Fingerstyle Grundmuster(?)

Allgemeine Fragen zum Gitarre lernen
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von ihre.dudheit
#344598
Gibt es beim Fingerpicking gewisse "Grundmuster"?

Würde gerne ein Lied begleiten, wo man schon Fingerpicking betreiben sollte.

Hab jetzt schon bisschen was probiert, klingt aber nicht so wirklich.

Ich kenn halt nur die Schlagakkorde. Reichen diese aus, oder...?

Ich hab sowas von keinen Plan das ich mich nicht mal vernünftig ausdrücken kann...
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von mjchael
#344752
und nicht zu vergessen das Ende dieses Workshops:
Weiter geht es mit dem Einstieg ins 3-Finger-Picking

Ergänzung und Vertiefung des Workshop:
[Workshop] Fingerpicking (von Remarc)
Und wem das noch zu wenig ist:
Wen das Thema Picking weiter interessiert, [/code]der sollte zuerst mal eine Weile die Pickingmuster anwenden, und dann lohnt es sich einmal einen Blick in den Melodiepicking-Workshop auf den Wikibooks zu werfen. Der Melodiepiking-Workshop baut auf diesen 3-Fingerpicking-Workshop auf.
Gruß Mjchael
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von ihre.dudheit
#344758
Vielen Dank bisher.

Im Moment hab ich wenig Zeit, aber die wird kommen. Versprochen!
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von MukerBude
#369531
@ihre.dudheit,
ja, es gibt sehr viele Picking-GrundMuster. Ein Standart PickingMuster ist das so genannte Travis-Picking.
Wirklich sehr einfach. Du wählst einen Griff z.B. den C-Dur.
Die ZupfTechnik des TravisPicking geht so.
Daumen zupft die 5.Saite - Zeigefinger die 3.Saite - Daumen die 4. Saite - MittelFinger die 2. Saite.
Wiederhole dieses ZupfMuster bis Dich seine Energie erreicht.
Daumen - ZeigeFinger - Daumen - MittelFinger und so weiter...
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von Don Lucio
#375428
Ich bin verwirrt.
Ich dachte, gelernt zu haben, dass beim Travis-Picking die Regel gilt:
Daumen für die Bass-Saiten (als E, A, D) und Z, M, R jeweils für die g- b- und e-Saite.

Ein Muster, das sich jedenfalls bei mir bewährt hat. Also den Daumen für die g-Saite - das ist mir fremd.
Ausser natürlich, wenn man partout zwei Diskant-Saiten gleichzeitig anschlagen möchte (wie es in dem o.a. Beispiel vorkommt). Den Fall hatte ich aber noch nie (in meiner bescheidenen Anfängerpraxis).

Gruß
Don Lucio.
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von startom
#375446
Ja, beim Travispicking wird der Daumen konsequent für die Basssaiten verwendet und lebt vom Wechselbass-Spiel auf unterschiedlichen Basssaiten in Abwechslung mit den Melodiesaiten.
Typisches Travispicking ist "Dust in the Wind" von Kansas. Mehr Klischee-Travis geht fast gar nicht ;-)
von slowmover
#375448
Hmm ja,
nicht wirklich. Der Wechselbass läuft bei Dust in the wind bis in die G-Saite hoch. Deswegen ist da manchmal auch der Daumen dran.
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von startom
#375450
An welcher Stelle? Das könnte ja höchstens beim Dm der Fall sein und dort wird einfach zweimal die D-Saite gespielt. Die g-Saite wird nicht als Wechselbass gespielt. Sonst müsste ich da nochmals reinschauen, so aus dem Stand bin ich jetzt gar nicht mehr sicher. Aber ein Wechselbass auf der g-Saite bei "Dust in the Wind" kommt mir ja fast schon spanisch vor.
von slowmover
#375452
Ja beim Dm ist es nicht die A-Saite, sondern das A auf der G-Saite. Ist ja sowieso schon gedrückt. Hat Kerry Lifgren bereits selbst so zu Papier gebracht.
von slowmover
#375456
mir fällt jetzt erst auf, was Du mir 2 x D gemeint haben könntest. Du hast ja nicht 2 Bassschläge je Takt, sondern 4. Da ändert die Tatsache auch nicht daran, dass das Ganze bei Dm in Richtung Diskant verschoben ist.
Die Bassschläge auf 1 und 3 sind ja immer gleich, wenn kein Akkordwechsel im Takt stattfindet. Das A als Bass kommt auf 2 und 4 bei Dm. Und da es ein Basston ist wird auch das Travispicking bei Dm fortgesetzt. Also A auf der G-Saite als Basston mit dem Daumen.
Natürlich hat auch der Dm Takt Wechselbass und nicht 4 x D.
Bei 4/4 mit 16tel Notation (findet man bei dem Stüch auch) sind es sogar 8 Bassschläge (da quasi in einem Takt zwei typische Travistakte enthalten sind).
Ich bin sicher, Deine Finger machen es seit Jahrzehnten richtig. Ohne Noten und ohne Gitarre hat man oft ein falsches Bild vor Augen.
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von startom
#375475
So, nochmals reingehört.
Hast natürlich recht, das sind nicht zwei Bassnoten pro Takt, sondern vier. Und darum rutscht der Daumen beim Dm weiter runter, um auch die zweite Note auf der g-Saite als Bass spielen zu können.
Ach herrjeh, das ist natürlich doch kein so gutes Beispiel.

Immerhin sind wir jetzt Schlauer: Keine Regel ohne Ausnahme!
Also: Daumen für die drei Bassaiten, ZMR für die Melodiesaiten. Ausnahmen bestätigen diese Regel!

Und dank dieses Threads hab ich jetzt Futter für meine fortgeschrittenen Akustikgitarrenschüler.
von slowmover
#375478
Wobei witzigerweise hat Merle Travis das Pattern sogar prinzipiell als Zweifingerpicking gespielt. Sieht man ibn den Videos sehr deutlich, er hat tatsächlich alle Finger bis auf Daumen und Zeigefinger auf der Decke abgelegt, wenn er nicht noch weitere Melodietöne ausser dem Pattern eingewebt hat. Das würde den Lehrern heute wohl nicht sonderlich gefallen.
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von AyKay
#375479
startom hat geschrieben: Also: Daumen für die drei Bassaiten, ZMR für die Melodiesaiten.
... nur mal für mein Verständnis:
Ist es nicht so, dass beim Travis Picking nur drei Finger (DZM) genommen werden und das der eigentliche Unterschied zum ... sagen wir mal standard Picking á la Reinhard Mey ist, der DZM und R verwendet?
von slowmover
#375482
Dreifinger ist heute wohl der Standard für Travispicking, original war es nur Daumen und Zeigefinger
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von mjchael
#375502
Das 3-Finger-Picking ist nur eine der vielen Möglichkeiten. Es eignet sich ziemlich gut für das Melodiepicking. Der Daume übernimmt den Wechselbass, der Mittelfinger mit dem Zeigefinger übernimmt die Melodie, und wenn der Zeigefinger nicht für die Melodie gebraucht wird, übernimmt er einen Begleitton. Daher ist diese Variante verhältnismäßig leicht zu erlernen.

Wie du den Wechselbass des Daumens gestaltest, bleibt auch dir überlassen. Ich mache gerne einen Wechselbass auf der 1 und der 3. Die 2 und 4 sind nur Füllmaterial. (Takt 1 im folgenden Beispiel). Das mache ich nur, wenn die Melodie hoch genug ist.
Wenn die Melodie tiefer ist, verschwindet entweder der Wechselbass oder ich weiche auf die tiefe E-Saite aus.
Code: Alles auswählen
  Am
|---------------|-M----M---Z----|----------------|
|---------------|---------------|----------------|
|----D-------D--|----D-------D--|-M-Z---M---Z----|
|--------D------|--------D------|-----D-------D--|
|-D-------------|-D-------------|-D-------D------|
|---------------|---------------|----------------|
Je nach Melodieverlauf spiele ich auch alles eine Saitenlage höher (und lasse die hohe E-Saite frei)
Code: Alles auswählen
    C                  G
||-------------------|------------------||
||--1-----1----------|------------------||
||----0---------0----|-0-----0----------||
||------2---------2--|---0---------0----||
||--3--------3-------|-----2---------2--||
||-------------------|-3--------3-------||
Manchmal spiele ich die Melodie auch mit Dooble-Stops. Und ohne wirklich viel mehr zu lernen ist man dann beim 4-Finger-Picking.
Code: Alles auswählen
    C                  G5
||--0-----0----------|-------------------||
||--1-----1----------|-3-----3-----------||
||----0---------0----|-0-----0-----------||
||------2---------2--|---0---------0-----||
||--3--------3-------|-----2---------2---||
||-------------------|-3--------3--------||
Das Beispiel, wo man nur die unteren 4 Saiten spielt, kommt von einer Picking-Etyde die ich mehr oder weniger von Siggi Schwab aus seinem Buch "Folkpicking for Fingerstyle-Guitar" übernommen habe. Dafür hatte ich die Bilder gemacht.
PDF und Midi hier: https://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_ ... is-Pattern

Gruß Mjchael
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