Den eigenen "Style" finden?

10 Beiträge   •   Seite 1 von 1
meisterlampe1989
weint bei Forumsausfall
Beiträge: 38
Registriert: 02.07.2013
Wohnort: Deutschland

Den eigenen "Style" finden?

Erstellt: von meisterlampe1989 » 15.08.2013, 01:07

Zunächst mal eine etwas längere Geschichte. Sorry wegen der Länge, aber gestern ist bei mir (die Gitarre betreffend) ein Stern aufgegangen. Danach habe ich eine Frage.

Also ich hatte eine echte Krise mit dem Gitarre lernen. Ich bin über Monate keinen Schritt voran gekommen.

Es lag hauptsächlich an meiner katastrophalen Technik. Wie so viele Einsteiger wollte ich natürlich mein Helden nachahmen und so begab es sich, dass ich meine Gitarre (wie Slash) auf Kniehöhe spielte. Natürlich ist das etwas übertrieben ausgedrückt, aber ich denke jeder versteht was ich meine.

Da ich auch noch ein Perfektionist bin, war es doppelt so schlimm. Auf der Höhe klappte es einfach nicht Barre-Akkorde vernünftig zu greifen und sogar Powerchords stellten mich vor ein kleines Rätsel. Meine Finger zu "stretchen" (etwa um ein Blues-Schema zu spielen) war unmöglich. Vielleicht etwas zu meiner Physiologie: Ich bin klein, etwas dick und habe sehr kleine Finger.

Außerdem plagte mich das Problem, dass ich Powerchords unbedingt gerade greifen wollte. Also das alle Finger gerade aufliegen, eben perfekt. Dazu musste ich aber die Hand extrem einknicken und das machte das schnelle Verschieben und das Wechseln der Saiten unmöglich.

Ich dachte, dass das mit der Zeit irgendwann schon klappen wird. Aber es ging einfach nicht vorwärts und manche Griffe schmerzten sogar.

Gestern konnte ich meinen penetranten Perfektionismus und die Illusion, dass ich ein cooler Hund bin, der die Gitarre praktisch auf den Schuhen spielen kann, überwinden: Gurt runter, kürzer gemacht, den Hals angewinkelt und bei den Powerchords den Zeigefinger etwas angewinkelt und plötzlich... Unfassbar, alles geht leicht von der Hand. Barres, Powerchords und sogar der Anschlag ist irgendwie angenehmer. Besonders begeistert bin ich von den Powerchord-Wechseln. Ich habe extra mal schnellere Wechsel wie bei "Smells Like Teen Spirit" und "American Idiot" gespielt. Ich habe richtig Gänsehaut bekommen und meine Motivation sitzt auf Anschlag.

Jetzt die Frage: Kennt ihr solche Geschichten auch von anderen Einsteigern? Besonders natürlich von Selbstlernern.
Ich glaube, dass viele Gitarristen-Karrieren an der Illusion scheitern, unbedingt total cool zu sein und alles technisch perfekt machen zu wollen und dabei ihre eigene Physiologie total missachten.
Für Menschen wie mich, die unbedingt immer die Perfektesten sein wollen, ist es gar nicht so einfach den Spielkomfort in den Mittelpunkt zu stellen und den Perfektionismus zu verdrängen.
Sollte das nicht das erste, was man einem Anfänger beibringt: Keine Stars kopieren und seinen eigenen "Style" finden?

Übrigens gibt es ja auch tolle Gitarristen die ihre Gitarre sehr hoch spielen. John Petrucci zum Beispiel. Bei ihm sitzt sie fast auf der Brust :lol:
I´m the king of the strings!

felixsch
Pro
Beiträge: 2589
Registriert: 23.10.2010

Erstellt: von felixsch » 15.08.2013, 01:27

Hey,

ich weiß was du meinst. Aber ist für dich "Perfektionismus" denn immer "cool" auszusehen beim Spielen? Das ist so ziemlich das unwichtigste beim Gitarrespielen (-lernen).

Klar, wenn man mit 12 oder 13 Jahren die Gitarre unter den Knien hängen hat und zu Hendrix Soli durch's Zimmer fetzt verstehe ich das ja ;) :cool:

Aber im Ernst: Gitarre spielen hat nichts mit Optik zu tun, es gibt so extrem viele Gitarristen die nicht gerade wie Slash aussehen, verlangt ja auch keiner. Und da du mit den eigenen "Style" finden wohl die Optik meinst bist du da wohl in einem Modeforum/Luftgitarrenforum oder im EMP Webstore besser aufgehoben :P

Was die Gitarrenhöhe beim Im-Stehen-Spielen angeht kann ich nur immerwieder betonen:
je höher die Lanze, desto angenehmer zu spielen. So ist es halt einfach. Mit der Zeit (und Übung) kann man sich ein wenig nach "unten" arbeiten, sollte es aber nicht übertreiben ;)

meisterlampe1989
weint bei Forumsausfall
Beiträge: 38
Registriert: 02.07.2013
Wohnort: Deutschland

Erstellt: von meisterlampe1989 » 15.08.2013, 02:18

felixsch hat geschrieben: Aber ist für dich "Perfektionismus" denn immer "cool" auszusehen beim Spielen?


Nein. Ich meinte mit "Perfektionismus" natürlich die Spieltechnik. Das hat nichts mit "cool sein" zu tun. Ich wüsste auch nicht wo ich das in meinem Beitrag zusammengebracht habe.



felixsch hat geschrieben:Und da du mit den eigenen "Style" finden wohl die Optik meinst bist du da wohl in einem Modeforum/Luftgitarrenforum oder im EMP Webstore besser aufgehoben :P


Auch hier hast du mich falsch interpretiert. Mit "Style" meine ich den Kompromiss zwischen Spielkomfort und Spieltechnik. Also die Frage "Wie muss ich meine Gitarre halten, damit es sich angenehm spielen lässt.?"

Da viele sich an ihren Helden orientieren, kommt es vor, dass viele Anfänger ihre Gitarren extrem tief spielen. Denn die Virtuosen machen dies ja auch.

Es ging mir nicht um die Optik, sondern ich und auch viele andere denken (in meinem Fall dachten) , das so die einzig richtige Art ist zu spielen. Dass das nebenbei noch geil aussieht, nimmt wohl jeder gerne an.
Zuletzt geändert von meisterlampe1989 am 15.08.2013, 09:26, insgesamt 2-mal geändert.
I´m the king of the strings!

Benutzeravatar
Rams3S
Erklär-Bär
Beiträge: 333
Registriert: 16.05.2012

Erstellt: von Rams3S » 15.08.2013, 05:29

Als ich diesen Thread geöffnet habe, ging ich mehr davon aus, dass mit eigener Style vorrangig die Spieltechnik und das Gesamtklangbild in allen Punkten gemeint ist (so wie Slash zb. anders rüberkommt als Hendrix oder Clapton, nicht nur wegen der Musik selber oder dem Auftreten). UND: Wie es ist, dahin zu kommen, wie kann oder sollte man das angehen, wie beurteilt man seinen eigenen Style, ab welchem Grad des ,Könnens´ kann man seinen Style überhaubt erst richtig definieren (ich denke zb. daran, dass ich, als ich Pentatoniken mit 80 BPM oder die ersten Barre Akkorde geübt habe, mit Sicherheit nicht von ,,meinem Style" gesprochen hätte und ich muss gestehen, dass ich das immernoch nicht bei mir sagen könte, WIE ich eigentlich so drauf bin), ...
Das hätte mich prsönlich auch sehr interessiert.

Bei den von dir angesprochenen Punkten kann man allerdings nicht viel machen außer dir Recht zu geben, wobei ich das bei mir weniger an der ich sag mal optischen Variante (für mich z.B. das ,,Wie halte ich die Gitarre angenehm spielbar und trotzdem cool?") gemerkt habe, sondern eher an so Sachen, wie ,,Ich lern jetzt dieses eine Stück" (obwohl ich es nicht im Ansatz hingekriegt habe und wahrscheinlich hinkriege) oder ,,diese eine Technik". Da ich im Sitzen angefangen habe zu spielen und auch das Stehendspielen nach wie vor nicht bevorzuge (außer ich will richtig abgehen und das geht meist auch mit Bier einher *höhö*), war das Thema der Haltung niemals ein Großes für mich. Klassisch fand ich schrecklich unbequem also war´s damit klar. :lol:

Benutzeravatar
bluesbaron
kam, sah und postete
Beiträge: 42
Registriert: 20.06.2013
Wohnort: ziemlich weit oben

Erstellt: von bluesbaron » 15.08.2013, 09:26

Okay Mann, ein paar klärende Worte...

Du spielst in erster Linie für Dich, um Freude zu haben, möglicherweise auch, um anderen Freude zu haben.

Wir tragen ja unsere Sonnebrillen auch nicht, um cool auszusehen, sondern um nicht verhaftet zu werden! :cool:

meisterlampe1989
weint bei Forumsausfall
Beiträge: 38
Registriert: 02.07.2013
Wohnort: Deutschland

Erstellt: von meisterlampe1989 » 15.08.2013, 09:33

Rams3S hat geschrieben: Da ich im Sitzen angefangen habe zu spielen und auch das Stehendspielen nach wie vor nicht bevorzuge


Ich spiele eigentlich lieber im Stehen. Ich habe keine Ahnung warum, aber ob klassische oder "normale" Haltung, ich fühle mich sitzend eher unwohl. Keine Ahnung warum.
Zuletzt geändert von meisterlampe1989 am 15.08.2013, 09:36, insgesamt 1-mal geändert.
I´m the king of the strings!

meisterlampe1989
weint bei Forumsausfall
Beiträge: 38
Registriert: 02.07.2013
Wohnort: Deutschland

Erstellt: von meisterlampe1989 » 15.08.2013, 09:35

bluesbaron hat geschrieben:Okay Mann, ein paar klärende Worte...

Du spielst in erster Linie für Dich, um Freude zu haben, möglicherweise auch, um anderen Freude zu haben.

Wir tragen ja unsere Sonnebrillen auch nicht, um cool auszusehen, sondern um nicht verhaftet zu werden! :cool:


Ich sagte ja bereits in meinem Anfangsbeitrag, dass ich von dem "cool aussehen wollen" jetzt absolut Abschied genommen habe und dem Spielkomfort alles unterordne.

Übrigens: Wird man nicht gerade wegen der Sonnenbrillen verhaftet? :D
I´m the king of the strings!

felixsch
Pro
Beiträge: 2589
Registriert: 23.10.2010

Erstellt: von felixsch » 15.08.2013, 11:46

meisterlampe1989 hat geschrieben:Nein. Ich meinte mit "Perfektionismus" natürlich die Spieltechnik. Das hat nichts mit "cool sein" zu tun. Ich wüsste auch nicht wo ich das in meinem Beitrag zusammengebracht habe.

OK, dann habe ich dich falsch verstanden ... allerdings verstehe ich dann den Sinn dieses Threads nicht... du hast deinen "Style" ja schon selbst gefunden (in dem du die Gitarre nach oben geschickt hast) :P

meisterlampe1989
weint bei Forumsausfall
Beiträge: 38
Registriert: 02.07.2013
Wohnort: Deutschland

Erstellt: von meisterlampe1989 » 15.08.2013, 21:38

Ich wollte ja nur wissen, ob andere auch damit Probleme haben/hatten, oder ob ich der einzige bin der so blöd war :lol:

Lese doch mal die Fragen, die ich am Ende gestellt habe.
I´m the king of the strings!

felixsch
Pro
Beiträge: 2589
Registriert: 23.10.2010

Erstellt: von felixsch » 15.08.2013, 21:55

Moin,

wie gesagt: vorstellen kann ich mir das schon. Aber wie auch geschrieben, kenne ich das nur von Jugendlichen ... wobei es auch sicher Erwachsene gibt die so angfangen...man muss ja nur durchs Forum gucken ;)

Zur Zweiten Frage: "Sollte das nicht das erste sein, was man einem Anfänger beibringt: Keine Stars kopieren und seinen eigenen "Style" finden? "

Na Klar ... ich denke nicht dass ein Gitarrenlehrer seinem Schüler sagt "du musst unbedingt aussehen wie Gitarrist XY, oder zumindest die Gitarre so halten wie dieser Gitarrist" . :lol:
Für Gewöhnlich fängt man ja erstmal im Sitzen an, wenn man dann Band & Co hat kommt das klassische Gurtproblem...Lösung: Geige nach Oben.

10 Beiträge   •   Seite 1 von 1
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag