Kleines Problem mit der Saitenlage

Allgemeine Fragen zum Gitarre lernen
von TheMaster
#365114
Hallo. Vielleicht hat der ein oder andere es ja durch meinen "Verschwörungsthread" mitbekommen, dass ich eine neue Les Paul Studio habe. Die Gitarre ist der absolute Knüller, jedoch war mir die Saitenlage ab Werk zu hoch.
Ich habe eine sehr niedrige Toleranzschwelle, wenn es um das Schnarren der Saiten geht. Ich weiß, dass ein wenig Schnarren normal ist und sich nicht auf den Amp überträgt. Allerdings habe ich immer das Gefühl, dass mir Sustain und Ton geklaut wird, wenn die Saiten schnarren.
Das beißt sich miteinander ich weß, also kein Schnarren und eine tiefe Saitenlage.
Ich bevorzuge allerdings eine sehr tiefe Saitenlage, auf der e-Saite 1,1mm-1,2mm und auf der E-Saite entpreched 2-3mm höher.
Auf meinen bisherigen Gitarren hat das bis jetzt immer geklappt, jetzt nicht mehr. Wahrscheinlich weil die Studio wesentlich resonanter ist, als alles, was ich bisher gespielt habe. Besonders die E-Saite schnarrt bei etwas härterem Anschlag wie verrückt.
Um auf der Studio ein vertretbares Schnarren zu bekommen, muss ich auf etwa 1,5mm auf der e-Saite gehen und auf 1,8mm mit der E-Saite. Das klingt sehr wenig, aber für mein Spielgefühl sind das Welten. Natürlich kann ich die Gitarre immer noch spielen, aber ich bin raus aus meiner "Comfort Zone" und spiele schlechter. Ich muss fester drücken, die Finger schneiden ein, also es gibt tiefe Abdrücke. Barrés sind schwerer und gehen in den höheren Lagen auch gerne mal in die Hose. Schnelle Licks fallen mir schwerer etc..

Bevor jetzt einer schreit, dass ich keine Ahnung habe möchte ich euch sagen, dass ich gut in der Materie drin bin und nicht meine erste Gitarre einstelle. Ich weiß, dass ich den Halsstab sehr gerade einstellen muss, um eine flache Saitenlage hinzubekommen, weil ich sonst die Saitenreiter nicht so hoch einstellen kann und es auf den hohen Lagen schnarrt, wenn ich da greife. Wenn ich die E-Saite im ersten Bund und im letzten Bund abdrücke, habe ich im 7. Bund jetzt 0,25mm zwischen Saite und Bundstäbschen. Das kombiniert mit der oben genannten Saitenlage hat bis jetzt das beste Ergebnis geliefert. Zumindest wenn es ums Schnarren geht, nicht um die Bespielbarkeit. Um Schnarren auf der E-Saite zu minimieren, wenn ich sie offen spiele, habe ich den Sattel, der mit der neuen Gibson-Serie verstellbar ist, so eingestellt, dass ich, wenn ich im 3. Bund abdrücke im ersten Bund einen Abstand der Saite zum Bundstäbchen von 0,15mm habe.
Alles professionell gemessen mit der Fühlerlehre.

Daran, dass die Bundstäbchen nicht richtig abgerichtet sind, möchte ich eigentlich nicht so ganz glauben, bei einer Gitarre, die 900€ gekostet hat. Auf den ersten Blick sehen die auch vernünftig aus.

Deswegen meine Lösung: Anstatt mit 9-42er zu spielen, spiele ich mit 10-52ern. Die höhere Saitenspannung dürfte die Amplitude minimieren, mit der die Saiten schwingen. Und ich nehme ein weicheres Plektrum, sagen wir 0,8mm anstatt 1,0mm. Vielleicht liegt das Problem ja auch in meinem Anschlag.

Was haltet Ihr davon?
von everyBlues
#365115
Also bei deiner Neuen Studio, sollten die Bundstäbchen eigentlich per Plekverfahren abgerichtete sein. Soweit mir bekannt. Das ist ein sehr gutes Verfahren. Besser bekommt man es nicht hin, denke ich.

Ich bin auch einer der seine Saitenlage möglichst flach hat. Aber man kann es auch übertreiben ;)
1,5mm im 12 Bund gemessen, zwischen hoher e- Saite und Oberkannte Bundstäbchen, halte ich für schon ganz ordentlich.

Ich hatte anfangs ne kleine Eingewöhnung, was das Einstellen von Paula Modellen angeht. Warum auch immer. NUN hab ich auf meiner, eine Halskrümmung von 0,15- ca. 0,2mm. Und eine Saitenlage von 1,5mm gemessen am 12 Bundstäbchen, hohe e-Saite und Oberkannte Bundstäbchen. Ohne das da was schnarrt. Da die, von der ich spreche eine sehr preiswerte paula ist, nehme ich mal an, das es bei deiner keine Probleme geben sollte.
Meine Toleranzgrenzen sind ebenfalls sehr niedrig. Und ich denke das ein Schnarren, auch ohne Amp, nicht normal ist, egal wie teuer die Gitte war.

Aber wie gesagt, man kann es auch übertreiben mit der niedrigen Saitenlage. Schließlich will man sich ja auch noch trauen die Saiten anzuschlagen. Und Sustain udn Dynamik sollten auch nicht darunter leiden.

EDIT: Wenn du gar nicht zurecht kommst, dann empfehle ich dir zum Fachmann zu gehen, der dir das Ding dann nochmal einstellt. War ja nicht ganz billig, deine Gitte, und bevor du da was platt machst ;).
Aber eigentlich sollte die nicht ab Werk, oder zumindest ab Fachhandel, vernünftig eingestellt sein?
Zuletzt geändert von everyBlues am 06.09.2015, insgesamt 1-mal geändert.
von TheMaster
#365116
Also den Halsstab gerader machen und dann an die Saitenlage gewöhnen? Das mit den 10-52ern und dem weichen Plektrum würde ich aber schon gern probieren. Ich kann ja beides kombinieren. Ist ja nichts endgültig auf einer Gitarre, zumindest, was Saiten und Halskrümmung angeht.

Natürlich war die vernünftig eingestellt, aber eben zu hoch. Was die Saitenlage angeht ist "vernünftig" ja subjektiv. Wenn du aber sagst, dass man es so lassen sollte, dann muss ich mich eben an die Saitenlage gewöhnen.
von everyBlues
#365117
TheMaster hat geschrieben:Also den Halsstab gerader machen und dann an die Saitenlage gewöhnen? ,
Nein. ICH musste mich an das Einstellen von Paula's erst etwas gewöhnen. Ist etwas, nicht viel, anders als bei Tele und Strat. Auch der Hals reagierte anders, irgentwie träger. Das kann aber auch subjektiv sein.

Einen 009 Saitensatz auf Gibson-Mensuren, halte ich für ungeeignet. So ab 010 ist dann, aus meiner Sicht, ganz gut.
Aber ich spiele auf alles, auch auf Fender-Mensuren nur ab 010 saiten. 009 kommen für mich gar nicht erst in Frage.

Selbst 11er sind auf Gibson- Mensuren gut bespielbar. Probier das mal mit 010- 46 zb. ;). Gleich einen Sprung auf 11er wird dir vermutlich nicht so gefallen. 010er sind aber schon ein gutes Maß.
Und, natürlich kommt es auch immer auf den Anschlag an, auf das Spielen des jeweiligen Gitarristen.

Aso.. plektrum. Ja musst halt sehen womit du am besten zurecht kommst. Ich spiele ab 1,5, sollten schon hart sein. Wenn Du zuvor ein Hartes hattest, dann musst mal sehen ob du überhaupt mit einem Weicheren klar kommst.

009 saiten haben ein anderes Schwingverhalten als Dickere. Ich denke, man sollte die Saitenlage, bei dünneren Saiten schon höher einstellen als bei Dickeren. Andere sehen es aber vllt. andres.

EDIT:: aso mit "vernünftig" meinte ich, das, 1,5mm bereits eine niedrige Saitenlage ist.
Benutzeravatar
von headbanger
#365526
Hier gibt's ein tolles Video zum Thema Saitenlage:

;-)
Benutzeravatar
von phunky
#365534
Die Saitenlage wird primär nicht über die Halskrümmung eingestellt. Umgekehrt wird der Stiefel rund. Erst wird die Halskrümmung eingestellt, dann die Höhe der Saiten. Und wie EveryBlues sagt, 1,5 mm am 12. Bund ist für eine Les Paul durchaus eine niedrige Saitenlage. Das ist eben kein Ibanez-Wizard-Metalbrett.

Das Problem ist, stellt man den Hals krumm ein, schnarrt es hinten, stellt man ihn gerade, schnarrt es vorn oder umgekehrt ;)

Letztlich tut man sich und dem Klang der Gitarre auch keinen Gefallen, wenn man die Saitenlage ultraflach stellt. Eine Saite muss ordentlich schwingen können, dazu gehört auch ein bisschen Platz zwischen Saite und Bundstab.

Was die stärkeren Saiten angeht, generell eine gute Idee die Saitenstärke bei einer Les Paul zu erhöhen. Wundert mich eh, dass da 9er drauf sind. Aber, eventuell kommen da dann andere Probleme. Was die Amplitude angeht, kannste vergessen. Das gleicht die höhere Saitenstärke locker aus. Abgesehen davon, muss man damit rechnen andere Einstellungen vorzunehmen. Eventuell passen die Sattelkerben auch nicht mehr, man hat einen höheren Saitenzug.

Weicheres Plektrum kann doch wohl keine Lösung sein. Ich meine, man gibt da ne Menge Präzision für auf, dass die Saiten niedriger liegen? Keine gute Idee.

Den Halswinkel kann man bei einer Paula auch nicht verstellen, da drehen viele dran, bei Schraubhalsgitarren, um noch ein bisschen was rauszuholen.

Ich weiß natürlich, dass die Geschmäcker da verschieden sind, aber es ist mir vollkommen unklar, was die Suche nach der tiefsten Saitenlage für ein Sport ist. Bei Metal-Shreddern kann ich das vielleicht noch ein bisschen verstehen (aber auch nur ein bisschen).

Ich würde versuchen, mich bei einer Gitarre nach klassischer, traditioneller Bauart, noch dazu mit kurzer Mensur (also weniger Saitenspannung), einfach auch en eine traditionelle Saitenhöhe zu gewöhnen. Das ist eben keine Shred-Maschine.

Man kann dann auch zum Beispiel mal nen Halbton runterstimmen, ohne dass das Teil gleich auf allen Bünden klappert wie eine Babyrassel.
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