Melodien sind zu melodisch

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phunky
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Erstellt: von phunky » 01.08.2012, 07:45

musicdevil hat geschrieben:Wenn ich da nur mal unser Forum denke...wie oft kamen schon "perfekte" englische Texte? Kaum, oder? Ein großer Kritikpunkt war doch öfter die Grammatik usw. und ob das dann nötig ist?
Die meisten konnten sich kaum vernünftig in der Sprache ausdrücken und es wurde jeder zweite Satz korrigiert^^


Das mag wohl sein. Aber leider trifft das auf die deutsche Sprache nicht minder zu, wenn ich mir hier so einige Forenbeiträge anschaue. :D ;)

Auf jeden Fall bin ich der Meinung, dass "Deutsch=Uncool" eher eine 70er-Jahre Haltung ist. Es gibt so viel deutschsprachige Popmusik in fast allen Stilrichtungen. Ob Hip-Hop, Rock, Swing, Soul, was weiß ich nicht. Also mir kommt da schon lange kein Schlager mehr in den Sinn. Ich glaube ehrlich gesagt, dass weder Rammstein noch Sido, Bushido oder wie die gefährlichen Jungs so heißen, verdächtig sind, demnächst für's Musikantenstadl gebucht zu werden.

Paul Fabulous
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Erstellt: von Paul Fabulous » 01.08.2012, 08:44

Obwohl früher nie ein großer BAP-Fan, fand' ich das Lied in letzter Zeit ganz gut:
All die Augenblicke
Bild




Auszugsweise zitiert:

"Fünf Uhr morgens und eine Katze läuft übers Dach,
Erste Straßenbahnen, kurze Sommernacht.
Cargo-Flieger starten immer noch in Wahn,
Trucks aus Almeria kommen endlich an.
Und da, ein Güterzug,
Eine Sirene, Ambulanz oder Polizei.
Ach ja, Tauben gurren auch,
Und mein Hund träumt, dass er gefährlich wär.

Geht klar, keine Frage – es ist alles okay,
Auch die kostbarsten Momente gehen vorbei.
Schon klar, doch – hey – das tut nicht mal weh.
All die Augenblicke nimmt mir keiner mehr.
Ganz bestimmt, die nimmt mir keiner mehr. "

Quelle: http://www.bap-fan.de/alldieaureblecke.html



Früher hat mich das Kölsche immer abgeschreckt glaub' ich . . .
Gruß
Paul

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Holger Esseling
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Erstellt: von Holger Esseling » 01.08.2012, 23:36

Ich denke, die Diskussion ging von Anfang an nicht wirklich um Musik. Das ist eher eine Frage der Funktionsweise des Gehirns: Welche Assoziationen ruft die Gesamtheit der Bestandteile eines Liedes in mir hervor? Die Antwort darauf ist grundsätzlich von Mensch zu Mensch verschieden und von seinen subjektiven Erfahrungen bestimmt. Die wiederum wird natürlich von Trends beeinflusst. So stimmt es sicherlich, dass wir eine lange Phase englisch-dominierter Musik hatten und es gibt ein recht ähnliches Bild bei vielen Menschen von "Schlager".

Wenn jetzt aber jeder seine Definition von Schlager aufschreibt und wir versuchen, daraus eine gemeinsame Definition zu machen, dann wird es lustig. Dann wird jeder letztlich mit der Definition nicht viel anfangen können, sie zwar abnicken, aber danach trotzdem seinem Gefühl folgen, was er mit Schlager verbindet.

Und dann gibt es da, um die Sache für die vielen Zuhörer zu erleichtern, die eigentlich mit Musik gar nichts anzufangen wissen, klare Anker, die sagen: Ich bin Schlager, ich bin Rock oder ich bin Blues. Am Anfang ein Standard-Blues-Lick und Du wirst es ziemlich schwer hinbekommen, dass am Ende die Zuhörer sagen: Das war ein Schlager. Weil Du direkt am Anfang in die Blues-Stimmung versetzt / geprimet wurdest. Das gleiche wurde ja bereits erwähnt: Verzerrte Gitarren dominant im Schlager? Double-Base? Eher nicht.

Meine Abgrenzung von Schlager (was für mich leicht negativ besetzt ist und genau dadurch die Abgrenzung zu anderen Musikrichtungen definiert): Schlager will bewusst nicht verwirren. Schlager will "schön" sein (also so wie Mutti sich einen "schönen" Urlaub vorstellt), sich einfach anfühlen, nicht zum Nachdenken anregen, maximal zum Mitklatschen. Schlager ist oberflächliche Gute-Laune-Musik, also nicht zu gute Laune, so "schöne" Laune. Dabei trinkst Du Dein Bier aus und holst Dir noch eins, weil es gerade so "schön" ist. Manchmal ist diese Musik übrigens genau das richtige, häufig aber auch eine Seuche.

Ja, und wenn Schlager nun politisch inkorrekt wird, zum Nachdenken anregt, verwirrt, musikalisch experimentiert? Dann ist es für MICH kein Schlager mehr. Für viele andere bestimmt immer noch. Und das ist ja auch OK so. Und, um den Bogen zu schlagen, was mache ICH, wenn ich das Gefühl habe, mein Song hört sich nach Schlager an? Ich bringe Verwirrung in den Song, ich bringe Spannung rein, spiele mit Melodie und Text, vielleicht setze ich einen Anker, der herausschreit: "Hallo! Ich bin alles, aber auf keinen Fall ein Schlager". Es sei denn, ich will einen schreiben.

Herzliche Grüße
Holger

Gast

Erstellt: von Gast » 02.08.2012, 09:02

Holger Esseling hat geschrieben:Ich denke, die Diskussion ging von Anfang an nicht wirklich um Musik.

Ich denke, die von mir gestartete Diskussion ging um Melodieführung und Harmonielehre (oder sowas ähnliches). Aber ihr habt daraus einen Schlagerthread über deutschsprachiges Liedgut gemacht :(

Spätestens bei Lena Valaitis habe ich mich ausgeklinkt...

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phunky
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Erstellt: von phunky » 02.08.2012, 09:08

Ich denke, dass Du keinen Grund hast Dich zu beklagen. Zum einen hast Du diverse konkrete Antworten und Hinweise zur Harmonie bekommen. Zum anderen hat auch der Rest der Diskussion durchaus mit dem Problem zu tun.

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korgli
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Erstellt: von korgli » 02.08.2012, 09:27

=)=)=
Hab ich schon mal gesagt, dass ich Schubladisieren nicht mag ?
:-)
Schlager = Hit

Ich weiss wohl, dass niemand einen Hit machen will.
Denn das ist doch uncool.

Mensch - macht Musik, die euch gefällt.
Wieso muss es immer unheimlich anders sein ?

Seid ihr Musiker oder "Unbedingt-anders-sein"

Sobald so ein Thema angeschlagen wird, sind halt viele Meinungen möglich.
Weil es nicht "DAS EINE" gibt.

Und wie man aus einem Hit - ein Antihit macht ?
Ganze einfach - Spielt einfach möglichst komplizierte Harmonien.
Möglichst untypisch. Und schräg. Gilt dann als Hochstehend.
Obwohl das genau so einfach ist, wie eingängige Harmonien.
Denn dann ist das gemeine Fussvolk (Hörer) nicht mehr dabei.

Naja - so ungefähr. =)=)=
(War stark sarkastisch gefärbt - wer das nicht gemerkt hat.)

fredy

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 02.08.2012, 10:20

Klampfman hat geschrieben:Ich denke, die von mir gestartete Diskussion ging um Melodieführung und Harmonielehre (oder sowas ähnliches). Aber ihr habt daraus einen Schlagerthread über deutschsprachiges Liedgut gemacht :(
Spätestens bei Lena Valaitis habe ich mich ausgeklinkt...


Hä? Deine Frage war doch:
Nur bei mir klang das nach Schlagerlied, nicht nach Rocksong.
Woran liegt das ?
Was unterscheidet einen Rocksong vom Schlager?


Was willst du hören? Da gibts keine Standard Antwort.
Dazu muss man doch erstmal klären, was "Schlager" überhaupt ist usw.

Gast

Erstellt: von Gast » 02.08.2012, 15:21

musicdevil hat geschrieben:
Hä? Deine Frage war doch:
Nur bei mir klang das nach Schlagerlied, nicht nach Rocksong.
Woran liegt das ?
Was unterscheidet einen Rocksong vom Schlager?


Was willst du hören? Da gibts keine Standard Antwort.
Dazu muss man doch erstmal klären, was "Schlager" überhaupt ist usw.



Das Thema meiner Frage war: "Melodie zu melodisch - Was unterscheidet einen Rocksong vom Schlager"... melodisch...

Weil meine Akkorde die selben waren in U2s "Without or without you", sogar die gleichen Töne, mir die Melodie aber zu melodisch erschien, zu schlagerersk - oder, wenn man so will - zu eingängig.

Einer der wenigen guten Tipps war der Hinweis auf die Bluesnoten.
Mit dem Stichwort habe ich einiges im Netz gefunden, auch bezüglich der Harmonien.

...ganz ohne Lena Valaitis und deutschen Texten.

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phunky
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Erstellt: von phunky » 02.08.2012, 15:31

Klampfman hat geschrieben:Einer der wenigen guten Tipps war der Hinweis auf die Bluesnoten.


Alles klar. Einer der wenigen also. Wenn ich mir anhöre, was Du da produziert hast, ist es mit ein paar Bluenotes allerdings nicht getan. Da geht es durchaus auch um Arrangement und Mix. Und dazu steht hier eine Menge drin.

Aber gut, vielleicht hat ja irgend jemand Lust, sich damit noch auseinanderzusetzen.

Ansonsten: Vielleicht gerne auch mal präziser Fragen, dann muss man anderen hinterher keine Vorwürfe machen, weil die zu blöd zum Hellsehen sind. Mahlzeit.

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Sunburst
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Erstellt: von Sunburst » 02.08.2012, 15:44

Vielleicht solltest du mal deine Augen aufsperren und lesen, was Holger geschrieben hat. Da sind allein in einem kleinen Absatz wertvollere Tipps, als "ein paar Blue-Notes" drin.

Gast

Erstellt: von Gast » 02.08.2012, 15:58

phunky hat geschrieben:
Klampfman hat geschrieben:Einer der wenigen guten Tipps war der Hinweis auf die Bluesnoten.


Alles klar. Einer der wenigen also. Wenn ich mir anhöre, was Du da produziert hast, ist es mit ein paar Bluenotes allerdings nicht getan. Da geht es durchaus auch um Arrangement und Mix. Und dazu steht hier eine Menge drin.


Wenn einem nix mehr einfällt, muss man dann immer gleich den Leuten ans Bein pinkeln ?
Irre ich mich, oder hatte ich bei dem, was ich da "produziert" hatte, daraufhingewiesen, dass man das "Drumherum" ignorieren sollte ?

Aber redet ihr nur weiter über Himbeereis auf Lena Valaitis oder so... ich bin aus der Nummer raus.

Gast

Erstellt: von Gast » 02.08.2012, 16:03

Sunburst hat geschrieben:Vielleicht solltest du mal deine Augen aufsperren und lesen, was Holger geschrieben hat. Da sind allein in einem kleinen Absatz wertvollere Tipps, als "ein paar Blue-Notes" drin.


Ich habe mir - bis auf die Schlager und youtube Links - alle Links und Hinweise durchgelesen.
Aber das einzige was mir Hilfe bei meinem Problem gegeben hat, war der Hinweis auf die Bluesnoten.

Denn damit habe ich dann u.a. das gefunden:
http://www.blueslessons.de/index.php?op ... &Itemid=32
Um einiges aufschlussreicher als die hiesige Diskussion über die Textqualität im deutschen Schlager u.ä.

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phunky
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Erstellt: von phunky » 02.08.2012, 16:04

Irre ich mich, oder hatte ich bei dem, was ich da "produziert" hatte, daraufhingewiesen, dass man das "Drumherum" ignorieren sollte ?


Hier "pinkelt" niemand niemandem an's Bein. Nur dass das klar ist: Deine Fähigkeiten als Gitarrist interessieren mich nicht. Und das was Du da gemacht hast jetzt auch nicht mehr. Aber dass Du hier Leute diskreditierst, nur weil sie nicht geschrieben haben, was du erwartet hast, finde ich schon unerträglich arrogant. Und damit meine ich nicht die OT-Beiträge, unter anderem auch von mir.

Also alles ignorieren. Ist hiermit getan. Viel Erfolg mit Deiner Einstellung.
Zuletzt geändert von phunky am 02.08.2012, 16:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Jens80
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Erstellt: von Jens80 » 02.08.2012, 16:08

Jahaaa, wir sind evtl. etwas abgedriftet. Sicher auch durch meine Frage mit der deutschtexterei..... sorry dafür. Aber jetzt ist ja auch gut.

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phunky
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Erstellt: von phunky » 02.08.2012, 16:11

Hat sich wohl erledigt. Diese Typen sind immer die besten. Und, Jens, als das mit dem Abdriften losging, war eigentlich schon ne Menge Inhalt vorhanden.

Von daher, was solls?

Wenn er mit seinen Bluenotes glücklich wird, ist ja alles gut.

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Jens80
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Erstellt: von Jens80 » 02.08.2012, 16:15

Oh, jetzt ist er verpufft......

Schade, dass sich manche Leute so schnell angegriffen fühlen.

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howdy71
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Erstellt: von howdy71 » 02.08.2012, 17:29

Jetzt hat er sich abgemeldet ?!?!?

Unglaublich, aber jemanden der mit kleinster Kritik nicht umgehen kann, ....

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 02.08.2012, 18:25

Meine Güte, es darf doch wohl auch noch mal ein wenig Off-Topic drin sein. Man kann ja immer mit einer weiteren Nachfrage wieder zum Thema lenken. Und wenn außer Blue-Notes nichts drin war, hat er wohl meine Aufstellung gar nicht zur Kenntnis genommen. Da war einiges mehr drin, als bloß ein paar Blue-Notes. Zwar "Wie man es nicht machen soll", aber das kann man auch sehr leicht auf die Fragestellung ummünzen.

Aber was solls. Mir hat auch der Off-Topic Spaß gemacht. Wenn man einige Antworten bekommt, dann sollte man sich nicht drüber aufregen, dass die Diskussionen auch in andere Richtungen laufen. Man kann ja gegebenenfalls einfach noch mal nachfragen.

Gruß Mjchael

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Counterfeit
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Erstellt: von Counterfeit » 03.08.2012, 08:16

ich habe das nochnichtmal als Off-Topic empfunden. Diskussionen entwickeln sich nunmal weiter. naja, nun ist er weg und gut ist.

Tigi
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Erstellt: von Tigi » 03.08.2012, 09:19

Also auch wenns jetzt vielleicht etwas zu spät ist: Hab hier die Tage intensiv mitgelesen, fand aber auf Grund von Arbeitsstreß leider keine Zeit mich aktiv mit einzuklinken. Ich fand den kompletten Thread, angefangen von der Grundfrage über diverse Vergleiche bis hin zu ebenso diversen Abschweifungen sehr sehr interessant. Das sind eigentlich die Diskussionen, die lebendig sind, für alles andere gibts doch vorgeschriebene Lehrbücher :lol: . Ich fands erfrischend und hab hier doch wieder einige Anregungen gefunden.

Da ich auch gerade bzw. mittlerweile in der Phase angelangt bin wo mir "Songs einfach mal nachspielen" nicht mehr wirklich genügt sondern ich mich interessiert mit dem Thema Songwriting, Arrangieren, Texte und Melodien finden etc. auseinandersetze und mich da langsam aber sicher in unbekanntes Terrain vortaste ist mir ehrlich gesagt jede Abschweifung zum Thema recht. Auch daraus kann man doch lernen, auch wenns jetzt vielleicht nicht die ganz spezielle Fragenstellung bedient.

Z.B. die drei Beispiele vom U2 Song fand ich (neben den anderen Sachen) auch sehr interessant. Klar, so gesehen kenne ich die Varianten von dem Song ja (U2 mag ich immer gerne hören), aber bisher hatte ich mich mit den diversen Umsetzungen noch nie so wirklich beschäftigt. Als Zuhörer vielleicht eher, aber als aktiver Musiker eben nicht. Hier ist mir persönlich wieder eine kleines Türchen aufgegangen, während mir gleichzeitig wieder bewußt geworden ist wie unendlich vielfältig die Möglichkeiten in der Musik eigentlich sind, wie wenig ich eigentlich noch weiß und wie unendlich viel ich noch lernen muß. Erschreckend und faszinierend zugleich!

Zum Thema Textsprache: für mich persönlich kommt hier erstmal nur Deutsch in Frage. Klar, für irgendeinen belanglosen Text ohne Ansprüche und Tiefgründigkeit würden meine Englischkenntnisse vielleicht grade noch so ausreichen. Aber um das auszudrücken was ich wirklich sagen will, wo ich dahinterstehe, was quasi aus meinem tiefsten Inneren kommt da denke ich das kann man nur in seiner Muttersprache machen.
Und daß sich Deutsch nicht mehr verstecken muß haben erfolgreiche deutsche Bands doch mittlerweile auch bewiesen. Nein, ich rede hier nicht von trällernden Schlagersternchen.............aber man stelle sich nur mal Rammstein mit englischen Texten vor. Ok, haben sie auch schon gemacht, passt aber auch nicht. Ne amerikanische Mailfreundin von mir lernt übrigens auf Grund ihrer Liebe zu Rammstein nun fleißig Deutsch *gg*.
Das Ohr ist denke ich einfach nur auf Grund massiver Überflutung (Radio, Musik im Allgemeinen) nur generell eher auf englischsprachiges Liedgut gepolt. Von daher mag einen Deutsch immer noch zuweilen etwas seltsam anmuten. Letzten Endes denke ich aber nicht, man muß sich da hinter den Englischsprechenden verstecken. Auch da gibts ne Menge belangloser/bescheidener Texte, nur nimmt man die wohl nicht so bewußt wahr wie ihre muttersprachlichen Gegenstücke. Ich würde mir manchmal wirklich etwas mehr Mut zum Deutschen wünschen. Muß ja nicht die "Brückerl übers Bacherl"-Fraktion sein, denke schon, daß man genug lyrische, anspruchsvolle, kritische.....was auch immer für gute Texte auch in Deutsch hinbekommt. Gute Beispiele gibts ja wie gesagt durchaus.

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korgli
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Erstellt: von korgli » 03.08.2012, 09:59

Hi Tigi
Irgendwie sprichst du mir aus der Seele.

NUR die lebendige Diskussionen haben für mich eine grossen Wert in Foren.
Auch da anständig miteiander umgehen ist natürlich Pflicht.
Hier sicher kein Problem.
Wieso sich manche dann einfach vom Acker machen, wenn mal was kritisches kommt, ist mir schleierhaft. Ich denke das ist einfach mangelde Reife.
Man kann andersdenkende nicht akzeptieren.

Man kann natürlich auch ein Forum als Frage-Antwortspiel sehen.
Wissen abholen - ev. nicht mal danke sagen - und tschüss.
Leider manchmal halt auch Fakt.
Manche bedanken sich und sehen es als wertvoll allherhand für Infos zu bekommen.
Und was man im Moment nicht mal sieht, wird eben zu einem späteren Zeitpunkt auf einmal klar.

Ausschweifen - nicht nur knapp antworten ?
Klar - kann auch mal übertrieben werden.
Aber dann kommen auch gleich mal Sprüche wie - oh ich hol Popcorn und Bier -
Solche sind aus meiner Sicht vollkommene Ignoranten und dei meinen eh alles schon zu wissen - =)=)= ist aber mit Sicherheit nicht so.
Die sind nur zu Borniert, andere Meinungen anzunehmen.
Naja nur meine meine Meinung...


Dabei bringt einem genau das weiter.
Ob man nun Neues kennenlernt, oder weiss, "DAS" sicher nicht.
Man lernt erkennen, was einem wichtig ist.
Dass es manchmal auch hitzig zu und hergehen kann, naja - ist halt auch ein wenig so.
Da muss man immer aufpassen, dasss man letztendlich nicht selber zuuuu beleidigt ist.
Aber wenn alles an einem abprallt könnte man auch als arrogant erscheinen.
Muss man halt dann auch ertragen.

Würde mir jetzt schon noch wünschen, dass die Diskussion weitergeht.

Ich habe ja weiter oben mal eingebracht, dass manche Deutsch einfach als uncool alsehen.
Naja - stimmt so sicher nicht ganz.
Es ist ja auch so, dass manche alles andere als Rap als uncool ansehen.
Andere sehen alles andere als Metall uncool.
Ich verabscheue eigentlich alle, die extrem, nur das eine favorisieren.
Andererseits ist das volles Fan-tum.
Wenn jemand für einen Star schwärmt, für den alles geben würde, dann fehlt halt ein wenig die Distanz und Erfahrung. Ev. auch ein wenig "Hirn" :-)
Will aber niemanden beleideigen.
Denn "liebenden" fehlt ja auch manchmal ein bisschen Hirn...

Deutsch ist eine Sprache von vielen - sogar eher eine "Minderheit"
Manche sehen es als harte Sprache für Gesang.
Chinesen gefällt übr. Deutsch oder auch "schwiizerdütsch" als exotische Sprache. :lol:
Vielleicht sollte man nur ein wenig zu seinem DING stehen, und es ohne wenn und aber verfolgen.

Was die Seichtheit der Texte betrifft - naja- auch da gibt es halt solche und andere Meinungen. Tatsache ist, dass die Mehrheit solche Texte mag.
Und hochstehende wiederum in der Minderheit sind.
Egal ob Englisch oder Deutsch oder was immer.
Was ist also richtig - was die Masse mag - oder was eine "Minderheit" mag ?
Richtig ist, was man selber mag. Und man sollte sich auch da halt nicht abbringen lassen.

An einem Fest, wo es halt ein wenig locker zu und hergeht, ist es nicht gefragt, ob die Botschaften in Songs sehr hochstehend sind. Und doch sind Songs die berühren gefragt.
Aber berühren heisst nicht gleich Hochstehend.
Und ein wenig feiern und gar nicht mehr auf den Text hören, heisst auch nicht Musik hören - es ist nur ein Mittel für das "Besäuffnis"
Und das gibt es in allen Sparten - ob Metall, Schlager.... oder was weiss ich nicht.
Bei Liedermachen ev. weniger, weil da die Musik eher minimalistisch gehalten wird.
Man könnte da böse sagen, oooooch seeeehr minimalistisch die Musik.
minimalistische Texte - oooooch - Da da da ....
War vielleicht die Musik und Text minimalistisch - dennoch ein Geniestreich.
Nicht ?
=)=)=

fredy

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 03.08.2012, 10:45

Naja, ich fand nun Klampfman seine Reaktion auch etwas überzogen.
Bin zwar auch der Meinung, dass alles noch durchaus zum Thema gepasst hat, aber selbst wenn nicht, so haben sich interessante Aspekte gebildet, die ebenfalls durchaus diskussionswürdig wären.
Wenn seine Frage durch den Hinweis auf "Bluesnoten" tatsächlich schon geklärt werden konnte und ihn der Rest nicht mehr interessiert, kann man sich ja durchaus "ausklinken", aber die anderen User dennoch weiter diskutieren lassen.
Sich wegen so was Harmlosen zu löschen, ist schon übertrieben.
Ich mag auch keine Leute, die man mit Samthandschuhen anfassen muss, die regelrechte "Sensibelchen" sind und sich nicht geistig duellieren können, wenn man anderer Meinung ist.
Niemand hier hat einen Anspruch auf (nur für sich) passende Antworten.
In erster Linie antworte ich nicht einem Herrn Klampfman, sondern schreibe meine Meinung zu einem erstellten Thema.
Wie man sieht sind Teile des Themas noch immer für ANDERE User interessant, auch wenn der Fragesteller schon längst weg ist.
Selbst von so mancher persönlichen Kaufberatung im Forum profitieren auch noch andere User.

Ein Forum ist ein Ort wo Menschen untereinander Ideen und Meinungen austauschen können. Dabei geht es nicht vordergründig um das eigene "Ich".
Man opfert hier seine eigene Freizeit und bekommt dann als Antwort:
Einer der wenigen guten Tipps war der Hinweis auf die Bluesnoten.

Meinst ich erstelle die Beispiele usw. aus Spaß, weil ich nichts anderes zu tun habe?
Da finde ich Phunkys Antwort sehr passend:
Wenn ich mir anhöre, was Du da produziert hast, ist es mit ein paar Bluenotes allerdings nicht getan.


Aber gut, vielleicht denkt er mal in Ruhe darüber nach, was er falsch gemacht haben könnte.
Ich wüsste nen Forum wo er sich wohler fühlen würde.
Da wären dann die kritikunfähigen Leute unter sich :D
Dabei mochte ich ihn eigentlich und finds Schade.

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Chukkzy
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Erstellt: von Chukkzy » 03.08.2012, 16:57

Ich fand den Thread höchst interessant, hat mich auch dazu bewogen nicht mehr nur mitzulesen sondern mich zu registrieren... Schade das die Thematik dann so abrupt beendet wurde.
Diese Signatur befindet sich zur Zeit im Urlaub.

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startom
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Erstellt: von startom » 03.08.2012, 18:37

Die Thematik ist nicht beendet, das Gründungsmitglied hat sich lediglich vorzeitig pensionieren lassen.

Also nur zu und weiter!
Tom

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 03.08.2012, 18:49

Nö, nur der TE hat sich abgemeldet. (edit: ups, Startom war schneller :D )
Es hindert keinen daran, weiter seinen Senf mit dazu zu geben :D

Mich kann man übrigens mit so genannter Volksmusik echt jagen. Solche, die gerne von den öffentlich rechtlichen zum besten gegeben werden.

Aber echte deutsche Volkslieder, Irisch-Folk, Mitelalterliche Lieder, Amarican-Folk-Song, Spirituals and Gosples habe ich alles in meinem Repertoire.

Es gibt einfach eine Musik, die finde ich so Platt, dass ich die einfach nicht mag.
Dabei kann die Musik auf den ersten Blick (bzw. aufs erste Ohr) sich gar nicht mal so schlecht anhören. Aber dann stellt man viel zu viele Versatzstücke fest. Wo die Melodie nur noch schablonenhaft zusammengeschustert wird, oder wo der Text nicht das hält, was die Musik verspricht.

In der Zeit des Wirtschaftswunders gab es einen dringenden Bedarf an unbeschwerter lustiger Musik. Die Leute hatten viel zu sehr an den Wunden zu lecken, die der zweite Weltkrieg gerissen hat. Die Menschen brauchten einfach eine Verschnaufpause und die heile Welt.
Wenn da gesungen wurde:
Dort steht das Glück vor der Tür, - und ruft dir zu: "Guten Morgen, - tritt ein und vergiß deine Sorgen!"
dann gab es zu der Zeit einen guten Grund, dass man die Leute aufmuntern wollte.

Die Lieder, die sich über ein paar Jahrzehnte gehalten haben, dass waren die Lieder, die trotz aller Schlichtheit irgendwo originell waren.

Ein ähnliches Phänomen kann man Ende der 70er Jahre entdecken. Die 70er waren unter anderem geprägt vom Kalten Krieg (Rüstungspolitik, NATO-Doppelbeschluss, Raketenstützpunkte), Inflation, Ölkriese, Vietnamkrieg, Umweltschutz, Waldsterben, Atomausstieg, Demos, Herointote, ...

Irgendwann hatte man einfach keine Lust mehr, eine "0-Bock-Gesellschaft" zu sein, und hat schlicht und ergreifend alle Probleme einfach ignoriert, und Fun gemacht. Ohne die ganzen politischen und gesellschaftlichen Probleme der 70er Jahre wäre die Neue Deutsche Welle nie so ein Erfolg geworden. Nur war die Musik halt alles andere als einschläfernd und langweilig. Obwohl die Texte mitunter extrem oberflächlich waren (Da Da Da) war es einfach lustig gemacht.

Und einige doch sehr schlichten (aber nicht unbedingt flachen) Texte hatten einfach eine klasse gut tanzbare Musik mit dabei.
http://www.youclubvideo.com/video/220134/

Was witziges, dass ich beim Stöbern gefunden habe:
Ich habe zwei Lieder gefunden, die eine ähnliche Sequenz verwenden. (Die selbe Tonfolge, aber auf einer anderen Tonstufe)

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  A                                 Em
  1 . 2 + 3 + 4 .  1 . 2 + . . . .  1 . 2 + 3 + 4 .  1 . 2 + . . . .
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|-------------0--|-2---2-2-(2)----||---------------|-0---0----------|
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|-----2-2--------|----------------||----2-2--------|----------------|
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|----------------|----------------||---------------|----------------|

spielt die zuerst mal nach, und schaut dann, zu welchen Liedern die gehören.

http://www.youtube.com/watch?v=jVP19z8YGv0#t=19s
http://www.youtube.com/watch?v=gWubhw8SoBE#t=1m13s

Beim ersten mal hauptsächlich Akkordtöne auf den betonten Zählzeiten, zudem in Dur
Beim zweiten Moll und viele Harmonie-fremde Töne (die nicht zu Em gehören) auf den betonen Zählzeiten.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 04.08.2012, 00:25, insgesamt 1-mal geändert.

Tigi
schreibt schneller als du liest
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Erstellt: von Tigi » 03.08.2012, 22:20

Also ich bin auch definitiv dafür, den Thread hier nicht zu beerdigen sondern weiterzuführen. Jetzt wurden hier schon soviele Argumente zusammengetragen, auf den Zug MUSS man einfach aufspringen.

Nochmal zum Thema Text:
Wenn ich so recht drüber nachdenke stellt sich mir eigentlich die Frage, was genau ist jetzt seichtes Liedgut/Texte bzw. darf man dieses abwerten nur weil es einem persönlich nicht so gefällt? Die Geschmäcker sind ja (zum Glück!) grundverschieden und wenn ich ehrlich bin hör ich jetzt auch nicht immer absolut tiefgründige Musik mit ner ganz bestimmten raffiniert verpackten Botschaft.

Schubladendenken mag ich auch nicht und auch wenn ich mich als Kind des Metals bezeichnen würde so bin ich anderen Dingen alles andere als abgeneigt. Da hatte ich vielleicht auch das Glück in einem sehr toleranten und musikalisch vielseitig interessiertem Elternhaus aufzuwachsen. Als Kind durfte ich micht immer durch die Plattensammlung meiner Mutter (natürlich wurden die Vinylscheiben nahezu andächtig und mit höchster Vorsicht behandelt!) "wühlen" und da fanden sich neben den obligatorischen Schlagern auch viele Sachen aus der Klassik, Jazz (wie hab ich immer Glenn Miller geliebt!) und anderen Bereichen, ebenso standen Besuche von Oper, Operette oder Musicals an usw. Volkstümliches hat man hier in Bayern zwangsläufig auch mitbekommen (wobei ich allerdings zugeben muß, meinen Nachbarn in seiner Stefanie Hertel-Phase abgrundtief gehasst zu haben *räusper*), damals in der Schule hatten wir einen sehr engagierten Musiklehrer, der mit uns voller Inbrunst diverse Oldies gesungen hat (und wir hatten mächtig Spaß dabei) und so weiter und so fort.

Ähhh, ok, sorry für die kurze Abschweifung, eigentlich wollte ich noch was zu den Texten sagen: Letzten Endes kommt es ehrlich gesagt immer auf meine jeweilige Tagesform an, was ich höre. Sei es ein zutiefst depremierender Text mit enormer Aussagekraft oder eben auch mal das besagte seichte Liedchen. Wie hier schon erwähnt wurde, kann man bei passendem Anlass, Ort und anwesenden Personen durchaus mit jedem Lied seinen Spaß haben. Lieder wie "Er hat ein knallrotes Gummiboot", "Die Hände zum Himmel" und was es sonst noch so gibt würde ich jetzt wirklich nicht in die besonders anspruchsvolle Ecke einordnen. Dennoch hatten wir mit besagten Lieder schon enorm viel Spaß und haben dazu auf den Tischen getanzt. Letzten Endes denke ich, daß jeder Song irgendwie für irgendwen gemacht ist.

Für mich persönlich könnte ich mir beim Liederschreiben jetzt eher etwas "Anspruchsvolleres" vorstellen, etwas mit mehr Tiefgang. Sorry, das klingt jetzt wohl ziemlich überheblich, oder? Was ich damit ausdrücken möchte ich einfach, daß ich finde, man kann durch Musik viel mehr ausdrücken als man es sonst einfach so in Worte fassen könnte. Man kann damit quasi sein Innerstes nach außen kehren. Mir tut Musikmachen halt einfach unendlich gut, grade nach einem stressigen Arbeitstag, wenn man Ärger hat, sonst irgendwie Probleme im Leben, im privaten Bereich usw. Natürlich nicht ein Thema für jeden. Auch das wurde hier schon erwähnt, viele Leute wollen einfach nur angenehm unterhalten werden und sich nicht noch zusätzliche Probleme anhören müssen, hat man ja eh schon genug.
Hier fällt mir z.B. mal ein Satz aus einem Interview mit dem Sänger einer hier in meiner Gegend sehr bekannten Stimmungsband ein. Der meinte mal sinngemäß, sie wollen eigentlich gar keine anspruchsvollen Texte schreiben, sondern die Leute sollen einfach nur ihren Spaß haben, einfach mal abschalten und sich nen schönen Abend machen können.
Und da finde ich hat er auch wirklich recht.
Genauso wie einer recht hat wenn er sagt er will keine seichten Texte, sondern er will sich bei nem Lied Gedanken machen über die Botschaft, vielleicht auch wachgerüttelt werden etc.

Melodien...........auch so ne Sache. Und das finde ich als jemand, der noch ziemlich am Anfang dieses weiten Feldes steht schon enorm verrückt. Was passt zu welchem Text? Hier haben wir gelernt, daß man aus einem einzigen (U2) Song einige Varationen basteln kann, die jede für sich immer noch genial klingen. Gibts ja nicht nur bei dem Song......mir fällt spontan jetzt z.B. das Lied "Summer Wine" ein. Die Originalversion fand ich angestaubt und langweilig, die Version von Avalon/Valo hingegen sehr ansprechend. Oder anderes Beispiel: "In The Hall Of The Mountain King". Apocalyptica haben hier bewiesen, daß man dem ollen Peer Gynt da durchaus mit entsprechenden Know How ein ganz anderes Leben einhauchen kann :twisted: .

Mir wird grade ehrlich gesagt schon ein bisschen schwindelig, wenn ich mir die unzähligen Möglichkeiten durch den Kopf gehen lasse, die man in der Musik eigentlich hat, aber bloß irgendwie noch nicht weiß. Was man, um auf die Ausgangsfrage dieses Threads zurückzukommen, tun muß wenn z.B. Melodien zu melodisch klingen. Experimentieren, andere exotischere Wege gehen? Als wir in der Musikschule das Thema Kirchentonleitern durchgegangen sind bin ich da auf sehr interessante Aspekte gestoßen. Da kann man ja teilweise sehr schräge Sachen zusammenbasteln. Klingt nicht immer wirklich gut, aber manchmal vielleicht doch genau DER richtige Akkord/DIE richtige Tonfolge........
Eigentlich ist das alles schon ne verdammt coole Sache, oder?


@ Mjchael: Eigentlich faszinierend, oder? Muß aber zugeben, ohne Deinen Hinweis wäre ich da nicht draufgekommen. Wobei es da sicher einige Sachen gibt. Ich überleg grade, irgendwas ist mir da mal bei Slayers "Raining Blood" in Bezug auf ein anderes Lied aufgefallen, ich komm aber grad nicht drauf........

EDIT: Ich glaube Slayer haben auch beim Mountain King "geklaut".......... *gg*

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Chukkzy
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Erstellt: von Chukkzy » 03.08.2012, 22:40

Da hätt ich auch ein gutes Beispiel... Ich gehe mal davon aus dass jeder hier genug Englisch versteht um zu erkennen was in diesem Video passiert, für alle anderen: Die Jungs hier beweisen wieviel international bekannte Lieder dieselbe 4 Akkord Folge haben.



Wieviele Deutsche Lieder haben nun dieselben 4 Akkorde? Hmmm... Bin weder Akkord- noch Schlagerexperte aber Ich wage mal zu behaupten da sollte es einige Beispiele geben. Trotzdem kann man einmal damit rocken, dann wieder schmachten...
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dissection
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Erstellt: von dissection » 11.11.2012, 20:57

musicdevil hat geschrieben:Jo, ganz interessantes Thema.
Zum Teil sind es wohl die Akkordprogressionen, aber überwiegend liegt es dann wohl eher am Style.


Danke für die Beispiele.

Was bedeutet denn "Style" in Fachsprache jeweils? Ich mein dass es anders klingt ist ja genau sein Problem...

Ich versuche da auch durchzusteigen, das soll doch der Sinn der Musiktheorie sein, Musik auch theoretisch verständlich zu machen, oder irre ich mich da?

Da muss ich wieder das Zählphänomen rauskramen mit dem ich mich herum schlage.

Wir nehmen jetzt einen 4/4 Takt.

Wir zählen "1 (und) 2 (und) 3 (und) 4 (und) 1 (und)..."

dann spielen wir den Akkord auf 1,2,3,4 also onbeat.

Spielen wir jetzt aber offbeat haben wir einen Reggaerhythmus-

...UND...UND...UND...UND

Das klingt komplett anders - aber
Warum?

Nach meinem Verständnis gibts da keine Erklärung für in der "Musiktheorie" weil theoretisch sollte es dasselbe sein (die Musiktheorie gibt mir keine ausführlichere Erklärung als "1 und 2 und 3..." zu zählen), praktisch-musikalisch muss man aber "irgendwie" wissen wie man das korrekt zählt/spielt damit es sich richtig anhört.

Prinzipiell verstehe ich die Musiktheorie daher nicht, weil sie keine real messbaren Werte wie z.B. Zeit oder Lautstärke beinhaltet, sie beinhaltet quasi nur sich selbst zur Beschreibung von Musik als Wahrnehmung, ist somit wie eine beschreibende Sprache zu verstehen, keine erklärende Theorie.

Wenn das so wäre gäbe es aber keine andere Möglichkeit es zu lernen als es so lange zu versuchen bis man das Gefühl hat, dass es nun passt.

Und es wäre sinnfrei, ihm zu irgendetwas zu raten außer, dass er anhand simpler Beispielrhythmen die Grundschemata anwenden lernt um sie dann auf komplexere Songs auszuweiten.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 11.11.2012, 21:51

Mal ein Unterschied zwischen Onbeat und Offbeat:

Kinderlied: Die Wissenschaft hat festgestellt

Einmal Onbeat
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... infach.mid

Einmal Offbeat
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... icking.mid

Die "1" bleibt bei beiden Versionen immer gleich auf der "1". Aber bei der zweiten Version rückt der Rest des Stückes auf die "und".

Da hörst du den Unterschied.
Und sehen kannst du den hier:
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_M ... _-_einfach

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_M ... vispicking

Selbst wenn du keine Ahnung vom Notenlesen hast, so siehst du auch so, dass bei den Notenwerten irgendwas anders ist.

Du hast sowohl beim On-Beat als auch beim Off-Beat meist ein Instrument, dass wenigstens die "1" vorgibt.
Könnte z.B. die Base-Drum sein. Aber andere Instrumente schlagen halt konsequent gegen den Takt.

Es mag aus den Blechblas-Kapellen entstanden sein.
Es gibt einen typischen Bum-Da-Tsching-Da Bum-Da-Tsching-Da Rhythmus von der Begleitband
Wenn es jetzt aber an den fetten Tubas fehlt (weil die einfach zu teuer sind, hört man auf ein mal nur noch ein ___-Da-___-Da ___-Da-___-Da-Rhythmus.
Und schnell hat man einen Reggae.

Hier mal ein Blues, wo die Offbeats recht häufig betont werden.


Gruß Mjchael

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Erstellt: von dissection » 11.11.2012, 22:50

Danke.

Das Travis-Picking ist aber etwas komplexer als einfach nur off-beat im Sinne von ...UND...UND? Das was ich mit "und" bezeichne ist hier wohl genauer der zweite Achtelton. Offbeat bezeichnet alle Töne, die nicht exakt auf den Takt treffen, richtig?

Ich hab halt garkein Konzept, wie ich da irgendwie die Fähigkeit entwickeln soll, Noten im Kopf in einen Rhythmus zu übersetzen.

Ich mein da ist zwar theoretisch klar, dass diese und jene Note diesen und jenen Anteil vom Gesamttakt haben muss - aber dennoch verstehe ich es einfach nicht wie es umzusetzen sein soll (oder besser gesagt erlernt). Bei dem Travis-Ding müsste ich da ewig drüber nachdenken, wie das wohl sein muss, dann am Ende nicht wissen ob ich richtig liege mit meiner Vorstellung und vermutlich einfach massig Fehler drin haben. Ohne es zu hören kann ich mir schonmal garnix drunter vorstellen auf diesem Komplexitätsgrad.

Gibts da überhaupt ne Alternative anstatt einfach soviele Kombinationen mal gesehen/gehört zu haben bis man ein Gefühl dafür bekommt, was sich wie anhören muss (sprich Notenlesen üben wie man Spielen übt) - oder kann man das sinnvoll lernen? Also für einen guten Tipp (Buch mit CD) in diesem Bereich wäre ich dankbar.

Ich finde das viel zu schwer - bzw. ich hab wie gesagt überhaupt kein Konzept davon wie man das lernt. (Tonhöhen ist klar - aber Rhythmik lesen?!?)

edit: Je länger ich auf die Noten schaue desto weniger verstehe ich es. Wieso sind im 4/4 Takt 7 Viertelnoten während davon die erste Achtel mit einer Viertel gleichzeitig gespielt werden?!? Gibts nicht wirklich irgendeine GUTE Schulung wie sowas in Akustik umzusetzen ist (ohne einen Lehrer zu engagieren?)

Paul Fabulous
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Erstellt: von Paul Fabulous » 12.11.2012, 10:02

Hallo,

auch wenn ich nicht alles gelesen habe, fällt mir bei dissections letzten Beiträgen auf, dass die Begriffe betonte und unbetonte Schläge überhaupt nicht vorkommen. Das ist aber gerade das Entscheidende, um den Unterschied von Beat und Off-Beat zu verstehen.


Mal in Kürze ( in der Hoffnung, dass das nicht schon alles gesagt wurde):


- ein Takt eines 4/4-Rhythmus hat vier Schläge (Beats): | 1 - 2 - 3 - 4 |

- von diesen vier Schlägen wird der erste Schlag ("die Eins") etwas kräftiger betont, das heißt lauter gespielt. Der dritte Schlag wird etwas weniger stark betont. Das wäre jetzt die (klassische, traditionelle) Betonung "auf den Beat".

- beim Off-Beat werden dagegen diese Betonungen genau umgekehrt. Betonung auf Schlag zwei und vier: | 1 - 2 - 3 - 4 | . Diese Art der Betonung ist populär in modernen Stilen wie Pop und Rock.

- die zwischen den Grundschlägen 1,2,3,4 liegenden "unds" sind auch erstmal unbetont.


Es geht also nicht nur um Zahlenreihen, die man mathematisch abzählt. Bestimmte Zahlen (oder Schläge) haben unterschiedliches Gewicht, d.h. unterschiedliche Betonung. Bei einem gewöhnlichen 4/4-Takt wären z.B. die 1, die 5, die 9, die 13, die 17 stärker betont als andere Zahlen oder Schläge.


Zum Üben würde ich einfach mal beim Musikhören versuchen den Rhythmus mitzuklatschen. Ich beziehe mich hier nur auf 4/4-Rhythmen.

- Hörst du wo die Eins ist?
- werden eher 1 und 3, oder eher 2 und 4 betont?
Gruß

Paul

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Erstellt: von dissection » 12.11.2012, 11:19

Danke Paul Fabolous, das ist wieder etwas womit man arbeiten kann.

Prinzipiell bilde ich mir ein zu hören, wo die 1 ist. Kann ich aber nicht bestätigen, da mir ja keiner sagt ob ich es richtig höre ;)

Wenn du mir nun sagst, dass ich die 1 dort setze, wo die Betonung ist - okay, dann habe ich meinen Onbeat.

Wenn du mir nun aber sagst, dass offbeat die Betonung auf 2 und 4 ist - wenn ich meine Zählweise zuvor an der Betonung festgelegt habe, wo ist der Unterschied - logisch beschrieben? Ich muss dann entweder den Zählbeginn an etwas anderes festmachen als der Betonung - oder die Bezeichnung "offbeat". Ansonsten ist es definitionsgemäß mit dieser Umschreibung dasselbe.

*edit*

Das Problem ist, dass diese Erklärung schlicht falsch ist, oder?

Die Betonung ist im offbeat nicht 1 und 2 und 3 und 4
sondern
1 und 2 und 3 und 4 und

(Achtel-offbeat)

Ist ja auch logisch - beat = 1234, offbeat alles was dazwischen fällt

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 12.11.2012, 13:49

Der Grundtakt (4/4-Takt) wird ja durch die Betonung nicht aufgehoben.
Die 1 bleibt immer noch die 1.
Es ist nur eine Frage, wie man zählt.

Entweder
1 2 3 4

Oder
1 2 3 4

Ich habe einfach mal die Vermutung, dass du das Auszählen eines Taktes noch gar nicht geübt hast.
Das Zählen eines Taktes übt man mit den einfachen Schlagmustern, ohne Off-Beat.
Wenn das gut klappt, dann ist der Off-Beat nur eine Erweiterung.
Ich bringe ihn manchmal so bei, dass ich sage, dass man ganz normal den 4/4-Schlag ausführen soll
(also 1 2 3 4 zählen)
nur, dass man bei der 1 und der 3 bewusst daneben schlagen soll.
Man kann es auch so üben, dass man die 1 und die 3 abdämpft. Sie klingen dann immer noch mit, aber lange nicht so laut, wie die 2 und die 3.

Gruß Mjchael

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