Wie unterrichten?

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bananensplit
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Wie unterrichten?

Erstellt: von bananensplit » 03.01.2013, 11:52

Hallo,

ich bringe mir seit 9 Jahren Gitarrespielen selbst bei und überlege mir zu unterrichten, bin jedoch ratlos, wie ich einem Anfänger strukturiert das Gitarrespielen beibringen kann.

Kann mir jemand eine Liste empfehlen, wo draufsteht, was ich als Lehrer auf jedenfall draufhaben sollte?

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Kevenborstel
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Erstellt: von Kevenborstel » 03.01.2013, 12:26

Es kommt darauf an, auf welchem Level du unterrichten möchtest. Ich kenne einige, die für relativ wenig Teuros unterrichten und nicht den Anspruch haben, ein Meister auf dem Instrument zu sein. Aber die Chemie (oder der "Draht" zum Schüler) stimmt und sie können
eben das Grundwissen gut rüberbringen.
Ich würde mir ein "eigenes" Unterrichts-Gerüst aus den vielfältigen Lernbücher/Videos/Foren
zusammenbasteln und dieses Gerüst dem Wissensstand oder eben der Motivation/Können des Schülers anpassen.
Je nachdem wie "proffessionell" du an die Sache herangehen willst, würde ich auch mal einen
Gitarrenkurs bei z.B. den Kreismusikschulen Volkshochschule etc. ( wegen der Kosten ) besuchen - learning by doing.
Wie in der Schule - abschreiben und dann noch verbessern - klappt doch gut ;)
Und ich würde erst mal mit jemandem anfangen, den du vielleicht kennst (Bekannten oder Bekannte eines Bekannten) und zuerst vielleicht nur eine Aufwandsentschädigung verlangen (ganz ohne Knete kommt nicht so gut an). Dann kannst DU erstmal üben und Sicherheit gewinnen.
Es ist nämlich gar nicht so einfach "auf der anderen Seite" zu sitzen und zu unterrichten.
Erfordert genausoviel Übung wie das eigentliche Spielen.
Hier im Forum sind auch einige, die bereits Unterricht geben, da kommen bestimmt noch viele Tipps.
"Level Ahead (L.A.) is comming soon"

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startom
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Erstellt: von startom » 03.01.2013, 12:50

Hoi bananensplit
Die zwei Zauberworte heissen: Methodik und Didaktik. Dazu gibt es Seminare / Kurse / Ausbildungen.
Tom

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 03.01.2013, 13:18

Die Frage ist, was willst du beibringen?

Grundlagen der Liedbegleitung, da kann ich auf die Wikibooks verweisen.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_P ... des_Buches

Derzeit meines Wissens das einzige frei zugängliche Material (zumindest in deutscher Sprache) zu diesem Thema.

Was fehlt ist ein gutes Konzept für die E-Gitarre.

Da würde ich auf mehrere Lehrbücher zurückgreifen, wie
Garantiert E-Gitarre lernen (Bernd Brümmers)
Kumlehns neues E-Gitarrenbuch

Bei der Methodik der einzelnen Lektionen findest du einiges auf den Wikibooks, aber kein durchgehendes Konzept, wie bei den Diplomen da ich halt mehr A-Gitarre als E-Gitarre spiele, und kein weitererer E-Gitarrren-Autor da ist.

Letztlich strickt man sich selbst seinen Lehrplan zusammen.

Gruß Mjchael

bananensplit
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Erstellt: von bananensplit » 03.01.2013, 21:37

Danke für die Tips.

Mein Problem ist, dass ich selbst nicht benennen kann, was ich technisch beherrsche, weil ich das Meiste durch jammen, Abgucken von Anderen und ein gutes Gehör gelernt habe. Ein Gitarrenlehrbuch habe ich nie gelesen, ob ich das Plektrum "richtig" halte, usw. war mir nie wichtig, weil sich alles ergab.

Gleichzeitig bin ich mir aber sicher, dass diese Herangehensweise nicht jedem liegen wird, deswegen such ich zunächst mal ein Grundrepertoire, was mich überhaupt zum Lehrer qualifiziert.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 03.01.2013, 23:38

Willst du E-Gitarre beibringen, oder Akustik?
Was für Lieder schweben dir vor?
Was für Musikrichtungen?
Welche Grundlagen möchtest du vermitteln, und wo hast du selbst deine Lücken?

bananensplit
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Erstellt: von bananensplit » 07.01.2013, 23:43

Danke für die Tips.

Ich würde gerne Akustik-Gitarre unterrichten und würde wohl zu Beginn mal das Lagerfeuerdiplom ausprobieren, ein paar Lieder üben, welche mit einfachen Akkorden drin sind.

Statt Lieder nachzuspielen, würde ich dann aber relativ zügig Richtung Improvisation und Komposition gehen - zu Beginn mit wenigen Akkorden, dann Pop-Song Strukturen, Band, usw.

Lücken... gute Frage... ich werde da wohl zunächst mal eine Bestandsaufnahme machen müssen - hab mir nie die Mühe gemacht die Begriffe der Techniken zu lernen.

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startom
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Erstellt: von startom » 08.01.2013, 09:58

bananensplit hat geschrieben:Statt Lieder nachzuspielen, würde ich dann aber relativ zügig Richtung Improvisation und Komposition gehen - zu Beginn mit wenigen Akkorden, dann Pop-Song Strukturen, Band, usw.


Vorsicht: Versuche nicht, dich beim Unterricht selber zu verwirklichen, sondern gehe auf die Wünsche deiner Schüler ein.
Liedbegleitung und ständige Repertoire Erweiterung ohne eigene Improvisationen und/oder Kompositionen ist durchaus ein legitimes Ziel.

Ich habe die Erfahrung selber gemacht, dass ich mir einen 6-Monate-Plan für meine Schülerin (eine Bekannte) zusammengestrickt habe. Nach einigen wenigen Wochen war sie völlig begeistert vom Picking und wollte weg von der Akkord- und Liedbegleitung.

Meine Konsequenz daraus: Ich habe ein Basic-Programm, welches beinhaltet:
- einfache Akkorde
- einfache Rhythmen und Schlagmuster
- einfaches Pickingmuster
- einfacher Einstieg in die Theorie

Zu allen diesen habe ich mir Beispiele erarbeitet, womit ich starte. Nach spätestens 2 bis 3 Monaten (je nach Disziplin und Motivation des Schülers) kristallisiert sich eine bevorzugte Richtung heraus. Das will nicht heissen, dass ich dann stur nur auf einer Stilrichtung weiter unterrichte, sondern einfach Schwergewicht auf die Hauptinteressen des Schülers lege.

Wie ich ein paar Posts weiter oben schon erwähnt habe: Methodik und Didaktik. Ein guter Gitarrenlehrer ist kein Griffbrett-Wunderkind.... sondern einfach nur ein guter Lehrer, der zuhören und seine Unterrichtspläne und Unterrichtsgeschwindigkeit individuell und flexibel gestalten kann.

Meine Erfahrung: Ich bin zwar zu 100% anderweitig berufstätig (IT Architekt), mache jedoch offiziell Ferienaushilfe für die Gitarrenlehrer unserer örtlichen Musikschule.
Tom

sunset
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Erstellt: von sunset » 09.01.2013, 00:20

Hi bananensplit,
ähnlich wie startom habe auch ich mir im Lauf der Jahre ein Repertoire an Liedern, klassischen Stücken und technischen Übungen zusammen gestellt, das in verschiedenen Ordnern nach Schwierigkeitsstufen abgelegt ist und ständig erneuert, aktualisiert und ergänzt wird.

Daraus wähle ich für die SchülerInnen jeweils die ihnen und ihrer Begabung angemessenen Stücke aus. Manchmal verwende ich auch - gerade im Bereich der Klassik - fertige Schulen (von denen es sehr gute gibt) als Gerüst, ergänzt durch Stücke, die ich irgendwo zusammengesucht habe.

Das ist aber nur ein Teil des Unterrichts. Wichtig ist natürlich auch, diverse Tricks parat zu haben, um ein technisches Problem einfacher zum Erlernen machen zu können, immer ein Blick auf eine entspannte Körperhaltung und folgende Grundsätze in meinem Unterricht:
  • nie etwas unterrichten, was ich selbst nicht tadellos beherrsche
  • eine Stunde ist eine verlorene Stunde, wenn nicht mindestens ein Mal gelacht wurde
  • auf die Wünsche und Vorstellungen der SchülerInnen eingehen, sie mit Liedern aus dem eigenen Repertoire darauf hinführen, falls ihr Wunsch noch zu schwer ist (kommt oft vor!)
    und:
  • "was einen anstrengt macht man falsch" [Albert Einstein]
  • "das habe ich von meinen Schülern gelernt" [Arnold Schönberg]

Das, was man unterrichtet, ist nur die Spitze des Eisbergs vom eigenen Können und dafür muss man viel spielen, arbeiten, recherchieren, ganze Schulen durchspielen, Lieder transkribieren, sich am Laufenden halten.

Also, viel Freude bei der Erarbeitung deiner Unterrichtsmethodik :cool:

lg
sunset

Hairy Harry
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Erstellt: von Hairy Harry » 09.01.2013, 09:43

bananensplit hat geschrieben:Mein Problem ist, dass ich selbst nicht benennen kann, was ich technisch beherrsche, weil ich das Meiste durch jammen, Abgucken von Anderen und ein gutes Gehör gelernt habe. Ein Gitarrenlehrbuch habe ich nie gelesen, ob ich das Plektrum "richtig" halte, usw. war mir nie wichtig, weil sich alles ergab.

Hmm, ein zusammengestückeltes Autodidakten-Halbwissen also. Ob das gute Voraussetzungen sind? Kannst du das wenigstens abrunden mit Erfahrungen im Lehren und Leiten? Trainierst du eine Fußballmannschaft, bist du Pfadfinderleiter oder irgendwas in der Art?

Hast du Band-Erfahrung? Ich meine eine feste Besetzung, die auch auftritt, nicht nur mal mit diesem, mal mit jenem im Keller jammen.

Kannst du einfache technische Probleme lösen, z.B. eine vermurkste Saitenlage oder Oktavreinheit korrigieren? Oder zumindest eindeutig erkennen?

Hast du die charakterlichen Voraussetzungen? Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ausdauer, Gelassenheit, ... Lehrer werden ist nicht schwer, Lehrer sein dagegen sehr.

Besorg dir (z.B. aus der Stadtbücherei) ein paar Gitarrenschulen, mindestens drei verschiedene, und spiel die komplett durch. Aber nicht nur runterdudeln (was du nach 9 Jahren Gitarre blind können müsstest), sondern wirklich durchspielen und vor allem durchdenken, das Konzept verstehen und erklären können.

Besonders aufpassen, wenn etwas anders gelehrt wird als du es bisher gemacht oder verstanden hast: Hier könntest du selber Schwächen haben. Wenn sich das häuft: Lass das Unterrichten vorläufig bleiben und bilde dich lieber selber fort.

Statt Lieder nachzuspielen, würde ich dann aber relativ zügig Richtung Improvisation und Komposition gehen - zu Beginn mit wenigen Akkorden, dann Pop-Song Strukturen, Band, usw.


Ich habe den leisen Verdacht, dass du eigentlich dein eigenes Ding machen willst. So solltest du aber nicht unterrichten. Du musst das machen, was den Schüler weiterbringt und ihm Spaß macht.

Und dann gleich Komposition ... entschuldige meine Zweifel, aber hast du da wirklich Ahnung von? Als Gitarren-Autodidakt, der nie ein Buch gelesen hat?

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Rams3S
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Erstellt: von Rams3S » 15.01.2013, 18:09

Hairy Harry, finde das ganze ziemlich hart ausgedrückt. Du wirst zwar in den meisten Punkten Recht haben und auch alle anderen Vorschläge waren sehr gut, aber warum sollte ein Autodidakt nicht komponieren können? Ich würd sagen wenn man weiß was man tut und es sich am Ende gut anhört, man Spaß dabei hat und vllt. auch mal positives Feedback kriegt, ist doch alles super... Entweder diese Kreativität hat man, oder eben nicht (gibt bestimmt Leute, die super gut nachspielen können, aber selber nich das Feeling oder vllt auch einfach die Lust haben, eigene Songs zu komponieren).

Ansonsten find ich die Anregungen hier sehr überzeugend! :)

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RollapS
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Erstellt: von RollapS » 15.01.2013, 18:54

Hallo,

ich kann mir´s nicht verkneifen, hier meinen Senf dazu zu geben:

Da spielt jemand als Autodidakt 9 Jahre Gitarre, gibt zu, keine Ahnung von "Technik" (= Noten, Harmonielehre, Methodik usw. ?)
zu haben. Und nun will er seine Fähigkeiten und sein "Wissen" als Lehrer an Schüler weitergeben.

Das kommt mir so vor als wenn einer, der manchmal an seinem Auto rumbastelt, auf einmal
Berufsschullehrer in der Richtung werden will.

"Komponieren" kann er auch ! Was müssen die bekannten Komponisten für Dummköpfe gewesen
sein, dass sie alle eine fundierte, jahrlange Ausbildung brauchten.

Der Fragesteller sollte mal etwas hier einstellen, was er selbst "komponiert" und eingespielt hat !

Vielleicht muss ich meine Meinung dann ändern !?
Von nix kommt nix !

Gast

Erstellt: von Gast » 15.01.2013, 20:11

Lass es am besten sein. Ist wohl das Beste für "Deine" Schüler.
Ich hatte auch mal so einen Lehrer, war schnell weg von ihm. Hatte 7 Jahre gespielt und wusste noch nicht mal wie man nen F-Dur greift.
Ausserdem sehr seltsam, das manche Leute Jahre lang an die HfM gehen und ihr Instrument studieren um nachher Lehrer zu werden, wenn man es doch sowieso nach Ablauf von 7 oder 9 Jahren unterrichten kann *lol*.
Das autodidaktisch eine genauso "gute" Methode zum lernen ist, wie die ständige Kontrolle eines Lehrers, erzählt mir hier keiner. Schau dir doch mal die Streicher an (besonders Violinisten / Violisten), ein Autodidakt weiß ja noch nicht mal wie man das Instrument richtig hält, geschweige denn wie man mit dem Bogen umgeht. Bei der Gitarre ist das noch fataler, weil dort Jeder meint, ER könnte es unterrichten, weil er z.B aus dem Lagerfeuerdiplom den A-Dur kennt. Hart aber wahr ;)

Lieben Gruß
Zo

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 15.01.2013, 21:56

Hm, stampft den armen Mann doch nicht in Grund und Boden.
Es gibt viele Autodidakten, die haben anderen die Anfänge der Gitarre vermittelt.
Und da gibt es einige, die stellen sich gar nicht mal dumm an.

Ich habe Gitarrenschülerinnen gesehen, die waren nach einem zweijährigen professionellen Gitarrenunterricht an einer Musikschule nicht in der Lage ein Lied frei vortragen zu können. Und selbst bekannte Lieder konnten sie nicht vom Blatt spielen.

Eine meiner Schülerinnen hat nach einem halben Jahr ihre Klasse auf einem Klassentreffen begleitet, und bei einem Weihnachtsfest mit Musik gemacht.

Eine Lehrerin hat nach ihren ersten 3 Lektionen angefangen mit ihren Kindern (Grundschule) Lieder zu singen. Sie war übrigens eine meiner fleißigsten Schülerinnen.

Ich hatte nie einen professionellen Unterricht, und habe auch keine Musik studiert.

Allerdings sollte man, wenn man Unterrichtet sich schon mit dem auskennen, was man unterrichtet. Man sollte einen Plan haben. Der kann ruhig von irgendjemanden kopiert sein, aber man sollte ein Konzept haben. Man muss nicht unbedingt ein Ass in der Harmonielehre sein, um dennoch jemanden die Grundlagen der Liedbegleitung beizubringen.

Aber jeder sollte so ehrlich sein, um einzusehen, dass man bei einem gescheiten professionellen Lehrer mehr und schneller lernen kann. Die haben aber alle (meist berechtigt) ihren Preis. Und wer sich die nicht leisten kann, der kann ruhig versuchen autodidaktisch oder mit einem privaten Lehrer den Einstieg zu bekommen.

Ich kann Bananensplit nur empfehlen, sich das fehlende Wissen anzueignen. Zumindest so viel, wie du für die Anfängerlektionen benötigst.

Nur aus der Lamäng zu arbeiten geht in die Hose.
oder
Was hemdsärmlig gemacht wird, wird ärmlich.

Aber es gibt halt auch einige Laien, die eignen sich das notwendige Wissen an.

Gruß Mjchael

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Rams3S
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Erstellt: von Rams3S » 16.01.2013, 02:59

RollapS hat geschrieben:"Komponieren" kann er auch ! Was müssen die bekannten Komponisten für Dummköpfe gewesen
sein, dass sie alle eine fundierte, jahrlange Ausbildung brauchten.


Kommt das nicht auch ein bisschen darauf an, was man da machen will? Zwischen den Songs von Tokio Hotel und Silbermond (oder dergleichen, die Lieder dieser Bands sind halt meist nicht besonders aufwendig gestaltet finde ich) und Leuten wie Zakk Wylde mit seiner Farewell-Ballad oder den ganzen alten und bekannten Musikgrößen... (Sei es Supertramp, Van Halen, Floyd, Zappa und wie sie alle heißen) liegen meiner Meinung nach doch auch Welten... Einfache Songs hab ich auch schon mit Freunden komponiert. Ein abgefahrenes, aufwendiges Stück was zeitlos ist und einfach nur in jeder Hinsicht abgeht... da kann ich nur von träumen... Komponieren ist da bestimmt nicht gleich komponieren.

Ich finde die Idee jedenfalls gut, dass er sein Wissen vermitteln möchte und jeder Anfänger wird von ihm sehr viel lernen können. Wenn Preis-Leistung stimmt, ist doch alles super!..
Nichts desto trotz sollte das,was er lehrt, natürlich sitzen (damit da kein Mist beigebracht wird) - wie auch bereits gesagt wurde.
Und zu guter letzt muss ich nochmal feststellen: Er fragt ja extra hier, wie er das ganze angehen sollte; macht sich also vorher Gedanken. Warum sollte das ganze also jetzt schon zum Scheitern verurteilt sein?

Ich jedenfalls drück die Daumen dass das klappt!

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Samhain
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Erstellt: von Samhain » 16.01.2013, 07:07

Als Trainer für Breiten und Leistungssport im Bereich Karate sträuben sich mir die Haare, wenn ich lese, dass ein Autodidakt Wissen vermitteln möchte ohne dass er selbst genau weis was er tut.

Ich kann nicht beurteilen wie gut du Gitarre spielst (bin selbst Anfänger. Ich gebe offen zu, dass ich davon keine Ahnung habe, wohl aber von Unterrricht und Training halten, da ich dazu viele Jahre selbst ausgebildet wurde und mich auch permanent weiterbilde), aber ohne im Vorfeld ein Konzept zu haben oder sogar zu wissen wie man einem Anfänger etwas beibringt macht das keinen Sinn.

Stell Dir vor Du hast dir selbst etwas beigebracht und es haben sich dabei Fehler eingeschlichen die du weitergibst ....

Bitte nicht persönlich nehmen, aber ich habe Jahre damit zu kämpfen Fehler die sich bei Schülern von einem Autodidakt eingschlichen haben wieder zu korrigieren (... wenn das überhaupt noch möglich ist). Ein Schüler kann nicht beurteilen ob das was man ihm beibringt richtig oder falsch ist. Ihn dann in ein falsche Richtung zu unterrichten und ihm die Sicherheit zu geben, dass das was er erlernt hat auch richtig ist wäre verantwortungslos.

Ich suche seit einiger Zeit selbst nach einem Gitarrenlehrer und habe Angebote von Autodidakten ausgeschlagen, da ich Wert auf ein solide Grundausbildung lege und auch dafür bereit bin etwas zu zahlen. Selbst wenn ein Autodidakt nur den halben Preis nehmen würde wäre es für MICH keine Alternative ....
Zuletzt geändert von Samhain am 16.01.2013, 07:22, insgesamt 1-mal geändert.
greetz
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phunky
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Erstellt: von phunky » 16.01.2013, 07:14

Wenn ich eine Gitarrenstunde bei Slash bekommen könnte, ich würde sie nehmen. Andere hier offenbar nicht, schließlich ist der ja Autodidakt....

Kato
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Erstellt: von Kato » 16.01.2013, 08:20

Banane scheint ja wohl nicht mehr reinzuschauen.......naja, egal.
Was ich problematisch finde, sind die Anfänge des Unterrichtens und das WIE. Viele Dinge macht man so automatisch, man kann sich an die Anfänge nicht mehr erinnert. Jeder ist auch anders, der eine Anfänger ist recht fix und einem anderen muss man fast die Finger führen, bis sie da landen, wo sie hinsollen.
Das Lagerfeuerdiplom finde ich da ziemlich gut zum lernen, ich würde mich daran halten. Und bevor ich für Geld jemand was beibringe, würde ich mir erstmal ein williges Opfer im Freundeskreis suchen zum Testen^^

Übrigens haben mich schon einige angesprochen, ob ich ihnen nicht mal was zeigen kann ...oder zusammen spielen usw. ....meistens hat es sich zerschlagen nach dem ersten mal, weil die Leute keine Zeit haben oder doch merken, dass man sich eben hinsetzen muss und üben.
Der beste Lehrer kann dir nichts zeigen, wenn du nicth die Zeit und Muse hast zu üben. Und das ist vielen LEuten, die gerne Gitarre spielen würden nicht klar......das sieht immer so einfach aus und dass es doch ziemlich viel Arbeit ist, wollen viele nicht wahrhaben.
UNd die studierten Gitarrenlehrer......ppppfffffhhhhttt....die Chemie muss einfach stimmen. Ich habe schon 2 studierte gehabt, die haben sich so wenig Mühe gegeben mit mir. Da hieß es friss oder stirb und sie wollten immer nur ihr Programm durchziehen und mir erzählen, dass man das so lernen muss....grml....so haben sie halt am wenigsten Arbeit. (witziger Weise war der eine der Meinung, man muss Noten lesen können und hat mir ein Buch aufs Auge gedrückt und der andere meinte, man muss alles auswendig spielen können, ohne Buch und ich sollte mir alles, was ich in der Stunde gemacht habe auswendig behalten.....beides übrigens Musikschullehrer) *kicher*...nun bin ich bei einem Autodidakten, der nebenher Jazzgitarre studiert und erst seinen Abschluss macht^^ und das wahrscheinlich auch nur, weil du sonst hier in D nicth gescheit unterkommst. Mit so einem Wisch kann man sich beruflich erweitern...sprich....so ein Abschluss sagt eigentlich nichts über die Lehrerqualitäten aus.

Hairy Harry
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Erstellt: von Hairy Harry » 16.01.2013, 09:15

mjchael hat geschrieben:Hm, stampft den armen Mann doch nicht in Grund und Boden.

An dieser Stelle kann ich mir ein fettes Boah ey nicht verkneifen. Niemand ist hier in Grund und Boden gestampft worden!

Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, von jemandem unterrichtet zu werden, der "selbst nicht benennen kann, was ich technisch beherrsche, weil ich das Meiste durch jammen, Abgucken von Anderen und ein gutes Gehör gelernt habe. Ein Gitarrenlehrbuch habe ich nie gelesen, ob ich das Plektrum richtig halte, usw. war mir nie wichtig ...", und einigen anderen hier geht es offenbar ganz ähnlich, und so gab es eben Gegenwind für bananensplit.

Ich finde es sehr gut, wenn nicht jede absurde Idee reflexhaft beklatscht wird nach dem Motto "du musst es nur wollen, dann kannst du das schon".

Es gibt viele Autodidakten, die haben anderen die Anfänge der Gitarre vermittelt.
Und da gibt es einige, die stellen sich gar nicht mal dumm an.

Es geht hier nicht um Autodidakten im Allgemeinen, sondern um diesen Autodidakten im Speziellen.

Ich habe Gitarrenschülerinnen gesehen, die waren nach einem zweijährigen professionellen Gitarrenunterricht an einer Musikschule nicht in der Lage ...
Eine meiner Schülerinnen hat ...

Ja, ja, ja. Man findet für alles einen Beleg. Es geht hier aber nicht darum, durch ein Gegenbeispiel eine allgemeine Behauptung zu widerlegen, weil niemand eine allgemeine Behauptung aufgestellt hat. Es geht nur um die Frage, ob der User bananensplit die Voraussetzungen zum Gitarrenlehrer schon mitbringt oder ob er besser vorher noch an sich selber arbeiten sollte.

Du unterrichtest selber Gitarre. Hast du kein Interesse daran, dass der Ruf eurer Zunft sauber bleibt? Jeder hergelaufene Heini, der einen auf Gitarrenlehrer macht, obwohl er selber noch Unterricht bräuchte, richtet da Schaden an. Die Hände reiben sich die, die immer schon wussten, dass Unterricht nur von Profis gegeben werden sollte.

Hairy Harry
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Erstellt: von Hairy Harry » 16.01.2013, 09:33

Rams3S hat geschrieben:... aber warum sollte ein Autodidakt nicht komponieren können?

Er will Komposition unterrichten, das ist was ganz anderes als selber ein bisschen herumkomponieren.

Außerdem bin ich der Ansicht, dass eine "Komposition", um diesen Namen zu verdienen, ein gewisses musikalisches Niveau haben sollte, und dass zum Erreichen dessen eine gewisse Grundlagenausbildung unverzichtbar ist, die bananensplit nach seiner eigenen Darstellung nicht zu haben scheint. Ich bin jedenfalls nicht bereit, jede Folge von drei Akkorden "Komposition" zu nennen.

Bevor jetzt wieder jemand mit Hendrix und Konsorten kommt: Es mag Wunderkinder geben, die das einfach im Bauch haben und ohne jede Ausbildung Dinge schaffen, von denen andere nur träumen. Das sind aber ganz ganz große Ausnahmen, und wer der Meinung ist, eine solche zu sein, der belege das mit entsprechenden Werken.

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Rams3S
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Erstellt: von Rams3S » 16.01.2013, 11:43

Ich glaube das ganze hier geht nicht in die Richtung, die eigentlich angedacht war. :lol:

Es hat ja niemand widersprochen, dass das, was banane unterrichten möchte, natürlich selbst sitzen sollte. Ist doch klar.

Über den Punkt mit der Komposition kann man sich jetzt tot diskutieren, ich bin mir nicht mal mehr sicher wie es überhaubt gemeint war. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass dort ganze Synphonien entstehen sollen.. was solls.

sunset
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Erstellt: von sunset » 17.01.2013, 23:45

Rams3S hat geschrieben:Ich bin nicht davon ausgegangen, dass dort ganze Synphonien entstehen sollen.. was solls.


Gott sei Dank schreibt heutzutage keiner mehr Sinfonien :cool:


Die letzten Tage habe ich beim Unterrichten im Hinblick auf diesen Thread etwas genauer hingesehen und für die Liste von bananensplit noch das zu ergänzen:

- Fragen beantworten können, egal aus welcher Richtung sie kommen und wenn du die Antwort nicht kennst, zugeben, dass du sie nicht kennst (und dich bis zur nächsten Stunde schlau machen).

- Sich darüber im Klaren sein, was die SchülerInnen alles noch nicht drauf haben.

lg
sunset

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Rams3S
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Erstellt: von Rams3S » 18.01.2013, 00:00

Ich glaub Sinfonie geht auch oder?
Meinte - nebenbei bemerkt - auch syMphonie... :P

Stimme dir da zu. Fehler und Schwächen auch vor Schülern eingestehen schätze ich auch als wertvoll ein.

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