Verstimmen der Saiten beim Bending mit Tremolo

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AyKay
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Verstimmen der Saiten beim Bending mit Tremolo

von AyKay » 14.03.2015, 11:10

Hallo zusammen,
habe mir neulich eine Ibanez RG 370 DXZ mit einem Edge-Zero FR-Tremolo gekauft. Meine anfängliche Begeisterung ließ etwas nach als ich folgendes feststellte:
Wenn ich z. B. eine Saite hochziehe und spiele auf einer anderen Saite einen Ton dazu, dann ist dieser viel zu tief. Das gleiche bei unisono-Bendings, z. B.: ich ziehe das G auf der B-Saite (H-Saite, 8. Bund) hoch zu A und greife gleichzeitig das A auf der E-Saite (5. Bund) lande ich bei Gleichklang der Saiten beim Ab oder etwas höher, nur nicht auf dem A.
Eigentlich logisch, da durch dass Bending das Tremolo etwas angehoben wird und somit die anderen Saiten tiefer klingen.
Jetzt hab ich schon gesucht, aber über dieses Thema (für mich ein Problem) nichts gefunden.
Hat einer von euch auch das Problem und vielleicht eine Lösung parat oder ist das bei frei schwebenden Tremolos immer so?

Danke für jede Hilfe !!
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von ZeroOne » 14.03.2015, 11:49

Solange du das Tremolo nicht blockierst ist das eine gegebene Tatsache

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von AyKay » 14.03.2015, 11:59

Dann müsste man ja - rein theoretisch - bei jedem Bending den Hebel in die Hand nehmen und ein wenig nach oben ziehen, damit die anderen Saiten "in Stimmung" bleiben ?! Wird das so praktiziert ??
Ich frag so blöd, weil das meine erste Gitte mit Tremolo ist.
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von Sunburst » 14.03.2015, 15:17

Nein, das ist eine konstruktionsbedingte Tatsache, der du leider nicht aus dem Weg gehen kannst. Denn wenn du eine Saite bendest, ändert sich die Gesamtspannung, die an der Brücke zieht. Wenn du ein Vibrato hast, dann ändert sich also die Spannung auf den Federn, die geben dann nach und die anderen Saiten rutschen ein bisschen in den Keller. Die gebendete Saite ist auch betroffen. Gleichzeitig bendest du ja nach Gehör, ziehst die Saite also etwas höher, bis es passt. So, wenn du nun an dem Hebel ziehst, dann kommt natürlich mehr Spannung auf alle Saiten, also auch die gebendete. Das heißt, du musst die ein bisschen weniger stark ziehen aber gleichzeitig kommen die anderen auch zu hoch. Ich denke, du musst einfach damit leben oder das Vibrato blockieren. ;)

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von AyKay » 14.03.2015, 19:03

Vielen Dank erstmal für die Antworten, werde mich dann wohl damit abfinden müssen.
Aber lässt sich das Abfallen der Tonhöhe vielleicht minimieren ?
(evtl. durch zusätzliche Federn auf beiden Seiten oder so)

Ich wollte es jetzt nicht blockieren, weil ein blockiertes Vibrato ist halt kein Vibrato

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von AyKay » 14.03.2015, 20:46

Hallo zusammen, nochmals vielen Dank für die Antworten - Problem ist weiestgehend behoben.
Alsooo... wie soll ich es sagen ... es war ein kleiner Einstellfehler :-(
Da mir die 009er E-Saite dauernd gerissen war, habe ich umgesattelt auf einen 011er Saitensatz. Dann alles neu eingestellt: Federspannung, Saitenlage, Intonation ... - Dabei habe ich das Vibrato fluchtend mit der Korpusdecke per Auge eingestellt. Für den Saitenabstand wollte ich nicht am Hals drehen und habe einfach das Vibrato tiefer gelegt. Nun lag meine"Nullpunkt-Stange" zwar am Vibrato-Gehäuse an, aber nicht fest genug. Da ist noch so ein dünnes Schaumstoffplättchen dazwischen, das sich noch minimal eindrücken ließ, bevor die Nullpunkt-Stange abhob. Das reichte aus, um beim Bending die anderen Saiten mehr 1/4 Ton absacken zu lassen. Hörte sich wirklich grausam an.
Ich habe eben die Hauptfeder-Spannung etwas gelockert, so dass das Gehäuse und Nullpunkt-Stange spielfrei sind und schon klappt's. Man kann zwar keine 100%ige Punktlandung erzielen aber hören, dass eine Saite "absackt" tut man auch nicht wirklich.
Jetzt ist mein Vibrato zwar nicht mehr ganz parallel zur Decke, sondern ein klein Wenig nach vorne geneigt - ist mir aber egal, das muss jetzt so sein!
Ich hoffe, ich habe mich nicht zu umständlich ausgedrückt und ihr wisst, was ich meine. Wer ein Floyd-Rose hat, kann ja mal nachschauen.
Tschüsssieee
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von ZeroOne » 15.03.2015, 08:34

AyKay hat geschrieben:Ich hoffe, ich habe mich nicht zu umständlich ausgedrückt und ihr wisst, was ich meine. Wer ein Floyd-Rose hat, kann ja mal nachschauen.
Tschüsssieee


funktioniert halt nur bei ibanez gitarren mit ZPS, alle normalen systeme sind da absolut raus. hab auch ne ibanez mit dem system. beim saitenriss ist die stimmung weg, für alles andere, wie dein problem, funktionierts relativ gut, aber eben nicht perfekt.

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von AyKay » 15.03.2015, 10:25

Hi ZeroOne,
ich denke bei einem frei schwingendem Vibrato ist ein ZPS-System einfach ein "Muss", in welcher Art auch immer.
Habe mir auch noch unter dem Aspekt "Haben muss" einen PRS-Bausatz mit FR gekauft. Weil da auch kein ZPS dabei war, habe ich beim großen T eins gekauft. Hab den Link jetzt nicht parat, aber das ist so ein kleiner Kolben, der vor das Gehäuse geschraubt wird und eigentlich den selben Effekt hat - eben mehr Spannung auf die Hauptfedern zu bekommen, damit sich das vibrato nicht so leicht bewegen lässt.
Bei Vibratos, die auf der Decke aufliegen kann man ja einfach noch eine Feder dazu montieren und gut is.
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von ZeroOne » 15.03.2015, 11:40

wieder nen klarer fall von geschmackssache, ich hab noch 2 weitere gitarren ohne ZPS und habs tatsächlich noch nie vermisst.

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von AyKay » 15.03.2015, 20:04

Natürlich lässt sich über nichts mehr streiten und diskutieren wie über den eigenen Geschmack, da gebe ich dir völlig recht. Aber bitte sei etwas nachsichtig mit mir, du hast es nämlich mit einem sehr neugierigen Anfänger in Sachen Vibrato zu tun :-). Deshalb bin ich auch hier im Forum gelandet, um von den Erfahrungen von Anderen sehr gerne etwas zu lernen.
Ich kenne bis jetzt nur das Vibrato-System meiner Ibanez und mein Bausatz ist noch nicht so weit zum Zusammenbau, d. h. das ZPS dafür habe ich nur vorsorglich gekauft. Mir hat lediglich mein kleiner Fehler bei der Einstellung (wie oben beschrieben) gezeigt, dass es ohne nicht funkrioniert - alles bezogen auf ein schwebendes FR !
Bei einem Bigsby könnte es wieder funktionieren, bei einem (schwebenden!) Fender-Tremolo hätte ich wieder Zweifel.
Das sind aber alles rein physikalische Überlegungen von mir - also keine Erfahrung.
Deswegen würde mich sehr interessieren, welche Systeme du in deinen anderen 2 Gitarren verbaut hast - und wie ? Schwebend oder nach oben blockiert ?
Vielen Dank schon mal im Voraus :-)
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von ZeroOne » 16.03.2015, 20:05

ich habe noch eine weitere ibanez und eine jackson jeweils mit einem lizensierten floyd system. beide sind unterfräst und somit freischwebend, beide ohne ZPS. für deine zwecke also quasi unspielbar, mich stört es einfach nicht weiter.

normale vintage tremolos, wie z.b. bei diversen fender gitarren, können so eingestellt werden, dass sie auf der decke aufliegen, stellt man die spannung auf der federkralle hoch genug ein, bleibt das tremolo auf der decke und der ton wird bei unisono bends und ähnlichem nicht verfälscht. folglich ist aber auch kein hochziehen der töne mit dem tremolo mehr möglich.

ähnliches bzw gleiches gilt für die wenigen gitarren, die über ein nicht unterfrästes floyd rose verfügen. da liegt das system auch immer auf der decke auf.

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von AyKay » 17.03.2015, 01:17

Ja, Eddi van Halen z. B. hat so ein (nicht unterfrästes) Teil gespielt. Er hat's auch nur für seine Divebombs gebraucht.
Ich habe jetzt nur nicht genau verstanden, was dich nicht stört - dass die Töne schief werden, weil du sowas nicht spielst oder stören dich die schiefen Töne nicht, oder sind bei dir die Töne gar nicht so schief?
Bei mir ist es eben aufgefallen, weil ich es gehört habe (und ich habe bestimmt kein perfektes Gehör) und anschließend mit einem Tuner (Guitar Rig) nachgeschaut habe, wieviel das ausmacht. Wie gesagt, es war mehr als 1/4 Ton.
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von ZeroOne » 17.03.2015, 19:47

Genau das, mich stört dieser Effekt nicht, weil ich so Dinge nicht spiele, bei denen es mich stören könnte. Im Gegenteil, dann und wann mache ich mir das sogar eher zu nutzen.

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von AyKay » 17.03.2015, 21:07

Also, da ich vor diesem Thread auch schon viel im Forum gelesen habe und mir beim Lesen manchmal schwindelig wurde, weil die Threads sich über etliche Seiten gezogen haben, will ich an dieser Stelle mal (für unsere "Nachleser") zu einem Resumee kommen:

1. Vibratos haben generell die Eigenschaft, bei einem Bending die restlichen Saiten zu verstimmen.
2. Bei schwebenden Vibratos kann diese Verstimmung durch ein Zero-Point-System minimiert werden.

Aufliegende Vibratos:
Vorteil: Verstimmung anderer Saiten kann durch Erhöhung der Federkraft komplett eleminiert werden.
Nachteil: Sie funktionieren nur in eine Richtung.

Schwebende Vibratos
Vorteil: Man kann sie in beide Richtungen verwenden. Tremolieren durch Ziehen bringt super Effekte z. B. beim Akkordspiel.
Nachteil ohne Zero-Point-System: Unison-Bends landen nicht auf dem richtigen Ton und beim Bending und gleichzeitigen Anspielen einer anderen Saite ist diese auch verstimmt - quasi unspielbar.

Ich hoffe, das trifft es in etwa auf den Punkt.
Wenn du willst, kannst du ja noch erklären wann und wie man sich diesen Vertimm-Effekt ohne ZPS auch noch zu Nutzen machen kann.

Danke für die Beiträge.
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