Western- vs. Konzertgitarre zum (Wieder)Einstieg

Hilfe und Tipps zum Gitarrenkauf
von MissTick811
#255639
Hallo an euch erfahrene Gitarristen!

Erstmal sorry, dass ich euer Formular so schnöde ignoriere, aber ich hätte bei fast allem "keine Ahnung" ankreuzen müssen :D

Ich würde gerne in nicht allzu ferner Zukunft wieder anfangen Gitarre zu spielen.
Ich hatte mal für ca. 1 Jahr Unterricht, was allerdings ewig her ist.
Mein Problem damals war immer, dass ich wahnsinnig Schwierigkeiten hatte, die Akkorde zu greifen.
Ein befreundeter Gitarrist meinte mal, ich sollte doch mal ne Westerngitarre ausprobieren, da der Hals bei denen schmaler ist.

Bevor ich jetzt in ein Geschäft stürme, wollte ich gern noch ein paar Meinungen hören.
Meine Frage ist vor allem, ob sich eine Wetserngitarre tatsächlich eignet. Ich arbeite als Lehrerin und würde die Gitarre gern im Unterricht sowie privat einsetzen.
Im Grunde geht es dabei also um, mehr oder weniger einfache, Liedbegleitungen für Kinderlieder/Popsongs/Schlager, evtl. mal was Richtung Gospel.

Ist ne Westerngitarre dafür nicht "zu schade"? Gibt es evtl. auch einfache, klassische Gitarren mit schmalem Hals, die ich ins Auge fassen sollte?
Gibt es bei der Westerngitarre eine Form, die ihr zum Einstieg empfehlen würdet? Oder ist das einfach Geschmackssache?

Über die Preisklasse hab ich mir auch noch keine großen Gedanken gemacht. Das mache ich auch davon abhängig, wie gut mir die Gitarre gefällt. Ich wäre schon bereit, da ggf. auch ein paar Hundert Euro zu investieren.

Vielen Dank schon mal im Voraus!

LG, Eva
Zuletzt geändert von MissTick811 am 22.09.2011, insgesamt 1-mal geändert.
von Necro
#255643
Ich würde für eine Westerngitarre plädieren, da du Songs begleiten willst und die werden in den Musikrichtungen die du genannt hast meist von einer Westerngitarre gespielt.
Trotzdem kann man auch auf einer Konzertgitarre Lieder begleiten klingt meiner Meinung nach allerdings nicht so "voll" wie auf einer Westerngitarre.
Am besten lässt du dir von deinem befreundeten Gitarristen mal einige Songs die du spielen möchtest auf Konzert- und Westerngitarre vorspielen und entscheidest dich dann für eine Art.
Ich persönlich habe diese Gitarre: https://www.thomann.de/de/ibanez_v72ece_bk.htm
Ich finde sie, insbesondere bei dem Preis, toll (ist natürlich nur eine subjektive Meinung aber andere wirst du nicht bekommen wenn du nach Empfehlungen fragst ;-) )
Ich bin noch relativ jung (16), daher habe ich mich für eine günstige Gitarre entschieden (um auch noch andere finanzieren zu können) aber wenn du bereits im Beruf bist könntest du dich natürlich auch im nächsthöheren Preissegment umschauen. Die Gitarren ab ca. 500€ klingen m.E.n. nochmal deutlich besser als die für 200-300€ und lassen sich auch einfacher bespielen.

Ist aber alles geschmackssache - also ausprobieren!
von Saitenriss
#255651
Bei der Richtung die Du spielen willst, eignet sich eine Westerngitarre auf jeden Fall.
Wenn Du das Instrument im Unterricht zur Begleitung einsetzen willst benötigst Du eine gewisse Lautstärke, sonst hört Dein Spiel niemand . Eine Konzertgitarre ist für solche Zwecke und die angestrebte Musikrichtung nicht wirklich geeignet .
Den besten Weg zu einer Gitarre kommen hast Du schon geschrieben. Nämlich in ein Fachgeschäft zu stürmen.
Hier hast Du den Vorteil die Instrumente in Ruhe antesten zu können und in der Regel wirst Du auch vernünftig beraten.
Auf jeden Fall sollte das Instrument eine massive Decke haben , sie muß Dir gut in der Hand liegen, der Sound muß DeinenVorstellungen entsprechen .Da ich nicht weiß wieviel bei Dir ein paar Hunderter sind, ein paar Modelle die von der Verarbeitung und Bespielbarkeit wirklich gut sind .

TakamineEG530SSC
VGS Mistral Series

Die beiden habe ich selbst und bin damit sehr zufrieden . Die Verarbeitung ist absolut sauber, die Bespielbarkeit richtig gut .
Die VGS ist leider etwas schwer zu bekommen, wenn Sie im Laden stehen sollte, würde ich empfehlen die auf jeden Fall anzuspielen.
Die Takamine ist natürlich nicht ganz klein, aber damit wirst Du auf keinen Fall überhört. Allerdings ist der Hals hier wirklich sehr schmal, also etwas gewöhnungsbedürftig .Ob der Sound passt kannst nur Du selbst entscheiden.

Wenn es doch etwas günstiger sein sollte, dann halte auch mal Ausschau nach LAG Guitars, recht günstige Preise bei guter Qualität .
Art&Lutherie ,Baton Rouge oder Tanglewood bauen auch gute Instrumente zum fairen Preis .
Viel Spaß beim stöbern und hoffentlich finden.
von MissTick811
#255655
Danke für eure Antworten!

Was haltet ihr denn von der Yamaha FGX 720 SC Serie?

https://www.thomann.de/de/yamaha_fgx_720sc_bk.htm

Die hat mir von den Klangbeispielen auch ganz gut gefallen. Wobei die durch die Laptop-Lautsprecher ja auch nur begrenzten Aussagewert haben...

Preislich wären sowohl die VGS als auch die Takamine machbar, das ist nicht das Problem.
Im Klangbeispiel von der Takamine war irgendwas, wo ich mir nicht sicher bin, ob ich das mag. Müsste ich aber sicher live nochmal entscheiden. Gibts für die VGS i-wo auch Klangbeispiele?
Wenn du sagst, dass die Takamine so groß ist, ist das bei meiner Größe (1,68) noch relevant?

Die von Necro empfohlene Ibanez hat mir auch ganz gut gefallen, wobei die Yamaha bei mir klanglich grad ne Nasenlänge vorne liegen würde ;)
Für die teureren Ibanez gibts leider keine Beispiele zum Anhören...

Wie siehts denn mit dem Holz aus? Ich hab gelesen, das das Einspielen bei Fichtendecken deutlich länger dauert als bei Zeder und für Anfänger schwieriger wäre. Sollte ich sowas mit in Erwägung ziehen? Oder eher unter ferner liefen im Gedächtnis behalten?

Die Art&Lutherie Gitarren sind ja aus Wildkirsch-Holz. Hat das Auswirkungen auf die Qualität ggü. Palisander und Mahagoni? Oder beeinflusst das "nur" die Klangfarbe?

Oh wei, jedes Nachgucken gibt mehr Fragen :D
von Saitenriss
#255656
@MissTick811
Du hast 2 PNs , die erste hat sich erledigt. In der zweiten sind zwei Links, vielleicht reicht das ja für einen ersten Eindruck zu den Instrumenten .
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von Denis
#255687
Bei der von dir verlinkten Gitarre ist NATO dabei, das ist ein billiges Holz, welches oft gerne anstatt Mahagoni erwendet wird. So weit nicht weiters tragisch, aber laut Wikipedia soll dieses Holz recht weich sein und Brüche keine Seltenheit sein.

In dieser Preisklasse sollte solch ein Holz eigentlich keine Verwendung finden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nato_%28Holzart%29

Mach dich aber nicht verrückt wegen der verwendeten Hölzer, nimm einfach die Gitarre, wo dir der Klang am besten gefällt, egal aus was das dann besteht. Am wichtigsten ist nicht das verwendete Holz, sondern das handwerkliche Geschick des Gitarrenbauers und die Konstruktion. Das sieht man daran, dass auch eine Gitarre aus Paletten gut werden kann.

http://www.taylorguitars.com/guitars/ar ... allet.html (englisch)


Warum sollte eine Gitarre mit Fichtendecke schwerer zu spielen sein, als eine mit Zederndecke, das beeinflusst doch nur den Klang?
Zuletzt geändert von Denis am 23.09.2011, insgesamt 1-mal geändert.
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von Sunburst
#255699
So schlecht ist Nato nun auch nicht. Und das mit den Rissen / Brüchen findet sich irgendwie nur (in unbelegter Form) auf Wikipedia. ;)
von MissTick811
#255718
Warum sollte eine Gitarre mit Fichtendecke schwerer zu spielen sein, als eine mit Zederndecke, das beeinflusst doch nur den Klang?
Nicht schwerer zu spielen, sondern schwerer einzuspielen. Es dauert bei Instrumenten aus Holz wohl ne gewisse Zeit, bis sich der Klang voll entwickelt. Und das dauere bei Fichte eben länger, Fichte ist härter Zeder, und soll gut gemacht werden (nicht von Anfängern) werden, damit sich das volle Tonspektrum entfalten kann. So habe ich das zumindest gelesen.

Da ich da ja keine Ahnung von hab, inwieweit sich das am Ende auf den Klang auswirkt, dachte ich, ich frag mal.
Die Gitarre, die ich damals hatte, war ein uraltes DDR-Modell, das schon von irgendwem Jahre gespielt war. Da spielte sowas ja eh keine Rolle.
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von hnz
#255745
Es heißt, die Einspielzeit liege bei Fichtendecken bei ca. 2000 Stunden. Dies gilt allerdings für Meistergitarren, deren Klangspektrum sich durch den Einschwingvorgang noch immens verändern kann. Die Einspielzeit für eine Zeder aus dieser Preisklasse (ca. 3000€+..) liegt bei ~1% dieser Stundenanzahl.

Für erschwinglichere Instrumente wie das, was du dir heraus gesucht hast, würde ich also NUR nach dem Klang gehen, den das Instrument JETZT hat und nicht drauf hoffen, dass die Fichte besser klingt wenn du sie eingespielt hast.

Mit der erschwerten Bespielbarkeit der Fichte hast du auch nicht unbedingt Unrecht, es ist aber sehr subjektiv: Durch die höhere Masse muss mehr Holz "bewegt" werden; demnach wird die Anpsrache des Instruments schlechter (=wie schnell die Gitarre auf den Anshclag reagiert). Wie stark und ob dieser Effekt eintritt, hängt aber auch sehr von der Bauweise ab.

Generell zum Klang Fichte/Zeder:
Fichte klingt grob gesagt brillianter als eine Zeder und hat einen sehr differenzierten Klang. Aus einer Fichtendecke kann ein geübter Spieler meist mehr hervorzaubern als aus einer Zeder.
Zeder ist generell etwas lauter und klingt sehr warm. Der typisch "spanische" Klang wird meistens mit einer Zeder in Verbindung gebracht.

Information am Rande: Wie eine Gitarre klingt wird zu einem Großteil vom Deckenholz bestimmt, ob dein Hals nun also Cedrella oder sonstiges ist, spielt erstmal keine besonders große Rolle.

Hoffe ich konnte irgendwie weiterhelfen,
hnz
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von Frank-vt
#256617
Die Klangbeispiele im Inet würde ich ganz schnell wieder vergessen, das hat nicht unbedingt was mit dem realen Klang zu tun. War nach so einem Beispiel mal sehr von einer Taylor angetan und tief enttäuscht, als ich sie dann angespielt habe.
Würde von einer Onlinebestellung ohnehin absehen und lieber in ein Musikgeschäft gehen und ein paar Gitarren anspielen.
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