Röhrenverstärker Selbstbau

Online-Ratgeber
von nimp0u
#281946
Hallo Leute.

Ich würde mir gerne einen kleinen (bis 50 Watt, wenn das überhaupt realistisch ist) Röhrenverstärker selbst bauen.

Dazu suche ich eigentlich primär erstmal Literatur und Internetquellen. Leider musste ich feststellen, dass man nicht so leicht an die gewünschte Intormation mit "googeln" herankommt. Deswegen meine Frage/Bitte hier: Wenn jemand irgendwelche Empfehlungen, sei es Literatur (Buch- oder PDF-Form), oder gute Links, bitte verratet mir diese.

Es soll zum Schluss ein High-Gain-Röhrenverstärker für Metal-Sounds werden (vom Klangbild sowas wie ein Mesa Boogie Rectifier, Engl oder Earforce Two).

Danke im Vorhinein und LG,
Dejan
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von leotrial
#281960
Hai :)
Ich hab bis jetzt auch schon 2 Selbstbauröhrenamps, also zunächst mal zu deiner "Wattvorstellung", kleiner Verstärker und 50 Watt wiiderspricht sich ja schon ein wenig ;)

Zunächstmal sollte dir Bewusstsein je mehr Power du haben willst desso teurer wirds auch und man baut sich keinen Amp aus kostengründen selber, eher wegen dem Spaß.

Am besten wäre falls du einen alten Classica nachbauen willst, von diesen findet man sehr viele Schaltpläne bzw. schematics im Netz.


Falls das dein erster Projekt ist hier mal so eine Auflistung der Vorbereitungen:

- Schaltplan bei google suchen (Bild),
- dann musst du dir den schaltplan ausdrucken (viel übersichtlischer) und dir alles so zeichnen wie du es im nachhinein auf der Leiste willst ( versuch hier am besten alles so anzuordnen das masse auf einer seite liegt) und so wenig Platz wie möglich verbrauchen, aber trotzdem übersichtlich!

Hier mal ein Bild von meinem ersten versuch: 7
http://dl.dropbox.com/u/57289612/IMG_4499.JPG

-Teile besorgen, gehäuse (kann man auch kaufen) und evtl kaufst du dir nen kleinen billig benton amp indem du das innenleben dieses Amps reinmachst ;)

Bei weiteren Fragen kannste mir ja mal ne PN oder so schicken bzw. Funplayer (mod hier im forum) kennst sich auch ganz gut mit dem Thema aus.!

PS: Ich würde dir auch empfehlen am Anfang was kleines zu machen, sonst wirds sehr, sehr schnell unübersichtlich! ;)
von nimp0u
#281964
Deswegen auch "bis" 50 Watt =) Der Hintergedanke bei der Aussage war eher eine Kostenrechnung. Da ich ja schon ein bisschen am suchen bin und schon herauslesen konnte dass Leistung = Kosten => Rauschen, etc. bedeutet.

Da der Amp aber schon auch für die Bühne taugen soll, denke ich sollte er trotzdem min. 20-30 Watt haben (wenn das überhaupt reicht, ich habe mit den Leistungen da nicht wirklich Erfahrungen, weil ich immer 100 Watt Amps verwendet habe; habe also keinen direkten Vergleich).

Der eigentliche Hintergrund bzw. Grund für den Selberbau ist bei mir in der Tat nur aus Kostengründen. Da ich einen Blick auf das Innenleben eines 2400 Euro Amps geworfern habe, konnte ich durch meine Vorkenntnis im Bereich Elektronik/Elektrotechnik feststellen, dass dieses "Innenleben" vll. einen Bauteilwert von 500 Euro hat. Natürlich kommt da dann noch das Gehäuse, Arbeitszeit, Know-How, etc. dazu. Aber ich kanns mir für 2400 Euro als Student schlichtweg nicht leisten. Und als Nebenfaktor würde es mir Spaß auch noch machen, so eine Kiste selbst zu bauen.

Bei der ganzen Sache sind folgende Faktoren für mich bedenklich bzw. relevant:
- Wenn ich 500 Euro investiere, muss zum Schluss auch etwas brauchbares (funktionierend und auch Soundquali - kein unakzeptables Rauschen - passen)
- Ich muss damit den Sound bzw. das gewünsche Klangbild erhalten (der Amp soll nicht für Blues oder Rock sein, sondern für Metal, also zum Vergleich ein Mesa Boogie Rectifier, Engl Powerball/Savage/Invader/etc., Earforce Two, etc.)

Das Problem bei den ganzen "Nachbau-Kits" ist, dass ich nur bekannte Marshall bzw. Fender Typen finde, die für meinen Musik-Stil nicht wirklich brauchbar sind. Rectifier Schematics sind alle aus irgendwelche "unseriösen Google-Quellen". Ich möchte nicht etwas bauen, was nur vll. funktioniert.

Komplexe Schaltungen sind/wären für mich kein Problem, da ich wiegesagt eine Elektronik-Ausbildung habe und selbst Hardware-Design als Schwerpunkt studiere. Ich habe einfach nur null Erfahrung mit Röhren, die ja nicht ganz ungefährlich sind, wenn man nicht weiß, was man tut :P

Danke auf jeden Fall für die Links und Antworten. Ich werde das ganze mal etwas durchstöbern. Falls der eine oder andere noch konkretere Tips oder Hinweise hat und/oder schonmal einen Amp in diese Richtung (Hi-Gain, Metal-Sound) gebaut hat.... melden =)
von nimp0u
#281966
Desweiteren sollte ich vll. noch anmerken, dass ich vermutlich nicht mit Point-To-Point-Techniken arbeiten will (also keine Löt-Leisten verwenden werde, möchte) sondern einfach ein Platinenlayout entwickle und die ganze Geschichte dann auf eine Leiterplatte ätze. Ist zwar nicht die klassische Art, aber sollte das ganze für mich einfacher machen.
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von bowmen
#281980
Auch wenn es vielleicht nicht gerne gesehen wird aber in dem Fall.......

Schau Dich mal im Musiker Board um, da gibt es einige Profis in Sache Amp-Technik.
Ich denke dort wird DIr eher weitergeholfen.

Wir sind hier halt doch im Beginner-Forum, ich denke nicht das hier viele Leute gibt die schon einen Amp gebaut haben.
(Kann mich aber auch täuschen)
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von leotrial
#282007
Also die Technik ist bei einem Metal Amp die gleiche wie bei einem blues/rock amp. Du hast nur andere Vorstufenröhren.
Also wenn du Elektronisch begabt bist schätze ich, dass das schon gut klappt.
Mit der platine klappt wohl auch, nur kommt es bestimmt mal vor das was quwalmt (meistens nur ein widerstand der überhitzt) und dann kann die Fehlersuche dauern, aber das ist geschmackssache!
Also ich hatte meinen 30 Watt engel damals in meiner Band nie über 3 von 10 im Volumen aufreißen können und wenn man highgain will muss man immer voll aufreizen also würde dir aufkeinenfall mehr als 30watt empfehlen, und bei professionellen konzerten werden die Amps ehh über Mikro Abgenommen, da klappt auch alles mit nem 15watt röhrenamp perfekt!

Zu deiner googlesuche, ich denke mir der schaltplan ist noch nicht öffentlich da er noch verkauft wird, wäre ja iwie dumm von einer firma ihre ganze Entwicklung freizugeben. Deswegen selbst Entwickeln (würde sagen kommt nicht in Frage) oder auf ältere Amps zugreifen.
Gibst nicht in Metal auch richtig alte bekannte Verstärker? Kenn mich hier nicht wirklich perfekt aus, da ich auf meinem Marshall genug Vorstufenverzerrung hab.
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von phunky
#282009
leotrial hat geschrieben:Also die Technik ist bei einem Metal Amp die gleiche wie bei einem blues/rock amp. Du hast nur andere Vorstufenröhren.
Oder mehrere Vorstufen. Oder habe ich das Mesa-Rectifier-Konzept da missverstanden?
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von leotrial
#282013
https://www.thomann.de/de/mesa_boogie_d ... tifier.htm
Bei dem gibst 2 getrennte Vorstufen. Die eine wohl für clean/crunch und die andere für Gain/Higain.
Hast aber recht, die verwenden 4 Röhren in der Vorstufe, üblich sind eigentlich 2.
Aber die Röhren sind die selben wie in anderen Amps auch, 12Ax7 -> typisch Fender/ Vox und 6L6 wird oft neben der El34 bei Marshall´s verbaut.
Aber um genaueres zu sagen bräucht ich auch einen Schaltplan, hab gelesen das Fame (Bulldozer) aber auch die selbe Funktion benutzt.
von michum
#282022
nimp0u hat geschrieben: Der eigentliche Hintergrund bzw. Grund für den Selberbau ist bei mir in der Tat nur aus Kostengründen. Da ich einen Blick auf das Innenleben eines 2400 Euro Amps geworfern habe, konnte ich durch meine Vorkenntnis im Bereich Elektronik/Elektrotechnik feststellen, dass dieses "Innenleben" vll. einen Bauteilwert von 500 Euro hat. Natürlich kommt da dann noch das Gehäuse, Arbeitszeit, Know-How, etc. dazu. Aber ich kanns mir für 2400 Euro als Student schlichtweg nicht leisten. Und als Nebenfaktor würde es mir Spaß auch noch machen, so eine Kiste selbst zu bauen.

Bei der ganzen Sache sind folgende Faktoren für mich bedenklich bzw. relevant:
- Wenn ich 500 Euro investiere, muss zum Schluss auch etwas brauchbares (funktionierend und auch Soundquali - kein unakzeptables Rauschen - passen)
es gibt günstige Nachbauten der bekannten Amps. Mit weniger als deinem veranschlagten Budget bist du schon dabei.

Du wirst es für eine nette kleine Wonzimmerspielerei als geschicker Bastler gut hinbekommen, aber einen Amp auftrittstauglich zu machen (da kommt die ganze mechanische Robustheit, Zuverlässigkeit sowie Sicherheit dazu) kannst du meiner bescheidenen Meinung nach vergessen.

Die Sache ist zudem lebensgefährlich. Und ich mein nicht das normale Risiko, dass man auch mal einen gewischt kriegt (das ist zwar lebensgefährlich, aber geht wohl oft gut wenn man nicht grad herzkrank ist usw.) - ich mein dass die hohen Spannungen in Röhrenverstärkern womöglich die Chance drastisch erhöhen, dass du dir da echt was mit antust. 300V? 500V? 600V? Hab ich alles gelesen, ich weiß nicht was bei deinem Amp zutreffen würde.

Kostentechnisch lohnt es sich auf gar keinen Fall.

Und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, du wirst das Ding nicht mit dem ersten Versuch fehlerlos und gut durchdacht hinbekommen.
Es gibt dazu ein Naturgesetz, das besagt:
alles was schiefgehen kann, geht auch schief.
Wird immer so spaßeshalber gesagt, aber jeder mit Erfahrung wird dir bestätigen, dass das so ziemlich hinhaut^^. (Manche erweitern das noch zu "alles was nicht schiefgehen kann, geht auch schief".)
Also ganz im Ernst. Wenn du dir vorstellst: du baust das Ding, und es funktioniert einfach - dann wärst du so ziemlich der Erste in der Menschheitsgeschichte, der das hinkriegt.
Da ist üblicherweise erst mal Fehlersuche angesagt. Und dir fällt irgendwas auf, was du dir besser hättest überlegen sollen, aber erst hinterher weißt. (Technische Fehler / konzeptionelle Fehler). Dann schmilzt dir durch die Hitze (Röhren!) was weg. Der eine Fehler zieht andere Fehler nach sich. Usw.

Wenn du schon unbedingt basteln willst (was ich gut verstehe, selbermachen macht sau Spaß :)) wär es schlauer mit was Kleinem anzufangen. Übersichtlich, vllt schon vorgeplant von Leuten, die sich auskennen. Also ein kleiner Bausatz für einen 1 - 5 W Verstärker. Ich weiß jetzt nicht ob die Kleinen auch schon mit so gefährlichen Spannungen arbeiten, falls ja wär mein Sicherheitsargument natürlich noch genau so gültig.


Was du machen willst, ist erklärterweise
- ein hochprofessionelles Produkt (a la Mesa Rectifier) hinzubasteln, und das
- ohne jede Vorkenntnisse (mit Röhren und genau diesem Amp - von dem du ja nicht mal eine Vorstellung hast)
- und ohne praktische Erfahrung
- aber dafür soll es auch nichts kosten.
Sry aber ich halt es einfach für unrealistisch. Ist nur gutgemeint, ich denk mit so einem Projekt versenkst du dein Geld einfach nur.
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von Software-Pirat
#282026
leotrial hat geschrieben:Bei dem gibst 2 getrennte Vorstufen. Die eine wohl für clean/crunch und die andere für Gain/Higain.
Es kann auch sein, daß die beiden Vorstufen hintereinander geschaltet sind. Zumindest wurde es so bei dem ersten Mesa Boogie so gemacht.

Zum Selbstbau-Amp: So ein Amp selber zu bauen wird tatsächlich nicht ganz so billig. Wenn man sich aber mit Elektronik auskennt und einen Lötkolben verwenden kann, sehe ich da allerdings kein Problem so etwas nicht selber hinzubekommen. Was die Soundqualität angeht hängt vieles vom Bausatz und der verwendeten Bauteile ab, aber auch, daß man die Kabelwege möglichst kurz hält. Ich würde übrigens eine Point-to-Point-Verdrahtung mittles Lötleiste einer Platine vorziehen, weil es mir auch einfacher erscheint (vor allem bei der Fehlersuche und bei Reperaturen/Modifikationen).
Wie Michum schon sagte: Die Spanungen, die an Röhren anliegen sind nicht von schlechten Eltern. Das muß man bedenken!
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von Jens80
#282028
Da hat michum schon recht. Ob der Spareffekt zum Schluss noch greift ist fraglich. Hab - wohlgemerkt als Laie - erst kürzlich mein erstes Lötprojekt in Form eines Effektgerätes in den Wind geschossen.....

Neben den von Dir bereits erwähnten Kosten für Bauteile und Gehäuse musst ja auch evtl. noch das ein oder andere Werkzeug rechnen, nen paar Ersatzteile und letztendlich noch jemand, der Dir das Ding abnimmt (wenn Du Dir da aufgrund Deiner Ausbildung nicht 100% sicher sein kannst alles richtig gemacht zu haben). Hab da schon bei einigen Bausatzanbietern gelesen, dass ne Endkontrolle vor Inbetriebnahme durch nen entsprechenden Fachmann dringend empfohlen wird. Und das buche ich jetzt mal nicht nur unter reiner Selbstabsicherung der Bauteilanbieter.....

Will Dir Dein Projekt sicher auch nicht madig machen. Aber will eben gut überlegt sein, bevor man loslegt.
Viel Erfolg!
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von leotrial
#282089
ich denk mir wenn er ein Metalamp baut, wird er bestimmt kein Bausatz nehmen, schon wegen der Auswahl.
Ich würde aber sagen wenn´s dir rein um den amp am schluss geht kauf dir doch nen gebrauchten, da haste nachn paar Jahren meist kein bzw. wenig Verlust.
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von Gitarrenschlumpf
#282108
@nimp0u: Informier Dich im Tube-Town-Forum: http://www.tube-town.de/ttforum/index.php

Da bekommst Du wenigstens nicht so Kommentare wie "Ich stell' mir auch so vor, das ist ganz einfach, wenn man das eine Ende des Lötkolbens vom anderen unterscheiden kann".

Ich würde Aktien an dieser Einschätzung kaufen:
michum hat geschrieben:Was du machen willst, ist erklärterweise
- ein hochprofessionelles Produkt (a la Mesa Rectifier) hinzubasteln, und das
- ohne jede Vorkenntnisse (mit Röhren und genau diesem Amp - von dem du ja nicht mal eine Vorstellung hast)
- und ohne praktische Erfahrung
- aber dafür soll es auch nichts kosten.
Sry aber ich halt es einfach für unrealistisch. Ist nur gutgemeint, ich denk mit so einem Projekt versenkst du dein Geld einfach nur.
von nimp0u
#282162
Danke für die vielen Antworten. Eine super Community hier! (hätte ich nicht gedacht)

Habe mich mittlerweile durch mehrere Foren gewühlt und sehe das ganze nun mit gemischten gefühlen. Einerseits waren Projekte dabei, wo komplette Laien einen Rectifier nachgebaut haben, der auch wirklich funktioniert hat, andererseits sind manche an den Bausätzen gescheitert.

Ich kann an der Stelle all jene beruhigen, die gedacht haben, dass ich dieses ganze Projekt unüberlegt angehe =) Im Moment befinde ich mich noch in der Ideenphase. Und ich denke das ganze wird letztendlich irgendwo zwischen dem Rectifier und einem Kit landen. Eventuell wird es zum Schluss auch ein Kit, an dem ich dann herumbastle und langsam herausfinde an welchen Parametern ich drehen muss um dein gewünschten Sound zu erhalten. Ich lasse mir auf jeden Fall ausreichend Zeit, damit das ganze zum Schluss auch ein erfolg wird, da ich mir wiegesagt einen Misserfolg nicht leisten kann/will/werde.

Zu den Kosten: Ich denke mit ausreichender Planung, wird der Nachbau um ein Vielfaches billiger. Die Materialkosten für einen Rectifier liegen bei etwa 400-700 Euro (kommt darauf an wie und wo man die Teile herbekommt, eventuell kann ich einiges über die Forschungseinrichtung meiner Uni bekommen, wo ich Nebenberuflich auch angstellt bin) und der Neupreis bei 2400 Euro. Selbst wenn ich das doppelte der Materialkosten (was unrealistisch ist) auslegen müsste, wäre ich noch immer deutlich unter dem Preis.
Außerdem bedeutet für mich eine gründliche Planung: Komplettes Verständnis der Schaltkreise, eigenständiges Durchrechnen der Schaltungen und überprüfen der Dimensionierungen mit den Grenzwerten in den Datenblättern, evtl. Simulation (habe das mit Röhren leider nie gemacht)
Wenn ich hier jetzt natürlich meinen Stundenlohn verrechnen würde, könnte ich mir das Original bestimmt mehrfach kaufen. Bei dem Projekt geht es aber primär darum, dass der Amp (ist für meinen Bruder) so günstig wie möglich wird und für mich den maximalen Lerneffekt hat. Wenn das ganze fruchtet, baue ich für mich selbst noch einen zweiten =)

Um nocheinmal auf die angeführten Punkte einzugehen:
- ein hochprofessionelles Produkt (a la Mesa Rectifier) hinzubasteln
Primär geht es darum einen Amp mit einem vergleichbaren Klangbild zu bauen. Also mit diesem "Modern-Sound" wie er auch oft genannt wird. Einfach stark verzerrt und sehr druckvoll.
- ohne jede Vorkenntnisse (mit Röhren und genau diesem Amp - von dem du ja nicht mal eine Vorstellung hast)
Ich bin zwar Elektronik-Ingenieur und kann mit den Schaltplänen gut etwas anfangen, allerdings lernt man heutzutage nichts mehr über Röhren und es macht einen großen Unterschied ob man ein Schaltnetzwerk aus der elektronischen Sicht versteht und dimensionieren kann und ob man sich aus audiotechnischer Sicht etwas darunter vorstellen kann. Hier spielen einach sehr viele Erfahrungswerte mit, die man in einer normalen Ausbildung nicht mitgeteilt bekommt.
- und ohne praktische Erfahrung
Praktische Erfahrung in Bezug auf den Verstärkerbau habe ich nicht, das stimmt. Allerdings habe ich schon einiges gelötet in meiner Laufbahn (ettliche Mikrokontroller/FPGA/Eval-Boards) Auch SMDs im 0402 Gehäuse, wofür man schon fast chirurgische Präzision braucht, wenn mans mit einem handelsüblichen Lötkolben macht.
- aber dafür soll es auch nichts kosten.
Das habe ich nie behauptet. Die Bauteile dürfen gerne etwas kosten. Nur will ich keine 2400 Euro für ~500 Euro Materialwert ausgeben. Auch wenn ich es als Hersteller genauso verlangen würde =)

Und weil immerwieder geraten wird einen gebrauchten Amp zu kaufen. Ich (bzw. mein Bruder, also wir) haben einen Peavey Valve King 100 Head, der zur zeit für die Live-Auftritte herhalten muss. Das ganze wird über ein Boss ME-70 ins gewünschte Klangbild gebracht. Das ist allerdings eine digitale Modeling-Lösung und ist überhaupt nicht mit einem reinen Röhrensound zu vergleichen. Der Valve King bietet hier leider keine Möglichkeit das ohne einem Effektpedal zu erreichen.
Mods für den Valve King haben wir auch schon überlegt, jedoch wollen wir den nicht anrühren, da der Amp jederzeit für Liveauftritte sowie Bandproben funktionstüchtig sein muss.
Somit muss ein neuer Amp her.

Hat denn jemand Erfahrung damit das Klangbild eines Amps zu ändern? An welchen Parametern muss denn da geschraubt werden? Offensichtlich an den Preamp-Röhren und dessen Widerständen bzw. Kondensatoren. Weiß da jemand genauer bescheid oder hat irgendwelche Links oder Literatur?

LG
Dejan
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von leotrial
#282196
Also an den Röhren kannste nichts drehen ;)
Der Klang wird im großen durch die verbauten Widerstände und Kondensatoren beeinflusst.
Den Equalizier den wir vorne am Amp kennen sind nichts anderes als Verstellbare wiederstände sozusagen! aber ein Verstärker besteht nicht natürlich nur aus diesen verstellbaren Poti´s sondern auch aus vielen weiter, die im Schaltplan drinnen sind! ;)

Und denk dran ein kleinen Baureview zu machen mit ein paar Bildern!
MFG

Und was willst du am Klangbild verändern des Valve KinG?
Glaube aber das es fast nicht möglich ist da alles auf so eine mikroplatine geätzt wurde und man nichtmal einen Schaltplan im Web bekommt (wenn doch endschuldige bin nur kurz über google geflogen).

Hier kannst du dir was kleines über röhren durchlesen: http://www.elektronikinfo.de/strom/roehren.htm

Und ich empfehle dir mal nach den alten russischen Militär Röhren schlauzumachen (wir haben noch 100 endstufenröhren vergleichbar mit einer originalen telefunken el34 Röhre im keller) die sind viel besser als die ganzen china nachbauten!
von nimp0u
#282201
Also mit "an den Röhren was ändern" meinte ich andere Röhren verwenden.

Am Klangbild des Valve King kann man sehrwohl etwas ändern. Es gibt sogar dokumentierte Mods dafür (ich weiß nicht wie das hier mit externen Links ist, deswegen schick ich dir den in einer PM).

Ich habe jetzt übrigens eine Seite gefunden wo es geprüfte Nachbau-PCBs für den Dual-Rectifier gibt. Sind mittlerweile schon bei Revision 1.3, also tut sich da was. Gibt auch youtubevideos von clones (mit diesen PCBs ausgestattet sind) die wirklich super klingen.
Vielleicht werde ich auch dort zuschlagen.

LG
Dejan
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von leotrial
#282214
...achso,ich hatte gedacht, dass du dann selbst was entwickeln willst, aber wenn das andere schon gemacht haben, denk ich auch dass man es so machen kann ;) Kann dazu jetzt auch nicht soviel zusagen, da ich mir erst den ganzen amp mal ansehen müsste.
Und andere Röhren reinsetzten bringt nicht viel, es gibt ja sogar welche die sagen man würde den Unterschied der verschiedenen Röhren garnicht hören würde...
MFG
von nimp0u
#282215
Ja geplant war das ganze etwas anders... :/
Da mein Bruder aber bisschen druck macht, haben wir uns entschieden, erst einmal ein Kit nachzubauen. Die Kosten für das Kit sind hald nicht wie beim Madamp ~300€, sondern ~500-600€. Und das Kit ist etwas größer ausgefallen. Dafür haben wir dann auch das, was wir suchen. Ein bisschen Restrisiko ist natürlich dabei, weil man zu diesem Kit nur eine Bauteilliste bekommt und sich das Zeug selbst zusammen suchen muss, aber ich denke das ist auch erstmal eine Herausforderung.

Jetz heißts erstmal ein paar Tage bzw. Wochen abwarten bis die PCBs da sind, dann werde ich diesbezüglich weiter berichten. In der Zwischenzeit hoffe ich dass meine mittlerweile fällige Schecter Hellraiser Extreme C-1 endlich im Musikhaus ankommt =)

LG
Dejan

PS: Falls die Seite wo man die PCBs (bzw. Kits) für "richtige" Amps bestellen kann, einfach per PN anfragen.
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