Arrangieren im Fingerstyle

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buzzlightyear
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Arrangieren im Fingerstyle

Erstellt: von buzzlightyear » 29.08.2012, 12:42

Ich bin zur Zeit dabei einige Popsongs zu lernen. Anfangs wars eigentlich nur dazu gedacht um am See mal ein paar bekannte Songs zu spielen etc. Doch mittlerweile glaub ich das einige davon echt cool klingen würden, wenn man Sie ein wenig aufpeppt^^ Heisst anstatt einfach nur die Akkorde zu spielen auch mal die Gesangsmelodie spielen und dazu einen Walkin Bass etc. Aber jetzt sind wir auch schon beim Thema und meiner Frage:

Schreibt ihr bekannte Songs um und wenn ja, wie geht ihr dabei vor?

Ich habe angefangen mir erst einmal ein Lied auszusuchen was mir gefällt. Dann versuche ich die Melodie zu spielen. Wenn ich die Akkorde nicht weiß spiele ich auch meistens erst die Akkorde und versuche dann erst die Melodie zu spielen. Aber dann beginnt auch schon mein Problem. Ich weiss nicht immer genau welche Bassline ich zu der jeweiligen Melodie spielen soll. Manchmal klingt es zu langsam (eher "leer", da viele Pausen mit drin sind ect.) oder es ist zu schnell und die vielen anderen Saiten stören in der Melodie (wenn ich zB einfach nur ein bekanntes Zupfmuster wähle).

Habt ihr damit Erfahrung und vllt. ein paar nützliche Tipps? Wäre echt cool.

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startom
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Erstellt: von startom » 29.08.2012, 13:38

Hoi
Aktuell bin ich zurzeit grad daran, aus Nothing else Matters für mich eine Fingerstyle-Version mit Elementen der Gesangsmelodie drin zu zimmern.

Grundvoraussetzungen für solche Arrangements sind:
- Wissen, wo die Einzeltöne der Tonart des Songs liegen. Tipp: Sehr oft bringt es schon sehr viel, bei gepickten Akkorden mit den sus-Verzierungen sowie 7/maj7 etc. Zusätzen zu spielen. Da hast du nämlich, zusammen mit den Akkordtönen, schon fast alle Tonleiter-Töne beieinander.

- Das beherrschen von Pickingmustern, ich bevorzuge hier 4-Finger Picking mit Wechselbass.

- Einfach beginnen: Erst einmal "nur" mit sus-Verzierungen und einfachen Bassläufen arbeiten. Aber auch hier gilt: Kenntnis der Tonart und der zugrunde liegenden Tonleiter inkl. der Einzeltöne. Sonst wird's einfach nur Try and Error, und das kann sehr mühsam sein.

-
Tom

buzzlightyear
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Erstellt: von buzzlightyear » 29.08.2012, 16:18

Heisst man sollte erstmal nur mit den sus "verzierungen" beginnen? Also damit ich das richtig verstehe als Beispiel mal die Akkordfolge G und Am.

Also zupfe ich erstmal Gsus4 oder sus2 und Asus4 oder sus2 und probier erstmal eine Grundstruktur rein zu beklommen. Arbeite am Bass etc. Und ganz zum Schluss "bastel" ich mir dann die Melodie dazu?

Hab bisher immer erst die Melodie rausgehört und hab versucht um diese Melodie eine Basslinie zu finden etc.^^

Wäre es eine gute Idee vllt auch erst immer nur am begin eines Taktes den Akkord zu spielen, dann der Melodie folgen, bei einem wechsel erst wieder den Akkord spielen und dann die Melodie etc? Dann müsste sich ja eigentlich vieles von selbst ergeben wenn ich jetzt nicht falsch denke^^ Habe grade keine Gitarre zu Hand und kanns erst später ausprobieren^^

Gruß
Buzz

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 29.08.2012, 17:18

Kannst du überall die Tonleitern gut genug, um zu wissen, wie man die Töne möglichst zwischen dem G (G-Saite leer) und dem hohen A (E-Saite 5.Bund) legt, und gegebenenfalls die Tonarten umrechnet?
Kannst du über jenen Akkord die entsprechende Tonleiter legen?

Das erste wird es wohl sein, selbst Fingerstyle zu spielen. Also hilft es, Fingerstyle erst mal zu lernen, um zu sehen, wie es andere machen.
Ulli Boegershausen ist ein Autor, der gerade recht populär ist.
http://www.youtube.com/watch?v=H5AXoP0s5rQ
http://www.youtube.com/watch?v=SRxddNLJdWw
http://www.youtube.com/watch?v=Z_C3_Sd8elM
http://www.youtube.com/watch?v=f1YmgWXU1Bw
http://www.youtube.com/watch?v=xkkyg6iXhQ8

Und wer noch schöne Arrangements hat:
http://www.jawmunji.com


Einige Tipps und Methoden findest du hier
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_E ... diepicking
Deckt natürlich nur einen Teil der Möglichkeiten ab.

Wie Gut kennst du dich mit den Standard-Tonarten für Fingerstyle aus?
Dm
C_Dur/Am
G_Dur/Em
D_Dur
A-Dur
E-Dur (vor allem für Blues-artiges)

Wobei ich am liebsten die Tonarten G-Dur und C-Dur verwende, und ich A-Dur nur dann verwende, wenn ich den Bass im E haben will, und keine Barrés mit dabei sind (oder nur einfache) oder mich bei der Tonart G das F# (D-Saite 4. Bund) stört.

Du solltest über jeden Akkord der einzelnen Tonleitern die komplette Dur-Tonleiter spielen könnnen, und für die schwierigeren Töne (besser: Akkord-Ton-Kombinationen) Tricks finden, um diese zu umgehen.

Gruß Mjchael

buzzlightyear
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Erstellt: von buzzlightyear » 29.08.2012, 20:25

Also aus dem FF kenne ich die Tonleiter nicht direkt, grade wenn es um D# etc geht. C, D, E etc in Dur ist kein Problem. Vorzeichen etc hab ich auch drauf. Nur bei Moll harperts ein wenig grade wenn es um Melodisch/Harmonisch Moll geht.

Ja ein wenig Fingerstyle hab ich shcon gespielt. Als Beispiel hab ich sehr gerne gelernt The Fisherman von Leo Kottke oder Since we met von Tommy Emmanuel. Nur bei Tommy Emmanuel würd ich dann auch so vom Können her meine Grenzen ziehen. Train to Dusseldorf zB ist schon ne echt harte nuss von der Geschwindigkeit her. Also für mich zumindest xD
Naja ansonsten fällt mir noch das Loch in der Banane ein (auch so ein Klassiker xD ) was ich gespielt hab. Aber so in diese Richtung liegen auch meine Interessen bei der Western Gitarre^^ Aber danke schonmal für die Links, ich lern natürlich auch imemr gerne andere Sachen da ich leider nur so wenige "relative einfache" Stücke kenne^^ So das man sich evtl. Stück für Stück an die Schwierigeren Sachen heran spielen kann^^

Was genau meinst du mit Tonleitern für Fingerstyle? Die ganz normalen? Also C D E F G A H oder G A H C D F# G etc^^ (Hoffe G war jetzt richtig sonst wärs n richtiger Fail xD Aber nach dem Zirkel müsste G ja als erstes kommen und dem nach 1 # haben und das liegt ja dann bei f^^

Du solltest über jeden Akkord der einzelnen Tonleitern die komplette Dur-Tonleiter spielen könnnen, und für die schwierigeren Töne (besser: Akkord-Ton-Kombinationen) Tricks finden, um diese zu umgehen.


Meinst du damit das wenn ich zB

C D E F G A H

habe ich die C Tonleiter spielen kann, dann die von D und so weiter? Also praktisch die Kirchentonarten? Ist lange her xD Also Dorisch und Phrygisch etc. Aber dieses Thema bin ich zZ noch am lernen. Gerade weil mich Jazz wahnsinig interessiert^^

buzzlightyear
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Erstellt: von buzzlightyear » 29.08.2012, 21:25

Hab zu den sus Akkorden noch einmal eine Frage: Ich weiß jetzt nicht ob es zufall ist oder wirklich so ist^^ Kann es sein das mit "sus2" gemeint ist das ich den 2. Ton vom Grundton aus dazu spielen muss und beim sus4 demnach den 4. Ton?

Beispiel G-Dur
Dreiklang: G H D
Sus2: G A H D (weil [1] G [2] A
Sus4: G H C D (weil C der 4. Ton von G aus ist)

Wäre cool wenn mir das einer erklären könnte^^

Gruß
Buzz

Gast

Erstellt: von Gast » 29.08.2012, 21:26

Ein Fingerstyle Stück besteht meist aus mehreren Melodiestimmen und einer einfachen Bass-Begleitung. Wichtig ist, dass Du dir die Noten horizontal als auch vertikal vorstellen kannst.
Grundlegend ist auch das Wissen über den Akkordaufbau und ihren Umkehrungen und enharmonischen Verwechslungen!

Arrangiere nicht einfach nur für Gitarre, komponiere auch selbst! Dadurch bekommst du verdammt viel Erfahrung. Wie schon oben erwähnt, machs nicht mit "Trial & Error", sondern entwickle dir ein Konzept, mach dir einen Plan, wo solls Spannend sein, wo ruhig (?) und wähle auch demnach die Intervalle und Kadenzen für dein Stück. Wenn du es mal im Kopf hast, ist es nachher einfach.

Ausserdem brauchst dich bei einem moderenen Stück nicht in den Kirchentonarten zu bewegen, die wurden im Barock von den Kollegen Dur und Moll abgelöst. Arbeite lieber mit Kadenzen und Paralleltonarten.


Zur letzten Frage: Ein sus2-Akkord ist immer eine große Sekunde + reine Quarte
sus4 immer reine Quarte & große Sekunde. Ausser du verminderst oder vergrößert (übermäßigt) ihn...

Edit2: Ausserdem gibts von Ulli Bögershausen ein "How to" zum Fingerstyle-Arrangieren, schau mal im Internet (oder in der "Akustikgitarre")

Gruß
Zo
Zuletzt geändert von Gast am 29.08.2012, 21:34, insgesamt 2-mal geändert.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 29.08.2012, 21:29

Ja, das meine ich. Du hast es schon recht genau erfasst.

Am einfachsten sind halt Melodien in C-Dur oder G-Dur-Tonleiter vom G (leere G-Saite) bis zum hohen G (hohe E-Saite 3. Bund)

Also die Noten G A H C D E F G (für C-Dur) und G A H C D E F# G für G-Dur.

Diese kann man sehr einfach mit dem Basston und ein paar Harmonietöne der folgenden Akkorde kombinieren
F / Dm (Auch Dm/F)
C / Am
G / Em
D / Hm7
D auch als D/F# = 2002xx (wobei die x durch Melodietöne ersetzt werden)
Hm7 = x20202 oder auch x2023x
Das sich daraus dann zwangsläufig modale Skalen ergeben (Kirchentonarten) ist vorerst mal nicht von Bedeutung.
Wird die Melodie tiefer, dann fehlen dir Fülltöne für die Melodie und das Zupfmuster. Wird die Melodie höher, musst du in höhere Lagen gehen, und oftmals mit Barré-Akkorden arbeiten. Für einzelne Akkorde gibt es da einige Tricks, von denen einige im Workshop erklärt werden.

Bei anderen Tonarten kommen oftmals Töne im 4. Bund vor, die sich nicht jedes mal einfach greifen lassen. Ok, auch das kann man lernen, aber ich finde es besser bei den ersten Versuchen einfach mal bei den leichten Tonarten ohne große Spirenzchen zu bleiben.
Viele schwierigere Tonarten kann man oftmals in eine leichter spielbare Tonart bringen. Zur Not arbeitet man halt noch mit einem Capo. Hier ist ein wenig Erfahrung in den Tonarten von Vorteil.

Wenn das einigermaßen klappt, dann kann man sich an die etwas anspruchsvolleren Sachen begeben.

Also ich würde zuerst mal Father and Son von Cat Stevens in G-Dur (also der üblichen Tonart) versuchen.
Es beginnt mit dem Ton H (leere H-Saite) und die Melodie hat nur 5 Töne, die zudem sehr einfach ist.

Mit ein wenig Fingerpicking-Erfahrung kann sowas sogar fast auf Anhieb gelingen. (Oder man braucht nur sehr wenig Übung dafür.)

Für den D-Dur-Akkord nimmst du den D/F#.

Schau dir einfach mal den Melodiepicking-Workshop an, und du wirst sehen, wie einiges funktioniert.

Welches Lied hättest du gerne als Fingerstyle?

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 29.08.2012, 21:38, insgesamt 1-mal geändert.

buzzlightyear
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Erstellt: von buzzlightyear » 29.08.2012, 21:37

Diese kann man sehr einfach mit dem Basston der folgenden Akkorde Kombinieren
F / Dm (Auch Dm/F)
C / Am
G / Em
D / Hm7


Kann ich mir da gennerell merken die parllel Tonart als Bass dazu zu nehmen? Zumindest glaub ich das ja alle Basstöne die 6. Stufe darstellen und demnach ja die Parallele sind. Also ums einfacher auszudrücken: Habe ich einen Dur Akkord (T) kann ich immer den Basston von Tp dazu nehmen?

EDIT: Hab mir im Workshop mal Hänschenklein angeguckt^^ Da wird ja G und D7/F# gespielt. Da wäres ja dann die 3. Stufe, also Sp? Also müsste man doch gegebenenfalls imer guckn was dann schoener klingt? Oder warum entscheidet man sich grade hier für ein Fis im Bass?

Den Workshop werd ich mir mal angucken.

Bin zur Zeit an dem Song Teenage Dream von Katy Perry drann^^ Dachte das wär vllt für den Anfang ganz gut. Einpregsam, relativ simple Struktur etc. Halt Pop^^ Finde solche Songs klingen immer sehr geil wenn man diese richtig gut spielen kann^^

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startom
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Erstellt: von startom » 29.08.2012, 23:07

Hoi Buzzlightyear
Ich hab jetzt nur mal die Strophe von Nothing else Matters als Fingerstyle Version getabbt (und nach kurzem Test als durchaus machbar zum Nachspielen befunden).
Habe sowohl Tuxguiar als auch Pdf-Format.

Falls du das mal ausprobieren willst, schick mir einfach eine PN mit deiner Mail-Adresse, dann kann ich dir das gerne zusenden. Das gibt mit Sicherheit Anhaltspunkte, wie du bei einem solchen Arrangement vorgehen kannst. Aber nicht zuviel erwarten...ich bin auch nur Hobbygitarrist.
Tom

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Harry83
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Erstellt: von Harry83 » 30.08.2012, 08:53

Moin!

Du fragtest, ob wir bzw. ich, bekannte Songs umschreibe. Jain! Es gibt Songs, die ich lerne, wenn sie mir gefallen. Das Ganze wird dann 1 zu 1 gelernt. Dann wiederum gibt es Lieder, die ich gut finde, wo meiner Meinung nach, aber noch was fehlt. Also lerne ich auch das. Wenn es dann sitzt, wird so lange daran rumgebastelt, bis am Ende, meist, was ganz Anderes rauskommt. Bei 4 von 5 Liedern erkennt man dann das Original gar nicht mehr. So kommen ab und an, eigene Songs dazu. Bis ich damit zufrieden bin, kann allerdings noch viel Zeit ins Land gehen. Ehe ein Lied fertig ist, schreibe ich es zig mal um.
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phunky
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Erstellt: von phunky » 30.08.2012, 09:01

Hm. Also ich bin nicht soooo der Fingerstyler (ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht so richtig, was das sein soll - irgendwie nennt sich ja jeder so, der seine Gitarre ohne Plek bedient....). Aber wenn es ums Umarrangieren geht, also ein Stück ein bisschen aufzupeppen und Melodie und Begleitung ein wenig zu verbinden, dann mach ich das schon mal.

Ich versuche mir eigentlich nur die markantesten Melodieelemente rauszusuchen und die dann in die Akkordbegleitung einzubauen. Für meinen Geschmack ist da weniger mehr, ich mag allerdings auch dieses hektische Geklimper ala Sunga Jung nicht so.

Kleines Beispiel wäre eine gezupfte Version von Bob Marleys "No Woman, No Cry". Das habe ich mir zwei Melodieelemente rausgesucht, einmal den Basslauf zu Anfang und ein kleines Lick zum Ende hin. Ansonsten zupfe ich da die Akkorde einfach mit Wechselbass. Das ist natürlich recht simpel, aber man könnte es ausbauen, wenn man wollte. Ich finde das ist aber ein ganz guter Anfang für das Arrangement, halt erstmal die Elemente raussuchen, die den Wiedererkennungswert ausmachen.

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Erstellt: von buzzlightyear » 30.08.2012, 09:25

phunky hat geschrieben:Hm. Also ich bin nicht soooo der Fingerstyler (ehrlich gesagt weiß ich auch gar nicht so richtig, was das sein soll - irgendwie nennt sich ja jeder so, der seine Gitarre ohne Plek bedient....). Aber wenn es ums Umarrangieren geht, also ein Stück ein bisschen aufzupeppen und Melodie und Begleitung ein wenig zu verbinden, dann mach ich das schon mal.


Unter Fingerstyle verstehe ich in etwas so was hier:

http://www.youtube.com/watch?v=PIavsyTbbeQ&feature=related
(Tommy Emmanuel - Imagine von J. Lenon)

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phunky
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Erstellt: von phunky » 30.08.2012, 09:35

Tja. Ich verstehe darunter eben Gitarrespielen. Oder Picking. So unterschiedlich kann man die Welt wahrnehmen... ;)

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 30.08.2012, 12:04

Du nimmst die gleichen Akkorde die du auch fürs ganz einfache Akkordspielen nimmst.
Ebenso Bassläufe, Hammering und sonstige Verzierungen funktionieren genau so wie beim einfachen Akkordspiel. Und die Akkorde sucht man sich genau so heraus, wie man sie sich für normale Lieder raussucht.

Als Bass bevorzugt man üblicherweise den Basston, es sei den, man möchte irgendwelche Basslinien nachzeichnen.

Beim Wechselbass (denn man ja bei vielen Fingerstyle-Sachen benötigt) wechselt man meist zwischen dem Bass und einem weiteren Akkordton (Quinte oder Terz, oder sogar die Oktave). Dabei schaut man nicht immer nach den klassischen Stimmführungsregeln, sondern man nimmt die Töne die gerade praktisch sind, und ins Zupfmuster passen.

Dass man mal einen C oder einen C/G verwendet, das hat rein praktische Gründe. Liegt die Melodie recht hoch, kann ich problemlos das C im Bass nehmen, und das E (D-Saite 2. Bund) als Wechselbass nehmen, und habe immer noch das G (leere G-Saite) als zusätzlichen Füllton für das Zupfmuster. Liegt die Melodie tiefer, dann fällt immer ein Begleitton aus. Auf einige kann man verzichten, manche Begleittöne kann man über die Melodie legen, aber irgendwann sieht es dann doch mit den Begleittönen dünn aus. Dann weicht man gerne auf das C/G aus, und nimmt den G in den Wechselbass, und hat evtl. noch das E (D-Saite 2. Bund) als Füllton für die Begleitung.

Dass man den C/G aus klanglichen Gründen einsetzt, kommt erst im zweiten oder dritten Schritt, wenn man schon ein wenig vertrauter mit dem Picking ist. Da geht es dann aber eher darum eine Bassmelodie zu erzeugen, oder (eine Stufe anspruchsvoller) alle Harmonietöne zum erklingen zu bringen (Grundton Terz Quinte) und dafür weniger elegante Tonverdopplungen oder Powerchords zu vermeiden. Im Normalfall geht man aber immer irgendwelche Kompromisse ein.

Ein D/F# spiele ich eigentlich nur desshalb, weil das D im Bass (leere D-Saite) ja schon enorm hoch ist, und man gar nicht mehr viel Spielraum für die Melodie und evtl. noch ein paar harmonische Fülltöne hat. (Und sag jetzt ja nicht, man hat doch noch 3 höhere Saiten übrig! Denn was willst du machen, wenn die Melodie über dem D-Dur-Akkord gerade etwas tiefer ist? Da wird es halt für die Basstöne ziemlich eng.)

C / Am heißt hier nicht C mit Am im Bass. Das ist Unsinn oder nur was für die ganz ausgefuchsten Jazzer.
Es handelt sich schlicht und ergreifend um die typischen Dur und Moll-Akkorde, die zu einer Melodie mit dazu gehören.
F / Dm meint hier F oder die Mollparallele Dm
C / Am
G / Em
D / Hm
Bei der Tonart G-Dur fällt F und Dm weg.
Bei der Tonart C-Dur fällt D und Hm weg.
Das sind elementare Grundlagen, die du kennen solltest, wenn du dich ein wenig mit dem Aufbau von Tonleitern den darin möglichen Akkorden und dem Quintenzirkel beschäftigt hättest.

Fingerstyle ist in vielen Fällen ein Baukastensystem, welches Modular aufgebaut ist.
Man kann mit einfachen Grundakkorden, und einer schlichten Melodie schon etwas reißen.
Nix mit Bassläufen oder Hammering darin.
Aus "Dust in the Wind" kann man ein recht schönes Melodiepicking machen. Dabei unterscheidet sich die Begleitung kaum von der einfachen Picking-Begleitung.
Man muss es nur schaffen die Melodie irgendwie mit in das Zupfmuster unterzubringen.
Aber es funktioniert genau so wie beim Intro, dass ja auch nicht so schwer ist.

Wenn du so gar keine Ahnung von den ganzen Grundlagen hast, dann ist Arrangieren mit Fingerstyle einfach noch eine Schuhnummer zu groß für dich. Da musst du erst einmal hineinwachsen, und vorerst mal kleine Brötchen backen. Dazu gehört das heraushören von Akkorden, die Harmonisierung einfacher Melodien, das Nachspielen von vielen Fingerstyle-Stücken, das Beschäftigen mit den Grundlagen der Harmonielehre, und vielleicht auch mal das durcharbeiten eines oder zwei Lehrbücher für Fingerpicking oder Fingerstyle. Alles nur um mal ein wenig Erfahrung zu sammeln. Dann musst du nämlich nicht alles mit dem Kopf machen, sondern hast einiges einfach schon in den Fingern.

Wenn dir alle Grundlagen fehlen, kann man dir ja noch nicht einmal die einfachsten Sachen sagen, weil sich bei dir sonst gleich wieder hundert Fragen auftun, wo man wieder erst mal die Grundlagen klären muss.

Man nimmt sich nicht vor, Stücke wie die von Tommy Emanuel zu komponieren bzw. zu arrangieren, wenn man noch nicht mal in der Lage ist, aus einer einfachen Melodie wie "Es geht ein Bi-Ba-Butzemann" oder "Hänschen klein" auch ohne Notenvorlage und Akkorden ein einfaches Melodiepicking hinzubekommen.

Also beschäftige dich erst mal mit den Grundlagen.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von mjchael » 30.08.2012, 12:16


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Erstellt: von buzzlightyear » 30.08.2012, 13:02

C / Am heißt hier nicht C mit Am im Bass. Das ist Unsinn oder nur was für die ganz ausgefuchsten Jazzer.
Es handelt sich schlicht und ergreifend um die typischen Dur und Moll-Akkorde, die zu einer Melodie mit dazu gehören.
F / Dm meint hier F oder die Mollparallele Dm
C / Am
G / Em
D / Hm
Bei der Tonart G-Dur fällt F und Dm weg.
Bei der Tonart C-Dur fällt D und Hm weg.
Das sind elementare Grundlagen, die du kennen solltest, wenn du dich ein wenig mit dem Aufbau von Tonleitern den darin möglichen Akkorden und dem Quintenzirkel beschäftigt hättest.


Achso. Ich kannte bisher diese Schreibweise eigtnlich nur daher, dass wenn man C/Am schreibt man meint: Spiele C aber mit dem Basston A (Grade nochmal extra nachgeschaut, wären dann ja die Slashchords). Vllt. hab ich das einfach nur irgendwie falsch verstanden^^ Weil warum man F und Dm nicht in G Dur spielen kann zB ist mir schon bewusst.

Hab gestern auch nochmal ein wenig rumm gespielt und nochmal ganz von vorn angefangen. Ich hatte zwar schon ein wenig aufgeschrieben etc. Aber musste dafür meine E Saite auf D stimmen damits schöner klingt.

Habe mir die Akkorde rausgesucht und auf G tranponiert. Demnach ist meine Grundstruktur vom Song jetzt so:

G, Hm, D

wobei ich finde das man fast den kompletten Verse auch nur mit G und Hm spielen kann und nur am Ende des verses auf D wechseln kann. Melodietöne liegen jetzt auch so das man sie ohne große Probleme aus dem Akkord herraus spielen kann.

Einfach im Wechselbass würd es dann jetzt so aussehen:

Code: Alles auswählen

D|----0-----0-----0-----0-|----4-----4-----4----4-|
A|--------------------------|-2-----2-----2----2----|
E|-3-----3-----3-----3----|-------------------------|

Wobei mir der Wechselbass von Hm nicht so ganz gefällt. Ist aber halt auch erstmal nur so meine erste Idee gewesen. Schlciht und einfach nur einen Wechselbass.

Vllt wäre auch dies eine schoene Variante. Zumindest würde die Harmonie dann etwas hervorstechen glaube ich:

Code: Alles auswählen

D|-----0----0------|------4-------4------|
A|---2----2-----2-|----2-------2------2-|
E|-3-----3-----3--|--2-------2------2----|


Ist jetzt nur ein Beispiel. Aber hatte das grade so im Kopf und glaub das dadurch die Pausen in der Melodie nicht ganz so stark wirken. Oder langweilig etc.

Und zumindest im Verse (hab mir erstmal nur den Verse vorgenommen) kann man auch recht gut die Melodie darüber legen. Klingt jetzt halt noch nicht nach einem Meisterwerk aber man erkennt zumindest schonmal was es sein soll^^

Vllt. kannst du bis dahin ja schonmal irgendiwe Kritik äußern oder so. Vllt was ich besser machen muss, oder was überhaupt nicht geht etc^^

Kann auch mal versuchen, dass was ich vorher hatte mal vernünftig aufzuschreiben um es hier mal zu posten.

Gruß
Buzz
Zuletzt geändert von buzzlightyear am 30.08.2012, 13:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Erstellt: von phunky » 30.08.2012, 13:08

Wikibooks hat geschrieben:... Don Ross und andere bezeichnen ihren Stil auch selber als Fingerstyle


Hör ich zum ersten Mal. Er benutzt eigentlich die Begriffe "Hard Wood" oder "Heavy Wood" um seinen Stil zu beschreiben. Was meines Erachtens die Musik besser beschreibt, als die Technik mit der sie gespielt wird.

Man sagt ja auch nicht "Plektrumstyle", wenn man die Finger nicht benutzt.

Und das nimmt so aburde Züge an, wenn dann die Leute, die auf ihren Gitarren rumklopfen von "percussive Fingerstyle" reden.

Aber gut, das ist nur ein Wort und ich weiß, ich reg mich nur künstlich auf. Aber das macht ja auch mal Spaß. :D

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Erstellt: von buzzlightyear » 30.08.2012, 13:14

Bei mir hat sich Fingerstyle für diese Art von Musik einfach nur eingeprägt da ich es nur so kannte^^ Wenn man mal rumm gefragt hat "Was macht Leo Kottke etc. eigentlich für einen Stil" hieß die Antwort meist Fingerstyle.

"Percussive Fingerstyle" höre ich aber auch zum ersten mal xD Aber eigentlich triffts das ja ganz gut find ich :P War für mich bis jetzt aber eigentlich auch einfach nur Fingerstyle^^ So Andy McKee zeugs etc.^^

Aber irgendwie muss man etwas ja auch benennen können^^ Sonst wüsste ja keiner von was ich hier ungefähr rede^^

Gruß
Buzz

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Erstellt: von phunky » 30.08.2012, 13:19

Soll jeder sagen wie er will. Ich hab da nur immer ein bisschen Probleme mit, weil das häufig in Gesellschaft so einer etwas elitären Grundhaltung daher kommt.

Wie gesagt, für mich sind das halt einfach alles Picking- oder deutsch Zupftechniken. Aber ich will Deinen Thread hier auch nicht länger mit Haarspaltereien schreddern. ;)

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Erstellt: von buzzlightyear » 30.08.2012, 13:34

Ja schon. Aber man sollte zumindest unterscheiden ob man nun wirklich nur die Harmonie zupft oder die Harmonie mit Melodie. Finds zB beispiel immer mega schwierig was gescheites im Inet darüber zu finden da man dann tausende Ergebnisse bekommt, die nichts mit dem zutun haben was man eigtnlich gesucht hat^^

Man könnte ja zB G, Hm und D in einem bestimmten Muster zupfen und dazu singen, oder man könnte das Singen sein lassen und die Melodie lieber dazu spielen^^ Klas ist das alles picking^^ Aber einen kleinen unterschied gibt es da ja schon finde ich. Vllt. wäre Instrumentalpicking oder so ja besser^^

Gruß
Buzz
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Erstellt: von mjchael » 30.08.2012, 15:17

Instrumentalpicking sagt nicht viel aus, denn es unterscheidet sich nicht von Solo-Arrangements.

Klassische Zupfmuster sollte man einfach aus ein paar klassischen Gitarrenschulen her kennen. In der Regel sind keine oder kaum Syncopen enthalten, und keine Melodie-Elemente, sondern es geht einzig um die Harmonisierung eines Stückes.

Picking meint ein ein Zupfmuster mit ausgeprägtem Wechselbass, und meist synkopiertem Diskant (hohe Melodiesaiten). Bassläufe, Hammering On und Pull Off werden nur als Verzierung eingesetzt.

Melodie-Picking verwendet eigentlich nur einfache Begleitmuster aus dem Picking oder typische lateinamerikanische Muster (Bossa Nova) und legt darüber eine Melodie.

Fingerstyle macht eigentlich aus einfachen Begleitmustern und reichlicher Verzierung anspruchsvolle Solostücke, die für sich allein stehen können (z.B. Sign(E.Clapton)) oder sie sind schöne Intros wie Eric Clapton Tears in Heaven

Es gibt einige Stücke, die kann man eindeutig dem Picking zuordnen (Reinhard Mey - Über den Wolken) andere sind eindeutig Melodie-Picking ( La Mer / Beyond the sea) wo die Begleitung nicht über einen einfachen Wechselbass, und einfache Akkordbegleitung hinaus geht.

Und es gibt Stücke die lassen sich eindeutig dem Fingerstyle zuordnen. (Tommy Emmanuel - Classic Gas)
Hier verschmelzen Melodie-Elemente, anspruchsvolle Begleittechniken, reine Rhyhtmuselemente zu einem anspruchsvollen Solo.

Der Übergang zwischen den einzelnen Bereichen ist allerdings fließend. Was für einem noch zur einfachen Akkordbegleitung gehört, ist für andere schon Fingerstyle.(z.B. das Intro von Through the barricades (Spandau Ballet)

Generell kann man vielleicht sagen, dass
je einfacher es ist, desto Picking
je ausgefuchster die Begleitung und die Akkordkombinationen desto Fingerstyle.

Beim Picking /Melodiepicking und Fingerstyle kann man selbst bei den kompliziertesten Stücken eine genaue Trennung zwischen Melodieelementen, Harmonisierung (Akkorde), Rhyhtmuselementen und Verzierungen erkennen.

Man sollte nicht zu streng mit den Bezeichnungen der einzelnen Begriffe sein, und sich einfach bewusst sein, dass es da eine gewisse Schwammigkeit gibt. Wenn man sich etwas mehr mit der Musik beschäftigt, dann wird einem vieles von alleine klar. Man hört dann einfach, wann Greenslives klassisch gespielt wird, und wann Greenslives mit Fingerstyle gespielt wird.

Haarspaltereien bringen da nichts. Man muss halt damit leben, dass hier bei uns im deutschsprachigen Raum die Begriffe etwas schwammig gehandhabt werden, und dass sich die Vokabeln im Gebrauch doch etwas vom Englischen unterscheiden.

Gruß Mjchael

Gast

Erstellt: von Gast » 30.08.2012, 22:17

Noch einen kleinen Tipp, nichts für Ungut.

Also lass das mit "Ich will das UND das JETZT arrangieren" und lass das mit dem drauflos arrangieren. Das geht in die Hose und zwar voll!
Du brauchst einen Plan, den hast du nicht das sehe ich schon und das auf "oh ich hörs in meinem Kopf"... völliger Quatsch oder heißt du seid neustem Amadeus?

Zweiter Punkt. Lern Harmonielehre, lern Musiktheorie, lern Kompositionslehre
Du kannst nicht einfach so drauflos arrangieren, Tommy Emmanuel kanns auch nicht, der macht auch seine Pläne.
Ausserdem lern analytisch denken, schau dir Komponisten an und hör viel viel Musik aus allen Richtungen.

Dritter Punkt. Spieltechnik, kann ich jetzt zwar nicht bewerten aber du sollst schon das spielen können was du erreichen willst (ist doch eher klar)

Besonders lege ich dir Silvius Leopold Weiß ans Herz, wieso?
Weil der einfach so geil für die Laute komponiert hat, übrigens ein sehr guter Freund von J.S Bach.

Ich laber die ganze Zeit von komponieren, aber auch arrangieren ist komponieren, nur aus einer harmonischen bzw. melodischen Vorlage.
Ganz wichtig ist, dass du dein Ziel nicht aus den Augen verlierst und aufgibst. Mach weiter es geht nicht von heute auf morgen und es ist viel Arbeit.

Liebe Grüße und viel Spaß!
Zo

buzzlightyear
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Erstellt: von buzzlightyear » 31.08.2012, 08:17

Hi Zodiac

Punkt 1) Naja gut man muss nicht unbedingt Amadeus heissen um sich Melodien bzw. Harmonien gut vorstellen zu können^^

Punkt 2) Harmonielehre bin ich dabei. bzw. ist halt immer so ein stetiger Begleiter. Wo ganz klar noch starke defizite sind, ist bei den Vierklängen und deren Umkehrungen. Und halt die Kirchentonleiter. Intervalle, Dreiklänge sollten sitzen. Auch die Umkehrungen der 3-Klänge.

Würd mich allerdings sehr darüber freuen wenn du ein paar Tipps in Punkto Kompoositionslehre hättest. Darüber hab ich nämlich noch garnichts gelernt bzw. gelesen.

Musik aus vielen Richtungen könnt man abhaken^^ Das mache ich schon seit dem ich die Musik für mich entdeckt habe xD

Punkt 3) Leopold Wieß fand ich ehrlich gesagt immer ziemlich schwierig da die Finger ziemlich doof greiften mussten. Hatte aber zu meiner Vorbereitungszeit auch nur ein Stück von ihm gespielt. Aber stimmt schon seine Lieder sind richtig gut. Mag aber J.S. ehrlich gesagt lieber. Von Bach hab ich auch schon wesendlich mehr gespielt (Suite EMoll- BWV 996 etc)

Aber gerade durch das nachspielen soclher Sachen (jetzt nicht unbedingt Bach sondern eher shcon in die Richtung Kottke und Co.) kam ja bei mir die Frage auf, WIE diese Leute ihre Arrengements machen. Ich frag mich halt dann jedesmal warum gerade dieses Pickingmuster oder warum wechselt er hier das picking und spielt genau diesen Ton obwohl er vorerst einmal unstimmmig klingt etc.^^ Also ja der Plan fehlt mir da^^ Aber deswegen hat ich ja diesen Thread aufgemacht. Hatte das spielen auf der Akkustik arg vernachlässigt seit dem wir mit der Band spielen. Aber wollte jetzt wieder anfangen mehr Akkustik zu spielen. Und was mich da am meisten interessiert ist halt das nachspielen von Popsongs.

Gruß
Buzz
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Erstellt: von phunky » 31.08.2012, 08:56

Man kann's auch übertreiben mit der Komplexität. So, "lass das, das kannst Du nicht Gerede" wäre für mich Ansporn, das erst recht zu machen.

Also mal im Ernst. Das ist genau das, was ich weiter oben mal meinte.

Im Grunde genommen geht es doch wohl darum, Akkordbegleitung und Melodie auf einem Instrument zusammenzuführen. Dafür braucht es weder Mozart, noch irgendein anderes Genie. Und was ein klassischer Lautenkomponist nun damit zu tun hat, einen Popsong zu picken, das erschließt sich mir in keinster Weise. Aber wahrscheinlich bin ich einfach nur zu blöd und mach deshalb Sachen, die ich eigentlich gar nicht machen darf....

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Erstellt: von buzzlightyear » 31.08.2012, 09:11

Hi Phunky,

"Im Grunde genommen geht es doch wohl darum, Akkordbegleitung und Melodie auf einem Instrument zusammenzuführen." - Genau darum gehts =(=))=

Und die Frage ist halt wie man das am besten anstellt^^ Ob es am Ende so komplex wie von Tommy. E ist oder einfach gestrickt ist wie ein altes Volkslied ist ja erst einmal egal. Das einzige was ich halt an Bedingungen habe, ist das es einfach schön klingt. Nicht abgehackt etc. EDIT: Wie du ja auch shocn in Posts vorher geschrieben hast kann man das was man dann "erstellt" hat ja auch weiter ausbauen und so. Hab das manchmal bei Lieder die ich gerne und oft spiele, dass manche Verzierungen und so dann von selbst praktisch einfach kommen^^

Weil ich finde wenn man jetzt den Wechselbass nimmt, der auf den Akkorden basiert und dazu die Melodie spielt, klingt das zwar schon nach picking, aber es klingt halt irgendwie...leer^^ Als müsste da noch etwas dazu.

Habe aber für den Verse shcon etwas geschrieben. Ich weiss nicht kann man Tabs hier irgendwie hochladen oder so? Oder muss ich das so machen wie in den Posts zuvor?

Gruß
Buzz
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Erstellt: von mjchael » 31.08.2012, 17:44

So hatte ich Zodiac nicht verstanden. Es ging ihm wohl mehr um das
"Ich will das UND das JETZT arrangieren"


Damit hat er doch nur zum Ausdruck gebracht, dass man das Arrangieren von Fingerstyle-Stücken eben nicht über Nacht lernt. Und damit hat er vollkommen recht. Arrangieren geht nicht einfach.

Aber ich denke mal, es wurden schon einiges an Quellen und einiges an Tipps gegeben.

Dass er Leopold Weiß erwähnt, soll vielleicht nur zeigen, was es heißt, richtig komplex und Mehrstimmig für ein Instrument zu Komponieren, wobei es bei vielen Fingerstyle-Stücken eigentlich nur ums Arrangieren geht. D.h. die Melodie steht fest. Man sucht nur noch passende Akkorde und ein passendes Zupfmuster dazu. (Evtl. transponiert man die Melodie vorher in eine leichter spielbare Tonart).

Und so wie sich buzzlightyear an manchen Stellen ausdrückt, erscheinen die Ziele einen schon ein wenig hochgestochen.

Es bleibt ja dabei, dass so ziemlich eine einhellige Meinung besteht, dass man erst mal die Grundlagen der Musiklehre lernen sollte, und erst mal mit einfacheren Sachen anfangen soll. In der Form vielleicht ein klein wenig plakativ, aber vom Inhalt her absolut richtig.

Ich weiß ja selbst, wie viel Arbeit das arrangieren macht, wo ich doch selbst nur einfache Übungsstücke arrangiere.

Gruß Mjchael

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Erstellt: von phunky » 31.08.2012, 18:01

Das würde ich so unterschreiben. Ich finde nur, man sollte niemanden entmutigen und so kam das bei mir an. Habe ich mich geirrt, so tut mir das leid.

Dass sich das nicht von selbst macht, ist schon klar und dass man erstmal mit Einfachem anfangen sollte auch.

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Erstellt: von buzzlightyear » 31.08.2012, 19:36

mjchael hat geschrieben:So hatte ich Zodiac nicht verstanden. Es ging ihm wohl mehr um das
"Ich will das UND das JETZT arrangieren"


Damit hat er doch nur zum Ausdruck gebracht, dass man das Arrangieren von Fingerstyle-Stücken eben nicht über Nacht lernt. Und damit hat er vollkommen recht. Arrangieren geht nicht einfach.

Gruß Mjchael


Ja klar aber es ist ja auch nicht mein Ziel so etwas an einem Wochenende zu schreiben^^ Glaube jeder der Gitarre spielt, weiß ja wie viel Arbeit in einem neuen Themengebiet liegt.

Zum Beispiel habt ihr ja jetzt auch ziemlich oft diese Picking bzw. Zupfmuster erwähnt. Das habe ich eigentlich immer je nach dem wie der Tont gespielt werden muss gespielt^^ Hab da nie ein durchgehendes. Natürlich hab ich 2 oder 3 Muster die ich gerne spiele, doch die passen meist nicht auf die Melodien die ich zZ versuche nach zu spielen^^ Werde mir jetzt erstmal die Muster ansehen und lernen und das gelernte versuchen direkt mir einzubaun falls möglich^^ So komme ich ja immer hin stück für stück näher an ein schoenes Arrangement herran^^

EDIT: Und klar, Ziele sollten immer hochgesteckt sein^^ Man fängt ja auch nicht an Gitarre zu spielen nur um zu lernen wie die Töne der leeren Saiten heissen sondern will etwas von Metallica oder Slayer spielen. Aber das lernen der Töne etc. bringt einen ja auch einen Schritt näher an sein Ziel^^ Man sollte natürlich bedenken das man sein ersten richtigen Song dann halt erst nach nem halben Jahr spielen kann...Und richtig gut vllt so nach kA..da braucht ja jeder anders^^

Gruß
Buzz
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Gast

Erstellt: von Gast » 31.08.2012, 20:18

Genau Mjchael so wars gemeint! Es sollte auf gar keinen Fall entmutigen
Tut mir Leid wenns bei jemanden so angekommen ist :(

Andere Frage, willst du für Konzertgitarre arrangieren oder eher auf der Westerngitarre?
Dann gibts bestimmt noch ein paar geschmackvolle Techniken die man in dein Arrangement vielleicht reinpacken könnte.
Es soll ja auch was von Dir drin sein, bei den Arrangements von Uli Bögershausen oder Sungha Jung hört man auch (fast) immer von wem es kommt.

buzzlightyear
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Erstellt: von buzzlightyear » 31.08.2012, 23:13

Ich spiele zur Zeit nur Westerngitarre (was den akustischen Bereich angeht.)

Gruß
Buzz
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