Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

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GeniussX
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Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von GeniussX » 08.06.2018, 20:12

Hallo zusammen,
ich habe hier in der G&B einen interessanten Artikel zum Gibson 50s/60s Wiring, wo welche Unterschiede sind. Was ist "besser"oder "schlechter", bzw. optimaler für Jemanden ist mir eigentlich gleich. Mir geht es nur um die technische Interesse.

In meinem anderem Beitrag habe ich meine Epiphone die Hardware getauscht (vielen Dank für Eure ausführliche Hilfe), das hat alles soweit funktioniert.
Jetzt habe ich aus Interesse zum Artikel nochmal unter den Deckel geschaut. Welches Wiring hat eigentlich die Epihone als "Gibson" ??
Hier kam ich nicht so recht weiter

50s Wiring Zuleitung vom Volumen-Poti (Mitte) zum Tone-Poti (Mitte)
60s Wiring Zuleitung vom Volumen-Poti (links) zum Tone-Poti (Mitte)

An der Epiphone ist dies so nicht verdrahtet, hier ist lediglich am Tone-Poti-Ausgang (also Mitte) nur auf die Masse ein Kondensator gebrückt. Oder übersehe ich hier irgendetwas ?


Habe mal ein Foto angehängt und meinen Schaltplan angehängt


LG Danke für Infos schönen Abend zusammen
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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von Software-Pirat » 09.06.2018, 09:28

Was meinst du mit mit Epiphone als "Gibson"? Kannst du das mal erklären?

Ansonsten: Die Epiphone müßte ein ganz normales 60iger-Wiring haben. Es ist dabei unerheblich, ob der Kondensator zwischen den beiden Potis eingebaut ist, oder erst hinter dem Tone-Poti verlötet ist. Elektrisch gesehen, ist dies das selbe.

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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von Funplayer99 » 09.06.2018, 10:48

Wenn ich mich nicht irre und das so anschaue ist das 50´Wiring als Bassabsenkung angelegt und die Epi als Höhenabsenkung.Was bedeutet dass bei dem 50´Wiring die Hohen oberhalb der Grenzfrequenz pro Oktave 6dB beschnitten werden und ebi der Epi ist es das gleiche nur eben unterhalb der Grenzfrequenz.Das Wiring der Epi hat zufolge dass die Höhen etwas beschnitten werden wenn man das Volumenpoti etwas runterdreht.Gemeinhin wird das Moderne Wiring auch als Dumpfmacher bezeichnet,weil die Höhen beschnitten werden.Und die Bassabsenkung ist so geschaltet dass sie den Bass bedämpft und die Gitarre dadurch heller klingt.
Es gibt kein besser oder schlechter bei den Verdrahtungen, es kommt darauf an das richtige zum jeweiligen Tonabnehmer zu finden.
Und soweit mir bekannt ist wird beim 50´Wiring als Volumenpoti auch ein logaritmisches und beim modernen ein lineares eingesetzt.Auch die Widerstandswerte der Potis können unterschiedlich sein bei modernen sind es oft 300kOhm und beim 50´sind es meißt 500kOhm.
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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von GeniussX » 09.06.2018, 14:48

Software-Pirat hat geschrieben:Was meinst du mit mit Epiphone als "Gibson"? Kannst du das mal erklären?

Hier wollte ich ausdrücken, Epiphone-Verdrahtung im Gegensatz zur original Werks-Gibson-Verdrahtung

Software-Pirat hat geschrieben:ganz normales 60iger-Wiring haben. Es ist dabei unerheblich, ob der Kondensator zwischen den beiden Potis eingebaut ist, oder erst hinter dem Tone-Poti verlötet ist. Elektrisch gesehen, ist dies das selbe.


Ok, ich habe mir das soweit ich das nachvollziehen kann auf meinem Schaltplan mal angesehen, allerdings bin ich nicht viel schlauer geworden ;( , wie es elektrisch gesehen das selbe ist. Beim Tone-Poti brücke ich Kondensator "Ausgang auf Masse", hat das in der Schaltung dann Kontakt zur Volumen-Poti Eingang (Links) ?
Wenn jemand Lust hat, bin ich aufnahmefähig auch bei diesen Temperaturen ;))

Ich habe mal zwei Bilder angehängt, könnte man dies so pragmatisch einfach umsetzen ?

Grüße
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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von Software-Pirat » 09.06.2018, 18:21

Paß mal auf. Damit ein Tone-Poti funktioniert brauchst du ein Kondensator, der als Hochpass dient, also nur die hohen Töne durch läßt. Und die werden dann gegen Masse abgeleitet. Damit du das ganze Regel kannst, brauchst du natürlich dann auch ein Poti, das übrigens in Stellung 10 voll zu ist, und in Stellung 0 komplett auf. Das ist alles. Und ob der Kondensator jetzt vor oder hinter dem Poti kommt, spielt dann auch absolut keine Rolle. Es funktioniert in beiden Fällen.

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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von Funplayer99 » 09.06.2018, 19:36

Der Unterschied der beiden Schaltungen ist dass bei der einen unter der Grenzfrequenz alles erhalten bleibt und bei der anderen alles darüber.bei einem höhenreichen Pickup kann es sich lohnen das 50´Wiring zu probieren, denn da werden die Höhen beschnitten und das Grundfundament im unteren Frequenzbereich bleibt erhalten.
Es ist schon ein technischer Unterschied vorhanden den man nutzen kann aber nicht muss.
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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von michum » 10.06.2018, 20:05

Hallo zusammen :)

Software-Pirat hat geschrieben:[...] ob der Kondensator jetzt vor oder hinter dem Poti kommt, spielt dann auch absolut keine Rolle.

alles andere was du sagst stimmt, aber der Satz ist nicht richtig.

Funplayer99 erklärt das eine als Hochpass, das andere als Tiefpass, das ist auch nicht ganz richtig :)

Beide, 50s und "modern" wiring, sind eine Höhenabsenkung. (Die von Funplayer erwähnte Bassabsenkung, auch genannt treble bleed, sieht noch anders aus und benutzt auch ganz andere Kondensatorwerte.)

Richtig wurde schon gesagt, dass der Unterschied darin besteht, die Höhen VOR (50s) oder NACH (modern) dem Volumenpoti abzusenken.

Zwischen 50s und modern wiring gibt es keinen hörbaren Unterschied, wenn das Volumen voll aufgedreht ist.
Es macht auch bei voll aufgedrehten Höhen (sozusagen unangetastetem Signal) keinen Unterschied.

Es macht aber dann einen kleinen Unterschied, wenn du Volumen etwas abgesenkt hast UND die Höhen etwas runternimmst. In dem Fall wirkt die Höhenabsenkung stärker, wenn sie schon das schwächere Signal kriegt, was hinter dem Volumenpoti rauskommt.
Das heißt, in diesen Einstellungen sind die Höhen beim modern wiring etwas mehr bedämpft als beim 50's.

Fazit,
- es macht nur etwas aus wenn du beides runterdrehst, Vol und Tone.
- Es macht nur wenig Höhen aus und du könntest einfach die Höhen weniger weit absenken, um wahrscheinlich ähnlichen Effekt zu erzielen.
Es liegt eher an dir und deinem Hörempfinden sowie der Umgebung (Pickup, Amp...), ob du den technischen Unterschied als groß genug und wichtig erachtest oder als irrelevant.

Insoweit hätte Software-Pirat Recht, wenn er sagt dass es eine vernachlässigbare Rolle spielt (nicht "keine Rolle"). Und Funplayer hat das mit dem Höhen-Unterschied schon absolut richtig gesagt
Funplayer99 hat geschrieben:Das Wiring der Epi hat zufolge dass die Höhen etwas beschnitten werden wenn man das Volumenpoti etwas runterdreht.Gemeinhin wird das Moderne Wiring auch als Dumpfmacher bezeichnet,weil die Höhen beschnitten werden.

nur mit dem Nennen der Bassabsenkung ist er in die falsche Richtung gelaufen.

Hoffe, das konnte etwas aufklären.
Zuletzt geändert von michum am 11.06.2018, 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von Funplayer99 » 10.06.2018, 20:33

Mir ist nur kein anderer Begriff eingefallen.
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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von Funplayer99 » 11.06.2018, 08:29

Danke dir michum für deine Erklärung.Es ist schon zu lange her dass ich mich damit mal befasst hab und dadurch wohl einiges durcheinander geworfen hab.
Auf der Saymour Duncan Seite wird alles auf Englisch erklärt.
Viel Aufwand ist es nicht wenn man den Unterschied mal bei seiner eigenen Gitarre testen will.
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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von Software-Pirat » 11.06.2018, 10:07

michum hat geschrieben:
Software-Pirat hat geschrieben:[...] ob der Kondensator jetzt vor oder hinter dem Poti kommt, spielt dann auch absolut keine Rolle.


alles andere was du sagst stimmt, aber der Satz ist nicht richtig.


Dir ist aber schon klar, daß ich hier die Position des Kondensators im Bezug zum Tone-Poti gemeint habe?

Aber es stimmt schon, daß der Unterschied zwischen 50iger und 60iger-Wiring nur dann auftritt, wenn man sowohl das Tone- als auch das Volume-Poti herunter dreht. Es ist aber nicht so, daß der Unterschied minimal ist. Je nach Stellung des Volume-Potis beeinflußt das Tone-Poti den Sound doch ziemlich massiv. Im 60iger-Wiring ist das Tone-Poti einfach nur eine Höhenblende, im 50iger kann es viel mehr. Es dämpft nicht nur einfach die Höhen, sondern wird wirklich zu einem Tone-Poti, das gegebenfalls sogar als Mittenblende agieren kann. Wie genau, hängt aber immer auch von den Pickup ab, allgemein gültige aussagen lassen sich wohl kaum treffen. Leistungsstarke Pickups sind wohl weniger für das 50iger Wiring geeignet. Zudem kann nicht jeder Gitarrist mit dem 50iger-Wiring was anfangen. Ich war bislang leider immer zu faul es selber mal auszuprieben, weil eigentlich muß man gerade mal zwei kleine Drähte umlöten. Ist jetzt nicht so der Aufwand, eigentlich.

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Re: Gibson 50s od. 60s Wiring > Epihone ?

von michum » 11.06.2018, 11:17

haha, jetzt hatte ich es selbst erst falschrum erklärt, hab oben aber noch editieren können. Jetzt sollte es stimmen.
50s hat die besseren Eigenschaften zur Höhenregelung (wie Software-Pirat im letzten Beuitrag auch noch mal sagt), das andere wiring wird eher als "modern wiring" bezeichnet statt als "60s".

Dann hab ich grad noch dazu gelesen, dass auch allein beim Runterdrehen des Volumens mehr Höhen erhalten bleiben, wenn das 50s wiring verwendet wird.

Ich hab meine Gitarren so im 50s style verlötet und finde nicht, dass es so wesentlich anders klingt oder regelt ;)
also beim Absenken des Volumens werden immer noch die Höhen massiv bedämpft, aber ist ja auch in Ordnung so.

Gruß!
.....

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