Dicke E-Saite scheppert nach Saitenwechsel

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Rico
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Dicke E-Saite scheppert nach Saitenwechsel

Erstellt: von Rico » 07.10.2011, 13:25

Hallo zusammen,

ich habe ein Problem mit der E6-Saite meiner Westerngitarre. Nachdem die werksseitig aufgezogenen Saiten Korrosion gezeigt und dumpf geklungen hatten, habe ich neue aufgezogen. Danach trat das Problem mit der dröhnenden A-Saite, über welches ich schon berichtet habe und das sich erledigt hat, auf.

Was ich erst kurz später bemerkte, war, dass die E6-Saite beim Anschlag mit dem Daumen stark zu scheppern begann. Das war mir bei den ersten Saiten nicht aufgefallen. Vielleicht, weil es nicht auftrat oder weil ich als Anfänger etwas zögerlich "in die Saiten gehauen" hatte. Beim Wechseln wurde nichts an der Gitarre verstellt, und die Saitenstärke (12er) ist auch geblieben. Da ich die Befürchtung hatte, beim Wechseln die Saite beschädigt zu haben, kam kurze Zeit später ein neuer Satz drauf, wieder mit der gleichen Stärke.

Das Problem bestand jedoch weiterhin, was mich zu der Vermutung brachte, dass die Saitenlage zu niedrig ist, wobei ich keine Ahnung habe, wie das bei gleich starken Saiten und ohne Verstellen passieren kann.

Das Lösen des Halsstabes hat Linderung gebracht, aber das Problem nicht ganz gelöst. Es tritt noch auf, wenn ich die Saite im 1., 2. oder 3. Bund gegriffen anschlage. Ich muss schon etwas kräftiger, jedoch nicht zu stark, zupfen, damit das Scheppern zu hören ist. Aber das muss doch drin sein, oder?

Die Saitenlage beträgt im 12. Bund leer mehr als 2,5 mm, ich denke etwa 4 mm, und bei gedrückter Saite im 12. Bund weniger als 0,5 mm im 5. Bund, ich schätze so etwa 0,3 mm. Der Stab ist jedoch schon ganz am Ende, zumindest habe ich beim Drehen einen Widerstand gespürt und wollte diesen nicht ignorieren.

Nun bin ich mit meinem Latein am Ende und weiß nicht, was ich noch tun kann.
Mach ich was verkehrt, ist das normal, kennen das Problem viele von Euch, muss ich damit leben oder ist das gar ein Garantiefall?

Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen! Vielen Dank schon mal im Voraus!

Gruß

Rico

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phunky
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Erstellt: von phunky » 07.10.2011, 13:36

Ich glaube jeder hier ist in der Lage so zu spielen, dass die Saiten seiner Gitarre irgendwo gegen dengeln. Soll heißen, wenn man nur kräftig genug reinhaut, schepperts auch.

Generell gibt es einige Möglichkeiten die Gitarre durch Einstellung der Saitenlage dabei einzuschränken. Es ist allerdings ein Irrglaube, dass starkes Erhöhen der Halskrümmung durch Lockern des Stabes, das Scheppern reduziert. Das Gegenteil ist richtig. Je krummer der Hals umso mehr Geschepper. Zumindest in den ganz hohen und den ganz niedrigen Lagen. In der Mitte passiert natürlich nix mehr, aber dafür kann dann auch die Katze zwischen Saiten und Griffbrett durchspringen.

Ebenfalls gilt: Planloses Geschraube hat noch kein Problem gelöst. Man solllte wissen was man tut und warum man es tut.

Mein Vorschlag: Geh zu jemandem der sich damit auskennt und lass das mal begutachten. Alles andere führt doch höchstens per Zufall zum Erfolg.

Oder nimm zumindest mal auf was passiert, wenn Du in unterschiedlichen Anschlagsstärken spielst und stelle es hier rein. Damit man sich mal ein akustisches Bild machen kann.

Eine weitere Möglichkeit wäre, sich zu bemühen hustende Flöhe zu ignorieren und sich damit zu arrangieren, dass Musikinstrumente nunmal Geräusche machen.

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Rico
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Erstellt: von Rico » 07.10.2011, 13:56

Hi,

vielen Dank für die schnelle Antwort!

Was mich halt erstaunt, ist, dass dieses Phänomen erst nach dem ersten Saitenwechsel aufgetreten ist, ohne dass ich Veränderungen an der Gitarre vorgenommen hatte. Es gab ja keinen Anlass dazu.

Vermutlich hast Du Recht, und ich sollte mal den örtlich Musikladen besuchen. Vielleicht habe ich ja mit der Dreherei am Halsstab alles nur verschlimmbessert... Zumindest habe ich mir im Moment des Drehens unterstellt, zu wissen was und warum ich es tue... Denke ich doch... :?

Womöglich ist es auch nicht so dolle, dass es sich doch nur um hustende Flöhe handelt. Als Anfänger hört man die bestimmt häufiger. Oder man provoziert solche Geräusche, ohne zu ahnen, dass man sie selbst herbeiführt.

Mal sehen, was man mir dort sagen wird.

Also, nochmals vielen Dank!

Gruß

Rico

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phunky
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Erstellt: von phunky » 07.10.2011, 14:01

Aber nicht nur hinbringen. Auch zeigen lassen ;) Ich bin schon dafür, möglichst viel selbst zu machen.

Letztlich ist es ja so, wenn Du normal spielst sollte es nicht scheppern. Aber manchmal kann auch die Gitarre gar nichts dafür, sondern man greift nicht sauber, zupft die Saiten nicht nach oben sondern zu sehr von der Gitarre weg usw.

Und wenn man das alles nicht richtig selbst beurteilen kann, muss man sich das mal anständig zeigen lassen, dann kriegt man es künftig auch allein hin :D

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Hajo
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Erstellt: von Hajo » 07.10.2011, 14:24

Wenn du die E6-Saite im ersten und letzten Bund drückst (ggf. Kapodaster verwenden) sollte in der Mitte des Halses ein Abstand zu den Bundstäbchen von ca. 1mm sein. Falls dies deutlich mehr oder weniger ist, stimmt was mit der Halskrümmung nicht.

@phunky: ich hoffe mal, das stimmt so, Toleranzen kenne ich leider nicht, schätze mal 0,5mm bis 1,5mm sind i.O.

An dem Halsstab würde ich als Anfänger nur herumschrauben, wenn ich mir vorher die Ausgangslage der Schraube markiert hätte.

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Rico
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Erstellt: von Rico » 07.10.2011, 14:46

Das mit dem Selbermachen sehe ich auch so. Man will ja sein Instrument auch kennen lernen. Wahrscheinlich war ich wohl etwas übereifrig. Jedenfalls weiß ich nun, was einer meiner nächsten Wege sein wird!

Gruß

Rico

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Erstellt: von Rico » 07.10.2011, 15:27

Bevor es in Vergessenheit gerät:

Warum trat das Scheppern mit den neuen Saiten auf? Das würde mich ernsthaft interessieren. Zumal es schon beim sachten Anschlagen deutlich hörbar war.
Mal abgesehen von wilden Einstellarbeiten, den Saitenwechsel möchte ich schon noch selbst machen!

Gruß

Rico

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Hajo
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Erstellt: von Hajo » 07.10.2011, 15:37

Hast Du die Saiten alle auf einmal runtergemacht und die Gitarre in paar Stunden ohne Saiten stehen gelassen?

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Rico
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Erstellt: von Rico » 07.10.2011, 15:49

Ja, die Saiten hab ich alle auf einmal runter gemacht, aber die neuen gleich aufgezogen. Da es mein erster Saitenwechsel auf der Westerngitarre war, hat es etwas länger gedauert, aber letztlich war die Gitarre höchstens eine halbe Stunde ohne Saiten.

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Simse
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Erstellt: von Simse » 07.10.2011, 20:35

12er Saiten sind nicht gleich 12er Saiten. Da gibt es Unterschiede in den einzelnen Dicken der Saiten. Die E6-Saite kann variieren von 0.52 bis 0.56 (alle anderen variieren natürlich dann auch bis aufs E1 das natürlich 0.12 bleibt).
D.h. wenn werksseitig vielleicht 0.52er drauf waren, du dann aber 0.56er draufgemacht hast, kann das evtl. schon der Tropfen gewesen sein der die Saiten zum schnarren bringt. Andersrum KÖNNTE es aber auch vorkommen, da die dünnere nicht so stark gespannt werden muss um einen tiefen Ton zu erzeugen wie eine dickere und somit minimal "schlaffer" in der Gitarre hängt (glaub ich aber eher nicht)
Dickere Saite = mehr Masse = mehr Auslenkung beim Schwingen.

Stimm mal dein E6 einen Ganzton runter (Vergleich mit der D-Saite) und du wirst merken, dass sich das Schnarren noch verschlimmert bei gleicher Anschlagsstärke. In diesem Fall kommt dann nämlich die geringere Spannung und dadurch ebenfalls größere Auslenkung zum tragen.
Deswegen nimmt man für Drop-Tunings auch eher dicke Saiten, da eine dicke Saite straffer gespannt werden muss um denselben Ton zu erzeugen wie eine dünnere und immer noch genug Spannung hat um nicht zuviel Auslenkung zu haben.
Der andere Grund wäre auch der Klang, eine 0.41er E6-Saite auf Drop C klingt einfach lascher als eine 0.56er oder gar 0.61er.

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Alufolie hebt!

Erstellt: von pflvb » 08.10.2011, 13:45

Die gleiche Erfahrung hatte ich auch machen können:
zunächst hatte ich immer 12er Sätze mit 53er E6 drauf gehabt. Später dann mal den 12er-Satz "Claptons Choice" vom Martin mit ner 54er E6 aufgezogen und die E6 schepperte!? :( Ich habe dann einfach zwei Lagen Alufolie aus der Küche in die Sattelnut unter die Saite geklemmt - und es war Ruhe. Nix schepperte mehr. :cool: Einige Zeit später kehrte ich reumütig wieder zurück zu den 12er D'Addarios mit der 53er E6. Die Alufolie weg - das scheppern auch. :D

Werkzeug also immer nur dann in die Hand nehmen, wenn es unbedingt sein muß!

Gruß Peter

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Erstellt: von Rico » 09.10.2011, 20:52

Interessant! Werksseitig waren D´Addario EXP 16 mit 53er E6 drauf. Das Problem kam mit den Martin MEC-12 ("Clapton´s Choice") mit 54er E6. Jetzt sind Dean Markley Alchemy Goldbronze mit ebenfalls 54er E6 aufgezogen. Sollte dort der Hase im Pfeffer liegen? Hätte nicht gedacht, dass solche Nuancen derartige Auswirkung haben können. Das mit der Alufolie ist auf jeden Fall einen Versuch wert, ich werde das mal testen.
Vielen Dank für den Tipp! ()/

Gruß

Rico

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Erstellt: von Rico » 10.10.2011, 19:49

Tja, Versuch macht kluch...

Hab es mal mit der Alufolie probiert - leider ohne Erfolg... Hätte ja durchaus klappen können. Werd dann wohl doch mal mit meinem Schätzchen im Musikladen vorstellig werden. Nochmals Danke für den Tipp!

Gruß

Rico

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Erstellt: von Rico » 11.10.2011, 18:06

So, neueste Erkenntnisse:

War beim freundlichen Gitarrenhändler und hab ihm mein Problem geschildert wie hier auch. Laut seiner Aussage - er hat über 30 Jahre Erfahrung - hab ich eigentlich nichts verkehrt gemacht, auch nicht mit der Dreherei am Halsstab. Er meint, die Spielbarkeit der Gitarre passt, und dieses Scheppern liegt wohl am Anschlag. Wahrscheinlich ist es als Anfänger so, dass man ein Geräusch hört und sich Gedanken macht, es könnte irgendwas am Instrument nicht passen. Man ist beunruhigt, kommt aber nicht auf die Idee, dass die eigene, falsche Spielweise das Geräusch verursacht. Stattdessen fühlt man sich noch bestätigt und gibt dem Instrument die "Schuld". Ich denke, ich bin nicht der Einzige, dem es manchmal so geht. Er hat sich wirklich Zeit genommen, die Gitarre gespielt - verflucht, klingt die toll, wenn jemand spielt, der es kann - und mir wirklich viel erklärt, wobei ich von dieser "Informationsflut" sicher nur einen Bruchteil behalten habe. Ich für meinen Teil bin froh, dorthin gegangen zu sein, und der nächste Griff zu meiner Takamine wird ganz bestimmt um einiges entspannter sein als in den letzten Tagen! :D Mit der Erkenntnis, dass man das Instrument zwar an sich anpassen kann, man aber auch bereit sein muss, sich in Umgang und Spielweise dem Instrument zu nähern, da viele Sachen doch ziemlich individuell sind.

Gruß

Rico

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Erstellt: von Simse » 11.10.2011, 18:10

Sehr gute Erkenntnis :)

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phunky
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Erstellt: von phunky » 11.10.2011, 18:22

Als hätte ich es nicht geahnt. Manchmal husten die Flöhe einfach ohrenbetäubend laut. ;) Aber mach Dir nix draus, das gehört alles dazu :D

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Rico
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Erstellt: von Rico » 11.10.2011, 18:25

Und sehr wertvoll ist sie noch dazu! :D

Nochmals vielen Dank für Eure Tipps und Hinweise! Schön zu wissen, dass man hier mit seinen kleinen Sorgen und Wehwehchen nicht allein gelassen wird! ()/

Gruß

Rico

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Rico
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Erstellt: von Rico » 11.10.2011, 18:26

Verdammichte Flöhe aber auch... ;)

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