Jazzgitarre lernen

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guitarflori
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Jazzgitarre lernen

Erstellt: von guitarflori » 16.04.2013, 15:49

Servus werte Gitarren-Gemeinde,

ich brauch mal eure Hilfe.Ich bin ganz neu hier in diesen Forum, ich habe mich hier angemeldet um meine Spielvielfalt zu erweitern.Ich spiele schon ca. 5-6 Jahre Gitarre und kann von mir sagen, das ich das Instrument gut beherrsche.Ich spiele fast nur Rock & Blues. Ich möchte gerne Jazz spielen können, in dieser Musikrichtung habe ich noch nie etwas probiert zu spielen. Könnt ihr mir nützliche Hilfe geben in Form von guten Links oder ähnlichen?

MfG Florian :D
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felixsch
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Erstellt: von felixsch » 16.04.2013, 15:55

Moin,

wenn du ein klein wenig Theoriewissen hast (nichts Dramatisches, Grundlagen der Harmonielehre) kann ich dir das Buch "Jazzgitarre" von Michael Sagmeister Empfehlen. Sehr gutes Buch.

Gruß
Felix

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 16.04.2013, 16:00

Salut Florian

Grundsätzlich kannst du Jazz genauso spielen, wie Blues und Rock. Sprich: Kauf dir ein Buch mit vielen Jazz-Standards (ein Klassiker ist das Real-Book) und übe diese Standards mit den dort beschriebenen Akkorden zu spielen. Genauso kannst du auch darüber solieren. Sprich: Wie's die meisten mit Rock, Blues etc. machen: Die Musik hören und versuchen zu spielen.

Das ist das eine. ABER: viele interessiert ja nicht unbedingt "nur" der Musik-Stil Jazz, sondern eher das darunter liegende Harmonie-Verständnis / -Lehre. Um es vielleicht etwas ketzerisch vereinfacht darzustelen: Rock und Pop funktioniert mit Dreiklängen, Jazz mit Vier-Klängen ;-)

Was ich sagen will: Wenn du einfach Jazz spielen willst, geh genauso vor, wie bisher: Such dir ein paar Jazz-Songs, welche dir gefallen. Dann besorgst du dir dazu die Akkorde oder Tabs und übst diese.

Zusätzlich kannst du dich parallel dazu mit der - nenen wir es mal - "Jazz-Harmonielehre" befassen. Grundsätzlich geht es um den Aufbau der Vierklänge, die davon abgeleiteten Akkorde und Kirchentonleitern, diverse andere Tonleitern, welche nur indirekt davon abgeleitet sind (melodisch Moll, Halbton-Ganzton-Leiter etc). D.h. es geht um die Entwicklung eines Verstädnisses von Tönen udn Akkorden. Dazu ist es hilfreich, wenn du dir Literatur dazu besorgst. Als Einstieg in die Harmonielehre gibt es diverse Buchempfehlungen hier im Forum, wenn du was ganzheitliches insbesondere auf Jazz willst, dann kann ich"Das Jazz Theorie-Buch"empfehlen. Da drin ist wohl alles beschrieben, was es dazu zusagen gibt. Ist aber sehr Theorielastig und nicht ausschliesslich für Gitarristen ausgelegt.

Ist ein grosser Berg, an den du dich da machst, aber er macht zum einen sehr viel Spass und schafft dir ein extrem grosses Verständnis, nicht nur für Jazz, sondern dann auch wieder zurück zum Rock, Blues etc.

:D

guitarflori
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Erstellt: von guitarflori » 16.04.2013, 16:35

Erstmal danke für das schnelle und umfangreiche zurück schreiben.So wie ich es jetzt verstanden habe, sollte ich mich erstmal mit der Theorie beschäftigen und danach Songs
lernen.Zur Theorie, wie soll ich da jetzt rangehen?Soll ich da jetzt einfach Tonleitern auswendig lernen?
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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 16.04.2013, 16:52

Hm... bin ehrlich nicht ganz sicher, ob das der richtige Weg ist. Frage dich, wieso du gerne Jazz spielen willst. Gefällt dir die Musik? Hast du evt. Songs, die kennst und spielen möchtest?

Ich kann dir garantieren, dass du sehr schnell die Lust verlierst, wenn du jetzt beginnst, Tonleitern auswendig zu lernen. Das bringt dir nichts. Das ist, als ob du dich für die Pflanzen im Wald interessierst, dir ein Biologiebuch "Wald-Flora" kaufst und beginnst, Seiten daraus auswendig zu lernen.

Es ist sicherlich sinnvoll, wenn du dich mal ein wenig in die Thematik von Vierklängen und Kirchentonleitern einliest. Dann aber versuchst, dieses Wissen mit deinem bisherigen zu kombinieren. Evt. kennst du ja bereits die Stufen-Akkorde I bis VII etc. falls nein, wäre das auch ein Thema. Versuche danach, diese Therie in den Songs wiederzufinden, welche du bereits kennst. ("Ah... Let it Be bewegt sich in den Stufen I, V, VIm, IV") usw. Theorie alleine bringt dir nichts. Du musst sie mit der Praxis verlinken können. Es gibt dazu viele Jazz-Klassiker, an denen du dich orientieren kannst und mit den üblichen Vierklängen arbeiten (So kenne ich keinen Jazz-Schüler, der nicht mindestens die Songs "Autumn Leaves", "Girl from Ipanema", Quiet Night, Quiet Stars" usw. kennt).

Meine Regel: Die Theorie folgt der Musik, nicht umgekehrt. Insbesondere nicht beim Jazz.

Paul Fabulous
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Erstellt: von Paul Fabulous » 16.04.2013, 18:17

Die "Jazz Basics" (Akkorde, Rhythmus, Empfohlene Platten, Harmonielehre . . .) von einem der besten Gitarrenlehrer im Netz, meistens Videos, aber auf Englisch: Jazz Basics.. . . . Ich weiß, dieser Tipp wiederholt sich bei mir. ;)

Auch gut ist es, erstmal ein paar Jazz-Standards (Melodie, Harmonien) zu spielen.

[Wobei diese Harmonien auch in vielen Schlagern (selbe Zeit) der 20er bis 50er Jahre vorkommen. Habe grade so ein Beispiel, wo ich den Song "Kauf Dir einen bunten Luftballon" begleiten soll. Fast Nur 6er, 9er, 13er, maj7, und 6/9-Akkorde, einmal sogar ein reiner Moll-Akkord!]
Gruß
Paul

guitarflori
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Erstellt: von guitarflori » 16.04.2013, 18:21

Ich suche ein neue Herausforderung. Ich habe von vielen Musikern gehört,das wenn man ein richtiger Musiker ist, kommt man an Jazz nicht vorbei. Ich dachte mir, ich probiere es einfach mal weil immer Rock & Blues zu spielen ist auf Dauer langweilig.Hast du viele Erfahrungen im Jazz-Bereich?
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startom
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Erstellt: von startom » 16.04.2013, 18:54

guitarflori hat geschrieben:Ich suche ein neue Herausforderung. Ich habe von vielen Musikern gehört,das wenn man ein richtiger Musiker ist, kommt man an Jazz nicht vorbei.

Falls es dir darum geht, ein "richtiger Musiker" zu werden, dann lass den Jazz Jazz sein. Abgesehen davon sind das keine Musiker, die so was behaupten.

Falls es dir um die Herausforderung geht, halbwegs ok. Neue Herausforderungen sind zwar immer gut, aber wenn dir die Musikrichtung nicht zusagt, wirst du dich ein paar Wochen mit den Jazz-Standards herumquälen und es dann sein lassen.

Der Musikstil muss dir gefallen, denn was einem gefällt, lernt man viel leichter und lockerer. Der ganze Motivationsquatsch ("Scheisse, heute sollte ich wieder mal üben") ist dann nämlich hinfällig.
Tom

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 16.04.2013, 20:08

Ein kleiner Schnupperkurs in Sachen jazzige Akkordbegleitung:

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Jazzworkshop

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 17.04.2013, 09:13

Flori, wie bereits erwähnt, musst du für dich diese Frage beantworten:

Phuehue hat geschrieben:Frage dich, wieso du gerne Jazz spielen willst. Gefällt dir die Musik? Hast du evt. Songs, die kennst und spielen möchtest?


Und ganz grundsätzlich: Leute mit so Statements "Man muss dies und das gemacht / gesehen / erlebt haben, um sich so und so nennen zu könnenè" sind m.E. einfach nur Vollidioten. Wer gibt dazu Regeln vor? Wer sagt, ab wann du Musiker bist? Ab wann du ein echter Weltenbummler, Seefahrer oder was auch immer bist? Überall wo es um Leidenschaften geht, ist es vollkommen scheissegal, wie lange oder wie gut man was macht oder ob man jeden Themenbereich davon gestreift hat. Das ist EGAL.

Steh über solchen Statements. Es disqualifiziert nur denjenigen, der sowas rauslässt.

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phunky
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Erstellt: von phunky » 17.04.2013, 09:29

Phuehue hat geschrieben:Und ganz grundsätzlich: Leute mit so Statements "Man muss dies und das gemacht / gesehen / erlebt haben, um sich so und so nennen zu könnenè" sind m.E. einfach nur Vollidioten.


Weise Worte. Gelassen ausgesprochen und verständlich formuliert.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 17.04.2013, 09:39

Zwei Jazzmusiker im Biergarten: "Gbm Bier holen?" - "Wieso ich? D#m bist Du dran!" :lol:

Sagt der Arzt: "Sie haben noch eine Woche zu leben."
Sagt der Jazzmusiker gar nicht froh: "Ja, aber wovon?" :lol:

Treffen sich zwei Jazzmusiker. Sagt der eine zum anderen: "Du, ich habe neulich deine Platte gekauft!". Meint der andere: "Ach so, du warst das". :lol:

und mein Lieblingswitz:
Was ist der Unterschied zwischen einem Rock- und einem Jazzmusiker? - Der Rockmusiker spielt drei Akkorde vor tausend Leuten. Beim Jazzmusiker ist es umgekehrt. :lol:

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korgli
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Erstellt: von korgli » 17.04.2013, 09:43

Hi
Phuehue hat geschrieben:Steh über solchen Statements. Es disqualifiziert nur denjenigen, der sowas rauslässt.


Seeeeehr weise Worte.

Ich kenne auch Leute, die meinen dass z.b. die Zupftechnik eine Königsklasse sei.
Oder dass nur diese oder jene Musik DIE "GUTE" sei.

Alles totaler Schwachsinn. =)=)=
Freu dich an dem was geht. Und freu dich an dem, was du noch lernen kannst.
Armselig dijenigen, die "alles" können. (angeblich)

:lol:

fredy

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 17.04.2013, 10:21

@ Korgli:
Lustigerweise sind es ja meist "Menschen", welche das genannte gar nie selber ausüben, aber sich dennoch erdreisten, ihre sogenannte Meinung kundzutun.

Wie viele Fettwanstige Möchtegerns motzen über die Leistungen der Sportler ihrer (Fussball/Hockey/xy)-Mannschaft und nennen sich Fachmann, nur weil sie vor dreissig Jahren mal einen Fussball / Hockey-Stock besessen haben. Oder eben: Sind an 30-Rockkonzerten im Jahr, standen noch nie auf einer Bühne, wissen aber, ab wann man sich Musiker nennen darf.

Lustige Sätze in dieser Richtung mal zusammengewürfel:
- "Man ist kein richtiger Kämpfer, wenn man nicht mindestens xy gemacht hat / Kick xy beherrscht" etc. Zitat Hans-Wurst, Alter 26, Gewicht 200kg, Hobbies: Wrestling gucken
- "Na du bist kein Profi-Musiker, du trägst ja nicht mal Cowboy-Stiefel". Zitat Werner Trottel, Alter 38, arbeitssuchend seit 30 Jahren, Hobbies: tu gern so, als ob er Biker wäre

Biker, nächstes Stichwort:
- "Du bist ja kein echter Biker, du besitzt ja nicht mal eine Harley" Klaus, 56, Harley Besitzer
- "Du bist ja kein echter Biker, sondern so ein Luxus-Fahrer auf einer Harley" Dieter, 56, Nachbar von Klaus, besitzt eine Honda

etcetc.

:lol:

Ach ja: BLUESER! Auch grossartiges, nie endendes Thema. Ab wann ist man ein Blueser! Vorschläge sind willkommen :lol:

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 17.04.2013, 14:41

korgli hat geschrieben:Ich kenne auch Leute, die meinen dass z.b. die Zupftechnik eine Königsklasse sei.
Oder dass nur diese oder jene Musik DIE "GUTE" sei.


Ist ja eh nicht so wichtig WAS man kann, sondern WIE man das was man kann einsetzt ;)
Für mich hat manch geschrammelter 4 Akkorde Song mehr Charme, als so manches filigrane Fingerstyle Stück.
Und ein Solo mit wenigen Noten gut klingen zu lassen, ist sicher auch eine Kunst für sich.
Den Durchschnittszuhörer interessiert nicht das technische Können des Musikers, sondern die Musik muss einfach nur gefallen.

Und machen wir uns nichts vor..."gute Musik" ist Definitionssache.
ICH (als Zuhörer) entscheide ganz allein, was für MICH "gute Musik" ist und was nicht...selbst wenn ich der einzige Zuhörer wäre.

Gibt auch Typen die meinen "nur handgemachte Musik wäre das Maß aller Dinge", wobei sich deren eigene handgemachte Musik einfach nur zum fürchten anhört^^
Zumindest gibts solche selbsternannten "Fingerpicker" xxxxxxx" :lol:

MOD: egal wo, wer usw...
Zuletzt geändert von musicdevil am 17.04.2013, 15:03, insgesamt 2-mal geändert.

guitarflori
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Erstellt: von guitarflori » 17.04.2013, 15:00

mjchael hat geschrieben:Ein kleiner Schnupperkurs in Sachen jazzige Akkordbegleitung:

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Jazzworkshop


Danke für den Link

Liebe Community,
ich möchte es einfach mal probieren.Lieber mal etwas versuchen als es ganz seien zu lassen.
Hier ein passendes Zitat. „"Können Sie Klavier spielen?" "Weiß nicht, mal versuchen."“

Um die Frage zu beantworten ob mir die Musik gefällt, ich habe kein richtig großen Bezug zum Jazz. Als ich angefangen habe Gitarre zu lernen, habe ich die Grundlagen des Blues gelernt und mit der Zeit, hat mir Blues zu spielen echt Spaß gemacht, obwohl ich frühern niemals freiwillig Blues gehört habe.

Zu den Witzen, die sind nicht von schlechten Eltern.
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korgli
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Erstellt: von korgli » 17.04.2013, 15:21

Hi

Bei mir ist das so.
Jazz höre ich Live sehr gerne. Ich staune nur so, was man machen kann.
Zu Freejazzig ist aber nix für meine Öhrchen... :-)))
Aber selber spielen finde ich nicht mal so erstrebsam.
Obwohl ich einiges davon auch könnte, wenn ich wollte.
Ab und zu einen Abstecher in diese Art der Musik mach ich aber ganz gerne.
CD's usw anhören tue ich sehr selten bis nie.

Ich finde, man sollte alles mal antesten.
Erst dann weiss man, ob es einem gefallen könnte.
Manches was ich selber spiele, würd ich jetzt auch nicht immer anhören wollen. =)=)=
Aber manches gefällt mir selbst einfach gut. Man muss ja auch an sich ein wenig glauben.
Manches für's Volk, manches für mich...
))==

fredy

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Erstellt: von Phuehue » 17.04.2013, 15:28

@ Flori:
Deinen Ansatz mit "einfach mal versuchen", den finde ich super! Sowieso würde ich nie sagen, "nö, lass das mal mit dem Jazz".

Meine Aussagen zielten eher darauf ab, dass du nicht Jazzen sollst, nur um diesem Typen gegenüber als "echter Musiker" dazustehen.

Sei neugierig, probiere aus, mache Fehler, stell Fragen, entdecke neues! Genauso das macht Spass und genau so lernt man!
))==

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 17.04.2013, 20:05

Jazz ist eigentlich nicht meines. Aber es gibt halt einige Stücke, die in Jazz fallen, die ich mir gerne mal anhöre:


Autumn Leaves
All of Me
Take Five
"Aint She Sweet?" (Gene Austin, 1927)
Night And Day
Fly Me To The Moon
I got Rhythm
Summertime
Rhapsody in Blue
Besame mucho
Beyond the Sea
Chattanooga Choo Choo
Georgia on my Mind
GIRL FROM IPANEMA
Moonlight Serenade
My baby just cares for me
My Way
Strangers In The Night
Something Stupid
The Lady is a Tramp
NEW YORK,NEW YORK

Ein zwei Sachen von Cicero sind ganz nett.
Robbie Williams hat ein paar nette jazzige Sachen gespielt.
Light My Fire - The Doors

So ein paar jazzige Elemente tauchen immer mal irgendwo auf, und nicht immer klingt es schlecht.

Von daher schadet es nicht, da einfach mal ein wenig reinzuschnuppern.

Gruß Mjchael

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RollapS
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Erstellt: von RollapS » 17.04.2013, 21:33

Hallo,

dem Fragesteller würde ich zuerst einmal raten, bei Google (oder YT) zum Thema Jazz rumzusuchen.
Es gibt so viele Richtungen und man findet bald heraus, welche einem am besten gefällt.
Meine Suche nach Jazz endet meist bei meinem "Kaffeehaus-Stil". Also werde ich wohl nie
ein richtiger Jazzer. Dass ich deswegen kein "richtiger Musiker" bin, halte ich für das hochnäsige
Geschwafel von den "Spezialisten". Solche hab ich mir vor Jahren mal in einem Jazzclub angehört.
Ich hab das Lokal sehr schnell wieder verlassen, weil mir das Gedudel und Gequietsche auf die
Nerven ging.
Die Beispiele von Mjchael kenne ich alle. Es sind eben die üblichen Standards. Jazz wird erst
draus, wenn man darüber improvisieren kann.

Ich hab mir schon mehrere Bücher über Jazzharmonik gekauft und nach kurzer Zeit wieder
weggelegt. Ich hab so den Eindruck, dass die "richtigen Jazzer" um jeden Preis alles anders
und komplizierter machen wollen als normale Musiker.

Jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut der andere leise. Ich bin mehr für leisen, einfacheren Töne.

Grüße ...
Von nix kommt nix !

Gast

Erstellt: von Gast » 17.04.2013, 21:57

Mir gefällt eher der "Fahrstuhl-Stil" oder die "Kaufhausmusik". :lol: Solange ich nicht von Bläsern gequält werde, gefällt mir jede Jazz-Musik.
Am liebsten höre ich aber Gypsy Swing oder Smooth Jazz.

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Georg
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Erstellt: von Georg » 17.04.2013, 22:59

Ich sach da mal was zu.

Als ich damals vor Ewigkeiten mit dem Gitarrespielen anfing, ging es schon sehr früh zum Jazz. Gypsy Swing und dann Modern Jazz.

Wie? Einfach Platten gehört, zu Konzerten gegangen und nachgespielt. Als ich erstmals statt eines F-Dur-Akkordes einen Fmaj7 mit vier Fingern und zwei abgedämpften Saiten spielte, hatte ich es kapiert. Die ganzen tausende von Akkorden konnte ich nie und kann ich nicht. Wozu auch? Ich spiele das, was ich brauche, und da reicht mir mein Repertoire an Akkorden und paar Läufen und Skalen völlig. Ich kann keine Noten und habe von Harmonielehre absolut keine Ahnung.
Habe aber mal mit Joe Pass gespielt. Habe auch mit Sinti Gypsy Swing gespielt. Nach Noten oder Harmonien hat da keiner gefragt.

Mein völlig subjektiver Tipp für jemanden, der mit Jazzgitarre anfangen will: besorgt euch ein paar Tabs für Latin-Klassiker oder Bossanova für Jazzgitarre Solo. Da hat man dann die typischen Akkorde, also die Griffweise und auch gleich ein paar prima Läufe mit bei.

guitarflori
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Erstellt: von guitarflori » 18.04.2013, 17:36

mjchael hat geschrieben:Ein kleiner Schnupperkurs in Sachen jazzige Akkordbegleitung:

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Jazzworkshop


Nachdem mir der User "mjchael" den Link geschickt hat, saß ich knappe 5 Stunden am Computer und habe mir das durchgelesen bsw. probiert nach zu spielen.Auf der einen Seite gefällt mir dieser Spielstil, auf der anderen Seite ist die Theorie ziemlich ätzend. Ich bleibe aber trotzdem dran und werde weiter spielen.So wie es klingt haben einige eine Abneigung gegenüber den Jazz, darf ich fragen warum?
Nulla vita sine musica

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Phuehue
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Erstellt: von Phuehue » 18.04.2013, 17:46

guitarflori hat geschrieben:So wie es klingt haben einige eine Abneigung gegenüber den Jazz, darf ich fragen warum?


Nach ich würde mal behaupten unterschiedlicher Geschmack? :D

Ich für meinen Teil zB finde den ganzen Metal-Part recht langweilig. Hab ich null Bezug dazu. Ich bewundere die verschiedenen Techniken, den extrem schnellen Stil etc, aber das törnt mich etwa gleich an, wie einer Schnecke beim Salat kauen zuzuschauen. Ist einfach nicht mein Ding.
Nun gibt es halt solche, die das so beim Jazz sehen. Und dann kann man entweder sagen: "iss halt so" oder lautstark für seine geile Mucke einstehen :D

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phunky
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Erstellt: von phunky » 19.04.2013, 08:04

Generell ist die Verallgemeinerung "Jazz" meines Erachtens nicht zielführend.

Ich mag Jazz. Und ich verabscheue Jazz. Beides zur selben Zeit.

Liegt einfach daran, dass Jazz ein derart weites musikalisches Feld ist. Teilweise mit Nähe zum Blues, teilweise swingend oder aber auch einfach nur Lärm (für meine Ohren). Es ist eben nicht dasselbe, ob Du weichgespülte Michael-Sagmeister-Fahrstuhl-Gitarrenmusik hörst oder eine wüste Freejazz-Kapelle, die so klingt als würde jeder ein anderes Lied spielen. Zur selben Zeit.

Jazz-Gitarre mag ich eher nicht. Ich steh da mehr auf Blech, Miles Davis, John Coltrane oder so. Oder auf klassische Jazz-Trios mit Schlagwerk, Bass und Klavier. Aber nur wenn es groovt. Wenn das irgendwann nur noch Kopfarbeit ist, weil da die seltsamsten Harmonien entschlüsselt werden müssen oder irgendwelche 13/7tel-Takte über ein 12/8tel spielendes Schlagzeug gespielt werden, dann ist das nicht mehr meins.

Und mein Tipp für Dein Unterfangen Jazz zu spielen: Fang erstmal damit an Jazz zu hören.

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Chavez
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Erstellt: von Chavez » 19.04.2013, 08:53

phunky hat geschrieben:....eine wüste Freejazz-Kapelle, die so klingt als würde jeder ein anderes Lied spielen. Zur selben Zeit.



Da spielt dann tatsächlich einer ein Lied? Ist mir noch nie aufgefallen. Ich knie nieder vor deinem Gehör. :)

Das einzige was ich mit Jazz verbinde ist ZZ-Top. Geht mir aber mit allem so wenn ich irgendwo auf zz stoße. :P

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