Unterschiede der Akkorde

Lernen, greifen, wechseln & bestimmen
von Anaenger
#262871
Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich zu den Akkord - Griffen eine Frage habe.

Wie kommt es dass in verschiedenen Publikationen die Akkorde ganz verschieden erklärt sind (Grifftabellenzeichnungen)?

Ich habe das Problem, das ich mir für einige Lieder die Begleitung selber suchen muss, weil ich mich weder ganz auf die angegbenen Begleitakkorde, noch auf die entsprechenden Tabellen rchtig verlassen kann. (Gehör / Klangharmonie)

Was ich Sache noch mehr kompliziert ist, dass sogar in Griff-Tabellenbüchern die Griffe ganz unterschiedliche beschrieben sind.
Das gleiche passiert, wenn man einen bestimmten Akkord googelt.

Beispiel:
In einem Liederbuch ist F-Dur mit großem Barree griff auf der ersten Lage beschrieben, in einem anderen mit einem Kleinen Barree, ebenfalls 1. Lage.
Genauso ist es mir heute mit dem G moll passiert.
In einem Buch steht es mit großem Barregriff in der dritten Lage und in einer Tabelle ganz ohne Barree in der ersten.
Welcher Akkord ist jetzt der Richtige?

Kann mir jemand helfen oder mir ein Buch empfehlen, das auch für Einteiger totsicher zu verstehen ist?

Grüßchen.
von Dad Pa
#262877
Hai Anaenger,

einen Akkord kann man eben auf vielfältige Weise greifen. Wichtig ist ja nur, daß die Töne aus denen sich der Akkord zusammensetzt stimmen. Es bleibt quasi dem Musiker überlassen, welche Variante er wählt. Da gibt es kein richtig oder falsch. Es kommt auch oft auf das gespielte Stück welche Version man nimmt.

Hier mal ein Link
http://www.all-guitar-chords.com/index. ... FG&get=Get

dort kannst z.B. C-Dur eingeben auf den Button "get" drücken dann wird dir der Akkord angezeigt wie man ihn greift. Auf "Variations" klicken und dir wird eine andere Version gezeigt.

LG
Dad Pa
Benutzeravatar
von snicki
#262894
genau so isses.
Ein C-Dur Akkord besteht aus den Tönen C-E-G, mehr sagt der Akkord nicht aus.
Welches C, E, G gemeint ist (also von der Höhe her) sagt die Bezeichnung nicht aus. Dann werden auf der Gitarre die Noten auch gerne gedoppelt, damit es voller klingt und dann gibt es noch die Akkordumkehrungen, bei dem nicht die Reihenfolge C-E-G (also Grundton-große Terz-kleine Terz) eingehalten wird, sondern durcheinander gemischt werden (wie bei den meißten Gitarrenakkorden eigentlich). Zudem spielt der Klang auch eine elementare Rolle.

Gruß Snicki
von Anaenger
#262895
Danke erst einmal für eure Infos.
Das erklärt natürlich einiges.

Ich habe halt das Problem, dass ich öfters mal Anfänger zum Unterricht habe und diese Kinder können sich nie auf die Griffe verlassen, die dort stehen. Das muss ich immer zuerst ausprobieren und ggf. überarbeiten.

Ich finde das halt nicht sehr praktisch. Vor allem für Kinder oder in Kinderliederbüchern....

Aber ich lass mir eure Tipps mal durch den Kopf gehen.

Nacht.
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von mjchael
#262907
Kinderliederbücher sind nicht unbedingt für den Gitarrenunterricht geeignet.

Es stehen zwar Akkorde drüber, doch diese kommen oft vom Klavier, wo sich einige Akkorde viel einfacher greifen lassen.

Viele spielen die Lieder mit Blockflöte nach. Blockflötenspieler mögen recht gerne die Tonart F-Dur, weil sie den Ton Bb recht einfach greifen können. Dagegen kommen sie mit C# und F# nicht so besonders gut klar.

Tja, Pech für den Gitarristen, der damit klar kommen muss. Vor allem Pech für den Gitarrenanfänger.

Suche dir mal ein gescheites Gitarrenliederbuch für Anfänger oder leicht fortgeschrittene Spieler.

Auch "Das Ding" ist nicht schlecht, auch wenn nur jedes zweite oder dritte Lied für leicht fortgeschrittene geeignet ist. (Den Rest hebt man sich für später auf.)

Bei den Wikibooks gibt es einige Liedvorschläge, die genau auf deine Fähigkeiten abgestimmt sind.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_L ... hl%C3%A4ge
Es gibt da auch Links zu den benötigten Akkorden.

Gruß Mjchael
von Anaenger
#262928
Hallo mjchael,

hab mir grade deinen Beitrag durchgelesen und den Link angesehen.

Ich hatte vom "Ding" schon mal alle Bände, leider ist dort die Melodie nicht dabei, nur die Akkorde, so weit ich mich erinnern kann.
Aber das Problem ist leider immer das gleiche.


Noch allegmeine Fragen:
1. Welchen Griff / Lage bevorzugt ihr bei C- und Gm? (Grafik bevorzugt).
2. Findet ihr auch, dass man frühzeitig ganze Barreegriffe mit den Kindern üben sollte?
Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass jegliche Art von Barre für Kinder bis 10 Jahren ziemich schwierig sind, weil auch die Finger teilweise noch zu kurz sind und die Kraft nochnicht da ist.

Ich finde auch, dass insgesamt fast jedes Lied auf offenen Akkorde umgesetzt werden kann und gar (fast) keine Barres nötig sind.
Mir kommt es daher komisch vor, dass grade in Rock- und Popbands diese Griffe sehr verbreitet sind.

(ich spiele sehr gerne in F und moll-Tonarten ;) )
Gruß
von Cidaq
#262948
1. Also Cm würde ich wie Bm bzw Hm wem das lieber ist, im 3. Bund greifen, Gm wie F#m im 3. Bund (mit Grafiken hab ich es leider nicht so, sorry).
2. Barreegriffe: Also ich habe erst mal die "offenen" Akkorde gelernt, bevor ich mit den Barrees angefangen habe, so haben die Finger schon eine gewisse Gelenkigkeit und auch ein wenig Kraft, ist jedenfalls meine Meinung.
Was zu kurze Finger anbelangt: ich persönlich würde bei jüngeren Kindern so um die 10 Jahre eine kleinere Gitarre empfehlen, Dreiviertel oder Kindergitarre, je nach Körpergröße auch, und der Rest halt wie weiter oben, erst mal die offenen Akkorde wie D Em A usw und dann langsam mit den Barrees anfangen.
Was das Umtransponieren anbelangt, ich neige dazu, Lieder immer einen Ton runterzusetzen, und da kommen halt öfter Barrees vor als in den Originaktonarten, die halt ohne Barrees sind, weil wiederum Anfängerlieder, aber blöd zu singen sind, zu hoch und so.
Dass diese Griffe in Rock und Popsongs verbreitet sind, liegt auch daran, dass Barrees auf der E- Gitarre leichter zu greifen sind als auf der Akustik, wegen der Saitenlage, den dünneren Saiten auf der E- Gitarre und so.
Benutzeravatar
von mjchael
#262953
Vieles ist einfach eine Frage der Liedauswahl.
Und als Gitarrenlehrer sollte man darauf viel Zeit investieren.

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass man zuerst mal Lieder suchen sollte, die keine Barrés haben.

Oftmals reicht es, ein Lied einen Halb- oder Ganzton rauf oder runter zu setzen.
F- Dur rauf nach G setzen, und viele Probleme sind weg.
Wenn es zu hoch ist, runter nach E-Dur, womit auch viele Probleme weg sind, wenn keine Moll-Akkorde dabei sind.

Und wenn doch welche dabei sind, ei dann verschiebt man das Lied weiter nach hinten, bis es dran ist. Es gibt genug andere Lieder, die einfacher sind. (Siehe Liedervorschläge aus dem ersten Post.)

Auch mit 10 oder 11 Jahren kann man Barrés lernen. Nur nicht in den ersten Monaten. Die kommen einfach später drann.
Und dann sucht man zuerst Lieder raus, wo nur ein Barré zum Üben drin ist.

Also alles nur eine Frage der Vorbereitung.
Gruß Mjchael
von Anaenger
#262966
N´Morgen,

danke nochmal für die Tipps. Ich werde euch in nächster Zeit sicher noch öfter brauchen.

Ich spiele zwar schon ziemlich lange Gitarre, aber eher klassisch und nur für den Hausgebrauch.

Das mit dem Transponieren hab ich noch gar nicht raus. Kann mir da wer einen Tipp geben, wie man diese Tranbsponiertabellen richtig anwendet?
Das würde mir sicher weiter helfen, wenn ich es mal könnte :D

Gruß
von Cidaq
#263027
Da du auch aus der Klassik kommst, kennst du auch sicherlich die Tonleitern.
Ich mache es so: Steht ein Lied z B in der Tonart D- Dur, und D- Dur ist mir zu hoch zum Singen, spiel ich es einfach einen Ton tiefer. Beim Transponieren musst du dann nach dem Quintenzirkel gehn.
http://de.wikipedia.org/wiki/Quintenzir ... ntenzirkel
in dem Fall ist es so dass C-Dur die Tonika ist, also der Akkord nach dem die Tonart des Liedes benannt wird, G.Dur die Subdominante und A-Dur die Dominante. Also die Subdominante ist gegen den Uhrzeigersinn, also G-Dur, die Dominante mit dem Uhrzeigersinn, also A-Dur.
Bei C Dur wäre, wenn du dir den Quintenzirkel genau anschaust, die Tonika C-Dur die Subdominante F-Dur und die Dominante G-Dur.
Unter den Durtonarten findest du in diesem Link auch die dazu gehörigen Molltonarten, z B zu D- Dur, B bzw Hm wie auch immer man es nennen will, bei C- Dur wäre es Am, je nachdem halt. Es ist da halt wichtig sich den Quintenzirkel ein wenig einzuprägen.
von Anaenger
#263040
Hi,

danke für den Link.
Sieht aber ziemlich kopmpliziert aus.
Muss ich mir anschauen.

Gruß
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