Tonart einer super tollen Akkordfolge bestimmen!

10 Beiträge   •   Seite 1 von 1
agguitar
Pro
Beiträge: 2496
Registriert: 16.02.2011
Wohnort: NRW

Tonart einer super tollen Akkordfolge bestimmen!

Erstellt: von agguitar » 09.11.2012, 16:32

Moin,

Ich bräuchte mal ein wenig Hilfe. Ich wollte fragen, ob folgende Akkordfolge eine Tonart zuzuordnen ist und wenn ja: Welche?

Code: Alles auswählen

| F#7 B7 | E7 | D | F/G G |


Übrigens ist es ein internationales B7.

Praktisch sowie theoretisch sind wir nicht gerade weit gekommen. Der Großteil des restlichen Stückes ist in C, aber das passt ja hier nicht wirklich.

Und zwar sollen wir ein Solo drüber spielen, aber für jeden Akkord die Tonart wechseln ist schon 'nen bisschen herb. Geht's evtl., die Tonart eines jeweiligen Taktes zu nehmen?

Schonmal danke im Voraus ;)

Benutzeravatar
hnz
findet den Ausgang nicht
Beiträge: 415
Registriert: 09.12.2010

Erstellt: von hnz » 09.11.2012, 17:25

Wenn der Rest in C ist dann sind es einfach Durchgangsakkorde bzw. Zwischendominanten, denn F# löst sich zu B, löst sich zu E, löst sich zu A (nicht vorhanden) löst sich zu D löst sich zu G, löst sich zu C auf.

Ganz spontan mal so geraten :)

agguitar
Pro
Beiträge: 2496
Registriert: 16.02.2011
Wohnort: NRW

Erstellt: von agguitar » 09.11.2012, 17:41

Was heißt genau: löst sich auf? Ich hab grad gesehen, dass das alles im Quintenzirkel nebeneinander steht, aber was drunter vorstellen kann ich mir da nicht :/ Nen Kumpel von mir meinte auch, dass das F# schlecht zu C-Dur passt ...

Benutzeravatar
hnz
findet den Ausgang nicht
Beiträge: 415
Registriert: 09.12.2010

Erstellt: von hnz » 09.11.2012, 18:28

Dominanten lösen sich zur Tonika auf. Und in der Folge stehen halt Dominant-Durchgänge.

F# ist Dominante von H ist Dominante von E...

hnz

Benutzeravatar
mjchael
Mod-Team
Beiträge: 9072
Registriert: 08.07.2007
Wohnort: Marburger Hinterland
Gitarrist seit: 1980

Erstellt: von mjchael » 10.11.2012, 14:11

Man hat eine Quintfall-Sequenz

Sie wird in der Reinform folgendermaßen gespielt:
F#7 B7 | E7 A7 | D7 G7 | C

Warum das A7 fehlt, und D nicht als D7 gespielt wird, erschließt sich mir rein aus der Akkordfolge nicht.
G mit F im Bass entspricht der Umkehrung eines G7. Was das F da im Bass soll ist mir schleierhaft, da ich keine Verbindung vom D über F zum G erkennen kann.
Man könnte vielleicht ein D/F# spielen G7/F spielen und dann nach C/E auflösen.
D/F# = 20023x
G7/F = 12003x
C/E = 03201x
Aber dann fehlt mir am Schluss das C.

| F#7 B7 | E7 | D | F/G G |

Wenn es sich nach G auflösen soll, dann dürfte da für meinen Geschmack kein F mehr mit reinkommen.

Was ich aber hier nur so spekulativ von mir gebe, könnte bei einer entsprechenden Melodie durchaus Sinn machen. Und einige Akkordvereinfachungen könnten rein Fingertechnische Ursachen haben.
Man müsste mal wissen, um was für ein Stück es sich handelt. Dann würde sich vieles vielleicht von selbst erklären.

Ich gehe am ehesten von einer Quintfall-Sequenz aus bzw. einer Quintenkette.
Schau dir mal die folgenden drei Kapitel an:
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_A ... down.22.29
Da wird der Quintfall näher beschrieben.
Und bei den vielen Dur7-Akkorden dürfte es wohl eher in die Richtung Ragtime-Ending gehen.

Bei so einer Quintenkette mit Dominant7-Akkorden (Dur7-Akkorden) hat man einen ständigen Tonartenwechsel, bzw. eine Kette von Zwischendominanten.
Hilfreiches Kapitel dazu:
:arrow: [Workshop] Eine Akkordfolge erweitern


Gruß Mjchael

sunset
DailyWriter
Beiträge: 513
Registriert: 02.11.2011

Erstellt: von sunset » 10.11.2012, 19:05

mjchael hat geschrieben: G mit F im Bass entspricht der Umkehrung eines G7. Was das F da im Bass soll ist mir schleierhaft, da ich keine Verbindung vom D über F zum G erkennen kann.


Der Fragesteller spricht allerdings von F/G, also F-Dur mit G im Bass, nicht von G-Dur mit F im Bass.

Diesen Akkord kann man als G 7/9/11 (oder sus4 statt 11) auffassen, ein Klang, der gar nicht so selten ist und sich sehr schön auf das nachfolgende G-Dur auflöst, womit wir bereits hier wieder in C-Dur wären.

Warum er hier als F/G notiert ist, verstehe ich jetzt auch nicht.

Der Klang G 7/9/11 besteht aus den Tönen g, f (=7), a (=9), c (=11),
also G im Bass und darüber ein F-Dur-Dreiklang (f,a,c), vielleicht deshalb F/G?

Funktionsharmonisch ist es jedenfalls sinnvoller, ihn als G 7/9/11 zu deuten.

lg
sunset

P.S.: was mich interessiert ist: welcher Klang kommt unmittelbar vor dem F#7?

Benutzeravatar
mjchael
Mod-Team
Beiträge: 9072
Registriert: 08.07.2007
Wohnort: Marburger Hinterland
Gitarrist seit: 1980

Erstellt: von mjchael » 10.11.2012, 19:20

Hast recht. Da hab ich wohl gelesen, was ich lesen wollte.
Aber es würde mich echt mal interessieren, zu was für einem Stück die Akkordfolge passen soll.

Gruß Mjchael

agguitar
Pro
Beiträge: 2496
Registriert: 16.02.2011
Wohnort: NRW

Erstellt: von agguitar » 10.11.2012, 20:12

Die genauen Akkorde wusste ich nicht, hab mich nur an die Akkordfolge erinnert, jetzt wo ich die Noten hab, geb ich mal kurz die Akkordfolge original durch:

Code: Alles auswählen

|| F#-7(b5)  B7 | E-7 E-7/D | Dsus4 D | F/G G||

(Nach der Akkordfolge ist die Tonart C-Dur angegeben.)
Und da unser Lehrer auch kein Bock hat, auf diese verdammt vielen Akkordvariationen in "(Have Yourself) A Merry Little Christmas" hat, spielen wir es so:

Code: Alles auswählen

|| F#7 B7 | E7 | Dsus4 D | G ||

sunset
DailyWriter
Beiträge: 513
Registriert: 02.11.2011

Erstellt: von sunset » 10.11.2012, 21:05

Hi agguitar,
das ist aber etwas ganz anderes, die erste, originale Akkordabfolge und die zweite (vereinfachte).
Wenn du genau schaust, handelt es sich bei der originalen bei F# und E um Mollakkorde (erkennbar am Minuszeichen nach den Buchstaben).

Diese (originale) Akkordfolge ist dann aber "nur" eine Modulation nach G-Dur, also in die 5. Stufe von C-Dur und kann somit innerhalb der Tonart G-Dur improvisiert werden, da es sich bis auf B7 um leitereigene Klänge von G-Dur handelt. (Vorsicht bei B7, hier muss dis statt d gespielt werden).

Die genaue harmonische Analyse der originalen Akkordfolge wäre somit in G-Dur:

Code: Alles auswählen

|| F#-7(b5)   B7   | E-7 E-7/D  | Dsus4 D | F/G      G  ||

|| VII-7/b5  (V7)->| VI-7 VI-/7 | Vsus4 V | I7/9/11  I  ||


Dann ist auch klar, warum der G7/9/11 als F-Dur mit G im Bass bezeichnet wird, weil er bereits die Rückmodulation zu C-Dur - als 4. Stufe von C-Dur - ankündigt.

Das B7 wäre nur eine Zwischendominante auf die 6. Stufe von G-Dur, das E-moll (das gleichzeitig die 3. Stufe von C-Dur ist). Eigentlich sehr schön!

Die "vereinfachte" Variante deines Lehrers ist harmonisch ein ziemlicher Bruch in C-Dur, die originale Variante zwar harmonisch wesentlich ausgeklügelter, aber nix Besonderes in C-Dur.

lg
sunset

agguitar
Pro
Beiträge: 2496
Registriert: 16.02.2011
Wohnort: NRW

Erstellt: von agguitar » 10.11.2012, 23:04

Ah okay, das Minus steht also für Moll.
Ja, das war in 5 Minuten, er hatte kein Bock mehr :D

Werd' ihn mal drauf ansprechen, aber dankeschön für die Infos!

10 Beiträge   •   Seite 1 von 1
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste