Notation für Fingerstyle-Gitarre

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Don Lucio
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Notation für Fingerstyle-Gitarre

von Don Lucio » 07.05.2016, 15:02

Das Problem beim (schnellen) Niederschreiben einer Gitarren-Tonfolge ist, dass man eigentlich immer einen Grafik-Editor bemühen muß, um das Schaubild, das ja immer die 6 Saitenlinien beinhaltet, darzustellen. Das gilt für Akkorde gleichermaßen wie für Arpeggios oder andere Melodiefolgen. Bei Stücken, die per Fingerstyle gezupft werden, braucht man außerdem noch die Angabe des jeweiligen Fingers (Daumen, Zeige-, Mittel-, Ringfinger). Man kann also nicht einfach seine Tonfolge mal eben mit der Tastatur in den Computer "reinhauen".

Nun habe ich herausgefunden, dass es zumindest für Akkorde eine "Tastatur-freundliche" Notation gibt, die ohne grafische Saiten-Darstellung auskommt: Z.B. für den Am-Akkord: x03210, oder Cdur: x32010. Ich denke, jeder weiß, was gemeint ist.

Was ich nun suche, ist eine Notation für Fingerpicking, die in ähnlicher Weise nur mit Ascii-Zeichen (also Zeichen, die per Tastatur direkt darstellbar sind) auskommt. Etwa so:
D(A0)-M(b1)-Z(g2)-D(D2)-Z(g2). Was bedeuten soll:

Daumen auf A-Saite, offen,
Mittelfinger auf b-Saite, 1.Bund,
Zeigefinger auf g-Saite, 2.Bund,
Daumen auf D-Saite, 2. Bund
Zeigefinger auf g-Saite, 2.Bund u.s.w.

Mein Problem dabei ist: Diese "Notation" habe ich mir selbst ausgedacht (ist ja auch nicht sooo kompliziert), aber was ich suche, ist eine möglichst international gebräuchliche Darstellung, analog zu der 'x32010'-Akkord-Darstellung (wer will schon nur mit sich selbst reden?).

Gibt es sowas?

Danke,
Don Lucio.
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startom
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Re: Notation für Fingerstyle

von startom » 07.05.2016, 15:48

Ich verstehe nicht, warum du das Rad neu erfinden willst. Mit der Tabulaturschrift (die durchaus auch mit ASCII darstellbar ist) hast du die zumindest die Notation der Melodie, wenn auch nicht den Rhythmus.

Code: Alles auswählen

------------0-
--1-----------
-----0---0----
-------2------
--3-----------
--------------

Du kannst ja den Rhythmus mit unterschiedlichen Abständen simulieren. So hast du einen anerkannten Standard und brauchst nicht mühselig selbst einen Code zu erfinden.
Tom

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Don Lucio
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Re: Notation für Fingerstyle

von Don Lucio » 07.05.2016, 16:44

"Ich verstehe nicht, warum du das Rad neu erfinden willst." - Genau das will ich ja nicht. Deswegen frage ich ja.

Ok, startom, deine Antwort ist formal richtig, danke dafür. Diese Darstellung ist international gebräuchlich und sie kommt mit Ascii-Zeichen aus, ich brauche also keinen Grafik-Editor. Dennoch ist es nicht das, was ich suche. Es ist doch recht mühsam, in einen laufenden Fließtext einen Absatz mit 6 Zeilen einzustellen. Und äußerst platzaufwändig.

"...und brauchst nicht mühselig selbst einen Code zu erfinden." - Na ja, mühselig war das nicht gerade ... ich finde meine Darstellungsform ziemlich intuitiv. Aber nochmal: Absicht meines Postings ist nicht, meine Darstellungsform der Allgemeinheit als "Standard" vorzuschlagen, sondern ich möchte wissen, ob sich in der Allgemeinheit bereits solch ein "anerkannter Standard" gebildet hat.

Aber deine Antwort (ich erachte dich mal als "Profi", mit 15 Jahren Gitarrenpraxis) zeigt mir eigentlich schon, dass es einen einzeiligen Ascii-Code für Fingerstyle nicht gibt (also nichts Analoges zu 'x32010').

Na ja, muß ich wohl mit leben ... :-)
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mjchael
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Re: Notation für Fingerstyle

von mjchael » 07.05.2016, 17:11

Und warum nimmst du nicht einfach ein Tabulatur-Programm. Das geht eigentlich recht zügig.

https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... itarristen
Für Powertab ist sogar ein Tutorial mit dabei.

Gruß Mjchael

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Re: Notation für Fingerstyle

von AyKay » 08.05.2016, 10:23

Hi Don Lucio,
um etwas "schnell" mal zu notieren, sei es ein Stück eines Solos, ein Picking-Part in einem Lied oder ein Melodielauf oder Riff, das mir gerade mal eingefallen ist, habe ich früher immer leere Tabulatur-Blätter, bei denen nur die 6 Linien für die Saiten eingezeichnet sind, benutzt und mir die "Noten" mit Bleistift eingetragen.
Für die entsprechenden Notenlängen habe ich senkrechte Striche nach unten gezogen mit den entsprechenden "Fähnchen" dran (für 1/4-Noten kein Fähnchen, für 1/8-Noten 1 Fähnchen, ....).
Das war allerdings mehr geraten, doch für mich war's ok.
Darunter habe ich dann bei Picking-Mustern noch die Buchstaben der Finger der Picking-Hand geschrieben.
Später habe ich mir TUX-Guitar installiert. Der Vorteil - man muss immer noch keine Noten kennen, nur die Notenlängen, -arten (1/4, Triolen, ...) und Pausen muss man sich einverleiben und kostet nix. War am Anfang recht mühselig, klappt aber jetzt schon recht flott. Ein weiterer Vorteil - man kann sich das Notierte nochmal anhören (und ggf. korrigieren).
Jetzt arbeite ich überwiegend mit GuitarPro6. Da ist der Sound auch wesentlich besser. Es gibt auch massenweise TAB's zum Herunterladen, die man sich dann auch gleich anhören kann.
Die leeren TAB-Blätter und den Bleistift benutze ich heute immer noch ab und zu - ist eigentlich die schnellste Art, um sich "mal kurz" Notizen zu machen.
Die Blätter gibt's z. B. auch hier: http://www.guitar4you.de/tools/main.html
Bei mir ist H B (und b Bes)

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