Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

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Andreas Fischer
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Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von Andreas Fischer » 03.10.2016, 18:51

Schon wieder ein Thread von mir zum Thema "Rhythmus". Ich habe damit ja schon lange ein Problem ;-) ... und habe es noch

Nochmal kurz zur Erinnerung;
Als ich vor einigen Jahren wieder angefangen habe Gitarre zu spielen, konnte ich noch einige Akkorde und dachte auch das eine oder andere Schlagmuster und habe mir Text mit Akkorden gesucht, und losgeschrammelt und dazu gesungen. Fühlte sich ok an.
Leider, war es das nicht. Mal wurde mein Gesang gelobt aber die Gitarre passte so gar nicht dazu, mal war die Gitarre gut gespielt aber der Gesang passte nicht mehr, falsche Melodie gesungen oder was auch immer.
Also suchte ich hier Rat und bekam den sicher guten Rat, ganz von vorne zu beginnen, Erst mal immer nur einen Abschlag Pro Takt, dann 4 (wenns denn ein 4/4 war) und dann Lieder suchen die mir liegen und schnell spielte ich z.B. "Blowing in the Wind" mit dem Rhythmus "1 2 3u4u" oder "D D DuDu", ein nächstes mit einem anderen Rhythmus ... und das fühlte sich alles gut an.

Viel weiter bin ich seit dem nicht
1. Fing ich an Fingerstyle zu spielen, also die Melodie, eigentlich spiele ich Instrumentalversionen, singe aber dazu, das mache ich immer noch gern und bei fast allen Songs in meinem kleinen Repertoire so.
2. Gibt es immer wieder Lieder, bei denen ich es mit Rhythmusspiel versucht habe es aber nicht klappen will. Das liegt wohl daran dass ich immer wieder aufhöre daran beständig zu arbeiten .... ich fange gerade wieder damit an und will jetzt dranbleiben, ... wird schon, ich bin da guter Hoffnung

Hier gehts endlich zu meiner Frage ;-)
ABER, manchmal finde ich einen Song bei dem kann ich einfach nicht widerstehen drauflos zu spielen, den Rhythmus so zu spielen wie es mir gerade gefällt, ja wie ich es fühle, und es fühlt sich eigentlich gut an aber ich traue mir dann nicht und traue mich eben meistens nicht nach Gefühl zu spielen ... aber irgendwann muss das doch sein und ich bin mir immer wieder unsicher, soll ich oder soll ich nicht
Ich könnte jetzt auch einige dieser Songs mal aufnehmen , so gespielt wie ich es fühle" aber .... ich hab ja schon genug hochgeladen wo dann das Fazit niederschmetternd war, trotzdem wenn ich wissen will obs ok ist komm ich wohl nicht drum rum oder?

Hat jemand trotzdem, schon mal jemand nen Tipp für den "Sprung" vom hochkonzentrierten Spiel inklusive Mitzählens zum Spiel nach Gefühl?
Andreas Fischer
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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von slowmover » 03.10.2016, 20:40

Hallo Andreas,
was macht Dein Fuss? Schafft er es einfach den Grundpuls zu halten, auch wenn Du die nicht die gleichen Schläge auf der Gitarre machst? Also z. B. 4 mal de gleichmässig den Fuss zu bewegen, während Du auf der Gitarre den Lagerfeuerschlag spielst? Wenn der den Rhythmus aufnimmt, wird gleichmässiges zählen noch schwieriger. Ich würde mich in Mjichaels Wiki Takte vertiefen, und lange bei den einfachen Takten verbringen. Das wichtigste wird der Grundpuls Deines Fusses. Irgendwann findet der Grundpuls in der untersten Ebene statt, auch ohne Fussbewegung. Dann merkst Du auch ein Off während Du es spielst.
Dann kannst Du auch mit Down up up up Down up zurechtkommen (ist jetzt mit Absicht kein Lagerfeuerschlag).
Wobei manche knoten im Kopf lassen sich nur von einem Lehrer vor Ort beseitigen. Viel E- gitarristen ignorieren das Problem erst einmal und werden später von einer Band eingefangen. Du hast es als Solist schwerer.

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startom
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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von startom » 03.10.2016, 22:21

Der Tipp, der garantiert hilft: Ein halbes Jahr Rhythmustraining bei einem guten Musiklehrer.

Rhythmus ist nicht etwas, das 'man im Blut haben muss oder eben nicht'. Rhythmus ist erlernbar, aber meistens braucht es externe Hilfe. Denn gerade zu Beginn ist es für rhythmusschwache Menschen sehr schwierig, ja fast unmöglich, sich selber zu kontrollieren und zu korrigieren.
Da wippt der Fuss auch mal, ganz unbewusst, mit den Unsicherheiten beim Gitarrespielen mit. Mal schneller, mal langsamer.
Tom

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Andreas Fischer
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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von Andreas Fischer » 03.10.2016, 22:49

sorry doppelpost
Zuletzt geändert von Andreas Fischer am 03.10.2016, 22:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von Andreas Fischer » 03.10.2016, 22:51

slowmover hat geschrieben:Hallo Andreas,
was macht Dein Fuss?..


Ich weiss es nicht. Der macht was aber wenn ich drauf achte, ....es könnte sein dass der so wie Tom sagt, den Fehlern auf der Gitarre hinterherstolpert, oder so

startom hat geschrieben:Der Tipp, der garantiert hilft: Ein halbes Jahr Rhythmustraining bei einem guten Musiklehrer...

Es ist ja nicht so, dass ich das nicht möchte, liebend gern sogar, von mir aus auch täglich stundenlang, ... aber ich kann es mir leider nicht leisten :-(

Ich hab schon versucht mit Hilfe einer Rhythmustrainingsapp auf dem Handy zu "trainieren" oder eben immer wieder Songs mit ganz einfachen Rhythmen zu spielen ....steht ja alles oben, ... ich trau mich schon gar nicht mehr ;-)
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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von slowmover » 04.10.2016, 05:12

hallo Andreas,

nimm Deine Musiksammlung zur Hand. Kein polyhythmischer Kram von DJs gemixt oder von Rappern. Wirklich einfach gestrickte Pop und Rock Songs die Du abspielst. Kannst Du da den Takt sicher auszählen? Wenn ja macht der Fuss nun die vier Schläge des Taktes. Also nicht den Rhythmus aufnehmen, nicht die Notenlänge der Melodie. Dein Fuss ist das Metronome. Der unhörbare Grundpuls der Musik.
Das machst Du nun wann immer Du passende Musik hörst.
Auf der Gitarre Arpeggien. Da fängst Du mit einem 3/4 Takt an. Akkorde auslegen und 6 Noten Pro Takt zupfen. du spielst auf 1 + 2 + 3 +
einfach P I M A M I (1 2 3 4 3 2 Fingersatz). Gesteppt wird 3 x auf die Zählzeiten. Bei den Tönen auf + steppst Du nicht.

Nun machst Du einen 4/4 Takt im Strumming. Je Zählzeit Down/up , also 8 Schläge insgesamt. Der Fuss steppt auf der Zählzeit beim Down. Gib Dir viel Zeit Dein inneres Metronom zu eichen. Nur gleichmässige Schläge. Wenn Du was variieren willst betonst Du den ersten Schlag.
Nun Strumme die Akkordfolgen Deines Repertoires aber nicht dazu singen. Wenn das alles klappt, machst Du es zwischendurch auch mal mit dem Metronom zusammen.
Jemand der rhythmisch wackelt muss den Fuss als Fixpunkt haben. Das gleichmässige Steppen muss perfekt sitzen.

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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von Andreas Fischer » 02.04.2017, 18:46

Hier mal ein kleines Update von mir
- weil ich eh noch eine Antwort schulde
- hier ja sonnst nichts los ist ;-)
- und es etwas neues zu berichten gibt

@ Slowmover
ich habe mir das zu Herzen genommen und;
erst einmal einfach öfter Musik gehört, denn das kam bei mir lange zu kurz
Eínfach hören und den Fuss machen lassen was er will
Das habe ich zwar nicht so oft gemacht wie es gut für mich gewesen wäre aber immer wieder mal ...

... und ich denke es hat dem Fuss Sicherheit gegeben
denn mein Problem lag ja eher da, dass ich mich nicht traute dem Rhythmus zu folgen weil ich unsicher war ob ich ihn richtig treffe

Dann habe ich begonnen öfter Rhythmus zu üben also Anschlagen und nicht immer nur Fingerpicking

Dann habe ich die Lieder die ich konnte einfach öfter gespielt


Und jetzt fühle ich mich sicherer, ja eigentlich nicht nur sicherer sondern SICHER, es ist so ein Gefühl wie "immer her mit den Songs ich kann die alle lernen"
Mein Repertoire wächst und wächst und wächst., nicht sehr schnell aber zufriedenstellend, das heisst ich kann und lerne endlich das was ich können wollte ... und es klappt

ZU Songs spielen

Ausserdem ganz neu, seit ein paar Tagen spiele ich oft "zu Songs" auf Riffstation
Z.B. https://play.riffstation.com/?v=CnQ8N1KacJc
da merkt man schnell ob der eigene Rhythmus passt oder nicht, die Wechsel kommen wenn sie kommen und dann sollte man nicht mitten im Takt stecken ;-)
Riffstation ist in der webversion kostenlos und macht echt Spass und mir hilft es

Also als Fazit zu meinem Rhythmusproblem
1. mehr Musik hören und fühlen - sich trauen den Fuss mal machen zu lassen
2. Rhythmusanschlag üben üben üben und nicht auf etwas anderes zb Fingerpicking ausweichen
3. das was man kann oft spielen und nach und nach weiteres dazunehmen

Eigentlich sooo einfach oder?
Das ist jetzt nicht der kurze Weg zum Ziel aber es führt einen auf einen Weg den man gehen kann und der in die richtige Richtung führt, so das man ein Ziel nach dem anderen vor Augen hat und ereichen kann.

So und jetzt sollte ich bald m,al wieder was vorpsielen, oder?
Anyway, Ich bin auf dem Weg ... es läuft.
... Endlic h!
Andreas Fischer
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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von slowmover » 03.04.2017, 06:06

Ist toll, wenn Du jetzt im Flow bist. Du must Spass habem und mit Dir selber im Reinen sein. Da brauchst Du das Urteil von anderen Foristen nicht wirklich zu.
Viel Erfolg weiterhin! ====))

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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von Andreas Fischer » 03.04.2017, 11:20

Danke
Andreas Fischer
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Re: Rhythmus fühlen und sich trauen danach zu spielen

Erstellt: von mjchael » 05.04.2017, 14:58

Rhythmus bekommt man meiner Ansicht, wie beim Autofahren, Fahradfahren, Schreibmaschine tippen, etc.
Zuerst muss man es einmal gründlich und lange üben, und hinterher denkt man nicht mehr darüber nach.
Sicher tut man sich leichter damit, einen Rhythmus zu üben, den man schon zig mal gehört hat, aber auch die Gitarristen,
die alles aus dem Bauch machen, müssen es zuerst einmal irgendwo lernen.

Fange einfach mal an ein paar Rhythmen zu üben
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... erarbeiten
http://www.mikesgitarre.de/index.php?PH ... mssite=122
http://www.halswerker.de/gitarre-lernen-schlagmuster
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... ariationen
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... uster_9000
https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... a-Rhythmen
Gerade letzere Übung mit den entsprechenden Hörbeispielen helfen dir, freier mit dem Rhythmus zu werden.


Ich denke kaum noch darüber nach, wie ich Schlage. Das 8el-Feeling und das Sechzentel-Feeling sitzt, und ich klimpere einfach drauf los.
Muss ich es einem wieder beibringen, fange ich aber wieder an laut vorzuzählen. Und überrascht mich doch mal was komplizierteres hilft einfach nur: alles doppelt so langsam, wie es eigentlich gespielt werden muss, danach deutlich schneller als es sein muss, und wenn beides klappt, hat man dann keine Probleme mehr.

Gruß Mjchael

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