2 Lehrer gleichzeitig?

Gitarrlinchen
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2 Lehrer gleichzeitig?

von Gitarrlinchen » 27.06.2015, 08:45

Hallo Alle,

ich bin neu im Forum (habe mich auch schon vorgestellt) und habe direkt mal eine Frage, die mich schon länger beschäftigt:

Was haltet Ihr davon 2 G-Lehrer gleichzeitig zu haben?

Mein Problem ist folgendes: Ich spiele seit 2010 (also seit fast 5 Jahren) Gitarre mit einem GL. Der hat mir alles von Anfang an beigebracht, einschließlich Notenlesen. Er ist wirklich toll. Er hat eine sehr schöne Stückauswahl und bringt mir vor allem klassische Stücke sehr schön bei. Ich fühle mich dort auch sehr wohl. Es macht sehr viel Spaß dort nach einem stressigen Arbeitstag hinzugehen.

Jetzt ist es aber so, dass ich gerade was Songs anbelangt immer noch auf einem Anfängerstadium bin. D. h. ich schrebbel halt so mit einfachen Akkorden die Liedbegleitung mit und singe. Er spielt dazu dann die ganzen Phrasierungen, Intros etc.

Ich will das aber selber können. Ich habe das schon sehr oft angesprochen und ihm gesagt, ich will das auch lernen, dieses Intro oder diesen Übergang oder diese Verzierung. Darauf bekomme ich jedes Mal die gleiche Antwort: "Ja, super. Das zeige ich Dir alles. Alles was wir hier machen, bereitet Dich darauf vor, dass Du das dann mal kannst."

Das sagt er mir seit 5 Jahren. Tatsächlich ist es so, dass ich keinen Song richtig kann. Wir üben dann nur die Akkorde (ohne Besonderheiten, Intro etc.) und zack, kommt der nächste Song. Dazu brauche ich aber keinen GL. Da schlage ich "Das Ding" auf und dann geht das auch so.

Fakt ist: Ich kann immer noch keinen Barreé flüssig spielen, ich kann keine Basslinie mit spielen, geschweige denn irgendwelche Anschlagstechniken (Abdämpfen, Percussion-Elemente und dieses ganze Zeug). Ich finde mich auch auf dem Griffbrett nicht zurecht. Ich spiele z.B. gerade ein klassisches Stück und spiele dort in den höheren Lagen, habe aber keine Ahnung, was das dort genau ist, was ich da greife. Ich merke mir einfach nur die Griffe. :shock:

Das hört sich jetzt alles böse an, aber er wirklich nett. Er ist Berufsmusiker. Ich vermute, dass ihm manche Dinge einfach so klar und logisch sind, dass er gar nicht mehr drauf kommt oder vll auch nicht weiß, dass man das am Anfang erstmal blöd lernen muss. Oder aber er hat für so "etwas Fortgeschrittene" kein richtiges Unterrichtskonzept mehr und macht halt, was ihm gerade so einfällt.

Na ja, jedenfalls ich will den Unterricht mit ihm nicht missen, möchte aber auch diese klaffenden Lücken schließen und mir auch bei Songs ein Repertoire aufbauen, dass ich mal was vorspielen kann, wenn mich jemand fragt.

Ich war deswegen bei 2 Probestunden. Der eine Lehrer hat mir gar nicht gefallen, der konnte mir auch nichts vorspielen. Etwas dubios (und das an einer privaten Musikschule). Der zweite Lehrer an einer anderen priv. Musikschule aber war toll. Er hat mir zugehört und mir dann gezeigt, was er mir alles in dem Bereich zeigen kann.

Jetzt frage ich mich nur, ob es sinnvoll ist mit 2 Lehrern weiter zu machen. Es ist halt schwierig Klassik und Pop/Rock etc. unter einen Hut zu bringen. Ich habe den Eindruck, man findet da schwer einen Lehrer, der beides gleich gut kann.

Trotzdem ist es mir komisch, 2 Lehrer zu haben. Ich könnte es meinem jetzigen GL auch nicht erzählen, der ist schon mal verstimmt gewesen, weil ich mal auf einem Gitarrenworkshop war. Ich komme mir vor, als würde ich fremdgehen oder so :cry:

Was haltet Ihr von der Idee?

Vom zeitlichen Aspekt her, wäre es ok. Denke ich. Beim 2. GL wäre es nur eine halbe Stunde. Außer vielleicht, was das Üben anbelangt. Ich übe ca. 1 Stunde am Tag Gitarre und Klavier (also je), am Wochenende auch 2 Stunden pro Instrument. Stehe extra morgens um 6 Uhr auf dafür.

Aber ich habe Sorge, irgendwie durcheinander zu kommen mit den verschiedenen Stilen. Und es ist natürlich auch eine Geldfrage. Ich zahle für meinen bisherigen Unterricht an beiden Instrumenten zusammen schon ca. 200 EUR im Monat. Mit dem 2. GL und (evtl. noch Gesang) wären es dann über 405 EUR im Monat. Das ist schon happig. Aber ich weiß mir sonst keinen Rat mehr. Ich bin einfach unterfordert und will mehr.

Ich bin wirklich sehr auf Eure Meinungen, Ansichten und Ratschläge gespannt.

Tschuldigung für den langen Text, aber ich denke, es war wichtig zu erklären, wie die Situation genau ist, um das einschätzen zu können. Ich kann halt meinen jetzigen GL nicht aufgeben, weil er mir im klassischen Bereich wirklich sehr gute Sachen zeigt (sowieso auch nicht gleich, solange ich nicht weiß, wie es mit dem neuen GL dann läuft)

Andererseits haben die an Musikberufsfachschulen ja auch mehrere Lehrer für verschiedene Bereiche und kommen nicht durcheinander, oder?

Danke fürs Lesen und "Zuhören" und ratschlagen :D

LG, Gitarrlinchen

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Chavez
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von Chavez » 27.06.2015, 10:22

Hm, also ich rekapitulier mal.
Bei dem ersten Lehrer lernst du nichts neues mehr bzw. er zeigts dir nicht. Aber das ist ein ganz toller Kerl.
Der zweite Lehrer zeigt dir neue Sachen die du noch nicht drauf hast.
Beide wollen natürlich Kohle sehen.

Für mich hört es sich so an das der erste mitnimmt was er bekommen kann und nebenher ne Begleitmusikerin für seine eigene Übungen hat.
Das er schon sauer war weil du auf einem Workshop warst stimmt mich schon bedenklich. Möglicherweise hat er ja Angst das du was merkst. :twisted:

Grundsätzlich wäre gegen 2 Lehrer gleichzeitig ja nichts zu sagen wenn das sich ergänzt bzw. nicht in die Quere kommt. Ob du das finanziell stemmen kannst mußt du entscheiden.

Nach 5 Jahren mit Lehrer sollte schon was mehr drin sein als Akkorde schrammeln.

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Carabas
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von Carabas » 27.06.2015, 10:30

Ich kann Chavez nur recht geben. Ich habe auch zwei Lehrer, die sich ergänzen. Bei Lehrer Nummer 1 habe ich Einzelunterricht, der sich nicht nur auf Spieltechnik beschränkt, ich bekomme auch eine Menge Musiktheorie verpasst, die dann in praktischen Übungen vertieft wird.
Bei Lehrer Nummer 2 habe ich Gruppenunterricht, hier wird der Focus eher auf das Zusammenspiel mit anderen Musikern gelegt, es wird also ein anderer Aspekt des Musizierens vermittelt. Im Gruppenunterricht kann man toll aus Fehler. (natürlich auch von Talenten) der Anderen lernen.

Ich bin kein Mensch, der einfach nur etwas vom Blatt auswendig lernen will, um es dann zu spielen, ich möchte auch die musikalischen Zusammenhänge verstehen. Daher sind für mich 2 Lehrer eine tolle Sache.

Beste Grüße
Carabas
Früher war ich unentschlossen, heute bin ich mir da nicht mehr so sicher.

zwrap
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von zwrap » 27.06.2015, 15:38

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat Gitarrlinchen sehr wohl etwas gelernt, nämlich die ganzen klassischen Grundlagen und "nicht nur" Akkorde zum Schrammeln. :D

Man muss ganz klar sagen, dass dein aktueller Lehrer ja anscheinend auch in der Materie der Pop-Begleitung etc. versiert ist, nur scheint er sich aus irgendeinem Grund davor zu sperren, dich darin zu unterrichten. Warum solltest du dir einen zweiten Gitarrenlehrer zulegen (inklusive der Zusatzkosten), obwohl dir dein aktueller das ebenfalls beibringen könnte? Du hast eine klare Vorstellung davon, was du erlernen möchtest und dein Lehrer, auch wenn du dich mit ihm sehr gut verstehen solltest, ist und bleibt ein Dienstleister, den du für den Unterricht bezahlst. Wenn er nicht auf deine Wünsche eingeht, solltest du dir lieber einen Ersatz und keinen zusätzlichen Lehrer suchen. So sehe ich das zumindest :?

Zu den Barré-Akkorden und dem Spiel in höheren Lagen:
Ich kann jetzt natürlich nicht die Qualität des sonstigen Unterrichts bewerten. Klar sollte jedoch auch sein, dass gerade beim Erlernen eines Instrumentes ein hohes Maß an Eigeninitiative verlangt wird. Gerade bei Barré-Akkorden kann ein Lehrer eigentlich nicht viel machen, als es zu Beginn zu zeigen. Der Rest muss täglich vom Schüler erarbeitet werden, um dann ggf. vom Lehrer im Unterricht korrigiert zu werden. 1x pro Woche im Unterricht einen Barré zu probieren, wird natürlich nicht zum Ziel führen.

Ein klärendes Gespräch sollte dir hoffentlich weiterhelfen. Viel Erfolg :D

Torfi
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von Torfi » 27.06.2015, 16:58

Ich habe noch viel mehr Lehrer! :-)

Spiele auch so ungefähr 5 Jahre und ich finde es sehr wichtig und bereichernd, nicht nur einen einzigen Lehrer zu haben.
Zum einen spiele ich in zwei Ensembles, eine Klassik-Gruppe sowie eine andere Gruppe in der wir Lieder begleiten aber auch singen.
Also schonmal zwei verschiedene Lehrer (Nr 1 und 2). Bei beiden lernt man auch Neues, aber nicht so intensiv wie bei Einzelunterricht, z.B. bei falscher Handhaltung kann man da keine Korrektur erwarten, das würde schon zeitlich garnicht gehen.
Dann bin ich noch gelegentlich bei Impro-Treffen dabei, man weiss vorher nicht wer kommt und was für Instrumente dabei sind, sehr spannende Sache, und das Ganze koordiniert ein weiterer Lehrer (Nummer 3).

Wichtig ist mir dabei, einen Lehrer (Nummer 4) zu haben, der davon weiss, kein Problem damit hat und den ich dazu fragen kann, wie kann ich das, was wir in den jeweiligen Gruppen gelernt haben am Besten spielen, was kann ich an der Handhaltung noch verbessern etcetc.
Bevor ich in den Ensembles mitgespielt habe, hatte ich nur diesen, es war okay aber er meinte, dass ich mich deutlich verbessert hätte, seit ich in den Ensembles spiele und findet es gut.

Und ab und an gönne ich mir auch mal einen Workshop um ganz andere Techniken kennenzulernen, z.B. Flamenco oder auch mal nur Musiktheorie, die zähle ich jetzt nicht mehr alle auf.
Und es waren auch einige didaktische und menschliche Katastropen dabei, aber auch von denen hat man etwas gelernt, wenns nur die Erkenntnis war, wie man nie spielen möchte! ;-)

Macht mir viel Spaß und ist für mich absolut der richtige Weg. Aber bis auf den Einzelunterricht - den ich auch nicht wöchentlich habe - sind die Sachen nicht so kostenintensiv.

Generell würde ich sagen, mach es!
Aber was ich nachteilig sehe ist, dass du es deinem Lehrer (Nummer1) nicht erzählen kannst. Da könnten schon Probleme auftreten.
Wie wäre es, mit dem jetzigen Lehrer mal eine Pause zu vereinbaren und währenddessen einen anderen - oder mehrere - auszuprobieren? Und nach einem halben Jahr entscheiden, ob du wieder bei ihm weitermachst.

Oder - ganz klare Trennung.
Mit dem Lehrer Nr. 1 nur noch Klassik, was ihm ja eh mehr zu liegen scheint und dann mit dem andren Lehrer nur Liedbegleitung. Andere Haltung, anderes Instrument.
Da gibts dann wenig Überschneidungen, das einzige Problem dürfte das Geld sein, aber wenn du so intensiv übst, sollte es nicht am Unterricht scheitern.

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