Tonleitern üben - Gitarre

Skalen, Tonleiter, Pentatonik, uvm.
von Gitarren Freak
#254950
Hi

bin neu hier und will los legen ))== =)=)= =)=)=

1.Ich habe gehört dass man Tonleitern üben soll?
Ist da was dran?
Ist sowas sinnvoll?

2. Würdet ihr mit Schlagmustern oder picking anfangen?
von 92397
#254953
Kommt doch drauf an wo Du hin willst. Wenn Du Sachen von Carulli spielen willst, dann helfen Dir Schlagmuster herzlich wenig.
von Cidaq
#254954
Ich habe mit Tonleitern angefangen und beginne meine Übungseinheiten auch heute noch damit, um mich warmzuspielen. Danach habe ich die Akkorde wechseln geübt. Als ich die Akkorde einigermaßen konnte, was für mich persönlich eine Grundvoraussetzung ist, um Gitarre zu spielen, hab ich erst mit den Techniken wie Zupfen, Wechselschlag etc. angefangen. Es kommt drauf an, was du dann machen willst, willst du Klassik spielen, sind Zupftechniken unausweichlich, bei Liedbegleitung ist es sinnvoll, sich dann mit verschiedenen Schlagmustern auseinanderzusetzen.
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von mjchael
#254963
Anfangen würde ich mit Akkorden und Schlagmustern.
Da hat man die besten Erfolgserlebnisse und kommt schnell weiter.

Wenn man die Akkorde einigermaßen kann, lohnt es sich mit dem Zupfen und einfachen Picking-Pattern anzufangen. Dann braucht man sich nur auf das Picking zu konzentrieren und nicht mehr gleichzeitig auf die Akkorde.

Danach, wenn man in irgendeiner Weise Sologitarre spielen will, lohnt es sich mit den Tonleitern anzufangen. Dann bringt man aber die Fingerfertigkeit aus dem Akkordspielen mit, und die Rhythmusfähigeiten von den Schlag- und Picking-Mustern.

Du kannst, wenn du unbedingt willst, auch mit Tonleitern anfangen. Allerdings dauert es dann länger, bis du vorzeigbare Ergebnisse hast. Die ersten paar Lieder mit zwei Akkorden und einfachem Schlagmuster kann man schon nach der ersten Übungsstunde singen oder zumindest üben.

Als blutiger Anfänger empfehle ich dir ein Lehrbuch. Schau dazu mal in unser Bücherforum. Und auch immer wieder gerne empfohlen:
Das Lagerfeuerdiplom

Gruß Mjchael
von Cidaq
#254969
Ich hab Akkorde und TOnleitern parallel geübt. Wenn mir die FInger von den Akkorde zu sehr wehtaten, weil das ja am Anfang für die KUppen doch anstrengender ist, dann sind Tonleitern für mich eher eine Erholung gewesen, weil die Belastung geringer ist. Und danach halt wieder Akkorde wechseln üben.
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von Software-Pirat
#254972
So würde ich es auch machen. Am Anfang ein bißchen zum warmspielen ein paar Tonleitern üben. Das hilft auch, um sich später auf dem Griffbrett besser zurecht zu finden. Muß ja nicht lange sein, so vielleicht 15 Minuten.
Dann, wenn man warm ist, mit dem Akkordspiel anfangen.

Hier verweise ich auch gern auf die Workshops von Peter Fischer auf Musikmachen.de, die ioch für sehr gelungen finden: http://www.musikmachen.de/Workshops/Vid ... k-Warm-ups
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von Harry83
#254974
Nabend!

Japp! Da ist was dran. Als ich angefangen habe, habe ich mir zuerst nur die Akkorde selber beigebracht. Als ich dann aber zur Musikschule ging, musste ich auch die Tonleitern rauf und runter spielen. Klar war das anfangs nervig. Aber nur so, wird man schneller und auch gelenkiger in den Fingern.
Heute spiele ich die Tonleitern auch nur noch, um mich 5 - 10 Minuten aufzuwärmen, damit ich nicht so schnell verkrampfe. Das ist wie bei einem Sportler. Ohne Aufwärmen machen die ja auch nichts.

Nach und nach, wirst du den Sinn, den die Tonleitern mit sich bringen, verstehen.

Also: Nicht verzweifeln, und losspielen!
Viel Spaß!
von Etrusker
#277851
Ich habe eine frage zu den ganzen Tonleitern. Ich habe ein Buch wo alle tonleitern drin sind. Wenn ich diese alles Auswendig spielen kann, kann man da einfach darauf zurückschließen das man da auch solos spielen kann? mir ist aufgefallen das viele Egitarristen einfach nur schnell verschiedene Tonleitern rauf und runter spielen. Wenn ich jetzt ein lied habe und dazu ein solo spielen möchte, aber nich weis wie ich das angehen soll, muss man da einfach gucken in welcher tonart das Lied ist und dann die tonleiter dazu als Solotöne nehmen?
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von mjchael
#277861
Nein, man kann dann noch keine Solos spielen.
Es sind elementare Grundlagen, wie das Lernen von Vokabeln und Grammatik einer Fremdsprache.

Man muss die Vokabeln und Grammatik lernen, um überhaupt Lieder und Gedichte zu verstehen. Aber schreiben kann man dadurch noch lange keine. Tonleiterübungen sind wie das Einüben von Höflichkeitsformeln "Guten Morgen - Bitte sehr, gern geschen" usw. Die ersten Sätze für einen Touristen im Ausland. Aber vom Fragen nach dem Weg zum Bahnhof bis dahin, dass man mit einer Einheimischen flirten kann, ist noch ein langer Weg. Das muss man Stück für Stück üben, und die trockenen Grundlagen immer wieder anwenden.

Aber man kann schon mit den ersten Grundlagen anfangen, was draus zu machen.
Ein Beispiel findest du hier im Forum:
ftopic24203.html#277122

Du siehst, wie zu den Tonleitergrundlagen noch das Üben kommen muss.
Wende es an Beispielen an. Spiele Stücke nach. variiere die Stücke ein wenig, und so langsam kommst du da hin, selbstständig zu improvisieren.

Skalen alleine bringen nichts. Aber sie sind die Grundlage.

Lerne nicht einfach nur stur die Punktbilder, sondern versuche zu verstehen, was dahinter steht.
Schau dir mal unseren Workshop an:
:arrow: [Workshop] Die 5 Haupt-Dur- und Moll-Tonleitern
Ich weiß, der Workshop ist langatmiger als dein Buch, aber es stehen da noch einiges mehr dabei, was deinem Verständnis über das Improvisieren weiterhelfen kann.

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 08.03.2012, insgesamt 3-mal geändert.
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von AlBundy
#277883
Das Solospiel entwickelt sich auch durch den Faktor G : Das Gehör.

Dies ist am Anfang noch nicht so ausgeprägt, man kann oft zusammengehörende Töne nicht wirklich unterscheiden oder einander zuordnen.... Dies geht mir manchmal heute noch so, dass ich einen Ton suche und dann erst bemerke, ich hätte nur einen Ton in der Tonleiter zurückgehen müssen oder gar den gleichen Ton wie eben noch einmal spielen müssen und dann hätte es gepasst.

Dann sollte man sich auch immer mal einfache Beispiele von Solos, z. B. im Blues gibts da viele anhören, damit man ein Gefühl dafür bekommt.

Erst später kommt dann auch die Geschwindigkeit und ggf. das Improvisieren dazu....

Dauert unter Umständen sehr lange, bis man es kann von beherrschen will ich gar nicht reden....
von Etrusker
#277898
danke für die antworten!
mjcheal, der link für den workshop geht nicht mehr?!
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von mjchael
#277903
Danke Kaa :D
Habe den Link in meinem Post korrigiert.

Noch was: Du musst nicht erst alle Tonleiterskalen auswendig lernen, um mit dem Improvisieren anzufangen. Es reicht, wenn du gleich bei der ersten Tonleiter oder bei der ersten Pentatonik gleich anfängst ein wenig herumzuexperimentieren.

Versuche dich doch mal an der kleinen Improvisationsübung mit der C-Dur-Tonleiter

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_C ... die-Saiten

Du wirst sehen, es macht Spaß.

Gruß Mjchael
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von gibmirson
#324613
Klasse Henk! :)
Wieder ein Baustein mehr für's Training.
Danke
Gib
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von Henk
#324637
Joa, ich habe sie auch als notwendigen, zusätzlichen Baustein verstanden (Solo, Improvisieren, schmückendes Beiwerk), beim täglichen Üben z.B. als Nebenbaustelle zum Akkorde lernen. Da glühen die Finger nämlich ordentlich und es muss eine sinnvolle Abwechslung her. Die glaube ich in Tonleitern gefunden zu haben.
Ich stehe aber auch noch ganz am Anfang, was das angeht. Eine gezielte Herangehensweise muss noch her, sprich ...

1) Womit fängt man am besten an?
2) Wie übt man die am besten? Bund für Bund auf allen Saiten? In Blöcken von X Bünden mit dem Ziel, die ersten 12 Bünde zu beherrschen?
3) Verständnisfrage: Tonleitern lernen heißt, für die etwaige spätere Anwendung/Aneignung von Pentatoniken einfach Töne weglassen zu können?

Der oben verlinkte Workshop ist etwas abschreckend, da ich in puncto Anforderungen (alle Grundakkorde, Barre-Akkorde, erweiterte Akkorde, schon mal was transponiert haben) weit weg bin und Tonleitern eventuell besser noch (lange) warten sollten.
Wer diesbezüglich Tipps parat hat, immer her damit ;)
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von Phuehue
#324640
1) Womit fängt man am besten an?
Irgendwas einfaches. Vielleicht noch basierend auf einem Sololauf, denn du bereits kannst. Falls nix da ist, einfach mal die C-Dur-Tonleiter über die Lage zwischen 5. u 8. Bund zB. Davon kannst du dann ja mal die Pentatonik und die Blues-Tonleiter dazu spielen. schauen, welche Töne wo vorkommen, welche sind neu.
2) Wie übt man die am besten? Bund für Bund auf allen Saiten? In Blöcken von X Bünden mit dem Ziel, die ersten 12 Bünde zu beherrschen?
Wie bereits erwähnt würde ich mich mal vorerst auf einen Block konzentrieren. Sonst könntest du dich wohl etwas verlieren. Sobald mal dieser eine Block mit Dur-Tonleiter, Pentatonik und Blues-Tonleiter sitzt, dann zB dieselbe Dur-Tonleiter auf dem nächsten Block üben. Dann Kannst du die beiden Blocks verbinden. Spielst also über zwei Lagen die Tonleiter. Dann den nächsten block usw.
3) Verständnisfrage: Tonleitern lernen heißt, für die etwaige spätere Anwendung/Aneignung von Pentatoniken einfach Töne weglassen zu können?
Grundsätzlich ja :D

Es gibt einige Anwendungszwecke. Zum einen sind die verschiedenen Blöcke einfach praktsich für die Griffbrett-Orientierung. Wennd alle Blöcke von einer Tonleiter kannst, dann brauchst du diese nur per copy / paste auf die anderen Töne zu übernehmen. Die Bausteine sind die gleichen, aber je nach Grundton verschieben sie sich auf dem Griffbrett. Basierend von den Tonleitern war es für mich auch einfacher zu sehen, inwiefern die Pentatonik / Blues-Tonleiter etc. davon abgeleitet sind. Auch da wieder Orientierung. Dann hilft es auch, Akkordtöne zu finden. So weiss ich einfach nicht bei jedem Akkord auswendig, wie die Sextime heisst oder zu finden wäre. Dann fidle ich schnell die Tonleiter und weiss "Ah, G ist die Sextime". Wo finde ich die nun irgendwo in der Nähe meines Akkordes? Ah, da. gut." etc.

Hoffe, das konnte dir bissel was beantworten. Das Vorgehen ist nicht das einzige oder das korrekteste, einfach das, wie ich gestartet hab :D
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von Siddy
#324641
Ich find dieses Video fürn Anfang immer recht hilfreich.
Pentatonik und die ersten Licks und das ganze recht einfach.

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von Henk
#324652
@Phuehue: das hilft praktisch auf jeden Fall schon mal weiter.
C-Dur/A-Moll zwischen 5. und 8. Bund werden angegangen. Die beschriebenen Effekte der besseren Orientierung (ich nehme an: Note-Location) und das Verständnis von Akkorden kann ich auch gebrauchen (welcher Grundton, welche Intervalle kommen dazu; alles noch ein Puzzle auf dem Griffbrett, zumindest auf den hohen Saiten)
Sind mit Copy/Paste von "Bausteinen" Fingersätze gemeint?

@Siddy: dank des Videos mal verstanden, wie man Tonleitern/Pentatonik und ihre Variationen klanglich gebrauchen kann. Gar nicht so kompliziert wie befürchtet^^

Empfiehlt es sich nun ganze Tonleitern oder "nur" Pentatoniken zu lernen?

PS: Man dankt
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von phunky
#324656
Musiker, die sich gern als "richtige" Musiker bezeichnen, meinen, dass sie, also die richtigen Musiker, natürlich auch mit "richtigen" Tonleitern arbeiten.

In meinen Augen ist das Quatsch. B.B. King kommt z.B. weitgehend mit einem Pattern der Mollpentatonik klar und macht damit mehr als manch einer mit allen andere Skalen zusammen.

Bei Musik kommt es nicht auf die Menge, sondern den Einsatz der Töne an.

Für die Pentatonik spricht ganz klar der reduzierte Tonumfang. Es fehlen eben die Töne die am meisten Ärger machen, weil man sie so leicht falsch anwenden kann. Bei einer Pentatonik passt das halt (fast) immer irgendwie.

Ich würde mich daher ruhig erstmal mit der Pentatonik befassen (und zwar Pattern für Pattern, nicht alles auf einmal) und zu anderen Skalen wechseln, wenn man sich da sicher fühlt.

Aber man darf das sicher auch genau umgekehrt sehen, ist halt die Frage was man will. Ich finde nur, je schneller man die Dinge praktisch einsetzen kann, um so hilfreicher ist es. Und das spricht eben für die Pentatonik.
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von Henk
#324662
phunky hat geschrieben: Ich finde nur, je schneller man die Dinge praktisch einsetzen kann, um so hilfreicher ist es. Und das spricht eben für die Pentatonik.
Und dieser Praxisbezug (Wofür und wie eigentlich?) hat bis zu Euren Antworten gefehlt.
Wieder schlauer -::-::-
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von Phuehue
#324681
@ Henk:
Mit Copy / paste meinte ich genau das, ja. Dass du zB mit einer Lage beginnst, eben zB für Am/C dur zwischen 5. u 8. Bund. Wenn du das ganze nun zB für C#m/E verwenden möchtest, verschiebst du das ganze einfach auf den 9. / 12. Bund.

Und was phunky sagt, würde ich auch unterstützen. Die Pentatonik ist am anfang äusserst sinnvoll. Du kannst schon mal solieren. Einfach und praktisch. D.h. nicht nur "blödes mit dem Kopf üben", sondern sehr schnell ein neues Spass-Element eingebaut. Wenn du dann über die jeweilige Pentatonik die Tonleiter dazu lernst siehst du: "Hey: Pentatonik ist ja nix anderes, als bei Tonleitern Töne weglassen". undsoweiterundsofort

:D
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von Henk
#324710
Sehr gut, denn wehe der Spaß kommt zu kurz :lol:
von dieceptor
#325665
Ich bin auch der Meinung, dass gerade die Pentatonik für Anfänger in der Improvisation sehr gut ist.
Da sie eine "verminderte" Tonleiter ist und daher sehr leicht zu erlenen ist, kommt der Erfolg und der Spaß ziemlich schnell.
Es gibt aber leider wie immer im Leben tausend verschiedene Herangehensweisen. Ich habe damals von den 5 'Teilen' jeweils einen gelernt und erstmal nur damit improvisiert. Es sind zwar wenig Töne, die einem zur Verfügung stehen, aber gerade wenn man damit lernt ordentliche Lines zu spielen, bringt das ziemlich viel, als wenn man von der Fülle an Tönen auf dem ganzen Griffbrett erschlagen wird und vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht.
Nach und nach würde ich dann immer neue 'Teile' dazu nehmen um die gespielten Sachen komplexer zu machen.

Ansonsten immer geschmeidig bleiben undden Spaß in den Vordergrund stellen ;)

Lg
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