B-Saite klirrt

Online-Ratgeber
von powertube
#315908
Hallo zusammen,

ich habe vor 2 Wochen einen Stratocaster-Nachbau von SX-Guitars geschenkt bekommen.
Da die tiefe E-Saite fürchterlich gescharrt hat, habe ich ein wenig an den Saitenreitern u. schließlich Halskrümmung justiert. Das Schnarren ist jetzt weg.

Soweit so gut. Leider klirrt jetzt die B-Saite wenn ich sie "frei" anschlage.
Wenn ich die Saite in einem Bund abdrücke und dann anschlage, tritt das klirren / sirren nicht auf.

Ich habe die Saite auch mal komplett gelockert u. neu gespannt, allerdings ohne Veränderung. Alle anderen Saiten sind einwandfrei.

Ich habe das Geräusch mal mit meinem Handy aufgenommen und hochgeladen, damit ihr euch ein Bild machen könnt:

http://vocaroo.com/i/s1AQePYD6Fzz

War wohl ein bisschen blöd von mir die Gitarre ohne große Kenntnisse so zu bearbeiten. :cry:
Benutzeravatar
von Phuehue
#315912
Hm... Wenn einzelne Saiten schnarren, dann schraube ich einfach mal an den Saitenreitern rum, bevor ich den ganzen Hals justiere. Aber anyway: Es ist ja nicht so, dass du - sofern du bei der Halsschraube "moderat" umgehst - was vollständig kaputt machen kannst. :)

Hast du den Saitenreiter der B-Saite schon etwas erhöht? Falls du dies nicht mehr kannst, weil du schon am Anschlag bist, wäre das nciht so ideal. Dann würde ich wohl dne Hals wieder etwas mehr spannen und die Saitenreiter überall ein wenig nach unten korrigieren.
von powertube
#315921
Hey,

danke für deine Antwort. :)

Habe die Halskrümmung nur minimal justiert. Nur noch mal zum Verständnis. Wenn ich die Schraube im Uhrzeigersinn drehe, spannt dies den Hals, oder?
Benutzeravatar
von Roddy
#315935
Den Hals spannen bedeutet ein gerader Hals. Das führt eher zum Schlagen der Saiten auf den Bünden. Überdenke noch mal deinen Ratschlag, phuehue.
Wenn das Erhöhen der Saitenlage keine Besserung bringt ist entweder der Hals verzogen, die Sattelkerbe nicht in Ordnung oder eine unzureichende Halskrümmung vorhanden.
Als erstes sollte man aber eine neue Saite mal ausprobieren, bevor man an die Einstellungen geht.
Benutzeravatar
von Phuehue
#315948
Roddy hat geschrieben:Den Hals spannen bedeutet ein gerader Hals. Das führt eher zum Schlagen der Saiten auf den Bünden. Überdenke noch mal deinen Ratschlag, phuehue.
Ui, ja logisch... Sorry, my bad!

Das Ziel sollte sein, dass der Hals etwas mehr gebogen wird, damit der Saitenabstand höher wird, um dies dann mit den Saitenreitern dann fein einzustellen.

Merci für den Hinweis Roddy
von powertube
#315964
Danke für eure Ratschläge. Kann man die Saitenreiter irgendwie wieder auf Werkseinstellung bringen? Oder würde das den Sound dann völlig verramsacken?
Benutzeravatar
von Roddy
#315967
In der Regel sind die Gitarren vom Werk nur nach pi mal Daumen eingestellt.
Du stellst Dir die Gitarre nach Deinen Bedürfnissen ein.

Und die Halskrümmung ist nicht dafür gedacht, die Saitenhöhe zu justieren, sondern dient der Saite, damit sie in Ihrer Amplitude Schwingen kann.
von powertube
#315969
ok danke.

wenn ich mich recht entsinne habe ich an der Schraube max. so 3-4mm gedreht. Da dürfte ja nicht allzu viel verstellt worden sein oder?

Ich werd mal die Saiten durchtauschen. Wenn das Problem dann nicht behoben ist, werde ich die Klampfe vielleicht mal zum lokalen Musikhaus bringen.
von MikeMcFly
#315970
Ich werd mal die Saiten durchtauschen. Wenn das Problem dann nicht behoben ist, werde ich die Klampfe vielleicht mal zum lokalen Musikhaus bringen.
Letzeres würde ich Dir vor jeder weiteren Schrauberei empfehlen. Die Jungs (und Mädels) in den Musikläden haben in der Regel einen eigenen, geschulteren Blick darauf.
Benutzeravatar
von Software-Pirat
#315973
Also, wenn eine freie Saite klirrt, dann klingt das nach Sattel oder Mechanik. Bei letzteren könnte einfach nur die Mutter lose sein. Die einfach festziehen.
von powertube
#316002
Software-Pirat hat geschrieben:Also, wenn eine freie Saite klirrt, dann klingt das nach Sattel oder Mechanik. Bei letzteren könnte einfach nur die Mutter lose sein. Die einfach festziehen.
=(=))= =(=))= genau das wars. Ist mir leider erst nach dem Saitenwechsel aufgefallen :-D

Danke euch !
Benutzeravatar
von Henk
#316420
Um die scheppernde B-Saite wieder aufzugreifen:

Ist bei mir leider auch der Fall.

Ich bin noch nicht lange dabei, habe seit ca. 1 Monat meine erste Gitarre. Ich habe die Gitarre als B-Stock gekauft und glaube, dass sie vor dem Kauf eine lange Lagerzeit hatte.
Vor zwei Tagen habe ich den allerersten Saitenwechsel vorgenommen. Es waren vorher Standardsaiten drauf (welche genau kann ich nicht sagen).

Nun sind es folgende: D'Addario EXL 009-042

Ich habe alle Saiten entfernt und dann ein paar Wartungsarbeiten vorgenommen:
Schrauben angezogen (Gurtpins, Stimmmechaniken, Rahmen der Tonabnehmer) und das Griffbrett sowie die Bünde mit Lemon Öl gereinigt (kam gut was runter).
Das Holz des Griffbretts hat das Lemon Öl dankend angenommen, ist jetzt etwas dunkler, sieht aber wesentlich "gesünder" aus und fühlt sich geschmeidiger an. Alles in allem lag die Gitarre ca. 40 Minuten unbesaitet vor mir auf dem Tisch. Ergebnis nach dem Prozedere:
alle neuen Saiten scheppern.

Nachdem ich die Saitenlage erhöht habe, bin ich mittlerweile bei einem zufriedenstellenden Maß angelangt. Definitiv höher als vorher, aber für mich in Ordnung.
Die neuen Saiten scheinen mir jedoch wesentlich "schwungfreudiger" und weniger straff zu sein als die alten. Sie lassen sich auch wesentlich stärker "benden"/dehnen. Ich hoffe die Eindrücke täuschen mich nicht.
Wenn ich normal stark anschlage klingen bis auf die B-Saite alle Saiten sauber.
Aber die B-Saite scheppert bei gleicher Anschlagstärke gegriffen vom 1. bis etwa zum 20. Bund. Das Scheppern entsteht an den höheren Bundstäbchen, ich hab mich mal mit dem Ohr über die Klapmfe gelegt und die Saite weiter angeschlagen.
Info: das Problem hatte ich z.T. auch mit der alten B-Saite, wenn auch weniger stark/häufig (mitunter ein Grund für den Saitenwechsel).

Da ich zur Zeit Double Stops/kleiner Barre a la Chuck Berry übe und zwei Saiten gleichzeitig anschlagen muss, geht es mir ziemlich auf den Geist, immer eine Saite scheppernd heraushören zu können.

An die Halskrümmung wage ich mich erst mal nicht heran.
Welche Schritte kann man vorher zur Behebung des Problems unternehmen?
Bei den Saitenreitern habe ich die Befürchtung, in puncto Sound/Oktavreinheit was zu versauen. Oder habe ich da was falsch verstanden/nicht richtig gelesen?
Kann man an den Saitenreitern überhaupt die Höhe/Lage der Saite ändern?
Benutzeravatar
von Roddy
#316426
So wie du es beschreibst, wirst Du wohl vorher etwas dickere Saiten auf der Gitarre gehabt haben.
Vermutlich 10 - 46, ein dünnerer Satz lässt sich tatsächlich leichter Benden.
Dünnere Saiten haben auch einen geringeren Saitenzug. Das heißt, das der Spann zwischen Sattel und Steg nun etwas geringer ausfällt. Somit wird sich der Hals auch etwas strecken.
Um dem entgegenzuwirken stellt man nun den Halsstab etwas nach. Man entspannt Ihn etwas, damit der Hals die gewünschte konkave Krümmung einnimmt.
Aber kontrolliere doch erst mal ganz einfach, ob Du eine Krümmung des Halses hast.
Drücke im ersten Bund und in dem Bund, wo der Korpus beginnt, jeweils die Saiten mal runter und schaue, ob Du dann in der Mitte etwas Luft zwischen den Bünden hast, da reicht meist ein halber Millimeter.
Die Saitenreiter sind zum Einstellen der Oktavreinheit, nicht für die Saitenhöhe. Mit Ihnen verlängerst oder verkürzt du die Mensur der Saiten so, das die Oktave wieder genau beim 12ten Bund liegt. Aber oft sind die Saitenreiter auch in der Höhe zu verstellen, dann kann man natürlich auch sagen, das man mit Ihnen die Saitenhöhe einstellen kann. Bei mir drehe ich halt die Bridge hoch oder runter, auf denen die Saitenreiter befestigt sind. Begriffsspielerei halt.
Benutzeravatar
von Phuehue
#316480
Oooooder aber du wechselst wieder auf einen 10-er Satz. M.E. tönt das einfach voller und die Bendings kriegst du auf einem 10er Satz genauso hin wie bei einer 9er. Braucht vielleicht einfach etwa eine Woche Eingewöhnungszeit.
Benutzeravatar
von Henk
#316492
Danke für Eure Hilfe.

Nachdem ich gestern noch an der Saitenlage rumgedoktort habe, ohne zu einem spieltauglichen Ergebnis zu kommen, habe ich die Halskrümmung leicht verstellt/entspannt und die Gitarre über Nacht in Ruhe gelassen.
Heute morgen dann die Saiten wieder gestimmt und siehe da: keine Verbesserung ;)
Meiner (unerfahrenen) Ansicht nach, hat der Blick von der Kopfplatte die Saiten hinab auch ergeben, dass nach all dem was ich zur Halskrümmung gelesen habe, diese in Ordung ist. Auch der "Abdrück-Test" an 1. Bund und dem Bund, wo sich Hals und Korpus vereinen (in meinem Fall: 17. Bund), ergab ca. 0,8 mm Spielraum am 7. Bund.
Also die Halskrümmung wieder zurückgedreht und 10er Saiten gekauft (Ernie Ball Slinky).
Mit denen läuft es jetzt einwandfrei. Hätte nicht gedacht, dass das so viel ausmacht. Die B-Saite muss man jetzt schon "mutwillig" zum scheppern bringen.
Wichtig war mir vor allem, dass es keinen Unterschied mehr beim Anschlagen zwischen der B-Saite und den Restlichen gibt. Die 10er-Saiten klingen zwar weniger brillant, dafür aber schön voll und bassiger. Insofern ist zum Glück alles wieder im Lot. Hat mich schon ziemlich nervös gemacht :shock:

Eine Verständnisfrage bleibt aber:
Man liest oft, als Anfänger solle man die Finger von der Halskrümmung lassen. Und wenn doch, dann nur äußerst vorsichtig (max. 1/4-Drehung) annähern.
Gilt die Gefahr nur für das Spannen, also quasi das Überspannen des Halsstabes (Bruch?)?
Oder kann auch was beim Entspannen an der Mechanik des Halsstabes schiefgehen?
Benutzeravatar
von howdy71
#316497
Für den Halsstab gilt, nach ganz fest kommt ganz ab. Das müsste wohl in beide Richtungen gelten.

Allerdings kann ich bei meiner Ibanez den Halsstab nur bis zu einem bestimmten Punkt "entspannen". Da ist quasi ein Maximum erreicht und die Schraube lässt sich nicht weiterdrehen. Ob das auch bei anderen Gitarren so ist, kann ich jetzt nicht beantworten!

Das habe ich aber auch nur festgestellt, weil ich die Gitarre nach dem Kauf komplett neu justiert habe.
Benutzeravatar
von Henk
#316520
Ok, also am besten in beide Richtungen Vorsicht walten lassen.
Vergleichbare Themen
Themen Statistiken Letzter Beitrag
8 Antworten 
4688 Zugriffe
von Inghinn
5 Antworten 
1513 Zugriffe
von scrabb2011
4 Antworten 
3249 Zugriffe
von KlausdieMaus
12 Antworten 
2640 Zugriffe
von mjchael
20 Antworten 
3036 Zugriffe
von Agonizer