Stille Nacht Heilige Nacht - Akkorde ableiten

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buscheraner
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Stille Nacht Heilige Nacht - Akkorde ableiten

Erstellt: von buscheraner » 19.12.2015, 11:49

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe schon einiges von euch gelesen. Nun bräuchte ich mal ein wenig Hilfe.
Nachdem ich, wie viele andere auch, mit Akkorden angefangen habe, will ich mich nun mit der Theorie auseinander setzen.
Die Bereiche Tonleitern, das Bilden von Akkorden mit Grundton, Terz und Quinte und den Unterschied zwischen Dur und Moll habe ich mir hier schon angesehen. Teilweise kann ich das auch nachvollziehen, aber nun habe ich ein Verständnisproblem oder stehe einfach nur auf dem Schlauch :shock:

Ich habe mir mal einen Klassiker vorgenommen, weil a) einfach und b) sowohl Noten als auch Akkorde und Tabs vorhanden sind.
Hiermit versuche ich gerade nachzuvollziehen, wie ich von den Noten, z.B. im 1 Takt G A G E, zu einem C-Dur Akkord (der sich doch eigentlich aus C E G zusammen setzt) komme. Auch die weiteren Akkorde erschließen sich mir nicht wirklich.
Wie gesagt, irgendwie stehe ich auf dem Schlauch oder sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht.

http://six-strings.de/wp-content/upload ... -noten.gif

Danke im Vorraus

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Hendock
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Re: Wie leite ich diese Akkorde ab

Erstellt: von Hendock » 20.12.2015, 02:30

Hallo und herzlich willkommen!

Du gehst davon aus, dass man nur die Töne der Akkorde als Melodie spielt? Das ist die falsche Annahme.

Also: Das Stück ist in C- Dur mit den Akkorden C als Tonika, F als Subdominante und G als Dominante. Dazu kommen die Töne der C-Dur-Tonleiter für die Melodie.
Die Akkorde Am, Dm und G7 sind Variationen für C, F und G. Stichwort Quintenzirkel.

buscheraner
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Re: Wie leite ich diese Akkorde ab?

Erstellt: von buscheraner » 20.12.2015, 11:53

Hallo Hendock,
danke erstmal für deine Antwort (mitten in der Nacht, kannst du auch so schlecht schlafen :D )
Ich bin nicht davon ausgegangen, dass nur die Töne der Akkorde als Melodie gespielt werden. Ist evtl. auch schlecht erklärt gewesen von mir. Es geht mir eher darum, wenn ich ausschließlich die Noten habe, OHNE Akkorde und Tabs, wie ich dann zu den Akkorden komme und an welche Stellen ich diese setze.
Oder beruht dies alles auf Theorie und Erfahrung?
D.h.: Tonart bestimmen (hier C-Dur), die 6 typischen Akkorde dieser Tonart bestimmen: I=C (Tonika), II=dm, III=em, IV=F (Subdominante), V=G (Dominante), VI=am. Wobei die fünfte Stufe auch ein Septakkord sein kann, wäre dann hier:
F C G (G7) dm em am
Und den Rest nach Erfahrung und Gehör? (z.B. im 10. Takt das am über der Note e)

::::)( ::::)( ohje, ich hoffe, dass man das verstehen kann :D
Ich denke, der Weg ist noch weit.
Aber wie sagt die Kanzlerin: Wir schaffen das!

Gruß, der Buscheraner

teacup
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Re: Wie leite ich diese Akkorde ab?

Erstellt: von teacup » 20.12.2015, 14:54

Hey Buscheraner,

also die Tonart wird dir schon durch den Notenschlüssel vorgegeben. Da keine Vorzeichen notiert sind, ist das Stück schon mal in C-Dur. Sow ie Hendock schon geschrieben, gehören neben C, Dur noch G- und F-Dur zur Tonart, sowie die entsprechenden Mollparallelen. Wenn du dir jetz mal die Töne aus Takt 1 anschaust, hast du g und e, sind schon mal zwei Töne aus C-Dur. Takt 2 ist gleich wie Takt 1. Takt 3 hast du g und h sind zwei Töne aus G-Dur. So gehst du jetzt Takt für Takt durch udn probierst dann das Stück mit den gefundenen Akkorden zu spielen, wenn´s geht sogar mitzusingen/summen (wie auch immer). Schnell wirst du merken, wenn ein Akkord mal nicht passt. Interesant inst dann Takt 9 wo dm und G7 drüber stehen. Hier hast du d, fis und h. Die Töne d und h sind aus G-Dur. Dm in der ersten Takthälfte ist eine alternative zu G. Generell könntest du diesen Takt auch komplett in G-Dur spielen, das Fis aus dem G7 kommt aus dem Melodie und wird somit von der Stimme übernommen und muss nicht zwingend von der Begleitung (hier deine Gitarre) gespielt werden.
Ich hoffe, meine Art, die Akkorde bei solchen Stücken zu bestimmen hilft dir ein wenig weiter und ist nicht all zu verwirrend erklärt. Das kann ich dann aber auch nur bei solchen Stücken mit einer recht schlichten Melodieführung. Wird´s komplizierter muss ich dann auch hin udn wieder mal um Hilfe fragen oder mehr rumprobieren.

teacup
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startom
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Re: Wie leite ich diese Akkorde ab?

Erstellt: von startom » 21.12.2015, 10:59

buscheraner hat geschrieben:Hallo Hendock,
Es geht mir eher darum, wenn ich ausschließlich die Noten habe, OHNE Akkorde und Tabs, wie ich dann zu den Akkorden komme und an welche Stellen ich diese setze.

Falls du ausschliesslich die Noten der Melodie hast und den Song nicht kennst, dann gar nicht.

Mach mal einen Test. Singe die Melodie von "Stille Nacht Heilige Nacht" und spiele dazu einfach andere Akkorde aus der Tonart C-Dur.
Es wird nicht falsch klingen, aber du hast ein neues Lied kreiert.

Du kannst auch die Melodie von "Stille Nacht Heilige Nacht" über die gesamte Dauer ausschliesslich mit dem Akkord C-Dur begleiten. Somit hast du keinerlei Spannungsbögen, keine Auflösungen, rein gar nichts. Dissonant klingt es deswegen trotzdem nicht.

Das heisst, der Songschreiber bestimmt sowohl die Melodie als auch die Begleitung, d.h. die Akkordfolge.
Hypothese: Ein Klavierspieler, der "Stille Nacht Heilige Nacht" nicht kennt und einzig das Notenblatt mit der Melodie hat, aber ohne Akkordfolge, der wird lediglich mit der rechten Hand die Melodie spielen, halt ziemlich kontextlos. Erst mit den Akkorden, welche der Klavierspieler mit der linken Hand spielt, wird das Lied vollständig.
Tom

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Re: Wie leite ich diese Akkorde ab?

Erstellt: von Hägar » 21.12.2015, 11:52

startom hat geschrieben:
buscheraner hat geschrieben:Hallo Hendock,
Es geht mir eher darum, wenn ich ausschließlich die Noten habe, OHNE Akkorde und Tabs, wie ich dann zu den Akkorden komme und an welche Stellen ich diese setze.

Falls du ausschliesslich die Noten der Melodie hast und den Song nicht kennst, dann gar nicht.

Mach mal einen Test. Singe die Melodie von "Stille Nacht Heilige Nacht" und spiele dazu einfach andere Akkorde aus der Tonart C-Dur.
Es wird nicht falsch klingen, aber du hast ein neues Lied kreiert.

Du kannst auch die Melodie von "Stille Nacht Heilige Nacht" über die gesamte Dauer ausschliesslich mit dem Akkord C-Dur begleiten. Somit hast du keinerlei Spannungsbögen, keine Auflösungen, rein gar nichts. Dissonant klingt es deswegen trotzdem nicht.

Das heisst, der Songschreiber bestimmt sowohl die Melodie als auch die Begleitung, d.h. die Akkordfolge.
Hypothese: Ein Klavierspieler, der "Stille Nacht Heilige Nacht" nicht kennt und einzig das Notenblatt mit der Melodie hat, aber ohne Akkordfolge, der wird lediglich mit der rechten Hand die Melodie spielen, halt ziemlich kontextlos. Erst mit den Akkorden, welche der Klavierspieler mit der linken Hand spielt, wird das Lied vollständig.


Du hast völlig Recht, dabei wäre es so schön, bei neuen Stücken relativ einfach passende Akkorde setzen zu können ;) .
Ich sehe mich auch in der Lage des Threaderstellers. Lernen und üben und im Laufe der Zeit eine gewisse Sicherheit in den Grundlagen gewinnen sind schon mal gute Voraussetzungen. Der Rest wird eben oft vom Songschreiber vorgegeben.
In jedem Dorf gibt es eine Fackel, den Lehrer,
und jemanden, der dieses Licht löscht, den Pfarrer

Victor Hugo

buscheraner
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Re: Wie leite ich diese Akkorde ab?

Erstellt: von buscheraner » 21.12.2015, 18:16

Hallo und danke an alle, die bisher geschrieben haben.
@Startom: Also ist es schon so, wie ich geschrieben habe. Bei einem mir nicht bekannten Song, von dem ich nur die Noten habe, nutze ich diese um Tonart, Melodie und Rhythmus zu bekommen. Alles weitere gibt mir die Musiktheorie (bzgl der zugehörigen Akkorde) und die Erfahrung vor.

@teacup: Wenn ich mich recht erinnere, ist die Aussage bzgl des Notenschlüssels so nicht richtig. Der Notenschlüssel gibt dir lediglich die Tonlage (Viloinschlüssel=hoch, Bassschlüssel=niedrig), nicht aber das Tongeschlecht (Dur oder Moll) vor. Die meisten Noten für Gitarre haben einen Viloinschlüssel. Grundton und Tongeschlecht ist meistens vom Schlusston (hier ein C) und den (kleinen) Kadenzen abzuleiten. Wie gesagt, soweit ich mich erinnere.
Vielleicht kann uns das einer von den Mitlesenden bestätigen oder widerlegen.

Wir üben und lernen weiter ☺

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Re: Wie leite ich diese Akkorde ab?

Erstellt: von startom » 21.12.2015, 21:19

buscheraner hat geschrieben:@Startom: Also ist es schon so, wie ich geschrieben habe. Bei einem mir nicht bekannten Song, von dem ich nur die Noten habe, nutze ich diese um Tonart, Melodie und Rhythmus zu bekommen.

Sofern du von einem Song die kompletten Noten hast, dann ist Tonart, Melodie, Rhythmus und Begleitung innerhalb des Notensatzes inbegriffen. Dein Beispiel oben von "Stille Nacht Heilige Nacht" sind lediglich die Noten der Melodielinie, darum sind die Akkorde oben drüber notiert.

buscheraner hat geschrieben:@teacup: Wenn ich mich recht erinnere, ist die Aussage bzgl des Notenschlüssels so nicht richtig. Der Notenschlüssel gibt dir lediglich die Tonlage (Viloinschlüssel=hoch, Bassschlüssel=niedrig), nicht aber das Tongeschlecht (Dur oder Moll) vor. Die meisten Noten für Gitarre haben einen Viloinschlüssel. Grundton und Tongeschlecht ist meistens vom Schlusston (hier ein C) und den (kleinen) Kadenzen abzuleiten. Wie gesagt, soweit ich mich erinnere.
Vielleicht kann uns das einer von den Mitlesenden bestätigen oder widerlegen.

Stimmt, der Notenschlüssel dient dazu, die Tonhöhe festzulegen. Da der Tonumfang einer Tuba sich von demjenigen einer Querflöte leicht unterscheidet, braucht es verschiedene Notenschlüssel, um auf den 5 Notenlinien sowie deren Zwischenlinien die Töne darzustellen. Damit man nicht Unmengen an Hilfslinien benötigt, um besonders tiefe oder hohe Töne darzustellen, haben wir die Notenschlüssel.

Um die Tonart zu bestimmen, benötigen wir die Vorzeichen, welche zum jeweiligen Notenschlüssel dazugehören. Das ganze beginnt mit C-Dur (keine Vorzeichen) und richtet sich dann ganz nach dem Quintenzirkel. Tonarten rechts von C-Dur werden mit der entsprechenden Anzahl an Kreuzen notiert, Tonarten links von C-Dur mit b.

By the way: Ich kann NICHT ab Blatt nach Noten spielen. Ich finde die Noten für die Rhythmik ganz hilfreich, aber um da wirklich einigermassen ab Blatt spielen zu können, brauche ich die Tabulatur. Psst...erzählts nicht meinen Schülern ;-)
Tom

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Re: Wie leite ich diese Akkorde ab?

Erstellt: von slowmover » 25.12.2015, 07:59

Ein Musikstück könnte ich ja einfach nach Harmonik (vertikal) und Rhythmik/Takt (horizontal) unterscheiden. Dann wäre
tatsächlich ja erst mal die Frage von Buscheraner richtig warum dieser Melodieton zusammen mit diesem Begleitakkord.

Dann ergibt sich bei Stille Nacht keineswegs zufällig ein Zusammenhang. Da man nicht mit jeder Melodienote den Akkord wechselt, schauen wir nun mal auf einen ganzen Takt. Im ersten und zweiten Takt ist weniger als 1/10 der Zeit mit einem Ton belegt der nicht zum Akord gehört (a). Die anderen beiden sind Töne aus dem Akkord. Auch ohne sich über Funktionen der Harmonieführung Gedanken zu machen kommt man zu einem Ergebnis.
Im dritten Takt wurden nur Töne aus dem Akkord verwendet. Im 4ten ebenfalls. Im 5ten gehört wieder nur eine einzelne 16tel Note nicht zum Akkord. ................

Auf diese Akkordfolge könnte ich nun ebenfalls selber mit der C Dur Tonleiter improvisieren. Wenn das gefällig klingt, würde die Analyse ähnlich wie oben aussehen. Wenn ich auf die Melodie aber nur C Akkorde spiele klingt das schräg. Improvisieren fällt schwer mit der kompletten Tonleiter.
Also lasse ich den Ton in der Melodie weg, der sich G-Dur durch das Vorzeichen verändert (f) und das Gleiche bei F-Dur (h).
Dann habe ich die C-Dur pentatonische Tonleiter. Die liesse sich dann auch zum improvisieren nur auf dem Akkord C besser einsetzen.

Wenn ich will, das Akkord und Melodie gut miteinander harmonieren aber dennoch interessant klingen dann müssen die
dissonanten Stellen eine Spannung bringen die ich danach wieder auflöse. Also immer nur Töne aus dem Akkord zu verwenden klingt nach eingeschlafenen Füssen. Da würde man ja nur Akkorde arpeggieren. Meldodie im eigentlichen Sinne ist das nicht.

Dass nun die Spannungstöne kürzer sind beim Lied, als die Töne aus der Tonleiter ist ebenfalls kein Zufall. Mit den Zeitwerten der Töne unterstütze ich natürlich auch die Aussage der Melodie.

Also Dein Ansatz hat durchaus den richtigen Kerngedanken. Aber man kommt halt schneller zu einem Weltbild, wenn man als Anfänger, so wie Startom es erklärt, als gegeben hinnimmt. Mit jedem Teilaspekt den man besser versteht hat man hinterher leider umso mehr offene Fragen.

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