Amp/Gitarre einstellen

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Carlo
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Amp/Gitarre einstellen

Erstellt: von Carlo » 13.07.2015, 12:12

Hallo Musikgemeinde,
Nach 45 Jahren Ruhe hab ich das Gitarrenspielen wieder aufgenommen, ich komme eigentlich aus der Akkustik-ecke, habe mir jetzt allerdings Elektrowerkzeug angeschafft: Hagstrom Swedie und den Marshall MG30CFX. Bin super zufrieden mit dem Clean-sound, allerdings tue ich mich schwer, einen ganz leichten "angecrunchten" (was ein Wort..) Sound zu finden. Das liegt hauptsächlich an meiner mangelden Erfahrung mit der Materie. Hier im Forum und im Netz gibt es viele Threads zum Thema, aber irgendwie komm ich nicht weiter. Mein Problem ist, dass es immer zuviel Verzerrung ist, was ich suche ist ein ganz wenig Biss wobei bei ganzen Akkorden die einzelnen Töne noch zu hören sein sollen und nicht nur Matsch..... (David Gilmour, Peter Green)
Zu Amp-einstellungen gibt es viel zu lesen, allerdings in Kombination mit den Einstellung an der Gitarre und welchen Einfluss welcher PU (Neck oder Bridge) auf dass Ganze hat finde ich wenig. Die ganze Masse an Poti´s macht einem Rentner das Leben auch nicht einfacher: am Amp Gain, Volume und Master, 3 Tonregler, Gitarre: 2x Volume 2x Ton und die Kombi aus beiden :shock:
Vielleicht findet sich hier jemand, der mir eine Vorgehensweise erklären kann mit welcher ich mich da herantasten kann.
Ich weiss dass die Meinungen zur Marshall MG-serie weit auseinandergehen, möchte keinen Glaubenskrieg losbrechen. Kann natürlich sein dass der Amp nicht geeignet ist, dann käme vielleicht ein Pedal in Frage (z.B. Boss BD-2)
m.fr. Gr.
Carlo

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Counterfeit
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Erstellt: von Counterfeit » 13.07.2015, 12:20

im Grunde spielen bei Grad der Verzerrung nur die Regler Volume (an der Gitarre) und Gain (am Verstärker) eine Rolle. Der Neckpickup klingt dann noch in der regel etwas "runder" während der Bridgepickup oft etwas aggressiver klingt. Versuch "einfach" den Gainregler am Verstärker so weit runterzudrehen wie es geht und ggf. noch das Volume an der Gitarre etwas runterregeln. Bis dir der Klang nicht mehr zu verzerrt ist. Mehr ist das eigentlich nicht. Tone und den EQ am Amp würde ich erstmal weglassen. Da kannst du dann später wenn du das Zerrverhältnis hast, wie du es dir vorstellst, noch den Klang mit optimieren (mehr Bässe, weniger Höhen usw.)

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Stinger
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Erstellt: von Stinger » 13.07.2015, 12:59

Hier ist ein recht gutes Tutorial bzgl. der Knöpfe an deiner Gitarre - auch wenn er nur ne Les Paul benutzt (nutz ich selber) ;)




I.d.R ist der Stegpickup meistens etwas schärfer als der Halspickup. Für Pink Floyd nehme ich an meiner Strat den Halspickup und stelle den Tone-Regler zwischen 1 und 3 ein. Das kommt im cleanen Kanal schon ganz gut. Oft reicht es dann zur Verzerrung das Volume an der Gitarre aufzudrehen oder/und etwas Gain am Verstärker hinzuzufügen.
Ich kenne deinen Verstärker zwar nicht, aber ich würde immer erst clean anfangen und dann wie im Video mit den Reglern der Gitarre spielen. Erst später dann den Verstärker nachregeln.
Mostly Harmless

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Erstellt: von everyBlues » 13.07.2015, 14:12

Hi carlo,

Ich mag den ton ähnlich so wie du ihn magst. Versuch mal folgenes: stelle das gitarrenvolum poti auf mitte, dann stelle das gain deines Verstärkers, langsam, Stück für Stück höher, bis es dir schon fast zuviel zerre ist. Und nun stelle das volumpoti allmählich zurück, bis die gitarre singt, oder besser gesagt, bis dir die zerre gefällt.

Oder anders, stelle das gain deines Verstärkers auf mitte 12uhr, und nun fang an, an deinem Gitarren volumpoti von stellung 0 allmählich höher zu drehen, bis der ton dir gefällt.

Es ist eigentlich immer ein Zusammenspiel zwischen beiden potis. (Naja erstmal)

Mein amp zb. hat viel zerre. Daher muss ich bei meinem beide potis sehr zurück nehmen.
Es ist also auch amp abhängig. der

RumbleRay
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Erstellt: von RumbleRay » 13.07.2015, 14:35

Hi und willkommen im forum Carlo,

erstmal haben die beiden Tonabnehmer aufgrund ihrer "Position zur Saitenschwingung" unterschiedliche Charakteristika, der Stegtonabnehmer klingt eher bissig und klar, der Halstonabnehmer eher wärmer und glockiger.

Grundsätzlich macht ja der Master-Regler (am Amp) nur lauter, für den Sound hast Du Gain (Verzerrgrad) und den Volumenregler des jeweiligen Kanals, der sättigt den Sound noch etwas (bei deinem Verstärker u im Wohnzimmer aber eher unwesendlich und daher vernachlässigbar).
Die EQ Einstellung am Amp (Treble Mitten Bass) würde ich erstmal ignorieren und auf 12h lassen, bzw rate ich von Extremeinstellungen ab.
Der Tone-Poti (an der Gitarre) macht beim runterregeln dumpfer, der Vol-Poti nimmt Dampf raus (Weniger output=weniger Zerre). Ich selber lass den Tone Poti eig immer auf Max und Spiele mit dem Vol-Poti im oberen Drittel rum.

Meine Vorgehensweise für angecrunchten Sound wäre beispielsweise diese:
Gitarrenpotis erstmal alle auf max.
Erstmal nur Stegpickup (Switch auf treble, bzw nach "unten")

CLEANKANAL: Gain hoch (zwischen ca 15h und max), Vol auf ca12h, Master am Amp immer angleichen, je höher Gain u Vol desto lauter wirds, dann je nach Laune oder Nachbarn nachregeln.
Dann hören: Wie klingt der ander Tonabnehmer? Wie die Mittelstellung? Genug crunch oder schon zuviel?
Dann mit den Pickup Potis rumspielen: Zu schrill? - Tone-Poti etwas runter. Zu angezerrt? - Volume runter. Immer in Wechselwirkung mit dem Gainregler am Amp auch rumprobieren.

Das gleiche im CRUNCHKANAL: Gain zB auf 12h, dann mit dem Volumepoti an der Gitarre rumspielen. Gain höher, vol poti runter, Gain volle moppe, Volumepoti runter, tonepoti mal probieren, hören was passiert.

Probiere auch mal dieses:
OD 1 oder 2, Gain auf 15h, vol 12h also eher volles Brett und dann den Gitarren-Vol Poti fast ganz runterdrehen, bis es nicht mehr zerrt. Was ich bei dieser Kombi gut finde, ist, dass Du dann super mit der Anschlagstärke den zerrgrad variieren kannst.

Man muss auch immer sehen was für einen selber am schönsten klingt, das heist nicht zwingend, dass man für metal den OD2 braucht oder für clean den cleankanal.

Bei meinem Marshall Valvestate im Proberaum hab ich zB den geilsten Sound im crunchkanal mit Vol u gain auf fast max, und es gibt oldschool 80s Punk/Metal vom feinsten (Gitarre Jackson RR).
(Noch besser im cleankanal mit nem Booster/Tubescreamer davor)

EDIT:
Ich sehe grade, dass die Kollegen schon schneller waren und sich jetzt einiges doppelt, ich lass es einfach so, vielleicht hilfts ja trotzdem;)

Carlo
interessiert
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Erstellt: von Carlo » 13.07.2015, 15:13

Vielen Dank erst einmal für die vielen und vorallem deutlichen Erklärungen!
Hab jetzt die letzten 2 Stunden nach euren Vorschlägen rum probiert und bin um einiges schlauer geworden. Die Möglichkeiten an der Gitarre hab ganz einfach komplett vernachlässigt und größtenteils nur am Amp rumgeschraubt und nicht mit den PU´s experimentiert. Inzwischen kan ich den Crunch regeln so wie´s passt, der Sound nur vom Steg-PU ist mir schon zu heftig (habs nicht mit Metal). Übrigens dieses Youtube-tutorial war auch schon ein Eye-opnener, gut erklärt.
Jedenfalls ist mir sehr geholfen worden, jetzt kann ich weiter am Sound werkeln.
Nochmals vielen Dank an Euch.
Carlo

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