Unterschied von Master und Volumen

Online-Ratgeber
von Gast
#280186
Hallo Leute...

Ich wollte gerne einmal wissen, worin der Unterschied zwischen Master und Volumen besteht. Ich weiß nur, dass beide etwas mit der Lautstärke zu tun haben.
LG Basti
von agguitar
#280188
Soweit ich weiß, sitzt der Volume-Regler in der Vorstufe, wobei der Master-Regler für die Endstufe zuständig ist. Dadurch, dass der Vol.-Regler in der Vorstufe sitzt, macht es auch was am Klang aus, wenn man ihn verstellt. Der Master-Regler ist zur "neutralen" Lautstärkenregelung da.

Schlagt mich, wenn ich Mist erzähle :D
von michum
#280192
^^ nein ich schlag nicht. Aber stimmt nicht ganz.

Für die Endstufe gibts keine Regler, die macht nur laut. Alle Knöpfe die du bedienen kannst wirken auf die Vorstufe(n).
(edit: so stimmt das auch nicht ganz. Bei Röhrenverstärkern kann auch auf die Endstufe eingegriffen werden, siehe posts weiter unten.)


Wenn ein Regler nicht nur für Volume zuständig ist, sondern auch den Klang beeinflusst, sollte er auch so heißen - Gain zum Beispiel. Nun kann aber jeder Hersteller seine Knöpfe benennen wie er will und tut das auch. Da kannst du also recht haben, dass ein Gainregler auch mal "Volume" genannt wird.

Eigentlich sollte man Verzerrungsgrad = Gain mit einem Regler einstellen, und danach (da es dadurch auch lauter geworden ist) mit dem Lautstärkeregler = Volume noch mal anpassen.
Also:
cleaner Sound: wenig Gain, Volume aufdrehen.
Verzerrter Sound: Gain aufreißen, weniger Volume.


Wenn du zwei Kanäle (oder mehr) hast die du schon unterschiedlich regelst, bei denen du womöglich mühsam die Balance zwischen Gain und Volume eingepegelt hast - und wo du dir genau ausgeguckt hast, wie stark die Lautstärke ansteigt, wenn du z.B. vom clean auf highgain umschaltest - dann ist es blöd wieder alles verstellen zu müssen, wenn es insgesamt lauter (oder leiser) werden soll.
Dafür ist es sinnvoll für die Gesamtlautstärke = Master noch einen zusätzlichen Regler zu haben.
Master macht also nichts anderes als Volume, aber eben für alle Kanäle gleichzeitig.

---

Soweit die Definition und die Anwendung.
Standardisiert oder genormt ist das aber nicht. Es kann also durchaus passieren dass ein Hersteller bei seinem einkanaligen Amp den Gainregler "Volume" nennt und danach den eigentlichen Volumeregler "Master". Wie auch immer. Bei Peavey heißen (oder hießen jedenfalls) die Gainregler "Saturation", woanders werden sie Distortion genannt...

Bei alten Amps gab es die Idee noch nicht, über mehrere Vorstufen die Verzerrung auch bei niedriger Lautstärke realisieren zu können. Da ist nur ein Regler für die Lautstärke (wie auch immer der genannt wird), der also auch beim Aufdrehen die Verzerrung mitregelt. Diese Amps werden auch "Amps ohne Mastervolume" genannt, hier hast du die Art Bezeichnung die ich oben verworfen habe.

Vom Wortsinn ist der Master eigentlich der "Meister für alles", der über allem anderen steht. Siehe auch beim Mischpult: zig Kanäle mit einzelnen Lautstärken und einen (genau genommen ein Stereoregler), der die komplette Lautstärke von allen regelt. Der heißt beim Mischpult auf deutsch auch "Summe", aber englisch ist "Master".
Zuletzt geändert von michum am 26.03.2012, insgesamt 1-mal geändert.
von agguitar
#280199
Super! Da bin ich um ein großes Stück schlauer!

Danke, dass du mich verschonst :P
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von snicki
#280272
Ähm, nur der Form halber mal ne Nachfrage: Reverb, Resonance und Presence Regler wirken doch auch nur auf die Endstufe oder nicht ? Jedenfalls wenn sie in der Mastersektion angesiedelt sind, oder täusch ich mich da ? Die arbeiten doch unabhänig von den Vorstufen-Kanälen ? Jedenfalls dachte ich das bis jetzt immer.

Gruß Snicki
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von phunky
#280274
michum hat geschrieben: ...
Soweit die Definition und die Anwendung.
Standardisiert oder genormt ist das aber nicht. Es kann also durchaus passieren dass ein Hersteller bei seinem einkanaligen Amp den Gainregler "Volume" nennt und danach den eigentlichen Volumeregler "Master".
...
Vom Wortsinn ist der Master eigentlich der "Meister für alles", der über allem anderen steht....
Wobei es bei einigen Amps ja auch eingebautes Powersoak gibt. Klar, ist wieder was anderes, weil es die Leistung hinter der Endstufe verbrennt.

Aber dem "Master" wird seine "Meister für alles"-Funktion schon irgendwie genommen... ;)
von michum
#280276
@snicki
Reverb ist eine weitere Vorstufenschaltung, wenn es ein Federhall ist braucht er einen extra kleinen Verstärkerschub. Das ist zwischen Vorstufe und Endstufe angesiedelt, also von Haus aus "eingeschliffen". Wirkt aber immer noch nicht auf die Endstufe. (Darum wird es ja in den Retro Röhrenamps gern mal weggelassen, Reverb und Einschleifweg, weil man wirklich extra was dafür schalten und verstärken muss und nicht einfach zwei Buchsen mit Signalunterbrechung einbauen kann.)
Presence ist so ein Röhrenamp-Ding und Resonance kenn ich gar nicht, wird auch was röhrenspezifisches sein. Da bei Röhrenamps alles etwas anders zu sein scheint als bei Transen und ich mich da nicht gut auskenne, mag das durchaus sein, dass doch irgendwas auf die Endstufe einwirkt. In dem Fall hab ich mich zu allgemein ausgedrückt, sry :) An Presence hatte ich bei meinen Überlegungen nicht gedacht.
Aber ich weiß es nicht. Es kann auch immer noch sein, dass Presence auf die Vorstufe wirkt. Hab jetzt keine Zeit zu googlen, ich schau später mal wenn sich bis dahin keiner meldet^^.

@phunky
ein Powersoak wirkt natürlich auf die Endstufe, das stimmt, ist aber doch kein Drehregler, mit dem man das Volume steuert, sondern ein Wahlschalter. Also nicht zu verwechseln mit den aufgezählten Volumereglern. Der gehört nicht mehr dazu meiner Meinung nach.
Klar kannst du sagen, das wirkt nochmal auf den Master ein und darum steht der nicht mehr über allem, aber naja. Das gilt für den angeschlossenen Lautsprecher auch, der ändert auch nochmal was an der Lautstärke wie ich gelernt habe :) Und du kannst auch ne Bettdecke über den Amp werfen, dann wirds auch noch mal leiser. Ich find ehrlich, das nimmt dem Master nichts von seiner Funktion.
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von phunky
#280277
michum hat geschrieben:ein Powersoak wirkt natürlich auf die Endstufe, das stimmt, ist aber doch kein Drehregler, mit dem man das Volume steuert, sondern ein Wahlschalter.
...
Das gibt es als Wahlschalter. Das muss aber nicht so sein.
Wie ich am Beispiel dieses VT 20+ gern mal zeige. Und so wie das da gemacht ist, ist das schon was anderes als andere Lautsprecher-Impedanz, Bettdecke überm Amp oder meinetwegen den Amp in den Kühlschrank zu stellen ;). Quasi ein Master hinterm Master.
Dateianhänge:
powersoak.jpg
powersoak.jpg (63.15 KiB) 4786 mal betrachtet
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von snicki
#280281
Resonance wirkt auf die Bässe, während der Presence ja eher die Höhenbrillianz einstellt.....


Es gibt inzwischen schon Röhrenamps mit stufenlosen Powersoak, wie z.B. der Marshall Slash Signature (ist aber der einzige den ich kenne, weil ich den mal angespielt hab), ansonsten kenne ich auch nur schaltbare Powersoaks bei Röhren; bei Modellings sind stufenlose Powersoaks keine Seltenheit (wie die VOX VTs)

Ich dachte nur, da bei meinem (und bei vielen anderen ja auch) Marshall (JVM 205C) die Regler Presence, Resonance und Mastervolume 1+2 in der Mastersektion sitzen, daß alle diese Regler auch direkt auf die Enstufe einwirken; vielleicht sitzen die aber auch zwischen Vor und Endstufe, vielleicht sogar dahinter ?
von michum
#280286
okay wieder was gelernt.

edit

- über den stufenlosen Powersoak hat man tatsächlich einen "Master hinter dem Master"

- Presence Regler (und ähnliches wie Resonance oder Deep) wirken auf die Endstufe

danke an snicky und phunky für die Verbesserungen :)
Zuletzt geändert von michum am 28.03.2012, insgesamt 1-mal geändert.
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von phunky
#280287
Wie das technisch gehen soll, wundert mich aber doch, die Leistung die einen Lautsprecher antreibt kann man jedenfalls nicht einfach so mit einem Poti runterregeln. (Bzw wenn dann nur einmal^^.) Wer weiß was in diesen digitalen Kästchen nun wirklich passiert und was von aussen nur so "aussehen soll als ob".
Ich hab keine Ahnung wie das technisch genau funktioniert. Aber im Grunde wandelt ein Powersoak doch "nur" Endstufen-Leistung in Wärme um, statt in Krach.

In wie weit das nun technisch einfacher mit Poti statt Schalter oder schwieriger zu realisieren ist, kann ich nicht sagen.

Aber die Marshall-Amps die das ebenfalls so machen, sind nicht digital. Beim AFD ist das so, wie snicki ja sagte und beim Malmsteen-Signatur-Modell auch. Das scheint also schon irgendwie zu gehen.
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