(Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

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GeniussX
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(Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von GeniussX » 27.04.2017, 19:05

Hallo zusammen,
im letzten Unterricht hatte ich Akkordgrundtyp anhand der Fingerstellung besser erkenne zu können, ohne nur auf den Tabulatur herum zu Streunern.
Auf der EGitarre versuche ich aktuell (Sultan Og Swing) die Akkorde zu Zupfen.

Ich versuche das mal an drei Beispielen in den Tabs näher zu erklären.

Sultans of Swing -Chorus

Dm:
----
-6-
-7- <<< korrigiert, danke war ein Tippfehler
-7-
----
----
Fingerstellung beruht der Form nach auf dem „Am“ Akkord. Wenn ich den ersten Finger als Barre´anlegen würde, sehe
ich , aha A-Saite ein >Dm. Da dieses aber nicht benötigt wird brauche ich es auch nicht zu greifen


C:
----
-5-
-5-
-5-
----
----

Fingerstellung beruht der Form nach auf dem „A Dur“ Akkord. Wenn ich den ersten Finger als Barre´anlegen würde, sehe
ich , aha A-Saite ein > C. Da dieses aber nicht benötigt wird brauche ich es auch nicht zu greifen


Bb:
----
-3-
-3-
-3-
----
----
Fingerstellung beruht der Form nach auf dem „A“. Wenn ich den ersten Finger als Barre´anlegen würde, sehe
ich , aha A-Saite ein > Bb. Da dieses aber nicht benötigt wird brauche ich es auch nicht zu greifen


C:
----
-6-
-5-
-7-
----
----

mit dieser Form komme ich nicht weiter, welche Grundform soll hier denn zu Grunde liegen, wie wird verschoben ?


Hoffe ich habe hier jetzt keinen groben Bock-Mist gebaut, aber ich fand das soweit bis zum letzten Akkord schlüssig ;)

Gruß an alle
Zuletzt geändert von GeniussX am 28.04.2017, 00:08, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von slowmover » 27.04.2017, 21:36

6 /7 /7 wäre Dm beim ersten Griff.

2. Griff: Prima. ein Akkord besteht erstmal aus 3 Tönen, wenn er nicht erweitert ist. Ein waschechter C Dur mit allen Tönen die dazu gehören.

Deine Frage: Du spielst die Töne F'/ A / C also F -Dur. Du hast die Form von C Dur. C-Dur wäre C im 1. Bund auf der H-Saite, G im 0ten G-saite, E im 2. auf der D Saite und der Akkord ist komplett. Also Du unterlässt die Dopplung von C. Deshalb erkennst Du den Akkord nicht im Griffbild.

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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von AyKay » 28.04.2017, 02:27

Es ist genau so wie slowmover das erklärt.
Vielleicht erkennst du das Muster auch nicht, weil der tiefste Ton nicht der Grundton, sondern die Terz des Akkordes ist.
Das ist allerdings bei den anderen Akkorden auch nicht so. Bei dem Am-Typ ist die Folge 5, 1, 3 (also Quinte, Prime, Terz) und bei dem A-Dur-Typ ebenfalls (hier ist nur die Terz einen halben Ton höher als bei Moll).
Bei diesem (gekürzten C-Dur-Typ) ist die Folge 3, 5, 1 (Terz, Quinte, Prime). Der Akkord ist trotzdem komplett, es ist nur eine andere Umkehr des Akkordes.
Im Zweifelsfall musst du dir die gespielten Töne merken und dann im Terzabstand aneinander reihen,
D. h., du spielst die Töne A-C-F.
Von A nach C ist eine Terz
Von C nach F ist keine Terz, allerdings ist von F nach A wieder eine Terz.
Also hast du die Tonfolge F-A-C - alle im Terzabstand! - und somit hast du einen kompletten F-Dur-Akkord.
Das klingt jetzt vielleicht ein Wenig kompliziert, doch wenn du die Akkordbilder kennst und weißt, wo die jeweiligen Primen, Terzen, Quinten, Septimen ..... liegen, dann wird es recht einfach.
Schau dir am Besten dazu einmal das CAGED-System an. Mjchael hat das auch alles schön beschrieben, habe momentan aber leider den Link dazu nicht parat. Den findest du aber, wenn du nach dem CAGED-System suchst.

Viel Spass noch beim "Tüfteln"
Bei mir ist H B (und b Bes)

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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von mjchael » 28.04.2017, 09:42

mein Tipp: schiebe die Akkorde ganz an den Anfang des Griffbrettes, und schaue was das für ein Akkord ergibt.
%X/X.X/X.7/2.7/3.6/1.X/X[Dm] Am

Die Finger an den Anfang gerückt ergibt Am, und dann kannst du abzählen
Am Bbm Bm Cm C#m Dm
%X/X.X/X.3/1.3/2.3/3.X/X[Bb] A

A-Dur eines weitergerückt ist Bb
%X/X.X/X.7/2.5/1.6/3.X/X[F] C Am7 %X/X.X/X.7/2.5/1.6/3.X/X[Dm7]

Am7 im 5. Bund wäre Dm7 ohne Grundton. Hier kämme es wieder auf die Nachbar-Akkorde an, welche Variante ich bevorzugen würde.
Bei einem Solo kann schon mal der Grundton eines Akkordes unter den Tisch fallen, wenn dieser Beispielsweise durch den Bass in der Band ergänzt wird.

Die meisten Akkorde in den hohen Lagen (=Bünden) kann man auf 5 einfache Dur-Akkorde (C A G E D) zurückführen. (Im Englischen kennt man das unter CAGED-System)
Bei Moll-Akkorden habe ich mir etwas einfallen lassen, und habe noch 2 recht einfache Moll7-'Varianten gefunden damit man auch hier 5 Formen hat: 5 Moll-Akkorde (Bm7 Am Gm7 Em Dm) (3 bekannte und 2 nicht ganz so schwere)
%X/X.2/2.0/0.2/3.0/0.2/4[Bm7] %3/1.X/X.3/2.3/3.3/4.X/X[Gm7]


Bei anderen Akkorderweiterungen musst du die erst mal in der Grundform kennen, damit du auch einen add6, sus4, add9 erkennst. Und manchmal ist auch das nicht leicht. Aber bei allen einfachen Akkorden führt die Methode schnell zum Erfolg (Dur, Moll, Dur7, Moll7).
Oftmals fehlt nur der Barré-Finger, und du würdest die Akkorde auch als einen abgespeckten Barré-Akkord wiedererkennen - vorausgesetzt du kannst die Barré-Akkorde.

Gruß Mjchael

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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von GeniussX » 28.04.2017, 22:47

Hallo,
super top Antworten sehr detailliert, da muß ich mich noch ein wenig durchtüfteln.

slowmover hat geschrieben:die Töne F'/ A / C also F -Dur. Du hast die Form von C Dur. C-Dur wäre C im 1. Bund auf der H-Saite, G im 0ten G-saite, E im 2. auf der D Saite und der Akkord ist komplett. Also Du unterlässt die Dopplung von C.


Ok, das kann ich soweit am Griffbrett nachvollziehen. Da das G im 0ten Bund (leer) gespielt wird, wird durch das verschieben natürlich auch diese Saite gegriffen, top. Somit ergibt sich das Griffbild.
Aber ein "reiner" C-Dur ist das nicht, habe das mal online gesucht "C6sus4"?!? :shock: . Über dem Tabs steht allerdings ein "C" ?

Nun erkenne ich soweit bei allen drei Akkorden die Grundform. Allerdings mehme ich mir gedanklich bei den ersten Beiden, den Barre´Finger zu Hilfe, nun weiß ich anhand der Saite A wie der Akkord sich nennt.
Diesen Trick habe ich bei dem letzten Akkord nicht, gibts da auch eine "Eselsbrücke" ?

Lg
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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von slowmover » 28.04.2017, 23:43

Doch, ein reiner C-Dur solange Du nur die 3 Saiten spielst. Ein C Dur Akkord Hat die Töne C E und G.
Ein C-sus4 würde E wegfallen lassen und durch F-ersetzen. Und bem C 6 kâme noch ein A hinzu.

Anders wäre es tatsächlich wenn Du den F Dur Akkord als C Akkord umdeuten würdest. A wäre dann der 6. Ton der C-Dur Tonleiter und das F der Sus 4. also du hast Die Origialtöne gemommen und halt nicht die verschobenen, die sich im 0, ersten und 2ten Bund ergeben.

Aber mit Deinem Irtum hast Du dann herausbekommen, dass man F-dur auch als C6sus4 definieren könnte. Was richtig oder faisch als Bezeichnung hängt immer vom harmonischen Zusammenhang ab. Im Normalfall kann man aber davon ausgehen das C6sus4 wohl ein Irrtum ist.
In 99,9 % der Fälle dürfte die Bezeichnung F-Dur richtiger sein.

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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von slowmover » 29.04.2017, 00:06

Zu Deiner Eselbrücke. Wer sein Leben lang alleine im Lagerfeuerstil seinen Gesang beschrammelt, ist es gewohnt viele Saiten zu bedienen. Spielst du E-Gitarre mit Zerre kanst du auf reduzierte Akkorde nicht verzichten. Und im Bandumfeld klingt es auch nicht gut, wenn Du alle Frequenzbereiche mit Akkordgeschrammel zudeckst. Für mich klingen meist diese sparsamen Chords oder auch Shell CHords viel schöner, und sie sind leicht zu kapieren. Mit Shellchords spielt man die auf Ihre Essenz gebrachten, erweiterten Akkorde wie 9er 11er 13er und Alterationen mit links. Wie beschissen klingt der Riff von Smoke on the Water, wenn er mit Akkorden über 5 oder 6 Saiten erklingt.
Und Knopfler hat es sowie immer vermieden seine Stücke nach Akkorddiarrhoe Klingen zu lassen. Also ich halte das Thema für ziemlich wichtig und nicht Eselbrücken geeignet.

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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von GeniussX » 30.04.2017, 10:06

slowmover hat geschrieben:Zu Deiner Eselbrücke. ..... Also ich halte das Thema für ziemlich wichtig und nicht Eselbrücken geeignet.


Dann bin ich durch mein Probieren bereit sein wenig weiter gekommen,) Mir geht es nicht um die "Eselsbrücke" im Sinne nichts lernen, sondern darum wie man sich das gut erarbeiten kann bzw. verständlich herleiten. Wie analog die bedein anderen Akkorde, welche ich durch zu Hilfe nahme des Barre´ Finger den Akkord benennen kann.
Diesen letzten Akkord über welchen wir hier reden, konnte cích mir zumindest nicht ableiten, das dieser auf ein C-DUR beruht.
Liegt sicherlich an den oben genannten Themen. Aber auch das das C eine Dopplung hat, war mir so nicht bewußt, besser gesagt hätte ich keine Ahnung davon gehabt. Hier muß ich mir noch einen Einstieg suchen, wie ich mir das erarbeiten kann. Und darum geht es auch!
Habe hier ein Buch über Harmonielehre, allerdings geht es bei Akkorden darum wie welche Verhältnisse "2:3" Töne am besten zusammen passen. Sehr interessant, allerdings war es nicht ganz so dass was ich mir vom Thema Akkorde erwartet hatte ;)

MfG zusammen und schönen Sonntag
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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von slowmover » 30.04.2017, 22:06

Ich glaube, jetzt bist Du auf dem richtigen Pfad. Wenn Du etwas kopfig bist (bin ich auch, sogar sehr) dann willst Du verstehen um zu lernen.
Die Harmonielehre erschliesst Dir dann nicht nur, welche Töne gehören zu neunem Akkord. Wie bezeichne ich Ihn.
Und dass Akkustik Gitarristen Töne spielen, nur weil die Saiten gerade im Weg sind, ist halt so. Beim offenen G-Akkord das G gleich 3 x in drei Oktavräumen zu spielen läst sich gewiss nicht mit der Harmonielehre begründen. Allem dâmpfen und muten zu trotz klingt das häufig zugekleistert.

Mach Dir klar, dass Dein nicht erkannter C-Dur Akkord ist auch gleichzeitig ein Am7 wenn Du die A-Saite noch mit anspielst. Nimmst Du den finger auf der H-Saite hoch ist es ein Em aus dem C-dur geworden. Mit nur einem Finger bewegen liegen dutzende Akkorde griffbereit.

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Re: (Grund-)Akkorderkennung an Fingerstellung erkennen

Erstellt: von mjchael » 02.05.2017, 09:29

Ich glaube wie die Vorredner hier auch an einen Irrtum.
Manche Akkorde sind keine Angabe für die Gitarristen, sondern für die ganze Band.
Den Akkord kannst du nur durch das Notenmaterial bestimmen, dass du vorliegen hast.
Wenn du die Töne C E G hast, dann ist das ein C-Dur-Akkord. Du könntest noch darüber spekulieren, ob möglicherweise der Grundton weggefallen ist, also eine Terz druntersetzen. A C E G und du hättest ein Am7. Das macht dann Sinn, wenn man sehr wenige Töne in einem Solo spielt, und dabei mal einen Ton unter den Tisch fallen lässt.

Die anderen Töne, die du praktisch nicht spielst können für die Improvisation interessant sein.
Wenn also einer über den Akkord improvisiert könnten einige Töne die Richtung vorgeben.
Oder ein anderes Instrument (Keyboard) könnte diesen Akkord spielen.
Du musst aber immer damit rechnen, dass sich derjenige vertan hat, der die Tabulatur aufgeschireben hat.
Da ist vielleicht beim Spielen noch ein Intervall mit dabei, das zum vorherigen Akkord gehört, oder einfach nur eine Verzierung ist, die aber gar nichts zur Harmonie beiträgt. Man sollte solche Durchgangstöne nicht mit in die Rechnung einbeziehen. Manche tun es aber. Andere fragen die Akkordfunktion ihres Tab-Programm und das spuckt alle Möglichkeiten aus, die es kennt. Da passiert es schon mal, dass einer die falsche Bezeichnung erwischt. Oder er vertippt sich einfach.

Ich denke, du bist hier einer falschen Bezeichnung aufgesessen, und so würde ich das auch behandeln. Solltest du später einmal eines Besseren belehrt werden, dann macht das auch nichts.

Gruß Mjchael

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