Frage zu 12saitiger Framus Texan bei Ebay

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Gitarrenkatze
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Frage zu 12saitiger Framus Texan bei Ebay

Erstellt: von Gitarrenkatze » 28.10.2011, 20:19

http://www.ebay.de/itm/12-Saitige-Gitar ... 2a1530fb26

Liebe Leute,

Bei Ebay habe ich diese 12saitige Framus Gitarre entdeckt.. Sie ist schon älter und soll 150 Euro kosten. Was haltet ihr davon? Bei Google habe ich gefunden, dass die Gitarre um 1960 gebaut wurde und der gewölbte Boden laminiert ist. Kratzer würden mich nicht sehr stören. Damals ist sie für 265 DM verkauft worden und gehörte wohl zu einer Vintage Serie. Ich hätte schon gerne mal eine 12saitige, ob ich da wohl zuschlagen sollte?

Dies habe ich bei Google gefunden:
http://www.framus-vintage.de/modules/mo ... 4635&cl=DE
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Simse
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Erstellt: von Simse » 28.10.2011, 21:21

Wenn du den "Sammlerwert" bezahlen willst...wenn die überhaupt unter "Sammlerstück" fällt. Keine Ahnung.
Die wird da gerade deutlich teurer verkauft als die damals schon wert war. Ich würds mir wirklich SEHR überlegen.
40 Jahre alt, damals 265 DM (ca. 130,- €) dann wäre die heute vielleicht noch nen Fuffi wert...wenn überhaupt.

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Funplayer99
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Erstellt: von Funplayer99 » 30.10.2011, 13:40

ich hab auch eine Framus 12 Saiter mal bei ebay ergattert, und die war vom Holz her in wesentlich besseren Zustand als diese.Bezahlt hab ich nur einen Bruchteil von dem Betrag der hier verlangt wird.Ich würde diese texan für diesen Preis nicht kaufen, da werden sicher noch andere Angebote mal in der Bucht auftauchen.Und da du ja mit der restaurierung/Bau von Gitarren etwas Erfahrung hast denke ich wird sich das Warten auszahlen.
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Gitarrenkatze
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Erstellt: von Gitarrenkatze » 30.10.2011, 17:22

Hallo, vielen Dank für eure Antworten. Ich habe sie auch nicht genommen.
Da die Gitarre ja nicht mehr hergestellt wird, könnte man meinen, sie hat einen gewissen Altertumswert.

Aber ich vergaß: Bei Streichinstrumenten ist es wohl so, dass sie mit den Jahren an Klang gewinnen, aber nicht so bei Gitarren... wenn sie älter sind, klingen sie nicht mehr gut, "ausgeleiert". Denn das Streichen bei Geigen bekommt dem Holz wohl gut, aber das Schlagen beim Gitarrenspiel ist nicht gut für das Holz, beeinträchtigt die Faser mit den Jahren.
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Erstellt: von Simse » 30.10.2011, 21:28

Ähm, eine Stradivari klingt heute auch nicht besser als damals. Aber ANDERS, das steht fest. Keiner weiß wie die damals geklungen hat. Das Holz unterliegt eben einem Alterungsprozess und "verwest". Langsam aber stetig.
Das hat mit der Anschlagsart wenig zu tun denke ich. Bei beiden Instrumenten SCHWINGT das Holz. Du haust ja bei der Gitarre nicht aufs Holz, sondern in die Saiten. Bei der Geige, streichst du nicht übers Holz, sondern über die Saiten.
Klaviere weisen z.B. dieselben Alterungsanzeichen beim Holz auf wie Geigen, Gitarren, Cellos, Kontrabässe, etc.

Hier mal der Vergleich zwischen frischem Fichtenholz und einem von 1740.

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Erstellt: von Funplayer99 » 31.10.2011, 13:14

Da stimme ich Simse vollkommen zu.Eine Gitarre ,besonders eine Akustische Gitarre entwickelt ihren Klang immer etwas weiter.Vorausgesetzt ist da natürlich dass die Tonhölzer die3 verarbeitet wurden dementsprechend vor dem Bau richtig abgelagert sind und dementsprechent auch getrocknet sind.Beim Einspielen eines Instrumentes richtien sich die Microharze in der Holzstruktur gerichtet aus,was bessere Schwingeigenschaften der Decke mit sich bringt.Man darf das aber keinesfalls mit ausgeleiert vergleichen!Alte und gut eingespielte Gitarren haben sicherlich einen anderen Klangkarakter wie ein baugleiches aber junges Instrument,oft ist es so dass der Klang homogener klingt und für das Ohr gefälliger ist.
Man kann das auch selbst an einer jungen Gitarre mit massiver Fichtendecke feststellen dass sie im Neuzustand doch mitunter recht hell klingt und nach etwa 1-2 jahren guten Einspielens die Höhen nichtmehr so im Vordergrund stehen wie zu Beginn....und das ist der Effekt des Einschwingens wo sich die Mircoharze ausgerichtet haben.
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TonidasTier
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Erstellt: von TonidasTier » 26.03.2012, 00:58

Hallo,
ich habe auch eine Framus Texan, die sich meine Mutter damals gekauft hat, und sie klingt jedenfalls deutlich besser als meine Ibanez 6 Saiter Aeg für 450€. Die würde ich am liebsten immer sofort wegwerfen, wenn ich vorher die Framus 12 gespielt habe. Ansonsten gilt für das Klangholz, falls es vernünftig gelagert wird, dass es seine Eigenschaften verbessert. Bei neuen Gitarren die unter 1000€ sind wird das Holz meist zu kurz gelagert.
Ansonsten muss jedem wohl klar sein, dass 1965 265DMark ein Haufen Geld war. Wesentlich mehr als heute 130€. Ihr habt wahrscheinlich vergessen, dass es so was gibt wie die Inflation. Zur korrekten Berechnung der Werts müsst ihr also die Inflation einberechnen. 265DM*(1+0,035)^47(durchschnittliche Inflation von 3,5% auf 47 Jahre) ergibt: 1334 DM, in Euro also gute 650. Vergelichbar mit einer Takamine. 1965 War ein Tariflohn 299€ pro Monat. Also hat die Gitarre fast einen Monatslohn eines normalen Arbeiters gekostet.
Mfg Andi

Dad Pa
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Erstellt: von Dad Pa » 26.03.2012, 14:56

Hai

mein Vater (leidenschaftlicher Zitherspieler) hat mir schon sehr früh eingebläut, daß jedes (akustische) Saiteninstrument mit zunehmendem Alter an Klangfarbe gewinnt. Das entspricht auch meiner Überzeugung und Erfahrung.
Voraussetzung allerdings ist natürlich, daß das Instrument auch gespielt wird.
Eine Stradivari die 200 Jahre ehrfurchtsvoll in einem Museumsschaukasten entgegen seiner Bestimmung brachliegt kann m.E. nicht klingen.

LG
Dad Pa
Glück kann man verdoppeln wenn man es mit jemand teilt.
(Albert Schweitzer)

Paul Fabulous
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Erstellt: von Paul Fabulous » 26.03.2012, 20:39

Mmh,

ist jetzt kein Widerspruch zu Dad Pa; wie man aber unter diesem Link

http://de.wikipedia.org/wiki/Stradivari#Violinen

sehen kann, werden recht viele Stradivaris an Musiker verliehen. Die werden sie wohl auch spielen.


[NB.: Stradivari - Stratocaster; relativ ähnlich die Namen, ist das Zufall?]


Gruß

Paul

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