Pentatoik und Improvisieren

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Starrider
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Pentatoik und Improvisieren

von Starrider » 19.05.2017, 08:55

Hi,

ich habe jetzt im Unterricht angefangen mit der Pentatonik. Wir haben diese rauf und runter gespielt.
Er hat mir erklärt, das man damit dann improvisieren kann. Das man sich auf ein Tonart einigt (also z.B. A ....) dann spielt der eine die Akkorde in A-Dur und der andere spielt die Töne der Pentatonik angefangen auf der E Saite im 5. Bund.
So weit habe ich das ja verstanden. Allerdings verstehe ich nicht wie man improvisieren soll. :-(
Leider war der Unterricht dann zu kurz und es geht erst in 3 Wochen weiter. Ich soll mit einfach Backing Tracks dazu anmachen meinte er. Aber welche Reihenfolge der Töne muss man einhalten? Wonach muss ich mich richten? Welche Töne bei welchem Akkord den der andere spielt? Ist es egal wie lange man die Töne hält?
Gib NIEMALS auf, egal wie schwer etwas dir fällt!

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Hendock
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Re: Pentatoik und Improvisieren

von Hendock » 19.05.2017, 09:30

Starrider hat geschrieben:Aber welche Reihenfolge der Töne muss man einhalten?

Egal! Halt so, dass es sich gut anhört und sich eventuell eine kleine Melodie ergibt.

Starrider hat geschrieben:Wonach muss ich mich richten?

Danach, dass es sich gut anhört und nach dem eigenen Gefühl. Das kommt mit der Zeit.

Starrider hat geschrieben:Welche Töne bei welchem Akkord den der andere spielt?

Das ist auch RELATIV egal, solange du in der Pentatonik bleibst. Du kannst natürlich auch in die Pentatonik des Akkordes wechseln, der gerade gespielt wird. das ist aber schon fortgeschritten.

Es hört sich meist gut an, wenn der Zielton, also der letzte Ton, den du in dem jeweiligen Takt spielst, der Grundton des gerade gespielten Akkordes ist.

Starrider hat geschrieben: Ist es egal wie lange man die Töne hält?

Ja, wenn es rhythmisch passt. Versuche anfangs eher die Töne länger zu halten bzw. weniger Töne zu spielen und nicht, so viele Töne wie möglich in einen Takt zu packen.

Versuche mal folgendes: Suche dir einen schönen Blues-Backingtrack in Am auf Youtube (gibt's dort zuhauf) und mache dich mit ihm vertraut, d.h. höre raus, wann die Akkordwechsel stattfinden. Dann spielst du zuerst die Rhythmusgitarre mit dem Backingtrack. Wenn das flüssig läuft, greifst du dir ein Pentatonik-Pattern (z.B. das im 5. Bund - das übrigens A-Moll ist) und spielst ein bisschen rum. Erstmal nur hoch und runter im Rhythmus. Du wirst feststellen, dass alle Töne, die du spielst, zum Backingtrack passen und nicht schief klingen.

Dann nimmst du nur einen Teil dieses Patterns, z.B. von der A- bis zur H-Saite, usw.

Und dann versuche mal, in jedem Takt auf dem A zu starten (also z.B. im 5. Bund auf der tiefen E-Saite oder im 7. Bund auf der D-Saite oder im 5. Bund auf der hohen E-Saite), ein paar Töne zu spielen und auf dem Grundton des jeweiligen Taktes zu enden (also dem A, dem D oder dem E).

Anfangs wird sich das noch recht statisch und langweilig anhören aber mit der Zeit wird das immer besser.

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mjchael
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Re: Pentatoik und Improvisieren

von mjchael » 19.05.2017, 09:46

Edit: Hendock war schneller ;)

Bei solch einer Vorgabe gehe ich von einer Blues- oder einer vom Blues angehauchten Rockrichtung aus.
Da wird über einem A-Dur-Akkord bzw. einer Akkordfolge in A-Dur mit der Am-Pentatonik drüber improvisiert.
Wenn du den Akkord in den 5. Bund setzt, hast du ein A-Dur
Bild
Darüber sollst du mit der Am-Tonleiter drüber improvisieren
Bild
Schau dir hier mal alle A-Töne und alle E-Töne an. Das sind die Töne, die auch im Akkord vorkommen. Die meisten findest du auch in einem A-Powerchord (A5), der wie der A-Dur-Akkord oben ebenfalls im 5. Bund ist.
Bild
Ich hoffe doch, du kannst schon Barrés.
Schlage einfach ein paar mal den A-Dur-Akkord (als Barré) an, (z.B. 1 Takt lang) und spiele dann die Pentatonik darüber.
Der Powerchord im Hinterkopf hilft dir dabei geeignete Start- und Zieltöne zu finden. Dadurch teilt sich deine Pentatonik in Töne auf, die zum Akkord gehören, und die anderen Töne.
• Ob du nun die Pentatonik rauf oder runter wanderst, ist vollkommen egal.
• Vielleicht pickst du dir nur 2 Saiten raus, und klimperst ein wenig mit den 4 Tönen.
• Später versuchst du es dann mit 3 Saiten.

Auf die Schnelle würde mir eine Sache einfallen:
Du könntest einen Stop-Blues spielen
2x
A:3 D:3 / %X5/1.X/X.5/1.5/1.5/1.5/1[Am7] A:3

1x
A:3 D:3 / %X5/1.X/X.5/1.5/1.5/1.5/1[Am7] D:3

1x
A:3 D:3 / %X5/1.X/X.5/1.5/1.5/1.5/1[Am7] A:3

Jeweils nur Pro Akkord nur einen Schlag, nur der D etwas länger aushalten.
Als Ende könnte passen:
E7:3 D7:2

Wird wie ein C7 gespielt, mal mit Zeigefinger im 5. mal im 3. Bund - nur die beiden E-Saiten dürfen nicht mit erklingen. (Die unterste wird durch den Zeigefinger gedämpft.) Pro Akkord spielst du mit schnellen Triolen je einen Takt.
vielleicht lässt du beim D7 ein paar Schläge am Schluss aus, damit du etwas einfacher wieder zum A-Dur wechseln kannst, wo alles von vorne beginnt.

Du spielst alles mit einem Shuffle bzw. mit einem Triolfeeling.
Will heißen: du zählst beim Triolfeeling (am Schluss beim E7 D7):
ein-er-lei, zwei-er-lei, drei-er-lei, vier-er-lei
Ansonsten beim Schuffle zählst du er
einer-lei, zweier-lei, dreier-lei, vierer-lei
Will heißen, dass du den ersten Ton immer etwas länger aushällst als den zweiten.
Wenn du einen Stop-Blues hörst, weist du, was ich damit meine.

Ok, ich habe gerade kein Video mit der passenden Tonart, aber wenn du dir das hier anhörst bekommst du eine Idee, wie es klingen soll.

Das was Otto hier singt, gibt dir den ersten Anhalt, wie du mit der Pentatonik zu dem A-Stop-Blues improvisieren könntest.
Ach, mir fällt gerade noch dieser Klassiker ein:

Hie bekommst du ebenfalls eine Idee, wie du spielen könntest.
Ich denke aber, den anderen Fällt noch was ein.

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Starrider
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Re: Pentatoik und Improvisieren

von Starrider » 20.05.2017, 09:16

Entschuldigt das ich erst jetzt antworte, ich habe es gestern nur nicht mehr geschafft leider.
Danke für eure Antworten, jetzt bin ich auf jedenfall schon mal schlauer.
Eure Beispiele gefallen mir, die werde ich heute gleich mal ausprobieren.

Vielen Dank :-)
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Re: Pentatoik und Improvisieren

von GuitarRalf » 23.05.2017, 08:09

Moin,

bis zu deiner nächsten Unterrichtseinheit bleibt dir ja noch Zeit, in der ungeplanten Situation eine stabile Sicherheit zu vermitteln.
...und es geht erst in 3 Wochen weiter...
. Als ich dein Beispielkriterium A-Dur las, viel mir sofort die Durterz Cis ein. Mit dem A sind das jetzt schon 2 Noten. Ich schmeiss mal ekliptisch eine Frage ins Forum. Was zeichnet denn nun `ne Melodie aus?

Noten, die du hast, sind innerhalb einiger Takte zu bestimmten Zeiten auf bestimmte Art zu spielen. Stell dein Metronom auf den Tempowert des Backingtracks ein und such dir dann ein Schlagmuster aus, notfalls hilft Würfeln. Entscheide dich, ob du 16tel spielen willst, Achteltriolen, - quintolen, Viertelpausen, Halbtonbendings oder Ganztonruhe.

Mal angenommen , deine Wahl fällt für den ersten Takt auf das Schlagmuster Western . Dann kannst du zum 1 Zwei_und 3 Vier_und das A aus dem 7. Bund der D-Saite mit der 1,Zwei,3,Vier spielen und das Cis splelst du zu den unds. Im zweiten Takt zählst du Ein-er-lei, 2, Dre-er-lei,Vier-er-lei und spielst auf Ein, Drei, Vier das A; jedes lei wird mit dem oktavierten A bedacht und die 2 wird mit dem Cis vertont.

Wenn du nun diese 2 Takte übst und verinnerlicht hast, kannst du dir 2 neue Takte ausdenken. Nach den Takten 3 und 4 wechselst du zurück zu den Takten 1 und 2. Das erzeugt einen Wiedererinnungseffekt beim Zuhörer. Nun könntest du nach Belieben die möglichen Töne durchwechseln oder andere Schlagmuster verwenden. Wenn du dir damit eine Zufriedenheit erarbeitet hast, spiel zu einem BackingTrack. Mach dir klar, wie lang in etwa der Track ist, wieviele Takte du einbringen kannst, wann Pausen sinnvoll sind und wann Schluss ist.

Keep on Rocking
:)

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