Betonen von Akkorden

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matcat

Betonen von Akkorden

Erstellt: von matcat » 31.01.2016, 22:32

Hallo!

Mein GItarrenlehrer meinte mal, man soll beim Improvisieren bei jedem Akkordwechsel den jeweiligen Akkord mit seinen eigenen Noten betonen. Also Grundton, Terz, Quinte. Alle anderen Töne würden sich schräg anhören. Stimmt das?

Vielen Dank für eure Antworten

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GuitarRalf
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Re: Betonen von Akkorden

Erstellt: von GuitarRalf » 01.02.2016, 08:26

Moin matcat

das sich alle anderen Töne schräg anhören empfinde ich als etwas verallgemeinert und unter Wert abgestempelt. Kannste doch testen. Gibt es Gründe, deinem Lehrer nicht zu trauen? Welchen Weg habt ihr vereinbart? Wie improvisiert ihr? Der Lehrer spielt die Akkorde und gibt dir die Möglichkeit bestimmte Töne zu platzieren? Oder spielt dein Lehrer ein paar Töne zu von dir gespielten Akkorden? Oder übt ihr gar anders?

Gruss
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snicki
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Re: Betonen von Akkorden

Erstellt: von snicki » 01.02.2016, 11:16

...das ist zu einfach ...aber nicht falsch...man sollte das einem Lehrer aber nicht ankreiden. In der zweiten Klasse sind ungerade Zahlen auch noch nicht durch zwei teilbar.
Es gibt halt zahlreiche Möglichkeiten, wie man improvisiert und dabei die Akkorde untermalt. Dies beschränkt sich nicht allein auf die akkordeigenen Töne, aber das zu können ist schon mal ein guter Anfang, der nie falsch ist, auf Dauer aber etwas fade wirkt. Die Abwechslung bringt es halt, der Wechsel zwischen Harmonie und Dissonanz. Ein erster Anfang wäre z.B die jeweiligen Akkordtöne hinauszuzögern oder vorzuziehen.

Bsp. Akkordfolge G D C C (Knocking on....), du spielst die Töne G #F und E als Achtel, dann spielst du
GGGGGGGG #F#F#F#F#F#F#F#F EEEEEEEE E, jetzt hinausgezögert:
GGGGGGGG G#F#F#F#F#F#F#F #FEEEEEEE E, geht natürlich auch andersrum vorgezogen. Is nur ein kleines Bsp. für ein wenig mehr Pepp.

Ein weitere beliebt Hinauszögerung wäre die Sekunde....beim Wechsel ein Pre-Bending auf die Sekunde machen, aslo einen Halbton höher benden und dann langsam ein Release Bend auf den Grundton machen...das geht natürlich unter Berücksichtigung der Intervalle auch bei der Terz, der Quinte und sogar der 7.
Bleibst du auf den Akkordtönen bist du jedenfalls erstmal sicher. Probier doch einfach aus, wie sich andere Töne anhören. Beliebt ist auch das Voicing der Akkorde durch ändern der Pentatonik. Wieder G D C...du könntest hier die komplette Em/G Tonleiter verwenden. Gehst du über den Akkorden aber in die jeweilige Pentatonik gehst du automatisch auf die Akkorde ein (Die Töne der G D C Pentatoniken ergeben zusammen addiert die Em/G Tonleiter) und wenn du es dann noch auf die Spitze treiben willst wechselst du noch in die Gm Bluespentatonik und schon bist du der nächste Hendrix/Clapton/Slash....nichts anderes machen die....

Is wie Autofahren, du lernst wie du es machen solltest in der Fahrschule, später kannst du es dann so wie du es für richtig hälst.

Das sind jetzt nur 2 Möglichkeiten von gefühlt 1000

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Alchimedes
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Re: Betonen von Akkorden

Erstellt: von Alchimedes » 01.02.2016, 16:05

Hallo matcat,

fuer den Anfang ist es eine gute Idee nur Akkordtoene beim Wechsel zu benutzen. Das gibt Dir Sicherheit beim Spielen und Uebersicht bei Akkordwechsel.
Dann wuerde ich Dir raten sogenannte Guidetones ( Leittoene) zu verwenden ! Das sind in der Regel die Terz und die Septime.

Hast Du das verstanden , benutze unterschiedliche Spieltechniken um die Toene zu spielen.

Was das schraege Toene angeht kann ich nur folgendes zu sagen:
Es gibt keine falschen Toene sondern nur falsche Aufloesungen !

Gruss Alchimedes

matcat

Re: Betonen von Akkorden

Erstellt: von matcat » 02.02.2016, 23:31

An GuitarRalf:

Im Moment versuche ich mir eine Melodie im Kopf auszudenken und diese über die Akkordfolge zu spielen. Ansonsten probiere ich auch mal mit der Gitarrenlehremethode die Akkorde zu betonen.

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GuitarRalf
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Re: Betonen von Akkorden

Erstellt: von GuitarRalf » 03.02.2016, 07:14

Hoffentlich entspricht dann die Umsetzung auf der Gitarre deiner im Kopf ausgedachten Melodie deinen Vorstellungen. Denn gedanklich die Melodie und Akkordfolge ablaufen zu lassen ist doch etwas anderes, als die tatsächliche Umsetzung. Es werden noch weitere folgen. Der Vorschlag vom Gitarrenlehrer hat den Vorteil, dass man sich in vielen Fällen auf der sicheren Seite befindet, weil eben Tonika, Terz und Quinte in vielen Akkorden den Aufbau ausmachen. Die Quinte ist in sehr vielen Akkorden vertreten ( Dur, Moll, 7, maj 5). Die Terz dagegen ist schon eher für eine Färbung verantwortlich. Soll deine Akkordfolge eher dem Mollgeschlecht zuzuordnen seien, wird sich die große Terz anders bemerkbar machen als die kleine.
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Re: Betonen von Akkorden

Erstellt: von mjchael » 05.02.2016, 15:55

Es ist eine Einsteigerübung, nachdem man eine Tonleiter kann, mit dieser auf einer Akkordfolge zu improvisieren.
Bei jedem Akkord versucht man erst mal die Akkordtöne auf die betonten Zählzeiten zu setzen, und die übrigen Töne auf die unbetonten.
Man unterscheidet dann zwischen den Akkordtönen und den Durchgangstönen.
Aber dass heißt nicht, dass man es nicht auch anders machen darf.
Wenn man immer nur die anderen Töne auf die betonten Zählzeiten setzen würde, dann wird es sich vermutlich schräg anhören.
Das heißt nicht unbedingt, dass es nicht auch mal eine Situation geben kann, wo gerade das gewollt ist, und es sich dann doch gut anhört, aber meistens dürfte es sich so anhören, als hätte man den falschen Akkord an diese Stelle gesetzt.
Wenn man doch mal vereinzelt einen anderen Ton als die Akkordtöne auf eine betonte Zählzeit setzt, ändert auch meist der Akkord seinen Charakter.
Man hat dann beispielsweise keinen G-Dur mehr, sondern einen Gadd9, Gsus4, Gj7, G7 oder so was. (was GuitarRalf als Färbung bezeichnet hat.)
Betrachte die Regel als Faustformel, als eine grobe Verallgemeinerung mit der du in den meisten Fällen zurechtkommst, aber von der es gelegentlich Ausnahmen gibt.
Und jetzt am Anfang lernst du halt das, was man üblicherweise spielt, und was dir in der Mehrzahl der Fälle beim Spielen begegnet.
Dass es davon Abweichungen gibt, wirst du später lernen.

Gruß Mjchael

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