Problem mit Covern: Versionen und "Cover cover"

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sixstringsdown76
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Problem mit Covern: Versionen und "Cover cover"

Erstellt: von sixstringsdown76 » 12.06.2012, 10:36

Ich brauche mal Tips wie man am besten damit umgeht, dass manche Stücke regelmäßig unterschiedlich gespielt werden, selbst von den "Originalbands" - z.B. die ZZ-TOp Version von "Dust my broom" Studio und Live.

Ein andere Nummer bei der es viele Diskussionen gab war "Whole Lotta Rosie" von ACDC, wo ich mir ziemlich sicher bin das Malcolm Young in der ersten Strophe die "vollen" Powerchords A5,C5 ,D5 in der 1.3. und 5. Position spielt, bei einigen COverbands wird aber hier einfach der "A5" auf der A-Seite mit dem C und D ergänzt ,was akkordtechnisch nicht falsch ist, aber IMHO einen anderen Sound produziert. Dafür kann man aber letztere Version viel schneller spielen.

Wenn ich mit anderen versucht habe zusammenzuspielen gab es hier immer wieder Diskussionen - einfahc, weil man gewissermassen mitten im Spiel seine eingeschliffenen Griffweisen umdenken muss und daher schnell mal aus dem Rhytmus kommt.

Nicht etwa dass ich auf meiner Schiene bestehe, aber es wäre doch nicht zuviel verlangt, dass man einfach mal etwas langsamer spielt - oder ist das eine "unübliche" Forderung? :?

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startom
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Erstellt: von startom » 12.06.2012, 11:19

Hoi
Interessante Diskussion, die wir innerhalb unserer Coverband auch immer wieder mal führen. Inwieweit soll man versuchen, sich möglichst ans Original anzulehnen? Wie kann man schwierige Parts so vereinfachen, dass der Charakter des Songs erhalten bleibt? Welchen Stücken und/oder Songausschnitten soll man bewusst eigene Interpretationen einverleiben?

Wir versuchen in der Regel, so nahe wie möglich am Original zu bleiben. Dazu haben wir uns auch angewöhnt, in den Proben vor allem neue und schwierige Songs bewusst langsamer zu spielen als im Originaltempo. Mit der Routine kommt dann auch die Geschwindigkeit....und live spielen wir sowieso alles immer viel zu schnell ;-)

Auch wenn Musiker von Coverbands oft belächelt werden, so ist das Handwerk, das du als Gitarrist in einer Coverband erlernst, Gold wert. Denn in den letzten paar Jahren musste ich schon unzählige Male neue Techniken erlernen und fest eingefahrene Rhythmusmuster über Bord werfen.
Beispiel: Wir spielen Symphony of Destruction von Megadeth, Holiday von Green Day und Jumpin Jack Flash von den Rolling Stones. Bei allen drei Songs spiele ich die Rhythmusgitarre und alle drei Songs sind im 4/4 Takt geschrieben. Trotzdem ist die Spieltechnik für mich jeweils komplett anders.
Tom

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gaukay
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Erstellt: von gaukay » 12.06.2012, 11:39

Ich glaube die Leute wollen live Coverversionen hören, die so nah wie möglich am Original sind...wenn wir live mit unserer Wonderwall Version um die Ecke kommen würden, würden einige sich eingige bestimmt verdutzt die "Ohren reiben"... :lol:

...für meinen Teil gehört aber ein Schuss Eigeninterpretation in jedes Cover )()(

LG Kay

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startom
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Erstellt: von startom » 12.06.2012, 12:07

Ja, stimmt.
Ich hab früher bei Here i go again von Whitesnake jeweils ein eigenes Gitarrensolo gespielt, weil ich die letzten paar Takte des Originalsolos nicht spielen konnte. Hab aber gemerkt, dass genau dieser Solo-Abschluss zum Song gehört, vor allem Live.

Andererseits spielen wir Nothing else Matters zwar komplett nach Original, spielen aber vor dem eigentlichen Intro noch den A-Teil der spanischen Romanze. Passt perfekt, da beide in derselben Tonart und derselben Taktart geschrieben sind.

Den Schluss von ZZ Top's Gimme all your Lovin' spielen wir auch leicht anders. Wir schieben nach dem Schluss-Solo nochmals einen Refrain ein. Im Original gibts lediglich ein Fade-Out beim Gitarrensolo.

Das sind keine Anpassungen am Original, sondern lediglich Erweiterungen. Das ist die Freiheit, die wir uns nehmen.
Tom

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korgli
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Erstellt: von korgli » 12.06.2012, 13:24

Hi
Mag sein, dass manche Leute manches wollen.
ICH nicht.
Wenn ich eine Band höre, die zu sehr nahe am Original ist, dann höre ich lieber ne CD an.
Sorry - aber dann hat Musik-MACHEN keinen Sinn für mich.
Denn so nahe sind - wie erwähnt - nicht mal die Originale selber.
Sie müssen es auch nicht sein. Denn ihr Charakter ist wichtig.

Wenn jemand einen Song covert in SEINER Mentalität - dann gefällt es mir halt besser.
OK - ist immer noch Geschmackssache.
Aber ich bin kein Fan von Kopierautomaten.

ABER - ich kann auch Kopien anhören - auch das ist kein Problem.
gggggg - ja Widerspruch. Aber die wenigsten können mich begeistern.
Weil viele die entsprechende Seele nicht haben, bei manchen Songs.

Leider versuchen sich sehr viele im Kopieren von Songs.
Aber leider kommen auch viele nicht an die Originale hin.
Töne - naja die haben sie vielleicht noch fast drauf.
Aber mehr auch nicht.
Letztendlich ist es ein Abklatsch.

Ausnahmen bestätigen natürlich immer die Regel.
Sind dann aber auch sonstige Ausnahmetalente.
z.b. Dream Theater haben Pink Floyd gecovert.
Aber ihre Seele integriert. Also ein wenig DT drin.
DAS können nur sehr wenige.

Und all die Coverbands sind so steiff auf Bühnen, dass mir vielfach die Lust vergeht.
Ein wenig offen sein - meine Damen und Herren.
Denn das ist Musik - alles andere ist Erbsenzählen.

Nur meine Bescheidene Meinung dazu.

fredy

Dad Pa
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Erstellt: von Dad Pa » 12.06.2012, 13:51

Hai Leute,

ich kann nicht verstehen, wie man als Musiker jemand imitieren will. Der Versuch scheitert ohnedies meist kläglich. Auch die Coverbands die ich so gesehen habe kommen im allgemeinen beim Publikum besser an, wenn sie eine gute Interpretation hinlegen. Bei einer guten Imitation erntet man allenfalls Bewunderung aber keine Begeisterung.
Auch die großen versuchen so gut wie nie einen Kollegen zu imitieren. Wenn die einen Song covern, dann bringen sie immer ihre eigene Seele ein. Und das sollte Ziel eines Musiker sein - meine Meinung.

LG
Dad Pa
Glück kann man verdoppeln wenn man es mit jemand teilt.
(Albert Schweitzer)

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 12.06.2012, 14:37

Hm...
Also diese typischen Coverbands, die man auf einigen Dorffesten usw. findet, da kann ich mir durchaus vorstellen, dass das Publikum natürlich die Songs so gut wie Orginal hören will und nicht ne völlig andere Version.
Den meisten Zuhörern werden Feinheiten aber eh shitegal sein, da sie so stockbesoffen sind, dass sie Probleme haben noch halbwegs gerade den Weg zur Toilette zu finden :D

Die Zuhörer wollen tanzen, mitsingen, mitgröhlen, mitklatschen, einfach nur feiern...normalerweise kennen sie die Songs.
Die meisten Zuhörer sind aber keine Musiker und es juckt sie nicht, ob jeder Ton exakt dem Orginal entspricht, hauptsache es klingt irgendwie so, wie sie es kennen.
Natürlich darf man dann trotzdem auch mal aus ner Ballade ne schnelle Rocknummer machen, wenns grad passt.
Nur völlige Eigeninterpretationen sind wahrscheinlich weniger gewünscht, denn der Zuhörer will da nicht erst 10 mal hinhören müssen, um den Song zu erkennen.
Beispiel "Opus - Live Is Life"...spielst nen völlig anderes Intro, bleiben die Leute auf den Plätzen sitzen...erkennt man den Song aber recht schnell, wird es sie zur Tanzfläche ziehen...oder "Queen - We Will Rock You" usw.

Wenn nen Alleinunterhalter sein Keyboard anschaltet und dort die bekanntesten Hits zum Besten gibt, ist dem normalen Zuhörer auch sowas von egal, ob das dann genau wie das Orginal klingt...nur der Song muss halt deutlich zu erkennen sein.

Hab mich aber auch schon öfter gefragt, wieso sich da Musiker hinstellen um zu covern, denn da könnte doch einfach auch nen DJ ne CD einwerfen...aber ist halt was anderes, wenn da ne Lifeband spielt.
Ist auch was fürs Auge und irgendwie nen anderes Party-Feeling.
Den meisten Zuhörern ist aber wie gesagt egal, ob da jeder Ton dem Orginal entspricht, hauptsache es klingt irgendwie nach Orginal und klingt vor allem irgendwie gut :D

Man darf die musikalischen Fähigkeiten der Zuhörer nicht überbewerten.
Ne Bekannte von mir hört, wenns völlig schief auf meiner Gitarre klingt, aber ob das Arpeggio 1:1 gespielt wird, ist ihr egal, sowas hört sie alles nicht. Auch ne Anschlagsart muss irgendwie passen, aber nicht unbedingt dem Orginal entsprechen.

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