Ändert Kapodaster die Akkorde?

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Ninette
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Ändert Kapodaster die Akkorde?

Erstellt: von Ninette » 25.04.2017, 13:35

Moin moin,

jetzt kommt eine idiotische Frage:
Ich habe komplett wonderwall von oasis geübt.
Ewigkeiten gebraucht und alle Akkorde auswendig gelernt usw...
nun, ganz am Ende (ist ein YouTube-Video) sagt der Typ, das man das Kapodaster am 2. Bund befestigen soll :-)
wozu habe ich dann die Akkorde geübt? Dann ändert sich ja alles also die Fingergriffe usw...
oder kapiere ich das nicht richtig mit dem Kapodaster??

Bitte helft mir.

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Frank-vt
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Re: Kapodaster

Erstellt: von Frank-vt » 25.04.2017, 13:41

Nein, du kannst das ganz normal mit den gelernten Akkorden spielen, nur das sie dann eben einen Ganzton höher sind. Z.Bsp. greifst du den C-Dur-Akkord, aber durch den Kapo spielst du D-Dur etc.
Ob du das mit dem Kapo machst oder nicht, solltest du nicht an Vorgaben festmachen, sondern ob es zu deiner Singstimme passt.
Setze fast immer den Kapo auf den 1. oder 2. Bund, weil ich so besser singen kann.
Also einfach probieren.
Die von mir vorgebrachten Kritiken und Meinungen spiegeln ausschließlich meine eigenen, subjektiven Wahrnehmungen wieder. Wem diese nicht gefallen, darf sie gerne überlesen

Ninette
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Re: Kapodaster

Erstellt: von Ninette » 25.04.2017, 13:47

nochmal für ganz blöde :
wenn ich das Kapo auf den 2. Bund setze sind die Seiten doch quasi schon runtergedrückt, was soll mein finger dann noch bewirken?

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Re: Kapodaster

Erstellt: von Hendock » 25.04.2017, 14:30

Wenn du das Capo in den zweiten Bund setzt und dann z.B. ein C-Dur greifst, greift dein Zeigefinger die H-Saite ja im dritten Bund statt im ersten (usw.). Dann greifst du zwar ein C, spielst in Wahrheit aber ein D.

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Software-Pirat
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Re: Kapodaster

Erstellt: von Software-Pirat » 25.04.2017, 14:33

Das heißt aber noch lange nicht, daß du die Saiten nochmals herunter drücken kannst...

Mit dem Kapo stimmst du gewissermaßen die Gitarre in Halbtonschritten höher. Normalerweise ist deine Gitarre auf Standard E gestimmt. Mit dem Kapo im zweiten Bund ist sie dann auf Standard Fis (oder Standard Ges). Entsprechend verschiebend sich dann auch die Akkorde. Wenn du jetzt einen E-Moll-Akkord greifst, erklingen alle Töne zwei Halbtöne höher. Entsprechend spielst du dann keinen E-Moll-Akkord, sondern einen Fis-Moll-Akkord. Der Griff ist aber das gleiche, nur daß du jetzt natürlich im vierten Bund greifst und nicht mehr im zweiten (da ist ja das Kapo).

Wenn du dich ein wenig mit Barré-Akkorden auskennst, dann wirst du sehen, daß du grundsätzlich immer das gleiche Griffbild hast. Du verschiebst immer nur halt die Hand auf dem Griffbrett, je nach zu spielenden Akkord. Aber einen G-Moll-Akkord, greifst du im Prinzip gleich, wie ein F-Moll, nur an einer anderen Position. Mit dem Kapo ist es ganz ähnlich, nur daß du natürlich nicht das Kapo so einfach verschieben kannst, wie dein Zeigefinger.

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Re: Kapodaster

Erstellt: von Ninette » 25.04.2017, 14:38

warum im 4. und nicht im 3. Bund?
Sorry aber ich kapiere das echt nicht. ein Beispiel:
EMoll7: Mittelfinger 2.Bund A,Zeigefinger 2.Bund D
Wo kommen die Finger stattdessen hin? :-(

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Re: Kapodaster

Erstellt: von Hendock » 25.04.2017, 14:48

Ninette hat geschrieben:..ein Beispiel:
EMoll7: Mittelfinger 2.Bund A,Zeigefinger 2.Bund D
Wo kommen die Finger stattdessen hin? :-(

Immer noch dahin aber VOM CAPO AUS GESEHEN. Du meinst übrigens Em und nicht Em7. Und ich würde den mit Mittel- und Ringfinger greifen.

Nur ist es dann kein Em mehr, sondern ein Fm (Capo im ersten Bund), ein F#m (Capo im zweiten Bund) oder ein Gm (Capo im dritten Bund) usw.

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Re: Kapodaster

Erstellt: von Ninette » 25.04.2017, 15:17

also zählt das Kapodaster quasi als Bund null und ich zähle dann ab da ???
Es wäre zu schön wenn ich das jetzt kapiert hätte

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Re: Kapodaster

Erstellt: von Hendock » 25.04.2017, 16:18

Ninette hat geschrieben:also zählt das Kapodaster quasi als Bund null und ich zähle dann ab da ???

=(=))=

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Re: Kapodaster

Erstellt: von Ninette » 26.04.2017, 14:22

klingt mit Kapo irgendwie falsch.
ohne klang es besser :-(

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Re: Kapodaster

Erstellt: von Hendock » 26.04.2017, 15:10

Wenn es ohne Capo besser klingt dann spiel es doch einfach ohne!

Es gibt zwei hauptsächliche Gründe, ein Capo einzusetzen:

1. Um ein Stück in der Original-Tonart zu spielen aber mit einfacher zu greifenden Akkorden.

2. Um ein Stück, das man bereits spielen kann, in einer höheren Tonart zu spielen (zu transponieren), ohne das Stück mit den neuen Akkorden noch einmal neu lernen zu müssen. Bspw. um einen Sänger zu begleiten, dem die ursprüngliche Tonart zu tief ist.

Du schreibst in deinem ersten Beitrag, dass du 'Wonderwall' ohne Capo gelernt hast. Und? Klingt es so ok? Auch wenn du dazu singst? Wenn ja, ist doch alles in Ordnung.

Wenn du jetzt aber deine kleine Schwester begleiten möchtest, die 'Wonderwall' etwas höher singt, setzt du ein Capo in den ersten oder zweiten Bund und spielst das Stück wie gewohnt.

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Re: Kapodaster

Erstellt: von mjchael » 26.04.2017, 19:30

Wanderewall singt das Lied in F#m
F#m A E B
Gegriffen:
F#m A E B

Wozu übt man das? Na um die Griffe zu können.

Setzt man jeden Ton bzw. jeden Akkord einen Ganzton (also 2 Bünde) tiefer, dann hat man die Akkorde
Em G D A
gegriffen
Em G D A


Spielst du es so, kannst du nicht mehr mit Wonderwalls mitsingen, da du zwei Halbtonschritte zu tief bist.
Das Problem kannst du mit dem Capo wieder lösen, indem du diesen in den zweiten Bund setzt,
und somit alles, was du zwei Halbtonschritte vorher herunter gesetzt hast,
wieder zwei Halbtonschritte bzw. einen Ganzton rauf setzt.

Du wirst die Barré-Akkorde auf Dauer nicht umgehen können.
Mit Barré-Akkorden kannst du andere Rhythmen spielen, da du diese sehr leicht abdämpfen kannst, indem du einfach nur den Griff etwas locker lässt.
Mit den Grundakkorden hast du andere Möglichkeiten, wie z.B. andere Harmonien wie die so genannten Wonderwall-Akkororde.
Siehe folgende Lektion:
Bild Bild
Bild Bild

Für den Hausgebrauch verwende ich kein Capo und singe das ganze Lied einfach einen Ton tiefer.

Solltest du mal Lieder haben, die mit jeder Strophe oder auch nur am Ende einen Ton nach oben springen, dann bringt es dir auch nichts, mit einem Capo die Griffe zu vereinfachen, denn du kannst den ja nicht mittem im Lied umsetzen.
Z.B.

Ohne Barré-Akkorde bist du aufgeschmissen.
Oder hier:


oder hier glaube ich auch...(spring gleich 3 Minuten weiter):


Schlagwörter: Transponieren
Vergiss beim Capo nicht, die Gitarre noch mal nachzustimmen, den sie verstimmt sich beim Aufsetzen des Capos gerne mal.
War deine Gitarre leicht verstimmt, fällt dieses mit Capo oftmals stärker auf, weil man höhere Töne leichter unterscheiden kann als tiefere.
Zudem ist natürlich auch das Voicing der Akkorde anders. Die Notennamen mögen alle die gleichen sein, aber Grundton Terz und Quinte der Akkorde sind anders verteilt. (ich rede von allen Akkorden vor den so genannten Wonderwall-Akkorden, die natürlich durch sus4, m7 und add9 ganz anders klingen als reine Dur und Moll-Akkorde.

Gruß Mjchael

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Re: Kapodaster

Erstellt: von Ninette » 27.04.2017, 13:25

Dankeschön für die umfangreiche Erläuterung.
Spiele erst seit 1 Woche aber dafür bin ich zufrieden :-)

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Re: Kapodaster

Erstellt: von mjchael » 27.04.2017, 15:43

In der ersten Zeit sind die einfachen Griffe für dich am sinnvollsten zu lernen.
A D G C Em Am

F Dm E B7 G7 D7


Alleine mit den ersten 6 Akkorden kannst du schon hunderte Lieder begleiten.
siehe dazu meine Liederliste:
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... hl%C3%A4ge
Ein Capo kann dir hier helfen, das Lied etwas höher zu setzen, wenn es dir zu tief ist.
Du spielst dann schlicht die einfachen Akkorde.
Wirf auch mal einen Blick in in meine Signatur und nimm dir da mal das Lagerfeuerdiplom vor.
Auch die anderen Kurse sind für dich in der ersten Zeit zu empfehlen.
Ebenfalls mache mal einen Abstecher in unser Bücherboard, und schau dich da mal um, welche Bücher für den Anfang zu empfehlen sind.
Da die selten mehr als 25 Euro kosten, lohnt sich ein Kauf. Und du hast, wie oben beim Lagerfeuerdiplom einen roten Faden.
Gruß Mjchael

ps.: Willkommen an Board
pss.: ich sehe gerade, den F-Dur-Akkord kann man auch vereinfachen, indem man die oberen beiden Saiten nicht mit spielt.
F = xx33211 (Wie man so was liest, findest du in den ersten Lektionen vom Lagerfeuerdiplom beschrieben.

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