Fingerpicking Song erstellen

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Tigi
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Fingerpicking Song erstellen

Erstellt: von Tigi » 15.12.2011, 09:49

So, ich hab ein kleines Theorie- und Praxisproblem, von dem ich hoffe, es Euch überhaupt einigermaßen verständlich erklären zu können:

Praxisbeispiel: ich habe eine einfache Melodie, quasi die Noten einer Singstimme und spiele diese Noten dann auch einzeln auf der Gitarre (wie eben die gesungene Melodie). Nun klingt das ja etwas eintönig und fade auf so ner Gitarre und meine Frage ist nun, wie kann man das jetzt ausschmücken, damit das besser klingt?
Bei Fingerpicking Songs nimmt man ja auch mehrere Noten/Töne mit und klampft nicht mit einzelnen Tönen rum.
Doch woher weiß ich nun, welche Töne zusammenpassen? Klar, ich könnte es ausprobieren bis zum Abwinken, aber gibts da ein Schema, an dem man sich orientieren könnte und das einem die Arbeit etwas erleichtert?

Hoffe, Ihr wißt, was ich meine.....danke schonmal!

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phunky
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Erstellt: von phunky » 15.12.2011, 09:53

Also, erstmal wäre es nicht verkehrt, die Tonart zu bestimmen in der diese Melodie steht.

Jeder Ton kann ja für sich stehen, aber auch Teil eines Akkordes sein. Beziehungsweise in mehreren Akkorden vorkommen (daher auch Tonart bestimmen).

Dann kann man andere Akkordtöne dazu spielen.

Eine weiter Möglichkeit wäre, dazu passende Basstöne zu spielen.

avun

Erstellt: von avun » 15.12.2011, 09:55

Du könntest dir zu deiner Melodie die passenden Akkorde Herraussuchen und gucken ob du noch ein oder mehr Töne dazu spielst. Oder noch den Grundton im Bass.

Das ist eine sehr schwierige Frage weil dir in der Musik keine Grenzen gesetzt sind ^^ praktisch darfst du alles machen was deiner Meinung nach gut klingt.

Aber wenn ich eine Melodie Idee hab guck ich welche Tonart ich da überhaupt spiele und such mir die Akkorde heraus. Dann kann man daraus ne Art begleitung machen, oder einfach gucken welche zusätzlichen Töne zum ausschmücken noch sinnvoll erscheinen.

Ich mach sehr viel durch rumprobieren.

Ein guten Tipp find ich auch sich einfach anhand von Tabs mal anzusehen wie andere Musiker ihre Melodie ausschmücken.

Wenn du z.B. einen Interpreten gut findest spricht ja nichts dagegen sich von ihm ein wenig beeinflussen zu lassen sofern man noch einen eigenen Stiel hat.

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Fabian211
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Erstellt: von Fabian211 » 15.12.2011, 09:57

Also ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe.
Du willst praktisch um einzelne Noten der Melodie ein "Gerüst" mit Akkorden aufbauen, oder?
Da hilft eigentlich nur viel Ausprobieren und Erfahrung sammeln. Sagen wir, du schreibst einen Song in C, deine Melodie ist meinetwegen h c d g (nur mal als Vereinfachung) dann könntest du Csus2, C, Cadd9 und G spielen um die Noten unterzubringen. Wäre aber nur ein Beispiel, natürlich könntest du hier auch die parallelle Molltonart zu den C-Akkorden verwenden.
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Tigi
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Erstellt: von Tigi » 15.12.2011, 10:39

@ Fabian: Ja, das hast Du schon richtig verstanden mit dem "Gerüst drumherzum bauen" :) . Ist immer ein bisschen schwierig zu erklären, sorry.

Danke Euch allen schonmal für die Antworten. Hilft mir schonmal weiter mit den Akkorden, Basstönen und so. Hatte mir das so in der Art zwar schon gedacht, aber ich bin jemand, der es sich gerne mal etwas "umständlich und über 1000 Ecken" macht, von daher frag ich lieber mal einmal mehr nach und gute Tips findet man hier ja immer.

Hatte ja schon rumprobiert, einiges klingt gut, einiges schräg, aber seltsamerweise auch nicht unübel, bin mir aber leider diesbezüglich mangels Erfahrung einfach noch zu unsicher.
Aber Euren Tips zu Folge war ich ja dann doch nicht so ganz auf dem Holzweg :D .

Dann probier ich das einfach mal aus und werd auch mal noch Lieder meiner Lieblingsinterpreten analysieren (ok, ich find ja z.B. John Butler megacool, aber der ist auf einem Level, das werd ich wohl nie erreichen, da kann ich wohl noch ein paar hundert Jahre weiterüben *gg*). Da habt ihr schon recht, da kann man sicher einiges an Wissen finden bzw. zumindest mal einen Anhaltspunkt wie es gehen kann (nicht muß). Letzten Endes ist es wohl auch immer eine Frage des persönlichen Geschmacks.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 15.12.2011, 11:06

Es wurde hier schon alles, was wichtig ist gesagt.

Versuche deine Melodie zuerst mit Akkorden zu harmonisieren.
Finde die Tonart raus, und dann bestimme mit Hilfe des Quintenzirkels die wahrscheinlichen Akkokrde.

Welche Akkorde zu einem Takt passen können, da können dir die Noten weiterhelfen, wenn du weist, was für Noten bei den Akkorden vorkommen.

Dann kann man schauen, ob es eine Standard-Akkordfolge gibt (Quasi eine Akkordfolge, die du schon von einem anderen Lied her kennst), die möglicherweise über die Melodie passen könnte. (Muss nicht sein, aber oftmals ist das der Fall.)

Mit den Akkorden hast du ein Harmoniegerüst. Du hast durch den Akkord einen Basston, und die Mittelstimmen der Melodie. Wenn die Melodie sehr tief ist, kann es sein, dass nicht genug Saiten zwischen dem Basston und der Melodie übrig sind, um da noch ein paar Harmonietöne dazwischen zu bringen. Da hilft es dann oftmals, dass man die ganze Melodie in eine höhere oder tiefere Lage transponiert, oder einfach mit einem Capo auf eine andere Lage bringt, damit man so einen besseren Fingersatz erhält.

Es wäre gut, du hättest schon ein wenig Ahnung von den üblichen Akkorden einer Tonart, und ein wenig von Fingerpicking. So ganz von 0 auf ist es recht schwer, alles zu vermitteln.

Der Melodiepicking-Workshop gibt ein paar Beispiele, die dich weiterbringen könnten.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_E ... diepicking

Was die Harmonisierung angeht, da ist zum einen der Quintenzirkel eine gute Hilfe
http://de.wikibooks.org/wiki/Musiklehre ... ntenzirkel

Zum andern sie Standard-Akkord-Verbindungen
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_A ... gressionen

Ist aber recht viel Stoff.

Gruß Mjchael

Tigi
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Erstellt: von Tigi » 16.12.2011, 02:16

Ach ja stimmt, der gute alte Quintenzirkel :) .
Na ja, Fingerpicking Songs hab ich schon des öfteren gespielt un wenn ich über die so nachdenke ist da ja auch ein gewisses Schema zu erkennen. Vielleicht sollte ich die zwecks Anschauungsmaterial auch etwas näher analysieren.
Bisher hab ich mich zugegebenerweise um das Theoretische immer elegant herumgedrückt, aber brauchen tut man's dann irgendwann doch.
Werd mir das alles mal zu Gemüte führen. Dankeschön nochmals für Eure Tips!

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