Der Bühnenaufbau (Amps)

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felixsch
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Der Bühnenaufbau (Amps)

Erstellt: von felixsch » 17.10.2013, 00:02

Hey!

Ich habe heute Nachmittag für den Gig einer Schülerband der "Partnerschule" aufgebaut + gemischt, und war doch überrascht wie die Jungs ihre Verstärker so angeordnet haben. Gruselig ... um Euch mal ein paar Möglichkeiten der Amp-Positionierung aufzuzeigen und Vor- und Nachteile deutlich zu machen, habe ich mal Notdürftig auf Paint ein paar Bühnenpläne zusammengestellt ;)

Ich habe mich mal der Aufstellung von heute Mittag bedient: Gitarre, Bass, Drums und zwei mal Gesang. Beide Amps wurden über die PA abgenommen. Bei dem Gitarrenamp handelte es sich um eine 20 Watt Vollröhre, also bei gewollt gutem Endstufen Klang doch recht Laut.
Ein paar Monitore gab es auch.
Die ersten Punkte beziehen sich auf große bis Mittelgroße Räume/Säle/Clubs

Situtation 1: "Voll auf die Zwölf"

Diese Anordnung sieht man doch recht Häufig. Warum auch immer, denn diese bringt eigentlich nur Nachteile (außer die Amps werden nicht abgekommen, dann muss man wohl oder übel so spielen).
Gitarren - und Bassamps werden direkt auf's Publikum gerichtet. Der Bühnensound ist daher unheimlich Laut, es kann zum Teil echt schwer sich selbst und/oder die Mitmusiker gut und einigermaßen differenziert zu hören.
Daher ist diese Situation schonmal ziemlich Ungünstig. Allerdings in kleinen Räumen (30-100 Leute vor der Bühne) keine so schlechte Idee, da so die PA entlastet wird, und die Grundlautstärke in der Location nicht zu Hoch wird.

Bild

Situation 2: "Amps Seitlich auf die Bühne"

Sehr gute, einfache, und Praktische Lösung: Gitarren- und Bassamp werden seítlich auf die Bühne gestellt. So muss man Gitarre/Bass nicht mehr unbedingt auf die Monitore mixen, damit sie sich hören. Das gibt dem ganzen auch einen größeren Headroom.
Zudem werden die Sänger nicht umgeblasen.

Bild

Situation 3: "Amps Umdrehen"

Die Optimal-Lösung (wie ich finde) sieht schlicht und einfach so aus, dass man die Amps einfach umdreht. Sprich, mit dem Rücken zum Publikum, mit den Speakern zur Wand.
So ist der Bühnensound ziemlich "aufgeräumt".
Allerdings braucht man für diese Methode gutes Monitoring. In unsrem bzw. meinem Fall müssten Gitarre und Bass auf die Gesangsmonitore gemischt werden, was aber eigentlich auch kein Problem ist. Hier benötigt man nur einen guten Monitormann ;)

Bild

Grundsätzlich gilt: auch wenn der Monitor/Bühnensound mal schlecht ist, heißt dass nicht dass es "draußen" nicht gut klingt. Dennoch ist einigermaßen aufgeräumter Sound auf der Bühne wichtig, um sich und seine Mitmusiker hören zu können. In einem einizigem Brei macht das spielen ja auch nicht so Spaß ;)

Wie regelt ihr das so mit eurer Bühnenaufstellung?

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Beastmaster
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Erstellt: von Beastmaster » 17.10.2013, 06:45

Hi,

das ist doch mal noch n tolles Thema und du hast ja da auch schon paar gute Erklärungen drin.
Lustige Bilder - find ich vom style total klasse.

Ich fände das dies noch ein gutes Thema für einen umfangreicheren Worshop ist.

Wer? Snicki (Meister Veranstaltungstechnik)


@Snicki: wär das nicht was für dich?


LG
Beastmaster

agguitar
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Erstellt: von agguitar » 17.10.2013, 07:22

Ich denk mal auch Leute wie Funplayer könnten da einiges zu sagen, allerdings würd ich die Leute nicht drängen, obwohl ich mich selber darüber freuen würde ;) Also wenn jemand Zeit und Lust hat ...

Auch andere Anwendunsgebiete, wie Proberaum, Kirche oder sonstiges, mit oder ohne Micen, ... wären auch ziemlich interessant!

Dankeschön schonmal für die Infos Felix, wir werden in nächster Zeit eh ein wenig rumprobieren, da unser Sound ziemlich ***** ... öh, unvorteilhaft ist.

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Samhain
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Erstellt: von Samhain » 17.10.2013, 11:29

In der Tat sieht man Situation 1 am Häufigsten. Allerdings sollte da unterscheiden was man seiht und was man hört (bzw. effektiv auch aktiv ist).

4x12er stehen oft auf der Bühne als Blickfang ohne dass sie voll aussteuern.

Situation 2 habe ich noch nie gesehen

Bei Situation 3 wirst Du früher oder später nen neuen Drummer brauchen, weil der leider taub wird :shock:

Ich persönlich tendiere zu Situation 1,5:

Die beiden Amps etwas zur Mitte ziehen und nach vorne ausrichten und mit Mikro's abnehmen (davor die Gitarristen). Dabei nicht mit Leistung der Amps übertreiben sondern lieber die PA entsprechend dimensionieren.

Monitore (oder besser noch Kopfhörer) würde ich auch für den Gitarristen und den Bassisten spendieren, wenn möglich.Die Monitore für die Sänger würde ich direkt davor platzieren.
greetz
Franky

agguitar
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Erstellt: von agguitar » 17.10.2013, 12:16

Samhain hat geschrieben:Situation 2 habe ich noch nie gesehen

Ich bisher ein Mal, also einen Abend bei jeder Band. War anders, musste man demenstprechend bisschen mit rumspielen, aber im Endefekt war's gar nicht so schlimm. Was mir aufgefallen ist: Der sonst dominantere Amp hat sich weniger durchgesetzt.

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startom
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Erstellt: von startom » 17.10.2013, 17:03

Situation sieht man am häufigsten, weil sich diese Aufstellung durchaus bewährt hat. Die Amps sind nicht dazu da, um das Publikum anzubrüllen, sondern als Monitor für den jeweiligen Musiker. Daher ist es ideal, die Amps entweder zu erhöhen oder schräg zu stellen. Die Boxen sollen ja die Ohren beschallen und nicht die Hosenbeine.

Die Bühnenmonitore haben den Zweck, den Rest der Band wiederzugeben. Ich als Gitarrist habe auf dem Monitor in meiner Ecke gerne den Sound des anderen Gitarristen. Denn mein Amp ist gleichzeitig mein eigener Monitor.

Beispiel 3 ist - sorry to say - Humbug. Wie bereits gesagt, wird sich der Drummer dafür bedanken. Er hört nur noch Gitarren und Bass und kann sich den Gesang denken. Ausserdem ist das für die Musiker auf der Bühne etwas befremdlich, plötzlich den eigenen 'Rückensound' zu hören, der sich dann plötzlich mit dem Monitorsound beisst.
Und zu guter Letzt siehts auch schei**e aus... das Auge rockt schliesslich mit ;-)

"Situation 1" ist immer noch ideal. Einfach zwei Dinge beachten:
1) Die Musiker stellen sich direkt vor ihre Amps
2) Die Amps strahlen auf die Köpfe der Musiker
Beachtet ihr die beiden Punkte, wird das Publikum nicht unfreiwillig beschallt, auch wenn die Amps ordentlich aufgerissen sind.
Tom

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Funplayer99
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Erstellt: von Funplayer99 » 17.10.2013, 19:26

kann da Tom nur zustimmen.Der eigenen Amp sollte man schräg positionieren um 1. sich selbst gut zu hören und 2. um nicht andere mit dem eigenen Sound evtl in Verwirrung zu bringen da die ja noch zusätzlich den Monitor haben und sich selbst auch noch hören müssen oder das Puplikum die PA.
Es ist auch immer die Frage wie und mit was gemischt wird, soll bedeuten.
Wieviele Monitorwege hat man zur Verfügung und wie laut will sich jeder selbst haben.Mischpulte mit 4 oder mehr Monitorkanäle sind für ne Band ideal, da sich einfach die Amps rumdrehen lassen und dementsprechend leise wie nötig stellen lassen und doch kann jeder das hören was er braucht.gerade der Monitor für den Schlagzeuger kann unter Umständen den ganzen Bühnensound zerhageln da er seinen Moni laut haben will um noch irgendwas von den andern mit zu bekommen.
Beim Bühnensound gilt ganz einfach die Grundregel "So leise wie möglich,aber so laut wie nötig" So hat der Mischer die beste Voraussetzung um alles gut mischen zu können
Wenn der letzte Club geschlossen und der letzte Künstler abgetreten ist wirst du erkennen, dass man geile Atmosphäre nicht downloaden kann.

Die 99 in meinem Nick ist nicht mein Geburtsjahr!

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snicki
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Erstellt: von snicki » 17.10.2013, 20:00

Kann ich auch nur zustimmen. Situation 1 sieht man eigentlich fast immer, weil die Gitarristen vor ihren Amps hocken oder stehen. In kleinen Locations kann da der Direktschall der Amps aber dadurch zu laut sein. Bei Rockbands hat sich dieser Aufbau aber durchgesetzt. Teilweise sieht man aber auch Bsp. 2, aber nicht so extrem; meist werden die Amps dann angeschrägt oder stehen irgendwo. Auf größeren Bühnen stehen an den Seiten die Sidefills, also Bühnenmonitore, die die Bühne noch von 90° beschallen.

Die Quizfrage ist bei uns auch immer, was im Vordergrund steht: der Mitschnitt (Hörfunk z.B.) oder die Optik und die Saalbeschallung.

Aber wirklich interessantes Thema.

Im Proberaum hat sich bei uns übrigens der Aufbau der Gitarrenamps in 90° Winkel bewährt.

Gruß Snicki

EDIT: ...und ja, ich bin zwar Veranstaltungsmeister, aber in der Richtung Beleuchtung, bin jetzt in Beschallung auch nicht der Crack, sondern kriege nur das mit, was ich sehe (und höre). Konkrete Fragen kann ich aber gerne direkt an die Kollegen weitergeben....

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gaukay
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Erstellt: von gaukay » 21.10.2013, 17:44

Da bin ich ja froh, dass ich solche Probleme mit meiner Akustik Kombo nicht hab ;)

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