Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

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Don Lucio
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Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von Don Lucio » 14.05.2017, 17:46

Mein Traum war immer eine Martin D45. Aber wie das so ist mit Träumen - ein Preis von knapp 10.000 Euronen liegt nun mal weit weit ausserhalb meines Budgets.

Nun finde ich durch Zufall auf bekannten China-Seiten (z.B. aliexpress, alibaba u.a.) Händler, die mit D45-Replikaten zum Preis von um bei 500$ werben. Möglicherweise käme noch Transport + Zoll dazu. Dennoch ein signifikanter Preisunterschied.

Gibt es hier im Forum Erfahrungen zu solchen Direktimporten aus China? Das, was ich auf youtube zu diesem Thema finde, halte ich für wenig vertrauenswürdig. Ich meine, 500$ für eine Seifenkiste mit Hals wäre immer noch zu teuer, aber wenn die Replika eine Klangqualität von nur 90% einer echten D45 liefert, könnte es ein lohnendes Unterfangen sein.

Oder?
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Frank-vt
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Re: Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von Frank-vt » 14.05.2017, 19:37

Würde ich die Finger von lassen. Vlt. sieht sie so aus wie eine Martin, aber ob sie so klingt, da habe ich ernsthafte Zweifel. Schließlich dürfte alleine schon das Holz deutlich minderwertiger als bei Martin sein. Was ist mit Rückerstattung, Rückgabe etc?
Wenn es für eine D-45 nicht reicht, würde ich mich erstmal mit (H)D-28 oder D-35 beschäftigen. Böse Zungen behaupten ja, das an einer D-45 nur mehr Bling dran ist und sie nicht viel anders als ihre Schwestern klingt :D Würde erstmal verschiedene Modelle gegeneinander anspielen und dann eine Auswahl treffen.
Wenn das immer noch zu teuer ist, würde ich bei Sigma schauen, die bauen vernünftige Martin-Kopien, die du auch anspielen kannst. Für mich ab 28-er Reihe. Da gibt es auch eine D-45-Kopie, wo du aber weisst, was du da kaufst.
Wobei bei Martinitis auch nur eine Martin hilft :P (ich weiß, wovon ich spreche :lol:)
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Re: Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von startom » 14.05.2017, 19:41

Gegenfrage: Würdest du dir ein Replika eines Ferrari Lamborghini für 20'000 Euros kaufen, wenn er dafür in China hergestellt wird? Ungefahren, ungetestet, unge-alles?

Also ich nie im Leben: Da sind mir die 500 Euro "Versuchskaninchen" definitiv zu schade für.

Und meine Martin D-16GT war absolut erschwinglich (umgerechnet ca. 1200 Euro) und klingt so, wie ich es mir vorstelle.
Tom

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Re: Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von OldDad » 14.05.2017, 19:46

post370279.html?hilit=Martin%20Kopie#p370279

Exakt die gleiche Idee hatten schon andere...... ob es zum Kauf kam??

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Pedro E.
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Re: Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von Pedro E. » 15.05.2017, 01:12

Würde auch davon abraten- Lieber auf eine "echte" sparen (muß ja nicht die 45er sein) oder halt verzichten. Die Teile sind so wertig wie die Rolex vom Strandkiosk in Tunesien ...

Allerdings, der günstigste Einstieg, die oben genannte D16GT, ist auch schon bei ~ 1900.- angelangt.
Wertige, Martin-inspirierte Gitarren gibt es von Furch, leider auch nicht für lau ...

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Re: Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von Andreas Fischer » 15.05.2017, 16:25

anschauen
https://youtu.be/UlJYrT9P8NA

anhören
https://youtu.be/HZOlqvix5gw

Auf dem Kanal findest du noch mehr zum Thema
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Re: Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von Harry83 » 15.05.2017, 19:28

Hey!

Ja, es ist keine gute Idee! Ich schließe mich voll und ganz Toms Ansicht an.
Es ist so, dass zwar Taylor draufsteht, dies aber nur eine Fälschung ist.
Für so eine Gitarre, würde ich nicht einmal 10 € ausgeben.

Die Gründe: Diese, nennen wir sie mal Gitarren, sehen zwar aus wie das Original, sind aber nur aus den billigsten Materialien zusammengebastelt. Vergleicht man den Klang mit dem Original, kann selbst ein Laie, den Unterschied hören.

Hinzu kommt, dass wenn man bei der Einfuhr von Produktfälschungen erwischt wird, wird die Ware, logischer Weise, beschlagnahmt, und man bekommt noch eine Strafe.

Ganz ehrlich? Das wäre es mir nicht wert. Alleine der Preisunterschied von 9000 $ würden mich da zusehr abschrecken.

Greetz Harry
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Re: Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von Don Lucio » 15.05.2017, 23:34

Eure Meinungen scheinen ja weitgehend in diese Richtung zu deuten: Besser die Finger davon lassen. Und ich bin nun auch zu der Überzeugung gekommen, dass das Risiko, nur teures Brennholz geliefert zu kriegen, zu hoch ist.

Danke für eure Rückholaktion "Zurück auf den Boden der Realität" :)
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Re: Martin Replika China-Import - eine Schnapsidee?

von mjchael » 16.05.2017, 10:36

Gitarren aus China können eine sehr gute Qualität zu erschwinglichem Preis haben, aber...
China-Import ist nur was für Großhändler. Wenn diese die Ware geprüft haben und für gut befunden haben, kannst du sie mit Aufpreis in einem deutschen Musikgeschäft kaufen. In dem Aufpreis sind dann die Zollgebühren, der ganze Verwaltungskram, die Qualitätsprüfung und die Garantie für die nächsten zwei Jahre mit dabei. Privatleute können Glück haben, es kann aber auch in die Hose gehen. Und sei es nur, dass die Herkunft eines bestimmten Holzes nicht ausgewiesen ist, was zu einer Beschlagnahmung der Gitarre durch den Zoll führen könnte.
Du hast keine Ahnung, wer deine Sachbearbeiterin (meist Call-Center) ist, wie lange sie in einer Stelle arbeitet, ob sie später für Rückfragen für dich zuständig ist und was sie dir letztendlich verkauft. Selbst bei guten Gitarren aus einer Serie gibt es Qualitätsunterschiede. Weiß ich alles aus eigener Erfahrung (obgleich ich keine Gitarren gekauft hatte.)
Großhändler picken sich oft die besten Instrumente einer Serie raus und testen in der Regel jede Gitarre einmal.
Daher stimme ich allen Vorrednern zu. Insbesondere Gefallen mir die Tipps von Frank-vt, wie man an einen guten Nachbau einer Martin kommen kann. Ebenfalls haben mir die Gitarren von Sigma sehr gut gefallen, waren aber während meiner Umschulung ein wenig über meinem Budget.
Gruß Mjchael

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