Einstieg ins Homerecording

Gitarre aufnehmen und Sound mixen
von ingrimmsch
#302359
Guten Abend zusammen,

ich habe mir überlegt ein wenig ins Homerecording einzusteigen. Ziel soll es sein vor allem Akoustik-Gitarre und Gesang aufzunehmen. Daraus ergeben sich für mich einige Fragen.
1. Was für Hardware brauche ich
2. Was für Software könnt ihr mir empfehlen.
3. Mit was für einem Budget muss ich rechnen? Ich will keinen absoluten Schrott - lieber ein paar Euronen mehr und dafür mehr Spaß.

Beste Grüße
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von Simse
#302366
Homerecordingtutorial
Da ist schonmal alles für den Laien verrständlich erklärt. ;)

Ganz grob schonmal wegen Budget:
Insgesamt für
- Audiointerface
- Abhörmonitore und/oder Kopfhörer
- Mikrofon(e)
- Ständer
- Kabel
--> UNGEFÄHR: 500 - 1000€
(PC vorhanden vorausgesetzt)
von ingrimmsch
#302367
Hallo Simse,
schon mal danke für deine Antwort. Ich bin auch schon fleißig am lesen deines Tutorials.
Jap PC's hab ich hier ein paar rumstehen.
  • Ein Audiointerface lässt sich ja laut deinem Tutorial so ab 100€ finden.
  • Bei den Mikrofonen tue ich mich als Laie etwas schwer. Ich kann auch verstehen, dass es für verschiedene Anwendungsbereiche verschiedene Mikrofone gibt. Gibt es denn im günstigeren Bereich ein Mikrofon, welches sich sowohl für Gitarre als auch Gesang gut eignet?
    (Ich weiß, dass ich auf Dauer mehrere brauche) Du führst ja eher auf welche Mikrofone für für ein Anwendungsgebiet besser geeignet sind. (Überschneidungen habe ich da leider nicht gesehen).
  • Gibt es aktuell einen Monitor am Markt, den du besonders empfehlen kannst? Mit dem du bzw. andere gute Erfahrungen gemacht haben?
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von Simse
#302371
Ich hab das AKG Perception 220 und benutze das für Gesang ud Akustikgitarre und komm damit ganz gut zurecht. Von der Klangqualität, der Wertigkeit des Zubehörs und angeichts des Preises absolut empfehlenswert.

Manche Mikrofonhersteller haben so ein Chart in dem das Mikrofon und der jeweilige optimale Einsatzbereich zu sehen ist.
Aber im Prinzip gilt: Es geht mit jedem Mikro.
Gerade bei Gitarrenaufnahmen macht eine ordentliche Positionierung des Mikros viel mehr aus als man vermutet. Da kann sogar ein speziell abgestimmtes Instrumentenmikrofon mies klingen wenn man es nicht richtig macht.
Ein Großmembraner hat ein langsameres Impulsverhalten als ein Kleinmembraner, aber unter normalen Umständen fällt das nicht doll ins Gewicht bzw. du hast als Homerecordler keine deutlichen Nachteile weil es da um weniger als 10tel Sekunden geht.
Selbst Gitarrenamps werden ja teilweise mit Großmembranern abgenommen.

Bei Monitoren:
Die Yamaha HS Monitore sind ganz gut (weiß ich von musicdevil). Ich selbst hab lange Zeit mit Kopfhörern gemischt und bin dann gleich sehr hochpreisig eingestiege mit den KRK VXT6.
Die klangen für mich am besten. aus allen Kandidaten. Preis-Leistung auch hier top.
Von den kleinen KRK Rokits hab ich auch gutes gehört.
Hör dir auch ruhig mal die kleinen Adams an, die sind auch nicht schlecht.
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von ole127
#302378
Die Yamaha HS sind echt top. Benutze sie jetzt seit ca 1 Jahr und bin vollstens zufrieden.
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von Simse
#302381
Achso, wegen Kopfhörer.
Die brauchst du ja auf jeden Fall fürs einsingen.
- auf jeden Fall geschlossene
- Preis im Prinzip egal, irgendwo ab 50,- aufwärts würde ich aber schauen

Und wenn du auch gleich welche zum nächtlichen mischen und Gesang suchst, hier meine persönlichen Favoriten:
- Focusrite VRM Box 99,- (Raumsimulation)
- Suhre SRH-840 (44 Ohm) - 199€
- AKG K271 MKII - 159€ (benutze ich schon lange)
oder einfach aus dem Test hier einen raussuchen

Die VRM Box zusätzlich deswegen, damit man wenigstens zur Hälfte an das rankommt wie es tatsächlich über Monitore klingt. Eine geringe Investition mit großer Wirkung wie ich finde.
Die benutze ich seit längerer Zeit selber. Klar, über die richtigen Monitore klingts nochmal anders, aber ich hab noch keine Raumsimulation gehört die so gut und flexibel ist wie die von der VRM Box.
von ZeroOne
#302391
um gute ergebnisse zu erzielen sind monitore zwar unabdingbar, am anfang funktioniert das ganze aber erstmal auch über logitech 2.1 ^^ würde die also nichtmal ganz oben auf die prioritätenliste setzen.

zu den monitoren selbst: probehören gehen!

ich zumbeispiel hasse die KRK monitore, ich find die so schlecht, so mupfig, scoopy, nicht hochauflösend und hifi-mäßig wies irgendwie geht, furchtbar ^^

von daher unbedingt ausprobieren.
von ingrimmsch
#302394
Ich hab was die Kopfhörer angeht noch eine Frage.
Ich besitze seit einiger Zeit den RS180 Funkkopfhörer von Sennheiser. Kann ich den für solche Zwecke einsetzen oder bekomme ich durch die Übertragung via Funk ein Problem?
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von Simse
#302395
Soweit ich weiß ist jeder Studio-KH kabelgebunden.
Um Einstreuungen oder Aussetzer zu vermeiden neh ich an.

Probier deinen jetzigen einfach aus, wenns zu Problemen kommt dann muss halt ein Kabel-KH her :)
von ingrimmsch
#302396
Gut. Dann leg ich meinen Fokus jetzt erst mal auf Interface und Mikro.
Das AKG Perception ist auf jeden Fall mal im Rennen.
Mich würden Erfahrungen bezüglich des T-bone SC 450 interessieren.

Ich habe auf Youtube jetzt auch in ein paar Videos gesehen, dass Leute mit einem Shure SM58 arbeiten. Das ist meines Wissens ja sowas wie der "Standard" auf der Bühne und kein Studiomikro. Inwieweit bietet so ein Mikro Vor- bzw. Nachteile?
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von ole127
#302399
Ich kann dir auch das SC-140 empfehlen. Bei t.bone ist immer das Problem, dass man glück haben muss. Es kann sein das man bei nem stereopaar zwei völlig unterschiedlich klingende mikros kriegt. Ansonsten ist auch immer das shure sm57 zu empfehlen.
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von Simse
#302403
Mich würden Erfahrungen bezüglich des T-bone SC 450 interessieren.
Mich auch.
Getestet hab ichs nicht, in den Tests ist es aber sehr gut weggekommen und die Bewrtungen beim thomann sind durchweg relativ gut.
Manchmal werden die etwas deutlichen S-Laute angesprochen, aber sowas lässt sich mit EQ und De-Esser eigentlich immer in den Griff kriegen. Allerdings sind das Leute
Der andere Kritikpunkt in den Bewertungen sind ab und zu die Gummibänder der Spinne die wohl schnell labberig werden. Die nachzukaufen ist kein finanzieller Beinbruch.
Ein anderer hat es sogar geschafft den Feststeller für die Neigung der Spinne zu schrotten, Gewinde dreht durch schreibt er.
Beim Perception musste ich noch nichts austauschen seit 6 Jahren (!). Die Gummi-Spannung ist sogar immer noch klasse.

Noch ein Unterschied:
Das Mikrofon wird jedoch nur in die Spinne eingesetzt und nicht fest verschraubt so wie ich das sehe. D.h. wenn man es mal von oben herabhängend positionieren möchte/muss würde es vermutlich rausfallen.
Ok, so oft wird man diese Positionierung nicht brauchen. Die allermeisten benutzen ihre Mikros auch nur so dass sie mit der Membran nach oben vor einem stehen.
Aber am Ende ists ne Geschmacksfrage ob man das Mikro lieber so oder so rum stehen hat.
Bei Gesangsaufnahmen geh ich persönlich jedoch sehr oft auf die andere Methode.

Das oben geschriebene soll das SC450 auch nicht abwerten, nur Unterschiede aufzeigen die sich natürlich auch im Preis bemerkbar machen.

Das AKG 220 bekommt zwar auch Kritik, aber nicht am Material und nur wenn es gegen 2-3x mal so teure Mikros verglichen wird.
Natürlich wird dann die Auflösung NOCH besser und der Klang NOCH detaillierter. Die Frage ist nur ob man als Einsteiger für einen 10% besseren Klang 2-3x soviel Geld ausgeben will. ;)

Das Sennheiser MK4 (399 €, neu auf dem Markt) wäre z.B. einer der Kandidaten wo man eine klangliche Aufwertung hat, aber zum doppelten Preis des AKG (Spinne des MK4 noch nicht inkl.) .

Lewitt Mikros hab ich auch vor kurzem getestet. Darunter die Großmembraner LCT 640 und LCT 540 (499 €). Auch klasse Mikros die dem Sennheiser in nichts nachstehen, aber eben noch teurer.
Das LCT 240 wäre da die goldene Mitte zwischen AKG und Sennheiser. Preislich mit 219,- (ohne Spinne, nur Halterung) vielleicht gerade noch so vertretbar für nen kompletten Einsteiger, aber getestet hab ich es leider nicht.
Klanglich würde ich es aber aufgrund der Erfahrungen seiner größeren Brüder für noch nen Tuck besser als das AKG einschätzen.
Übrigens werden die genannten Lewitt Mikros auch nur in eine Spinne gesteckt und nicht verschraubt. Das Spinnenprinzip beim SC450 ist also kein Einzelfall oder "schlechtere Qualität"

Was mir jedoch meine Tests der teureren Kandidaten bestätigt haben ist, dass ich damals genau richtig gekauft habe. Denn selbst als inzwischen SEHR ambitionierter Homerecordler verspüre ich mit dem AKG immer noch keinen deutlichen Drang danach mir was besseres kaufen zu müssen.
Sehr viel mehr an Klangdetail bekommt man nicht wenn man 2-3x so hoch einsteigt. Da muss man dann schon eher bei 800€ aufwärts gucken um einen Quantensprung zu machen.


Was das Shure SM58 angeht: Hast du genau richtig erkannt wo seine Stärken liegen :)
Für Vocalaufnahmen ist es auch durchaus geeignet, damit wurden und werden immer noch Alben aufgenommen. Allerdings ist das eher die Seltenheit für Vocalaufnahmen als die Regel. Aber wenn es zum Künstler passt und er genau diesen Klang gesucht hat, warum nicht.
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von musicdevil
#302421
Irgendwie hab ich doch erst neulich was zum T-bone SC 450 geschrieben, bin aber grad zu faul zum suchen ;)
Hab mir nämlich zufällig vor kurzem eines gekauft. Zunächst die USB Variante, von der ich nur abraten kann...ist Müll, abhaken, vergessen...
ABER das T-bone SC 450
(hab ich gleich im Bundle genommen)
hat mich schon ziemlich überzeugt. Hammer was man heutzutage schon für so wenig Geld an Qualität erhalten kann. Hab ich mir nur als Zweitmikrofon gekauft, aber hat mich bei A-Gitarren und Gesangsaufnahmen vollkommen überzeugt. Das Mik klingt deutlich teurer als es ist.

Zur Verarbeitung...alles tip top...sitzt auch bombenfest in der Spinne und kann man getrost auf den Kopf stellen wenns sein muss.
Ne neue Spinne kostet nicht mal 10 Euro wenns mal sein muss.
https://www.thomann.de/de/the_tbone_ssm_2.htm
Oder halt einfach nur die Gummibänder austauschen.

Jedenfalls ist das ein Mikrofon welches ich für den Preis sofort weiterempfehlen kann. the t.bone SC 450...(auch der Koffer ist schick)
http://www.testberichte.de/imgs/p_imgs/ ... 237110.jpg
Noch geiler klingts mit nem Röhren Mikrofonvorverstärker wie dem https://www.thomann.de/de/art_tube_mp.htm

http://www.tbone-mics.com/de/produkt/in ... nmikrofon/
(technische Daten, Audiobeispiele, Tests usw.)
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von korgli
#302429
Hi
Ich hab auch das SC 450 und kann es empfehlen.

fredy
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von Andre_A
#302430
Mikrofone sind in der Regel Geschmackssache, was der eine als das NonPlusUltra sieht, findet der andere eher weniger schön.

Es gibt aber Mikrofone, die gut funktionieren bei vielen Dingen, wie das SM57 von Shure oder das MD421 von Sennheiser.

Für Akusikgitarre sind im unteren Preissegment immer noch die Kleinmembranmikrofone NT5 von RODE meine Favoriten.
Was den Gesang angeht, kann das eine Mikrofon bei einer Stimme gut funktionieren, bei der anderen garnicht. Deshalb werde ich da auch keinen Tipp abgeben.

Das dynamische Mikrofon SM58 von Shure wäre im Studio bei allen Dingen wohl fast immer meine letzte Wahl. Aber auch hier wiederum ist es die subjetive Betrachtung meinerseits.

Im Endefekt ist es aber die Kunst, mit jedem Mikrofon ein relativ gutes Ergebnis zu erzielen, wobei da natürlich Aspekte mit einbezogen werden müssen, wie man mikrofoniert, also wie es aufgestellt wird zur Klangquelle, wie der Raum klingt und im Endefekt, wie der Künstler sich vor einem Mikrofon macht.

Mein erstes gekauftes Mikrofon war damals totaler Mist, aber habe trotzdem viel gelernt, durch Rumprobieren und auch irgendwann akzeptable Ergebnisse erreicht.

Später im Studium, habe ich auch ziemlich hochwertige und teure Mikrofone in der Hand gehabt, wovon mir aber manche bis heute klanglich nicht zusagen. Also...der Preis ist nicht immer ausschlaggebend.

Ich wünsche viel Erfolg

Gruß André
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von Simse
#302431
Seh ich genauso. Vor allem das hier.
Im Endefekt ist es aber die Kunst, mit jedem Mikrofon ein relativ gutes Ergebnis zu erzielen
Man muss sich auch mal klarmachen mit welchen Mitteln die meisten im Homerecording arbeiten.
- Keine Klangoptimierten Räume, weder für Aufnahme noch für Abhöre
- Rudimentäre bis zu höchstens mittelmäßige Kenntnisse im Mixing
- von Desktop-Speaker über Stereonlage bis zu im besten Fall gute Abhörmonitore

--> da kann ein High-End Mikro auch gar nicht richtig zur Geltung kommen.
Was die im Studio auf ihren Mega-optimierten Räumen und Monitoren zu hören bekommen wird man zuhause in seiner Bratzbutze so oder so nicht hinkriegen.

Deswegen sag ich ebenfalls: Kauf irgendeins, hauptsache nicht den allerletzen Mist.
Mit allem anderen kriegt man dann schon Ergebnisse hin die völlig ausreichend sind.
Klar passen manche besser zur Stimme als andere, aber da sollte man auch nicht zu arg übertreiben und sich groß nen Kopf um Nuancen machen.
Viele kriegen doch so schon Pipi in die Augen wenn sie ihre Aufnahmen von einem preisgünstigen Mikro anhören. Was juckt mich da ob meine Stimme etwas neutraler oder spitzer klingt. ;)
Das ist in meinen Augen auch nicht der wichtigste Kritikpunkt in meinen Augen, sondern die Auflösung.
Da gibts Mikros die brilliant klingen, aber schlechter auflösen als andere, genauso wie es Mikros gibt die neutraler klingen, aber besser auflösen. Viele setzen aber sofort die Brücke von brilliant zu besser anstatt auch auf die anderen Eigenschaften zu achten.
Naja, das ist jetzt wieder korinthenkackerei, aber warum verkauft sich z.B. das Rode NT1 wie warme Semmeln obwohl in einschlägigen Foren bekannt ist dass es mit den S-Lauten Schwierigkeiten geben kann...tja genau. Geschmackssache der Masse die (noch) keine Erfahrung hat ;)
von ingrimmsch
#303036
Hello Again,

ich hab mich mittlerweile für das Fast Track Interface und das AKG Perception 220 entschieden. Läuft auch fast alles soweit. Bis auf die direkte Aufnahme einer Gitarre am Interface (ist aber ein anderes Thema=Thread).

Herzlichen Dank an alle, die mich hier beraten haben ! ))-))
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