Musikalisches Gehör Training

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DerMitDemAuge
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Musikalisches Gehör Training

Erstellt: von DerMitDemAuge » 31.05.2013, 19:46

Hi,
Ich will schon seit längerem mein Gehör auf musikalischem Niveau verbessern.Hab ein paar Methoden ausprobiert und bin dann schließlich beim Intervall Training gelandet.
Nach ein paar Tagen Übung habe ich aber keine wirklichen Erfolge erzielt, zum Beispiel
hab ich immernoch Probleme große Sekunde und kleine Terz zu unterscheiden obwohl ich den Übungsbereich auf kleine Sekunde bis große Terz eingegrenzt hab.

Wenn ich mir aber die Gitarre dazunehme, kann ich das Intervall, das vorgespielt wurde, nach kurzem Probieren mit den richtigen Tönen nachspielen.
In Musiktheorie bin ich nicht besonders gut, vielleicht liegt es auch daran; aber die Theorie will ich auch lernen.

Zu meiner Frage: Ist das normal, dass der Erfolg erst später kommt? Und was würdet ihr mir noch für Übungsmethoden empfehlen?

Freue mich, wenn mir jemand ein paar Tipps geben kann.
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-R.I.P. Kurt Cobain

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Rams3S
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Erstellt: von Rams3S » 01.06.2013, 17:48

Hab da auch nicht wirklich Ahnung von, aber in einem anderen Thread über absolutes Gehör habe ich von sunset Erfahren, dass sie da sehr na dran ist und dafür jahrelang zig Stunden die Woche reine Gehörschule hatte. Also je nachdem wieviel du schon gemacht hast, kannst du dir die Antwort vielleicht selber geben.. :)
Ps: in dem Thread sind auch ein paar Sachen zu dem Thema verlinkt worden, kannst ja mal reinschauen.

DerMitDemAuge
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Erstellt: von DerMitDemAuge » 01.06.2013, 21:22

Sind ja interessante Sachen dabei.
Gut, dann hab ich doch noch Hoffnung, dass ich es lernen kann, muss mich nur etwas gedulden.

Danke für die Antwort
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-R.I.P. Kurt Cobain

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 04.06.2013, 16:27

Bzgl. Intervall-Training ist es sehr hilfreich, wenn du für jeden Intervall typische oder dir bekannte Klangfolgen identifizierst. zB ist "Kuckuck" der typische Abstand für eine kleine Terz abwärts. Bei "Alle meine Entchen" ist das der zweite Ton eine grosse Sekunde aufwärts etc. Wenn du nach den einzelen Intervall-Namen suchst, findest du diverse Liederbeispiele, woran du diese Intevalle sehr einfach ableiten kannst. Viel einfacher, als jedes mal zB vom Dur-Dreiklang sich die Sext abzuleiten etc.

Noch besser ist, wenn du dir deine eigenen Hörbeispiele zu jedem Intervall heraus suchst.

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GuitarRalf
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Re: Musikalisches Gehör Training

Erstellt: von GuitarRalf » 23.08.2015, 09:46

Der Gitarrist, und im spez. der E- Gitarrist - hat es sich im Laufe der Jahre alles andere als leicht gemacht. Mit dem Einsatz neuer Spieltechniken à la Verschieben/Verziehen ( engl.:bending) einer Saite oder dem Tremolohebel wird der einst klar definierte Oktavraum - 12 Halbtonschritte - erweitert, differenzierter betrachtet. Könner sollen sogar den Oktavraum mit diesen Techniken in 24 Schritte eingeteilt haben. Also, es ist möglich den Halbtonschritt noch einmal zu halbieren - Vierteltonbending sei hier mal erwähnt.
Wozu die Hektik ? Nach einigen Jahren Gitarrespielen hat sich damit auch ein Gehör dafür gebildet. Dann gilt es das Geahnte in konkretes Wissen umzuwandeln. Ohne Spielpraxis ist das Gehörtraining äusserst trocken.
Dieses Gehör ist dann verlangt, wenn sich der Blick von vorgegebenen gesehenen Noten auf gehörte Noten umorientiert, oder wenn auf Saiten-Instrumenten ohne Bundeinteilung ( z.B. Geige) gespielt wird. Denn man könnte ja auch genauso gut sagen, was interessiert mich das Gehörte, ich spiel das was auf dem Notenblatt steht :)

Übung 1:

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z.B.: 4/4 - 60 BPM(Schläge_pro_Minute)

     wt                  wt

      1 . 2  . . . . .    1 . 2 . . . . .   
           ftb               htb
E | --12 -------------|--11---------------||
B | -------15---------|------15-----------||
G | ------------------|-------------------||
D | ------------------|-------------------||
A | ------------------|-------------------||
E | ------------------|-------------------||

     D     U              D     U

wt: whole tone
ftb:full tone bending
htb: half tone bending
D : DownStroke
U : UpStroke


Ich find das Üben von Bendings, also das Anspielen eines E (hohe E-Saite 12.Bund ) gefolgt von einem D ( H-Saite/ (engl. B) 15.Bund ) mit Benden des D´s , bis sich die Töne gleichen als Gehörschulung leichter, als das gehörmäßige Üben von Intervallen. Das liegt wohl daran, dass die Tonmodellierung aktiv mit dem Gehörten interagiert.

Übung 2:

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z.B.: 4/4 Takt 60 SpM

     Vn   Vn  Vn  Vn    Vn   Vn  Vn  Vn          

     1 . 2 . 3 . 4 .    1 . 2 . 3 . 4 .   
                 
E | --12--16--12--16--|--12--8---12--8---||
B | ------------------|------------------||
G | ------------------|------------------||
D | ------------------|------------------||
A | ------------------|------------------||
E | ------------------|------------------||

      V   A   V   A      V   A   V   A

Vn : Viertelnote

In Übung 2 zwei soll der Unterschied zwischen 4 Halbtonschritte aufwärts ( Prime - gr. Terz / E G# ) und 4 Halbtonschritte abwärts ( Prime - kl.Sexte / E C ) gehört werden.
...Die Gitarre ist viel zu sturr, als dass die sänge... Ach, wäre ich doch ein fähiger Musiker...

felixsch
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Re: Musikalisches Gehör Training

Erstellt: von felixsch » 23.08.2015, 22:59

Der Thread ist zwar schon alt, aber vielleicht interessiert sich ja noch jemand für tonale Gehörbildung :)

Mir hat das Üben mit einer App fürs Smartphone sehr für die Vorbereitungen auf meine Prüfungen geholfen ("earTastic" heißt die App). Damit kann man jederzeit trainieren, Bus, Bahn, Heimweg, etc. . Auch Melodie-, Funktions- und Akkordübungen gibts da. Wichtig ist, dass man regelmäßig übt.

Zur Anfangsfrage: Das mit der Gehörbildung kann schon seine Zeit dauern. Intervalle aufwärts hört/lernt man oft schneller als abwärts oder simultan gespielte Intervalle. Genauso ist es bei den Akkorden. Dur und Moll können die meisten auf Anhieb unterscheiden, alles andere ist wieder Übungssache.
Meiner Erfahrung nach ist es auch von der Tagesform abhängig, wie fit man im Hören ist, zumindest am Anfang. Nicht aufgeben und weiterüben, es lohnt sich :)

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GuitarRalf
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Re: Musikalisches Gehör Training

Erstellt: von GuitarRalf » 24.08.2015, 11:59

Hallo

es gilt : Ein Wiedererkennen ist nur möglich, wenn das zu Erkennene bereits bekannt ist.

Einen Ton hören und bewusst wahrnehmen grenzt in der heutigen Zeit gerade für Stadtbewohner schon an eine Aufgabe. Vieles wird gehört und überhört. Einerseits wird in Wichtigkeit , aka Martinshorn, oder Nichtigkeit ( Taubengegurre ) klassifiziert. Das Trommelfell im Ohr ist bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. Dazu kommt das im Gehirn ein Tonindex angelegt werden sollte. Einen Ton hören und ihn einzuordnen ist deshalb auch eine Frage der Genauigkeit.

Und wie das nun einmal mit dem Langzeitgedächtnis üblich ist, sind einige Sache leicht und andere schwer abrufbar.
Akkorde zu erkennen und zu benennen ist eine Übungssache.

Die einfachsten Akkorde sind die die mit der Prime/Terz/Quinte Konstellation. Diese lernt man zuerst. Mann/Frau sollte sich darüber im Klaren sein, dass z.B. im Em Akkord sich das E , H und G befinden. Sicher, wenn der Akkord gespielt wird, sieht man was gegriffen ist. Dieser Griff ist im Tongedächtnis an die Schwingungen gekoppelt. Sehen, fühlen, hören - das konzentrieren auf eine Tätigkeit erfordert Geduld.

Es ist anfangs banal. Jeder Ton muß bekannt sein, um einen Wiedererkennungswert zu besitzen. Mit den im Gedächtnis verankerten Toninformationen wird der gehörte Ton verglichen. Genauso banal ist auch das erkennen von zwei Tönen, und damit ein Bestimmen des Verhältnisses dieser Töne zueinander. Als weiteres 1-2 Ton-Töne Bsp. hab ich für den Anfang noch die prebendrelease- Teilung. Zum G ( 3.Bund - hohe E-Saite ) spiele ich noch das um 1.5 Töne erhöhte E ( 5. Bund - H-Saite/ engl.B ). Aus diesem Ton G werden dann die Töne G und E.

mmh
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mjchael
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Re: Musikalisches Gehör Training

Erstellt: von mjchael » 26.08.2015, 17:15

Das Thema gab es schon öfter.
Auf die Schnelle habe ich hier folgendes gefunden.
einige Links zu Youtube sind echt interessant.
post265389.html#p265389

Auch sinnvoll zum Thema:
ftopic26623.html
Reist viele Sachen rund um das Gitarrespielen an.

Gruß Mjchael

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