gut hören und gutes Gehör

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Amon Düül
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gut hören und gutes Gehör

Erstellt: von Amon Düül » 23.08.2011, 23:16

Hi,
Ich will nach einer viel zu langen Zeit endlich anfangen Gehörbildung zu machen (Intervalle erkennen, benennen, Akkorde raushören etc.), es ist etwas was ich in den ganzen Jahren versäumt habe. Das Problem ist das ist schlecht höre, ungefähr 3/4 von dem was ein gesunder Mensch hören sollte, vor allem tiefe Frequenzen schlechter als höhere.

Inwiefern wird mir das Probleme bereiten, macht es überhaupt Sinn sich damit zu beschäftigen? ist ein gutes (musikalisches) Gehör zwangsläufig mit dem normalen Gehör verbunden?

Gruß Ad

Gast

Erstellt: von Gast » 24.08.2011, 14:42

Du hast doch die richtigen Fragen gestellt und somit bereits beantwortet. Die Dinge habe erst einmal nichts miteinander zu tun.

Du kannst schlecht hören. Du beschreibst hier einen rein physikalischen Vorgang. Du könntest jetzt noch differenzieren ob Du halt tiefe Töne zu leise hörst oder ob die Auflösung nicht stimmt.

Gutes musikalisches Gehör bezeichnet in erster Linie die Weiterverarbeitung in Deinem Kopf.
Das heißt, jegliche Form der Gehörbildung wird natürlich die rein physikalischen Hörschwächen sogar etwas ausgleichen. Du hörst mit "mehr Sinnen". Also hörst Du bewußter und besser.

Beste Grüße Hanjo

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startom
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Erstellt: von startom » 24.08.2011, 15:30

Hoi
Hanjo hat das schon ziemlich richtig erkannt.
Musikgehör hat mit Hören an sich nicht sonderlich viel zu tun. Das Musikgehör lässt sich trainieren, um Intervalle und Akkordfolgen (nicht unbedingt Akkorde) zu erkennen.

Das heisst: Du erkennst mit etwas Uebung, in welcher Akkordfolge ein Song im Radio gespielt wird... ich merk mir das dann immer in C-Dur.
--> Das lässt sich trainieren, spätestens beim 100sten Song, den du im Radio hörst, welcher mit der Kadenz (oder Akkordverbindung) I - IV - V gespielt wird. Das wäre dann für mich erstmal C - F - G.... erst wenn ich die Kadenz habe, suche ich mir die passende Tonart.

Vorraussetzung ist hier, dass du Kenntnis vom Quintenzirkel und von ein paar wenigen Musiktheorie-Basics hast.
Welche Töne gehören in welche Tonleiter, und davon abgeleitet: Welche Akkorde gehören zusammen in dieselbe Tonart (Stufenakkorde)?
Welche Intervalle (= Abstand von einem Ton zum nächsten) werden in einer Dur-, einer Molltonleiter gespielt?

Auch die Gehörbildung fängt mit ein wenig theoretischem Wissen an.
Tom

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 24.08.2011, 15:51

In der Gehörbildung geht es in erster Linie darum, Töne miteinander in Beziehung zu setzen.

Man lernt es zu hören, ob man nur einen zwei oder mehrere Töne wahrnimmt.
Man lernt ob die Töne harmonisieren, oder sich miteinander reiben.
Man lernt aus drei harmonisch zusammenklingenden Tönen den Grundton eines Akkordes herauszuhören.

Man lernt die Intervalle einer Tonleiter zu treffen, eine Dur-Terz von einer Mollterz zu unterscheiden, eine kleine von einer großen Septime etc.

Dir fehlt zwar ein bestimmtes Tonspektrum, aber dein Gehirn ist in der Lage, fehlende Töne eines Spektrums zu ergänzen, obwohl sie physikalisch gar nicht zu hören sind. Da passiert beispielsweise beim Telefonieren, wo sich eine Stimme eigentlich viel höher anhört, weil die ganzen tiefen Töne gekappt werden. Unser Gehirn teilt uns dennoch mit, das wir mit einem Erwachsenen sprechen und nicht mit einem Kind, weil es in der Lage ist, die fehlenden tiefen Töne zu reproduzieren. Nach einer Weile merken wir gar nicht mehr, dass die Stimme eigentlich viel höher klingt, als wir sie nach dem Verarbeitungsprozess unseres Gehirns wahrnehmen.

Und vieles was von dem Hörtrainig verlangt wird, kannst du schon intuitiv. Wenn du nur ein paar Melodien singen kannst, dann dann hast du die Fähigkeiten, die man für das Gehörtrainig braucht.

Die Kunst ist es nun, das zu beschreiben, was zu hörst, und das wiederzuentdecken und dann auch zu bennen, was man hört.

Beispiel:
Singe mal einen C-Dur-Akkord: Grundton, Durterz, Quinte und Oktave.

Klingt wie bömische Dörfer für dich. Jetzt sag ich dir, singe mal die ersten 4 Töne von "Alle Vögel sind schon da", und siehe da, du kannst auf einmal die Töne eines Dur-Akkordes singen.

Um solche Sachen geht es da. Leider wird in vielen Lehrbüchern und Programmen immer wieder versäumt, die Zusammenhänge näher zu erläutern, denn Akkorde und Intervalle stehen ja nicht irgendwo im luftleeren Raum. Die Bücher gehen aber oftmals davon aus, dass die Zusammenhänge schon bekannt sind (durch Instrumental- oder Gesangsunterricht), und dass man nur noch die reine Praxis üben will.

Wie dem auch sei:
Kostenlos ist die freeware Solfege
http://www.computerbild.de/download/GNU ... -9642.html
(wer das hier später mal liest, sollte nach Updades suchen)

Gruß Mjchael

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Amon Düül
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Erstellt: von Amon Düül » 24.08.2011, 17:28

danke für die Antworten, es scheint also doch noch Hoffnung zu geben ; )
musiktheoretische Grundlagen kann ich ganz gut mein Eigen nennen, macht das ganze natürlich sinnvoller und man erkennt mehr an Zusammenhängen.

@mjchael danke für das Programm, es ist toll, habe sowas schon gesucht gehabt und nicht gefunden, habe es auch schon ausprobiert, die kl. und gr. Sek. erkennen geht schonmal ohne Probleme : )
s
gruß Ad

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 24.08.2011, 17:39

Na also :D

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