mehr Leistung erlaubt auch einen höheren Preis'. Vom Gefühl geleitet, denke ich, dass die dir momentan ungenügenden 15W des Peavey den 50W vom Boss oder 60W des Katanas nicht besonders nachstehen, round-about 3 bis 4 mal so viel sind die Alternativen .Weisst du was von aufgenommener und abgegebener Leistung?

Guter Sound wird von dir kommen müssen., Zuverlässigkeit, das klingt, als wenn du eine Radtour durch Afghanistan machen willst und der Umstand des wirtschaftlich eher sporadisch ausgestatteten Landes ein Varsagen ums Verrecken nicht erlaubt.

Ich bin momentan mit angegebenen 10W auf Sendung und strecke meine Fühler in Richtung Membrandurchmesser des Lautsprechers aus. Größerer Durchmesser bedeutet mehr bewegte Luft. Dann interessiert mich noch, welche Auswirkung hat die Anzahl der verbauten Lautsprecher auf die Klangausbreitung, ergo ohne Kopfhörerbetrieb. Was ZeroOne schon schrieb, die Röhrensimulation ist ein deutlicher Schwachpunkt des Marketing. Wenn dich Röhre interessiert, dann orientier dich an einer.

Mir wichtig ist auch die Sache mit dem FX-Loop, also die mögliche Gestaltung des Signalweges. Dann, das Kriterium 'Zimmerlautstärke' ist eher schwach und müsste noch näher erläutert werden. Zimmer im 1-Familienhaus, Mehrfamilienhaus, Proberaumzimmer, ... die Lautstärke wegen den Nachbarn oder reiner Selbstschutz ? 15W können schon echt laut sein. Wenn dir die 15 W nicht mehr gefallen und du einfach nur eine Änderung willst, gibt es noch andere Amps?

Witzig finde ich z.B. die seit 2015 angeboten Möglichkeit, Gitarre an Smartphone an ext. Lautsprecher. Damit sind übrigens auch schon Röhrensimulationen möglich. Wenn ich Röhrensimulation höre, was ist damit gemeint? Das Clipping ? Als Hörer bekommt man, solang alles im grünen Bereich läuft, die Abläufe in der Anoden-, Kathoden- und Gitterspannung der Triode nicht mit. Dieser crunchige verzerrte Sound, ist es das was dich an der Röhre interessiert?

Röhre ist, wenn du dich damit beschäftigen willst, eine interessante aber umfangreiche Technik. Was steckt hinter dem Thrill, den BIAS, oder ist es ein BIAS-Punkt, einzustellen? Sind es Trioden oder Pentoden ?...

Gruss
...Die Gitarre ist viel zu sturr, als dass die sänge... Ach, wäre ich doch ein fähiger Musiker...

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Re: Boss Katana 50 oder Blackstar ID:60?

von Rocks4Life » 10.06.2018, 14:00

Hallo zusammen,

Um mal ein wenig zu erklären, was ich suche und was mich am Sound interessiert...

Ich besitze einen Hughes&Kettner Tubemeister, der einen sehr schönen, warmen und vollen knackigen Rocksound liefert. Einfach lebendiger als der digitale Zerrsound.

Beim Peavey ist durch den offenen Pressspan- Aufbau natürlich der Grundsound sehr viel dünner und etwas "papierartig", es fehlt einfach die knackige Action des Speakers nach vorn, weil alles nach hinten flöten geht. Verständlich?

Insgesamt suche ich daher einen Verstärker, der etwas vollbrüstiger klingt als der dünne Peavey, aber nicht so aufgerissen werden muss wie eine Vollröhre, um gut zu klingen. Zudem soll Kopfhörer möglich sein und eben Zimmerlautstärke. Also kommt Röhre eben leider nicht infrage, hab ich ja auch schon.
Die Amps die ich da gefunden habe klangen schon sehr nah an dem Sound den ich suche.
Im Endeffekt hängt es ja auch an den Pickups (Seymour Duncan Jeff Beck Set) die für recht warmen Grundsound sorgen...
Zudem verwende ich das Boss D-1 als Zerrpedal. Das ändert sowieso den Soundcharakter noch mal und sorgt für ausreichend Härte im Sound.

Falls es so rübergekommen sein sollte dass ich jetzt der totale Soundfetischist bin: Nein. Bin ich nicht.
Mich stört nur der sehr dünne Sound des offenen Speakers. Bei Blackstar ist ja hinten zu und das stärkt den Sound schon gewaltig wie ich an meinem Tubemeister erleben konnte.

Im Grunde suche ich einfach einen soliden Übungsamp, der nicht nach Pappe klingt und ein wenig Wärme und Rocksound transportiert. Und für 400 Euro sollte man da doch eigentlich was gutes bekommen im Transen/ Modelingbereich? :-/

Gibt es denn andere Modeller die meine Kriterien besser erfüllen als diese beiden?

Immer her mit Alternativen :-)

liebe Grüße

Svenja
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Re: Boss Katana 50 oder Blackstar ID:60?

von GuitarRalf » 12.06.2018, 08:48

..., besser ist aus meiner Sicht schwer feststellbar. Deine Kenntnisse und Überlegungen sind ja schon weit fortgeschritten. Berichte doch mal von einem Besuch in einem Musikgeschäft deiner Wahl. Deine Gitarre und unterschiedliche Amps , ... Im Endeffekt bringt es dir ja nichts, wenn ich dir Vorschläge mache und diese dann gar nicht umsetzbar sind, weil eben diese Alternative für dich unerreichbar ist. Ein Ampgeschäft dagegen könnte deinen Durst stillen und dir mögliche Verbesserung hörbar machen.

Gruss
...Die Gitarre ist viel zu sturr, als dass die sänge... Ach, wäre ich doch ein fähiger Musiker...

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Re: Boss Katana 50 oder Blackstar ID:60?

von Software-Pirat » 12.06.2018, 14:16

Wenn du sowieso das Zerrpedal verwendest, kannst du dann nicht einfach den Tubemeister im cleanen Kanal betreiben und dir (bei geringer) Lautstärke die Verzerrung über das Pedal holen?
Außerdem, der Tubemeister kann auch stumm betrieben werden und er besitzt einen "DI Out" um in eine Anlage angeschlossen zu werden. Grundsätzlich müßte es auch so möglich sein, Kopfhörer anzuschließen (wenn auch über einen Umweg).

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Re: Boss Katana 50 oder Blackstar ID:60?

von ZeroOne » 12.06.2018, 19:11

Bevor es hier noch zu der Fehleinschätzung kommt, der Tubemeister könne nicht leise betrieben werden, weil es sich um einen Vollröhrenverstärker handelt, sei nur angemerkt: Es ist bei modernen Amps viel mehr der Speaker, der etwas Schub braucht, bis er klingt, und nicht die Endstufe des Amps.

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