Angepasster Unterricht und Motivation

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-Scythe-
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Angepasster Unterricht und Motivation

Erstellt: von -Scythe- » 30.01.2013, 22:22

Ich war ja hier schon Ewigkeiten nichtmehr aktiv, aber jetzt gibt es doch wieder etwas wo ich nicht auf den Rat von euch verzichten möchte.

Und zwar geht es um zwei verschiedene Dinge:
  • Zum einen, wie ich am besten rangehe um den Unterricht mit meinem Lehrer so zu gestalten dass es für mich optimal oder nahzu optimal ist.
  • Zum anderen wie ich mein "Motivationsproblem" in den Griff bekomme.


Ich bin mir sicher dass man diese beiden Sachen gut miteinander verbinden kann, deshalb frag ich auch beides im selben Thread. Ich möchte auch darauf hinweisen dass es nicht allgemein um diese Probleme geht sondern nur jetzt und hier in meinem Fall, deshalb...

...ein paar Infos über mich, da selbst die hier die ich persöhnlich schon getroffen habe (z.B. Mjchael oder Sweep) mich sicher nicht wiedererkennen würden:

Ich spiele seid nun 3½ Jahren Gitarre, aber das letzte Jahr hab ich nicht wirklich nennenswert gespielt.
Mein Fehler war, da bin ich mir ganz sicher, dass ich mit dem Unterricht aufgehört habe. Fehler kann man es vielleicht nicht nennen, immerhin war es wegen der Abi-Zeit.
Jedoch hat es mir gezeigt, dass ich eine Person bin die immer wieder Impulse von außen braucht um "dran zu bleiben". Instrumental-Unterricht ist da meiner Meinung nach die zuverlässigste Methode, aber eine Band oder ein Orchester sind auch nicht zu unterschätzen.
Soweit so gut.

Es bringt aber nichts wenn man nicht gut mit seinem Lehrer klarkommt. Menschlich/sozial hatte ich nie Probleme mit meinen Lehrern, ich konnte und kann mich außergewöhnlich gut mit Erwachsenen verständigen und das bekam ich natürlich auch zurück.
Worum es mir geht ist der Unterricht - deshalb hab ich auch dieses Subforum gewählt.


Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich spezielle Lernmethoden benötige. Damit meine ich keine besonderen Bücher oder derartiges, sondern Dinge wie Kontrolle. Ich will dass mein Lehrer weiß wie viel ich geübt habe. Das ist durch bloßes Vorspielen der Übungen oft nicht ohne weiteres möglich.
Oft übe ich wenig und trotzdem klappen die Lieder dann ganz gut, würde ich aber angemessen viel üben (ich hab sehr sehr viel Freizeit momentan) dann würde das ganze viel besser klappen.

Was kann ich meinem Lehrer anbieten, damit er mich besser überprüfen kann?


Die Frage die sich unweigerlich stellt: "Wenn du so wenig übst, macht dir das Instrument überhaupt Spaß?"
Ja! Das ist paradox, aber manche kennen es vielleicht. Ich "komme einfach nicht dazu". Wenn ich erstmal da sitze, mit der Gitarre in der Hand, Röhren vorgewärmt, die richtige crunchige Einstellung am Verstärker eingestellt und was ich üben möchte klar im Kopf - dann spiel ich gerne auch mal lange.


Also brauche ich Motivation, jene die mich dazu treibt das Instrument in die Hand zu nehmen und zu üben.
Guten Gitarristen zuzusehen oder auch stöbern in den Online-Shops; das Gitarrenforum lesen und mit anderen Musikern chatten, reden - das alles hat mich schon motiviert das Instrument in die Hand zu nehmen.
Das reicht aber nicht. Ich brauche etwas das auch langfristig funktioniert. Eine Sache die ich ganz streng durchzuhalten versuchen werde: Täglich um die selbe Uhrzeit üben. Eine Routine etablieren.
Für den Unterricht ist es (glaube ich) ziemlich wichtig, dass man das spielt was man später auch einmal spielen will oder sich zumindest in die Richtung bewegt. Ein großer Faktor für mich sind Erfolgserlebnisse. Wenn ich ein Lied im Unterricht lerne und es wirklich gerne habe dann spiele ich es rauf und runter, übe viel mehr und werde plötzlich wirklich gut, aber vorallem: Ich hab Spaß! Und das motiviert mich dann wieder weiterzumachen.

Was könnt ihr mir raten um mehr von solchen Erfolgserlebnissen zu haben?


Mein Problem ist natürlich, dass ich ein eher beschränktes Wissen von Liedern habe und die meisten die mir gefallen würden - die kenne ich gar nicht. Lieder dürfen logischerweise auch nicht zu schwer sein oder zu leicht.
Gerade bei Klavier oder Violine ist es für mich unmöglich schöne Lieder zu finden, welche auf meiner Schwierigkeits-Stufe liegen.

Wie kann ich solche Lieder finden?


Ich möchte kein Profimusiker werden, also mehrere Stunden täglich muss ich mir selbst nicht aufbrummen, aber zumindest 15-30 Minuten täglich mit vielleicht 1-2 Tagen Pause hier und da sollten es schon sein. Ohne Übung geht es nur schleppend voran und das endet bei mir tödlich, zumindest für die Motivation ein Instrument zu spielen.



Abschließend will ich noch hinzufügen, dass es nicht allein um Gitarre geht. Ich spiele viele Instrumente und werde demnächst so ziemlich das gewagteste anfangen (Violine) und in Anbetracht der Schwierigkeit dieses Instruments und meines inständigen Wunsches es spielen zu können (noch mehr als Klavier und Gitarre) will ich dieses mal nicht in die Situation geraten in der ich gerade mit der Gitarre stecke - wenn das relevant sein sollte fragt mich einfach.
Was ich sagen möchte: Haltet Tipps bitte so, dass man sie auch auf andere Instrumente anwenden könnte.

Kato
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Erstellt: von Kato » 30.01.2013, 23:57

Du hast Dein Problem erkannt...hmm..warum muss Dein Lehrer dich kontrollieren. Du lernst für dich, nicht für ihn. Hausaufgabenkontrolle gibt es in den unteren Klassen, du hast das nicht mehr nötig.

Such dir Leute zum zusammenspielen....das motiviert. Denn dann musst du die Sachen können.

Und bleibe erstmal bei einem Instrument.....du willst gut spielen können, hoppelst aber immer zu einem neuen Instrument, wenn es zäh wird. Und das ist nun mal so beim lernen von Musik. Bis Hand und Kopf das verinnerlicht haben, dauert es...egal welches Instrument. An der Geige wirst du dir ganz schnell die Zähen ausbeißen, aber mach, danach weißt du die Gitarre zu schätzen.

Im Grunde genommen reflektierst du in Deinen Sätzen schon alles, was du machen musst. Du weißt es eigentlich ganz genau ........ und willst nur nochmal die Bestätigung haben. UNd zur Wahl der Stücke....Übungsstücke, leichte Stücke, Stücke, die dir nicht so gut gefallen...und Stücke, die dir gut gefallen, aber leichter gemacht sind, als im original.
Viel Spaß beim Lernen

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-Scythe-
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Erstellt: von -Scythe- » 31.01.2013, 01:20

Das mit der Kontrolle ist einfach eine Eigenart von mir. Ich möchte niemand enttäuschen und viel lieber mein Lehrer lächeln sehen, das geht aber nur wenn er auch sieht wie viel oder eben wenig ich gemacht habe. Das ist eine ganz eigene Art von Motivation - mag sein dass das vielleicht eher kindisch anmutet und bei 95% der Erwachsenen nicht funktioniert, aber ich bin halt auch ein Individuum und hab meine Besonderheiten.


Und das mit den vielen Instrumenten ist nicht ganz so einfach. Ich schreibe gerne in Kurz-form mal auf wie das mit meinen 5 bzw. 6 Instrumenten war:
Zuerst kam die obligatorische Blockflöte. Anders als die anderen Jungs mochte ich das Instrument aber und hab es bis Ende der Grundschule weitergespielt und selbst danach noch etwas.
Nebenbei hab ich Klavier gelernt was ich bis heute spiele, vielleicht nicht aktiv, aber das ist so das eine Instrument bei dem ich immer geblieben bin.
Im Gymnasium hab ich Posaune gelernt, was sich aber als frustrierend herausstellte, da ich weder Klang, noch die Stücke mochte und auch gar kein Ziel hatte. Entsprechend machte es auch kein Spaß, also hab ich es frühzeitig gelassen.
Da ich aber weiterhin im Schulorchester spielen wollte hab ich Klarinette angefangen. Das hat auch Spaß gemacht, nur wurd mir das ganze dann einfach zu viel. Schulisch-soziale Probleme und schlussendlich ein Schulwechsel auf ein Internat haben dann so ziemlich alle Verbindungen zu Lehrern gekappt und ich hab ja schon geschildert was passiert wenn ich kein Lehrer mehr habe.
Auf dem Internat blieb mir dann nur das Klavier.
Nach einiger Zeit reichte mir das aber nicht mehr, da ich kein guten Lehrer gefunden habe und "Keyboard" in der Band ganz anders war - ich musste plötzlich viele Akkorde hinlegen und ich hatte damals keine Ahnung davon, insofern war ich fast wieder ein Neuling auf meinem Instrument.

"Wenn ich sowieso von null anfangen muss, dann kann ich auch mal was anderes probieren" war dann mein Gedanke. So in etwa bin ich zur Gitarre gekommen.
Das war neben Klavier das einzige Instrument welches mich lange so motiviert hat und alleine der Klang mich hat weiterspielen lassen.
Warum das dann schief gegangen ist ist relativ einfach zu erzählen. Abi-Zeit, kein Unterricht mehr und Differenzen zwischen mir und dem Lehrer, welche mit der Hauptgrund waren warum die Motivation stetig gesunken ist.

Warum hab ich mir jetzt das mit schwierigste Instrument ausgesucht? Warum mach ich nicht mit Gitarre oder Klavier weiter?
Naja, es ist nicht die Schwierigkeit eines Instrumentes dass mir zu schaffen macht, viel wichtiger ist was man damit machen kann und noch viel wichtiger: Was man möchte! Ziele!

Gitarre ist extrem vielseitig, genau wie Klavier, deshalb mochte ich beide ja so sehr, zumindest in der Theorie. Das Problem war, ich bin da rangegangen ohne Vorstellung was ich eigentlich wollte.
Auf dem Klavier hatte ich kein blassen Schimmer um ehrlich zu sein - der Hauptgrund warum ich von damals bis heute so wenig gespielt habe.
Auf der Gitarre wollte ich Metal spielen, aber mit der Zeit fand ich deutlich mehr Gefallen an Classic Rock, so "Rock you like a hurricane"-mäßig, alte Klassiker der Rockgeschichte. Nun, aber mein Lehrer hat das ganze viel theoretischer gemacht und ich war so blöd mich nicht zu beschweren und mit ihm mal darüber zu reden.
Mangel an Erfolgserlebnissen und schönen Liedern die ich gerne wiederholen würde führte zu wenig Motivation (aka wenig Üben) und naja - da haben wir schon den Teufelskreis.

Hier muss ich auch eines noch einwerfen: Ich hab diese Instrumente nicht aufgegeben. Nur Posaune und Blockflöte habe ich wirklich aufgegeben da sie mir zu wenig Vielfalt bieten oder einfach kein Spaß machen.
Klarinette werde ich nicht wieder aufnehmen (zumindest plane ich es nicht!) weil das einfach zu viele Instrumente sind.

Klavier werde ich ganz sicher wieder weiter machen, jetzt weiß ich auch wo ich hin will und was ich alles tun kann. Ob es in einer Band Liedbegleitung mit Akkorden und kurzen Melodien ist oder klassisches Solo-Spiel - ich weiß "wie wo und was". Das ist der aller wichtigste Motivationsfaktor für mich. Ein Ziel vor Augen - ohne das, ja ohne das wirds nix bei mir.

Gitarre ist sozusagen auf der "Warteposition". So schade das für manche hier klingen mag, seien wir mal ehrlich - das ist gut so. Man sollte nicht versuchen drei Instrumente gleichzeitig lernen zu wollen, zumindest kein Normal-Mensch wie ich.
Wenn ich Zeit dazu habe und mir danach ist werd ich auf meinem gewonnen Wissen der letzten Jahre weiter aufbauen - aber bis dahin will ich mich lieber auf ein oder zwei Instrumente konzentrieren und diese ordentlich spielen.

Bei der Violine weiß ich ganz genau wo ich hin will. Mir erzählen zwar laufend Leute dass man sich so schwer tut wenn man es nicht ala "David Garrett" mit 5-6 Jahren angefangen hat, aber haben die Leute auch das Ziel im Sinn? Ich will ja kein Profi-Musiker werden, außerdem hab ich ein inzwischen geschultes Gehör und kenn eine ganze Menge Musiktheorie. Mag mir vielleicht nicht direkt helfen, aber unnütze ist's auch nicht.

Lange Geschichte kurz:
Ich such das "richtige" Instrument für mich. Würd ich am Hungertuch nagen dann würd ich mir das ganze noch 2-3x überlegen, aber dem ist ja nicht so. Was schadet ausprobieren und auf die Nase fallen? Am Ende ist man schlauer und höchst wahrscheinlich geht dann auch alles besser.



Zurück zum eigentlichen Thema:
Egal ob ihr Schüler oder Lehrer seid, was für "spezielle" Methoden habt ihr bei eurem Unterricht? Habt ihr überhaupt welche, oder macht ihr es ganz traditionell, Lieder/Übungen spielen, Zuhause üben, in der Stunde weiterspielen?
Ich such immernoch Methoden die mir helfen.

Torfi
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Erstellt: von Torfi » 31.01.2013, 08:50

Ja, du bist etwas speziell!
Auch wenn du glaubst, gut mit Erwachsenen klar zu kommen, es gibt wahrscheinlich nicht viele Lehrer die mit dir klarkommen.

Weil viele Lehrer ihren Schülern das vermitteln, was sie selbst weitergebracht hat, bei welchen Dingen sie Erfolgserlebnisse hatten und das bei dir wohl ein wenig anders läuft.

Aber ich glaube schon, dass es auch solche Lehrer gibt die so ticken wie du, man muss sie nur finden.

Egal ob ihr Schüler oder Lehrer seid, was für "spezielle" Methoden habt ihr bei eurem Unterricht? Habt ihr überhaupt welche, oder macht ihr es ganz traditionell, Lieder/Übungen spielen, Zuhause üben, in der Stunde weiterspielen?
Ich such immernoch Methoden die mir helfen.


Mein Problem ist, dass ich keinen zusammenhängenden Unterricht habe sondern hier mal bissl was abschaue, da mal mit Leuten spiele, dann doch mal wieder ein paar Stunden nehme aber nicht wirklich lange weil es eben doch sehr teuer ist. Das ist zwar saublöd um wirklich Gitarre spielen zu lernen aber gut um verschiedene Lehrer und Lehrstile kennenzulernen.
Es gab da mal jemanden, den fand ich fürchterlich pedantisch und war schnell wieder weg aber vielleicht wär so jemand genau das richtige für dich gewesen.
Nimm dir das Projekt "Lehrersuche" vor, nimm dir dafür Zeit und probiere verschiedene aus. Sage denen genau, was du suchst und schau, wie sie damit klarkommen und ihr euch fühlt.
Viele bieten ja günstige Probestunden an. Und wenn es nicht gleich klappt dann sehe es nicht als Scheitern sondern als Sammeln von Erfahrungen an.
Und - wie wäre es bis dahin mit einem Übungstagebuch?

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Erstellt: von -Scythe- » 31.01.2013, 14:54

Ein Übungstagebuch war auch meine Idee, ist zwar nervig und ich werde das sicher irgendwann wieder aufgeben, aber gerade für die "schwierige Zeit" (das ist bei mir nach ½ Jahr spielen bis ungefähr 2-3 Jahre) würde das sicherlich Sinn machen und helfen, bzw. wenn ich Gitarre/Klavier wieder aufnehme.

Ob jetzt ein pedantischer Lehrer das richtige ist, ich weiß nicht. Wenn es darum geht sich nichts falsches anzugewöhnen oder ums Üben vielleicht, aber so Kleinigkeiten beim spielen ... das könnte auch stören.

Was ich mir auf jedenfall vornehme ist meinen Lehrern klar zu sagen: "Dort will ich mal hin" und "Auf die und die Weise will ich da hin". Natürlich kann ich nicht erwarten, dass das immer geht. Man kann nicht ohne leicht nervige Übungen gewisse Techniken erlernen oder schwierige Stellen einfach auslassen. Aber man kann auf meine Wünsche etwas Rücksicht nehmen, ist ja nicht zu viel verlangt oder?

Musikbox
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Erstellt: von Musikbox » 31.01.2013, 16:05

So dann teil ich mal meine Erfahrungen:
Ich hatten schon verschiedene Gitarrenlehrer und kann dir aus diesem Grund auch nur raten, dir bei der Suche Zeit zu lassen und bei verschiedenen Lehrern Probeunterricht zu nehmen. Genau wie du es schon selbst gesagt hast: Überlege dir davor, was du spielen, lernen und irgendwann mal können möchtest. Musikrichtung, Bands, bestimmte Lieder, Techniken, ... Ich hatte ein Jahr Unterricht bei einem Lehrer, der durchaus gut Gitarre spielen konnte und auch sympatisch. Ich hab in diesem Jahr aber so gut wie nichts gelernt. Warum? Ich musste Kinderlieder begleiten (und das in der 9. Klasse oder so). Natürlich kann man da auch Akkordwechsel lernen, aber ich übe eben lieber Lieder die ich auch gerne höre! Es war keinerlei Motibation da, Daheim fleißig zu üben, da ich die Stücke eh nicht spielen wollte.
Der Nachfolgende Lehrer war das genaue Gegenteil. Er war zwar chaotisch und ziemlich verpeilt, hat sich aber voll und ganz auf mich eingestellt. Wir haben Lieder gespiel, die mir Spaß gemacht haben. Nach kurzer Zeit haben Barre-Akkorde geklappt (die ich im Jahr davor eigentlich auch schon geübt hatte). Lieder, die eigentlich zu schwer für mich waren, hat er so abgeändert, dass ich sie spielen konnte. Das sind tolle Erfolgserlebnisse (und nach denen suchst du ja) und motiviert ungemein. Danach konnte ich mich dann an die schwierigere und originale Version wagen. Bei diesem Lehrer hatte ich etwas länger als ein Jahr unterricht und habe wahnsinnig viel gelernt, der Ehrgeiz hat mich gepackt. Seitdem hab ich viel mehr Spaß am spielen und kann mich auch selbst super motivieren.
Das soll heißen: Der richtige Lehrer ist verdammt wichtig! Er muss sich auf dich einstellen und nicht einfach ein festes Programm abarbeiten. So jemanden zu finden ist gar nicht so leicht.

Jetzt hab ich keinen Unterricht mehr, mein damahliger Lehrer hat mit dem Unterricht aufgehört und einen (für mich) vergleichbar guten Lehrer zu finden wird schwer sein. Außerdem klappt das jetzt bei mir auch zeitlich nicht mehr so gut.
Die Motivation fehlt mir trotzdem nicht, weil ich nun weiß, was man mit Üben erreichen kann. Ich such mir ein Lied aus und erlerne das ganze Stück für Stück und LANGSAM.
Von Fingerübungen und puren Technikübungen halte ich persönlich weniger. Eine Zeit lang habe ich das auch probiert, für mich ist das aber einfach zu trocken! Die verschiedenen Techniken stecken schließlich auch in Songs drin und da kann man das auch recht gut üben.

Ein Übungstagebuch wäre für dich vielleicht gut. So kannst du dich selbst kontrollieren und das Ganze auch deinem Lehrer vorlegen. Das erfordert aber Disziplin. Aber wenn du Kontrolle brauchst (auch von außen) wäre das eine Möglichkeit.

So... Ist jetzt ziemlich lange geworden und ich weiß gar nicht, ob dir das was bringt. Sind jetzt eben meine persönlichen Erfahrungen.

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Erstellt: von -Scythe- » 31.01.2013, 18:21

Danke für den Erfahrungsbereicht Musikbox.

Ich denke ich kann folgendes festhalten:
  • Mein Lehrer sollte sich nach meinem Wünschen richten, zumindest genug, dass es mir Spaß macht
  • Zur Kontrolle/Selbstkontrolle sollte ich entweder ein Übungstagebuch oder etwas versuchen was mir mein Lehrer rät (ich werde mein Lehrer natürlich auch nach Ideen fragen!)
  • Sobald ich ein gewissen Können erreicht hab dann sollte ich auch von alleine weiterkommen und dann wird das motivationstechnisch auch unproblematischer



Bin dankbar für die Tipps, aber hoffe noch auf ein paar mehr, man kann ja jederzeit über eine neue vielleicht "merkwürdige" Methode stoßen die sich dann als genau das Richtige herausstellt.

chiara
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Erstellt: von chiara » 01.02.2013, 17:02

Was unter anderem motivierend sein kann ist:

- Workshops besuchen, Gitarrenkonzerte besuchen
- Songs, Gitarrenstücke anhören, die einem sehr gefallen versuchen nachzuspielen.
- Versuchen Akkorde, Noten rauszuhören.
- Ändern des Musikstils. z.B. einen Rocksong mal als Jazznummer spielen,
oder Ballade rockig.
- verschiedenste Klangfarben und Techniken an Gitarre ausprobieren,
experimentieren.
- Emotionen musikalisch umsetzen

- Improvisieren. CD einlegen und dazu frei spielen.
Sich mit Musikern treffen und gemeinsam experimentieren.

- der Reiz, Ehrgeiz ein Stück sehr gerne spielen zu können.

- Songwriting

das sind einige von vielen Möglichkeiten Motivation wachsen zu lassen.

Meine Gitarrenschüler motiviere ich ansonsten auch mit spielerischen Sachen,
z.B. Gedichte vertonen, selber eine Melodie mit Text schreiben, oder Lieder aus Vergangenheit hervorholen,
nochmals spielen, und feststellen wie toll man das inzwischen spielen kann,
wie schwer es vielleicht damals noch fiel.

Also ein Motto könnte sein:

Das möchte ich gerne spielen können - also übe ich mit Freude - super ich kann es und bin stolz auf mich!

Gruß chiara

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Erstellt: von -Scythe- » 01.02.2013, 18:00

Mein Motto momentan ist: Ich hab Spaß an dem Instrument, also übe ich um besser zu werden und noch mehr Spaß zu haben.

Und danke chiara, ein paar der Dinge sind sicherlich auch hilfreich für ein merkwürdigen Kauz wie mich.

Bei den Methoden werde ich sicher mal das hervorholen älterer (schöner) Lieder ausprobieren - wenn ich die Lieder nicht mag ist das natürlich schrecklich, aber ich kann mir vorstellen dass das sehr positiv auf mich wirkt wenn ich die Lieder mochte.

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