Frage zum rauscharmen Verbinden von Amps und Box

Online-Ratgeber
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von jaensn
#262219
Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem. Ich habe einen Bugera V5-Verstärker und einen Fender SuperChamp XD-Verstärker. Beide sind verbunden mit einer Harley Benton 2x12 Box im Stereo-Betrieb und nutzen diese anstatt der intern verbauten Speaker. Prinzipiell bin ich damit sehr zufrieden.

Nun habe ich jedoch das Problem, dass der Fender ein gewisses Grundrauschen produziert, wohingegen der Bugera absolut lautlos ist, bis man die Gitarre bespielt. Da mich Rauschen wahnsinnig macht, möchte ich fragen, ob es sinnvoll wäre, zwischen Speaker-Ausgang des Fender-Amps und Eingang der 2x12-Box ein NoiseGate zu hängen, wie z.B. das Boss NS-2. Meine Frage geht in die Richtung, ob das technisch okay wäre, und dreht sich nicht um die Vor- bzw. Nachteile von NoiseGates ;)

Was meint ihr dazu?
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von Software-Pirat
#262221
Nein, ich bin mir sicher, daß geht nicht. Das Signal aus dem Speaker-Ausgang am Verstärker sollte zu stark für das Noise-Gate sein. Das Noise-Gate würde, vorsichtig gesagt, kaputt gehen.
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von jaensn
#262222
Schade, das hab ich schon vermutet. Danke dir für die Antwort. Ich hab schon überlegt, ein schlechtes Kabel zu nehmen, was das Signal vielleicht so abschwächt, dass das Rauschen nicht mehr so durch kommt, aber die Variante ist ja auch nicht gerade "das Gelbe vom Ei".

Tja, nun bin ich erst mal ratlos...
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von phunky
#262223
Es gehört einfach dazu, dass Verstärker rauschen. Zumindest die röhrenbetriebenen. Vor allem wenn man den Gain-Regler aufdreht. Wenn Dir das nicht passt, nimm nen Modelling-Transen-Amp oder sowas und Ruhe ist.

Probleme könnt ihr haben, ich komm da einfach nicht mehr mit.

Wie sagte schon Wilhelm Busch so richtig: Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.
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von korgli
#262226
Hi

Röhren und NICHT Rauschen geht fast nicht.
Naja gute Röhren verwenden, die gut eingemessen sind.
Naja ich kenn jetzt nicht die Anzahl der Röhren bei deinen Dingern
Wenn es mehrere hat - tausche die mal gegeneinander aus.
Aber nur gleiche Typen. Dann hast ev. Glück und du erwischt die "Bessere" im 1 "Verstärkerteil". (das ganze erklär ich jetzt nicht.)

Oder eben tauschen gegen Qualitätsröhre. Manche rauschen einfach sehr stark.
Günstige Rauschen halt mehr. Das ist so.
Aber schlechte Kabel nehmen damit... - Mamamia Aufbacke -

Lustig - manche Modelling-Hersteller machen das Rauschen DAZU. Dass es autentisch klingt.

Na Spinne wir dennne ?
=)=)=

fredy
Zuletzt geändert von korgli am 10.11.2011, insgesamt 1-mal geändert.
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von jaensn
#262228
Stimmt, das Rauschen erreicht die letztendliche Lautstärke parallel zum Aufwärmen der Röhren. Kann jemand gut eingemessene Röhren empfehlen, die das Rauschen vielleicht etwas reduzieren?

Zusätzlich die Frage: Rauschen alte Röhren lauter?
korgli hat geschrieben: Naja ich kenn jetzt nicht die Anzahl der Röhren bei deinen Dingern
Wenn es mehrere hat - tausche die mal gegeneinander aus.
Aber nur gleiche Typen. Dann hast ev. Glück und du erwischt die "Bessere" im 1 "Verstärkerteil".
Die Röhren sind 2x 6V6 Röhren und 1x 12AX7 Röhre. Ich werde mal schauen, ob man da was tauschen kann, den genauen Aufbau kenne ich noch nicht. Danke für den Hinweis.
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von korgli
#262230
Hi

Versprich dir aber nicht zuviel.
Besser sind gute Röhren. Die sind aber teuer.
Geiz ist da halt gar nicht geil. ;)

Ja, alte Rauschen stärker.
Wie lange sind die drin - (ca. Laufstunden)
Und da gibts sogar Leute die meinen, einen 30j alten Röhrenamp töne viiiiiel besser... =)=)=
Taube sehen besser als lahme gehen können... ;)

Es kann aber durchaus an anderen Bauteilen liegen.
Wenn du ein bisschen Service nicht scheust - (kostet)
Dann würd ich mal einen Fachmann dranlassen.

fredy
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von phunky
#262232
Das Problem ist ja nicht nur der Hersteller, sondern auch extrem breite Qualitätsstreuung. Das ist Glückspiel und unter Umständen mit viel Geld verbunden. Wer vintageorientiertes Equipment will, muss damit einfach leben. Mein alter Marshall war seinerzeit im Leerlauf schon fast über Zimmerlautstärke.
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von korgli
#262234
Hi

Jep gerade heute, wo es eben nix Kosten darf.
Das ist eben das, was mich immer wundert.
Es muss ein Röhrenamp sein, weil man sagt, die seien besser.
Das ist eben nicht immer der Fall.
Vodoozauber ist da viel im Spiel.

Hat eben auch Nachteile, mit denen man umgehen lernen muss.
Bei einem Brutalo Drummer in der Band, macht ein wenig Rauschen eh nix aus.
Macht man feinere Musik, dann muss man schon gut achten was man so nimmt, für nen Amp.

Mal bisschen zum nachslesen ein paar Randinfos.
http://www.elektronikinfo.de/strom/roehrenirrtum.htm

fredy
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von jaensn
#262235
Ich habe den SuperChamp gebraucht gekauft, daher kann ich die Frage nicht beantworten. Bedingt durch das Erscheinungsjahr kann er nur maximal drei Jahre bespielt worden sein.

Ich denke, ich werde es erst mal mit dem Wechsel der Vorstufenröhre probieren, da kostet eine mit guten Bewertungen, in denen sogar explizit von Rauschminderung gesprochen wird, von Mesa so um die 25,- Euro.

Die Endstufenröhren scheinen hingegen sogar deutlich preiswerter zu sein.
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von korgli
#262237
Hi

Fein

Bitte berichte, ob es besser wird.
Denn ich denke, das wird früher oder später alle Röhrenamp-Besitzer interessieren.
Nach 3 Jahren intensivem Gebrauch ist ein Röhrentausch nicht verkehrt.
Ist aber auch nicht unbedingt notwendig.
Wenn - dann - investier lieber ein wenig mehr. Der Sound wird anders sein.
Besser - mal gucken gell.

fredy

Auszug - weil es eh die wenigsten nachlesen werden. =)=)= http://www.elektronikinfo.de/strom/roeh ... htm#Klang2

11. Röhren verschleißen und müssen regelmäßig ausgetauscht werden
Es hält sich in manchen Kreisen hartnäckig das Gerücht, daß Röhren in einem festen Rhythmus ausgetauscht werden müssen. Oft werden 1 oder 2 Mal pro Jahr genannt. Hier muß man sehr deutlich differenzieren: Bei einem häufig genutzten Gitarrenverstärker, der andauernd übersteuert wird, kann das unter ungünstigen Umständen tatsächlich der Fall sein. Wird eine Röhre nicht sonderlich beansprucht, ist ihre Gebrauchsdauer jedoch deutlich länger. Es gibt Röhrenradios aus den 50er Jahren, die trotz nahezu täglichen Betriebs bis heute ohne jeden Röhrenwechsel überlebt haben.

Lebensdauerbeschränkende Effekte gibt es im wesentlich drei: Einmal kann wie bei einer Glühlampe der Heizfaden durchbrennen. Dann ist definitiv Feierabend, denn die ungeheizte Katode kann keine Elektronen mehr emittieren. Dieser Fall ist jedoch eher selten. Weiterhin kann eine Röhre durch Überlastung im Innern teilweise oder ganz verschmoren, so daß sich zumindest die Kennlinien mehr oder minder stark ändern. Bei einem sauberen Schaltungsdesign kann dies z.B. bei einem Kurzschluß der Lautsprecheranschlüsse passieren. Auf der anderen Seite nimmt die Emission der Katode im Laufe der Zeit ab. Der Katoden- und damit der Anodenstrom reduziert sich dementsprechend und mit ihm die Übertragungskennlinie der Schaltung. Die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, hängt von zahlreichen Einflußgrößen wie z.B. dem Grad der Übersteuerung und der Gebrauchsdauer ab. Als Anwender kann man leider die Reduktion der Emission nicht zuverlässig feststellen. Klarheit gibt nur ein Röhrenprüfgerät. Bei HiFi-Verstärkern in Röhrentechnik sollte man daher die Röhren regelmäßig überprüfen (lassen). Bei Instrumentenverstärkern ist dies nicht unbedingt erforderlich, da es ja nicht auf möglichst originalgetreuen Klang ankommt: Solange man mit dem Klang und der Ausgangsleistung zufrieden ist, besteht keine Veranlassung, die Röhren überprüfen bzw. austauschen zu lassen.

Ein kostenintensiver Austausch der Röhren ist aber auch bei deutlich reduzierter Emission nicht unbedingt nötig. Normalerweise kann man Röhren im Bedarfsfall nämlich ein- bis zweimal problemlos regenerieren, was nur wenige Sekunden dauert. Nur leider sind viele Werkstätten davon wenig begeistert, weil man an einer Regeneration kaum etwas, an einem neuen Satz Röhren aber recht ordentlich verdient. Entsprechend wird auch oft völlig unnötig der komplette Satz ausgetauscht, obwohl die Vorstufenröhren meistens (aber nicht immer!) deutlich weniger schnell verschleißen als Endröhren, die speziell bei Instrumentalverstärkern oft an der Grenze ihrer Belastbarkeit betrieben werden und je nach Verstärkerhersteller und -modell auch schon mal drüber.
Zuletzt geändert von korgli am 10.11.2011, insgesamt 1-mal geändert.
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von phunky
#262238
korgli hat geschrieben:Bei einem Brutalo Drummer in der Band, macht ein wenig Rauschen eh nix aus.
Macht man feinere Musik, dann muss man schon gut achten was man so nimmt, für nen Amp.
Kommt drauf an wie stark es ist. Mich störte das nie, ich finde es gehört einfach dazu. Wenn ich eine Singlecoil-Gitarre habe, muss ich auch mit Störgeräuschen leben. Naja, gut, da kann man sich noch mit nem Noisegate den Sound kastrieren, ich finde das aber albern.

Das hat meiner Meinung auch viel mit den Hörgewohnheiten zu tun. Die jenigen die zum Beispiel mit Metallica musikalisch sozialisiert wurden, sind vielleicht von der Keimphobie des dortigen Tontechnikers infiziert worden. Das sind so ziemlich die leblosesten, sterilsten Aufnahmen die ich kenne. Abgesehen von der unsäglichen Dynamikkompression, die aus allem Brei macht. Aber so will man das halt heute hören.

Ich für meinen Teil bin da echt altmodisch. Ein Röhrenamp darf ruhig ein bisschen brummen und wenn man das hört, um so besser.
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von korgli
#262240
Hi
Ich möcht jetzt nicht den Thread zumüllen mit Ansichten über dies und das. ;)
Aber mich hat Rauschen bei Single coil immer gestört.
Röhrenrauschen weniger.

Aber wenn du im Scheinwerferlicht stehst, und eine feine Passage spielst - Dann Scheinwerfer an - und das gebruzle fängt an - wääääääääää
Darum hab ich auch damals auf Noiseless Pickups umgestellt.
Manche hören da die Flöhe husten und sagen, es seih ein wenig dies und das.
Aber ich war überglücklich, dass es fast weg war.
Heute mit der Variax hab ich gaaar kein Problem mehr mit Rauschen.

Das hat jetzt nicht unbedingt was mit dem Amp zu tun.
Aber - So hat jeder seine Soundvorstellung.

Ein Noisegate ist ja nur ein Gatter - das ein ausschaltet.
Beim spielen ist das Rauschen ja wieder da.
Dann frag ich mich manchmal schon, für was das gut sein soll.
Klar kann man das fein einstellen.
Aber dann nehm ich lieber von Anfang an was, das weniger Rauchen bringt.
Denn der Sound wird so oder so "verfälscht" "beschnitten" oder was man immer sagen will.

fredy
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