Armhaltung, linker Arm

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Arenque
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Armhaltung, linker Arm

Erstellt: von Arenque » 04.03.2014, 11:51

Hallo zusammen,

ich habe im Januar mit Akustikgitarre und E-Gitarre angefangen und lerne autodidaktisch mit Büchern und Internet.

Nun weiß ich theoretisch auch, wie der linke Arm zu halten ist. Mit meiner Akustikgitarre klappt das auch ganz gut.
Praktisch spiele ich die E-Gitarre aber total verrenkt.

Während das ganze wie gesagt ganz gut funktioniert, wenn ich auf meiner Akustikgitarre spiele, habe ich auf der E-Gitarre das Problem, dass ich den Oberarm an den Körper presse und den Ellbogen richtiggehend in meine linke Seite hineindrehe.
Folgerichtitig trifft mein Unterarm im 45 Grad Winkel auf das Griffbrett, was dazu führt, dass ich mein Handgelenk extrem verdrehen müsste, um noch gerade mit den Fingern auf die Saiten greifen zu können, was selten genug überhaupt funktioniert.

Dass ich so selten einen sauberen Akkord greifen kann, ist klar.

Wenn ich also mein "System" neu aufbaue... Arm lockern, nicht eindrehen, einen einfachen Akkord sauber und gerade greifen... dann klappt das für den Augenblick auch ganz gut.
Und in der Sekunde, in der ich mich auf etwas anderes konzentriere (Anschlagen, Akkord wechseln), dreht sich mein Arm fast automatisch wieder ein.

Ich habe nun schon versucht, mich ein paar Tage hintereinander nur auf die Armhaltung zu konzentrieren und nichts anderes zu machen.
Abgesehen davon, dass das ganze extrem stumpfsinnig ist und mir jegliche Motivation des Übens raubt, bringt es gar nichts... sobald ich dann wieder "normal" übe, dreht sich der Arm wieder ein. Es ist zum verzweifeln!

Ich bin jetzt dazu übergegangen, mir ein Sofakissen zwischen Körper und Arm zu klemmen.
Das hilft natürlich etwas, den Winkel zu korrigieren, sieht allerdings extrem dämlich aus und "übt" das auch nicht richtig ein, denn den falschen Druck mit dem Ellbogen entwickele ich auch da... das Kissen hat schon eine Delle.

Frage also in die Runde: Hat jemand einen guten Rat für mich, wie ich das hinbekomme, dass ich meinen Arm nicht mehr so falsch eindrehe?

"Geh zum Gitarrenlehrer" wäre übrigens ein guter und richtiger, aber leider aus zeitlichen Gründen undurchführbarer Ratschlag. ;)
Es bleibt nur autodidaktisch oder gar nicht.

Viele Grüße,
Arenque

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 04.03.2014, 11:56

Salut Arenque

Das Problem liegt in der Natur der Sache, dass die E-Gitarre einen kleineren Korpus hat und du diesen gar nicht gleich ergonomisch auf deine Oberschenkel ablegen kannst. Frage: spielst du die Akkustische so, dass du sie auf dem linken Oberschenkel liegen hast mit einem kleinen Schemelchen, oder liegt die Gitarre auf dem rechten Oberschenkel?

Grundsätzlich wäre evt. eine Empfehlung die E-Gitarre mit einem Gurt zuspielen. Wenn du den Gurt kurz genug nimmst, dann ist die Gitarre auch in einer vernünftigen Haltung vor deiner Brust und nicht irgendwie seitlich. Du kannst dann auch stehend üben. Das erlaubt dir den Gurt etwas tiefer hängen zu lassen (falls "Coolness" eine Rolle spielt ;-) ) ich persönlich halte die Gurtlänge eher so, dass sich die Haltung zwischen stehender und sitzender Gitarrenposition gar nicht zu fest unterscheidet.

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Hendock
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Erstellt: von Hendock » 04.03.2014, 12:06

Der Tipp von Phuehue mit dem Gurt ist schon gut. Meine Blade Texas (Strat-Form) liegt eigentlich auch ohne Gurt recht gut auf dem rechten Oberschenkel wenn ich sitze. Die Durango hat aber eine PRS-Form und ist nicht so ausbalanciert wie die andere. Deshalb spiele ich die auch im Sitzen mit Gurt. Ich muss den Gurt fürs Sitzen allerdings kürzer einstellen als im Stehen, da er mir sonst ständig von der Schulter rutscht. Ich benutze im Sitzen das zweite Gurtloch, das an der Korpusseite ca. 10cm über dem anderen liegt.

Wirst sehen, wenn du die Gitarre nicht ständig mit links festhalten musst, ist dein linker Arm viel lockerer.

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Arenque
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Erstellt: von Arenque » 04.03.2014, 13:02

Hi,

Danke für die Tipps!

Ich habe auch die Akustikgitarre auf dem rechten Bein liegen.
Anfangs hatte ich sie auf dem linken Bein, aber dann fand ich den Wechsel zwischen E- und A-Gitarre einfacher, wenn ich beide in etwa mit der gleichen Haltung spielen kann.

Das mit dem Gurt habe ich schon kurz probiert, aber irgendwie lag der unbequem an meinem Hals an. Ich habe einen neuen, etwas schmaleren, bestellt, vielleicht geht es damit besser.
Ich werde berichten. :)

Viele Grüße,
Arenque

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Arenque
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Erstellt: von Arenque » 11.03.2014, 13:24

Kurzes Update: ich habe das Problem ganz anders gelöst: mit einer neuen Gitarre :lol:

Da ich zufällig Geburtstag hatte und mir zufällig nichts weiteres eingefallen ist, was ich mir wünschen könnte und der Händler vor Ort zufällig eine sehr hübsche Gitarre im Angebot hatte, bin ich seit ein paar Tagen stolze Besitzerin einer VGS Screech Select und sehr glücklich damit.

Und irgendwie liegt die anders in der Hand. Vielleicht liegt es auch an den Jumbo Frets. Keine Ahnung, jedenfalls spiele ich die deutlich weniger angespannt und verdreht, als meine Paula.

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gibmirson
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Erstellt: von gibmirson » 11.03.2014, 13:52

Nachträglich herzlichen Glückwunsch,

aber wundert mich schon, dass eine andere Gitarre bei "gleicher" Haltung den linken Arm anders arbeiten lässt. In der Regel ist die Mensur gleichlang und die Reichweite dadurch sehr ähnlich.

Vielleicht hat ja doch Dein intensives Üben bereits erste Erfolge?!! ;)

Gruß
Gib
Lerne früh, dann hast Du länger was davon!

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Arenque
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Erstellt: von Arenque » 12.03.2014, 12:54

Hi,

ich habe das gestern mal überprüft... und habe einfach mal wieder zur Paula gegriffen.
Zu gerne hätte ich berichtet, dass es einfach ein erster Übungserfolg war.
Ist es aber nicht. Mit der Paula hatte ich sofort wieder die selben Probleme.

Und ja... die Maße sind nicht ziemlich gleich. Mensur, Breite des Halses am ersten Bund... alles gleich. Wir haben sogar nachgemessen, wie weit Gitarrenhals und Oberschenkel voneinander entfernt sind (ich spiele im sitzen). Auch gleich.
Und trotzdem spiele ich die Paula verkrampfter und deutlich schlechter als meine Neue.

Wobei ich ohnehin den Titel der untalentiertesten angehenden Gitarristin der Welt anstrebe... ich hänge jetzt seit Wochen an den ersten Übungsstücken von Paul Noacks Youtube Kurs fest, weil ich Probleme habe, Achtelnoten vernünftig anzuschlagen (und ich meine wirklich das Anschlagen, nicht das Greifen). Ich finde derzeit einfach nicht den richtigen Winkel des Pleks, um die Saiten sauber zu treffen. Entweder schrömmelt es oder das Plek verhakt sich. Und damit es in dieses Unterforum passt: die Hand verkrampft dabei auch, weil ich das Plek entweder zu fest oder zu locker halte. Es ist gerade wirklich zum Verzweifeln.

Leicht frustrierte Grüße,
Arenque

P.S. Zu meinem Haltungsproblem: Macht die Gitarrenform vielleicht den Unterschied?

Die eine ist eine Gitarre im LP Style, die andere weiss ich nicht genau einzuordnen.

Paula

die Neue

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Software-Pirat
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Erstellt: von Software-Pirat » 12.03.2014, 13:45

Kann es sein, daß die LP etwas kopflastiger ist und der Hals stärker nach unten zieht?
Was das Plek angeht. Konkrete Tipps, wie man das Plek vorschriftsmäßig hält, sind meiner Meinung nach sowieso nicht praktikabel. Am besten ist, du hälst es so, daß du dich damit wohl fühlst und deine Hand nicht verkrampft. Am besten darüber gar nicht nachdenken. Ansonsten, man kann die E-Gitarre ja auch ganz normal mit den Fingern spielen. Soll sogar viele Leute geben, die das machen.

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Arenque
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Erstellt: von Arenque » 14.03.2014, 13:29

Software-Pirat hat geschrieben:Kann es sein, daß die LP etwas kopflastiger ist und der Hals stärker nach unten zieht?


Ja, das ist mit Sicherheit so.
Gestern hat es das erste Mal geklappt, dass ich die LP etwas lockerer gespielt habe.
Aber immer noch kein Vergleich mit der neuen, die sich deutlich entspannter spielen lässt.


Was das Plek angeht. Konkrete Tipps, wie man das Plek vorschriftsmäßig hält, sind meiner Meinung nach sowieso nicht praktikabel. Am besten ist, du hälst es so, daß du dich damit wohl fühlst und deine Hand nicht verkrampft. Am besten darüber gar nicht nachdenken. Ansonsten, man kann die E-Gitarre ja auch ganz normal mit den Fingern spielen. Soll sogar viele Leute geben, die das machen.


Auch mit der Plekhaltung habe ich herumprobiert. Das klappte jetzt etwas besser.
Ohne Plek möchte ich nicht spielen. Ich leide schon genug unter meinen gezwungenermaßen nun sehr kurzen Nägeln. Die müssen nicht auch noch durch die Stahlsaiten kaputt gehen (ja, ich weiss... ich habe die Threads über die künstlichen Fingernägel etc. schon entdeckt... aber das war noch nie etwas für mich).

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glooblooz
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Erstellt: von glooblooz » 23.05.2014, 15:11

Ein Bekannter hat mir mal gesagt, er übt E-Gitarre immer im Stehen mit Gurt, das ist auch die übliche Haltung, wenn er in seiner Band spielt. Ich spiele hauptsächlich auf der Western und nur ab und zu auf einer geliehenen E - wenn dann aber auch im Stehen, weil im Sitzen habe ich auch ziemliche Haltungsprobleme mit der E.

Allerdings spiele ich die Western in klassischer Haltung auf dem linken Oberschenkel mit einer Stütze drunter.

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