[Anleitung] Arpeggio auf Gitarre: Fingersatz & Übungen

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Rock'n'Rolla
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[Anleitung] Arpeggio auf Gitarre: Fingersatz & Übungen

Erstellt: von Rock'n'Rolla » 08.12.2010, 19:43

Ich grüße Euch!

Was sind Arpeggios, wie spielt man diese und wo setzt man sie ein?

Grüße
'Rolla ))-))

Gast

Erstellt: von Gast » 09.12.2010, 03:52

Arpeggien sind Akkorde in Einzeltöne zerlegt. Entsprechend gibt es für jeden Akkord ein Arpeggio - du musst entscheiden, wie weit du gehen möchtest. Reichen dir Dreiklänge? Dann gibt es

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- Dur,
- Moll,
 -vermindert und
 -übermäßig

wobei du die letzteren beiden erstmal vernachlässigen kannst.
In Simses link siehst du z.B. einen Dreiklang; der Fingersatz dort ist allerdings gleich auf 2 Positionen verteilt, was ich zum Lernen (vor allem zum Verständnis) etwas ungünstig finde.

Jeden dieser Arpeggiotypen kannst du in verschiedenen Positionen auf dem Hals spielen. Genau wie die Pentatonik oder komplette Tonleiter in verschiedenen Positionen gefunden wird. Üblich sind Unterteilungen des Halses in 5 oder auch 7 Positionen, es gibt hier manchmal mehrere Möglichkeiten.

Kennst du schon die 5 oder 7 Positionen der Durtonleiter? Oder spielst du Pentatonik und kennst davon 5 Positionen? Ich würde von dem ausgehen, was du schon kennst, und dort ansetzen.
Beispiel: angenommen du kannst die Am-Pentatonik in 5 Positionen das ganze Griffbrett rauf und runter, dann würde ich genau diese Positionen nutzen und z.B. den Am-Akkord als Arpeggio spielen. Oder den C-Dur-Akkord. Die Töne sind in deiner Pentatonik schon enthalten, du lässt bloss was weg.

--

Bisher ging es nur über Dreiklänge.
Dreiklänge sind einigermaßen schwierig, da du so wenig Töne hast und ruckzuck durch die Oktaven nach oben saust. (Ständige Quartsprünge = barréfinger über 2 Saiten). Hier werden meist sweep- oder string skipping Techniken eingesetzt, und das ist vielleicht nicht grad was für Anfänger.

Vierklänge sind 7er Akkorde, das klingt sozusagen jazziger, sie sind aber (meiner Meinung nach) etwas dankbarer zu spielen.

Hier gibt es vier Typen

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Dur maj7
Dur 7
Moll 7
Moll 7 b5


sowie die exotischeren Varianten: verminderte und übermäßige, Moll maj7 und noch viel mehr. Es sollten die ersten drei aber erst mal reichen, so lang du nicht in die Jazzharmonik einsteigen willst ;)

--

Natürlich hört es bei 7er Akkorden nicht auf, es gibt eine Vielzahl von weiteren Akkordoptionen (sus4, 9, 13, b9/#9 und was nicht alles) - viele davon kann man aber abdecken, ohne neue Fingersätze lernen zu müssen. Dafür werden die Dreiklänge oder Vierklänge, die du schon gelernt hast, über einen neuen Basston gestapelt. (Ich erzähl jetzt aber nichts weiter drüber; solang du die "normalen" Arpeggios nicht beherrscht, hat das keinen Sinn^^.)

Die Antwort auf die Frage "wie viele gibt es" ist also: was Akkordtypen angeht, sehr sehr viele. Mein Vorschlag, lernen solltest du erst mal die gängigen Akkorde Dur und Moll, dazu die 7 falls gewünscht (wie oben gesagt Dur maj7, Dur 7, Moll 7). Das in 5 Positionen, macht 15 Fingersätze.

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hnz
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[Anleitung] Arpeggio auf Gitarre: Fingersatz & Übungen

Erstellt: von hnz » 07.01.2012, 00:27

Als Arpeggio bezeichnet man eine Akkordzerlegung, beziehungsweise das Spielen eines Akkords wie man es auf einer Harfe tun würde, woher auch der Name "Arpeggio" stammt (ital.: arpa: Harfe).
Meistens wird das Arpeggio nicht ausnotiert, sondern lediglich durch eine geschlängelte Linie neben den Noten gekennzeichnet. Oft ist es dem Spieler sogar selbst überlassen, ob er diesen Effekt benutzen möchte um zu artikulieren.

Auf der Gitarre gibt es mehrere Methoden ein Arpeggio auszuführen:

1. Durchstreichen

Dies ist wohl die simpelste Methode Akkorde harfenartig erklingen zu lassen und sie erklärt sich von selbst; wobei hier oft der Daumen verwendet wird, wenn ein
"Abschlag" vorliegt und wahlweise einer der vier restlichen Finger bei einem "Aufschlag".

2. Anschläge mit den Fingern

Die zweite und wohl bessere, da vorteilhaftere Methode ist das Arpeggieren mit den Fingern, bei dem normale Anschläge verwendet werden.
Jeder Ton entsteht durch einen autonomen Anschlag eines Fingers, es handelt sich also nicht um ein Abrollen der Hand, sondern tatsächlicheine um eine schnelle Sequenz von Anschlägen.

Man muss beachten, dass man beim konventionellen Gitarrenspiel nur 4 Anschlagsfinger an der rechten Hand hat, das Instrument jedoch normalerweise über 6 Saiten verfügt.
Zerlegungen über 4 oder weniger Saiten stellen für uns also gar kein Problem dar, ein Finger pro Saite:

Code: Alles auswählen

x x 2 1 0 0
x x p i m a


Bei 5 und 6 Saiten müssen wir uns etwas anderes überlegen. Dabei bietet sich an, den Daumen doppelt zu verwenden (man kombiniert quasi das Durchstreichen mit der Methode, die Töne anzuschlagen).

Code: Alles auswählen

x 2 2 1 0 0
x p p i m a

0 2 2 1 0 0
p p p i m a


Es gibt jedoch auch Sonderfälle, wir betrachten folgenden Fall:

Code: Alles auswählen

0 x 2 1 0 0


Hier kann der Daumen nicht "Durchstreichen", da er springen müsste. Das ist zwar auch eine Methode, jedoch nicht unbedingt zu empfhehlen, da sich das Arpeggio dadurch leicht ungleichmäßig anhört.
Aber zum Glück haben wir 5 Finger und können mit ihnen umgehen!
Hier ein paar Methoden:

Code: Alles auswählen

Mit der Greifhand dämpft man das H ab; es erklingt kein Ton auf dieser Saite.

0 x 2 1 0 0
p(p)p i m a

Tatsächlich kann man auch den kleinen Finger benutzen, um beim normalen Spiel mitzuwirken, ist er oft zu klein und zu kurz; dafür hilft er in speziellen Situationen umso mehr.

0 x 2 1 0 0
p x i m a q

Nachdem der Zeigefinger zum ersten mal angeschlagen hat, springt er direkt zur e-Saite und schließt das Arpeggio, ohne dass jemand merkt was geschehen ist. ;)

0 x 2 1 0 0
p x i m a i


Dies ist keine Anleitung, sondern nur ein Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen. Deshalb habe ich auch kein ausführliches How-To verfasst, sondern nur die Methoden ein wenig erklärt.
Bei Ergänzungsbedarf bitte einfach bescheid sagen.

Ich hoffe es hilft irgendwem dort draußen,

hnz

Cidaq
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Erstellt: von Cidaq » 07.01.2012, 00:48

Also ich muss sagen, dass ich Arpeggien auch oft mit Plek spiele, weil man bei den Brechungen schön die Treffsicherheit in Bezug auf treffen der richtigen Saiten üben kann, auch wenn mich jeder Klassiker dafür erschlagen würde, aber für mich ist es halt notwendig weil ich mit dem Plektrum noch längst nicht so sicher die Saiten treffe, die ich treffen will, wie mit den Fingern. Ansonsten würde ich da die normale Zupftechnik benutzen Daumen Basssaiten Zeigefinger G, Mittelfinger H und Ringfinger hohe E-Saite und diese schnell hintereinander anschlagen.
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Pflum
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Erstellt: von Pflum » 07.01.2012, 08:19

Was spricht eigentlich dagegen mit dem kleinen Finger zu spielen? Dann erweitert sich die Möglichkeit auf insgesamt 5 Finger und nur noch 6 saitige Arpeggien benötigen ein Doppelspiel des Daumens. Das funktioniert wunderbar und habe ich auch schon in Videos von anderen Gitarristen gesehen.

Edit: Ok völlig übersehen, dass du es beim Sonderfall drin hast :D
Finde aber trotzdem, dass die Möglichkeit des kleinen Fingers zu oft unnötig übersehen wird.

sunset
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Erstellt: von sunset » 07.01.2012, 23:58

@hnz,
wie übt man am besten ein schönes regelmäßiges Arpeggio?

120 Studien für die rechte Hand von Mauro Giuliani, hast du in einem anderen Thread
http://www.gitarre-spielen-lernen.de/fo ... 7-s20.html
bereits vorgeschlagen, aber ich denke da an Tipps für User, die nicht klassisch orientiert sind.

Einzelfinger betonen und rhythmisch verschieben z.B.?

lg
sunset

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