F dur = C dur mit Bb statt B?

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Senta
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F dur = C dur mit Bb statt B?

Erstellt: von Senta » 24.11.2017, 01:05

Hallo,
ich habe ein Noten-Stück, das in F dur geschrieben ist. Das zu spielen ist für mich völlig ungewohnt. Kann ich nicht einfach das Stück als C-Dur Stück betrachten und anstelle von jedem B ein Bb schreiben?

Gruß,
Senta

slowmover
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Re: F dur = C dur mit Bb statt B?

Erstellt: von slowmover » 24.11.2017, 05:03

Nein, wenn Du ein Stuck von F-Dur nach C-Dur transponierst, geht das Bb auch eine Quinte hoch und wird um F.
Am einfachsten transponiert man mit einem Quintenzirkel.
Gruss Hanjo

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mjchael
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Re: F dur = C dur mit Bb statt B?

Erstellt: von mjchael » 24.11.2017, 10:21

F-Dur hat üblicherweise die Akkorde
Bb F C(7) Gm Am Dm (D7)
Schaue mal im "[Workshop] Akkorde heraushöre" nach.
Dort bei Lektion 8: Tipps im Umgang mit Tonarten
(Der ganze Workshop lohnt sich)

F-Dur/Dm im 0. Bund = Bb F C Gm Dm Am (wird gerne von Blockflötenspielern verwendet)
Entspricht mit Capo
E-Dur im 1. Bund = A E H7 F#m C#m G#m (G#7) (nimmt man, wenn nur Dur-Akkorde vorkommen)
Entspricht mit Capo
C-Dur im 5. Bund = F C G(7) Dm Am Em (E7)
Wenn man das Stück Problemlos einen Ton höher singen kann
G-Dur (Capo -2) = C G D(7) Am Bm Em (E7)

Capo -2 heißt, das Lied wird 2 Halbtonschritte (entspricht einem Ganztonschritt) höher gesungen als das Original.

Mit etwas Übung kann man jedes beliebige Stück auch spontan einen Ton höher oder tiefer spielen, ohne sich die Akkorde erst notieren zu müssen.
Das gleiche kann ich auch eine Quinte bzw. Quarte höher oder tiefer.
Natürlich sollte man dazu wissen, welche Tonarten sich gut eignen.
(Siehe Link oben.)

Dringend empfehlen kann ich dir auch den [Workshop] wie lernt und benutzt man den Quintenzirkel.

Beide Workshops sind jeweils ein Wochenend-Projekt, und es würde dich ungemein weiterbringen.

Weitere Workshops und Tutorials findest du im entsprechenden Bord bei den oberen (getoppten) Artikeln:
Unsere Projekte - Workshop- und Tutorial-Sammlung

Gruß Mjchael

Senta
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Re: F dur = C dur mit Bb statt B?

Erstellt: von Senta » 24.11.2017, 11:35

Danke mjchael, grundsätzlich: Die Workshops sind großartig und ich werde mir die vorgeschlagenen auf jeden Fall nochmal ansehen!

Aber in dem Fall geht es mir nicht um Akkorde. Ich habe Noten vor mir. Für mich das b sehr ungewohnt. Zum einen finde ich es leichter, wenn die Vorzeichen direkt vor der jeweiligen Note stehen und zum anderen spiele ich mit Leersaiten. Da ist es für mich viel leichter, bei einem Kreuz einen Bund höher zu rutschen als bei einem b zu überlegen, wo der Ton auf der Saite darunter gegriffen werden muss.

In der F-Dur Tonart ändert sich doch bei den Noten nur das B. Dann könnte ich doch eigentlich das b am Anfang weglassen, dafür im Stück alle B's raussuchen und die dann einen Halbton erniedrigen und dann statt Bb ein A# hinschreiben. Dadurch ändert sich doch die Melodie nicht, oder?

Ich gebe zu, wenn dann jemand die Akkorde dazu rausfinden müsste, würde er sich schwerer tun. Aber das will ich ja garnicht.

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mjchael
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Re: F dur = C dur mit Bb statt B?

Erstellt: von mjchael » 24.11.2017, 13:17

Zum Lob: Danke für die Blumen :D

Was die Tonart F-Dur angeht, so sollte man diese einfach lernen. Statt vor jedem Bb ein "b" zu malen, würde ich die F-Dur-Tonleiter einfach lernen. Na ja, vielleicht beim allerersten Übungsstück kann man das mal machen, wenn es kurz ist. Wenn mal was ungewöhnliches in Noten, bei Akkorden und Akkordfolgen oder auch beim Timing vorkommt, habe ich schon mal einen gelben Marker verwendet, um noch mal darauf aufmerksam zu machen. Aber auch nur bei einem Lied. Und das noch nicht mal bei allen Schülern.
Ich würde einfach mal mehrere Stücke, die in F-Dur geschrieben sind, spielen, dann fällt es leichter. Das Hauptproblem sind wohl eher die notwendigen Barré-Akkorde.

A# statt Bb: AUF GAR KEINEN FALL!!!!
Grund:
Siehe Lektion 1d aus unserem Workshop Elementare Musiktheorie
bis
Lektion 2a Thema: Versetzungszeichen
wobei die letzte Lektion die interessantere für das Thema sein dürfte.

Wenn in der Tonart C-Dur der Ton Bb auftaucht, dann geschieht es häufig, weil aus der Tonika C ein C7 wird, der zur Subdominante F-Dur hin leitet. (Tonika - Dominante - Subdominante = Stoff für die 2 Unterrichtsstunde in Gitarre)
Wikibooks - Lagerfeuerdiplom - Die Dur-Kadenz - Das große Dreigestirn
Aus der Tonika C-Dur wird eine Zwischendominante C7, die zum F-Dur-Akkord leitet.

Zähle mal von C aus 7 Töne weiter
C D E F G A B
Der 7. Ton von C aus gesehen ist (ungeachtet der Vorzeichen) ein B bzw. deutsch ein H.
Das A ist der 6 Ton von C aus gesehen.
Ein Bb (deutsch B) ist eine kleine Septime (siebte Ton von C aus gezählt) und wird bei Akkorden mit einer einfachen 7 markiert.
Ein B (deutsch H) ist eine große Septime (Major 7) die als maj7 oder kurz j7 zum Akkord hinzukommt.

Ein Ab wäre eine kleine Sexte von C aus gesehen (Akkordzusatz: C6b
Ein A wäre eine große Sexte von C aus gesehen (C6)
Ein A# wäre eine übermäßige Sexte von C aus gesehen (C6#)
Aber eine übermäßige Sexte geht irgendwie gar nicht. Es ist ein Septimakkord, also muss der siebte Ton (Bb# B bzw. H) her, und nicht der sechste. (Ab, A oder A#)

Für das Intervall (Prime Sekunde Terz Quarte Quinte Sexte Septim... ) bzw. ( 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.) ist allein der Abstand der Buchstaben interessant. (Wobei wir Deutschen immer noch die unnötige, unsystematische und verwirrende Unterscheidung zwichen H und B haben). Die Vorzeichen sagen etwas darüber aus, ob der entsprechende Intervall rein, groß, klein, vermindert oder übermäßig ist.

Wenn ein Vorzeichen in einem Notenbild vorkommt ist es in der Mehrzahl der Fälle so, dass dafür die Variante ohne Vorzeichen ganz wegfällt, oder umgekehrt, Wenn ein Vorzeichen wegfällt, taucht dafür die Note ohne Vorzeichen auf.

Mit deiner Variante hast du ein A und ein A#, aber kein B.
Im Notenbild bleibt eine Notenlinie bzw. Zwischenraum unbesetzt,
eine andere Linie bzw. ein anderer Zwischenraum ist doppelt besetzt. Und in diesem Zwischenraum wimmelt es von Versetzungs- und Auflösungszeichen.
Nun ja, es mag durchaus das eine oder andere Musikstück geben, wo man es nicht vermeiden kann, aber da wo es unnötig ist, gewöhnt man sich lieber die B-Vorzeichen an, und hat damit viel weniger Verwirrung auf dem Notenpapier.

Noch mehr gehe ich in der Lektion 2d - schwierige Dur-Tonleitern und exotische Dur-Tonarten drauf ein. Zwar mehr im Bezug auf Tonleitern und Akkorde, doch wenn du nur ungefähr verstehst, was ich sagen möchte, wirst du vielleicht einsehen, dass man lieber mit B-Tonarten und -Vorzeichen arbeitet, als sie zu meiden.

Die B-Vorzeichen sind nur eine Frage der Gewöhnung.
Das eine Bb habe ich schnell drin, wenn ich mir den C7-Akkord mit dem Ton Bb vor Augen führe.
Bild
Einfach den kleinen Finger vom C7, und man hat diesen.

Wenn ich den Bb im Bass brauche, rechne ich einfach vom Grundton des H7 einen Ton zurück, und ich bin ohne lange zu suchen auf der A-Saite im 1. Bund.
Alles kein Hexenwerk.

Lerne besser ein wenig Harmonielehre. Es ist nicht sooo schwer.
Beim Straßenverkehr denkst du dir ja auch nicht, dass du lieber bei orange halten würdest, und bei blau gehen willst.. ;)

Gruß Mjchael

Senta
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Re: F dur = C dur mit Bb statt B?

Erstellt: von Senta » 26.11.2017, 18:01

Ja, danke das leuchtet ein!
Dann werd ich mir wohl mal einen gelben Marker besorgen ;)

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mjchael
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Re: F dur = C dur mit Bb statt B?

Erstellt: von mjchael » 27.11.2017, 09:30

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