Squier Classic Vibe 50's Telecaster [Test]

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Jens80
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Squier Classic Vibe 50's Telecaster [Test]

Erstellt: von Jens80 » 08.08.2011, 10:06

Hallo,

der Wunsch nach ner Tele ist schon ne Weile vorhanden. Wollte eigentlich auf ne Rockinger oder ne G&L sparen, aber nachdem ich die Squier anspielen durfte, war ich eigentlich schnell überzeugt, dass es auch was günstiges tut.

https://www.thomann.de/de/fender_classi ... mn_whb.htm

Eckdaten:
- Korpus aus Kiefer (!) - einteilig
- Ahornhals im „Modern C-Shape“
- 21 Bünde
- 2 Vintage Style Single Coils mit AlNiCo 3 Magneten
- Vintage-Style Mechaniken (no Name)
- Farbe: Vintage Blonde

Das sind mal die Grunddaten. Wer mehr lesen möchte, kann dies auf der Squier Homepage tun.

Optik/Verarbeitung:

Ich hab die Gitarre wie gesagt bestellt. Mach ich eigentlich bei Gitarren nicht so gern. Mir ist am liebsten ich seh‘ vorher genau was ich kauf und lass mir Kleinigkeiten gleich vor Ort so einstellen wie ich es möchte. In diesem Fall hab ich mal den „Blindkauf“ gewagt und wurde positiv überrascht. Für meine Bedürfnisse absolut keine Notwendigkeit, irgendwas anders einstellen zu müssen. Sogar die Saiten wirkten wie neu und sind jetzt nach 3 Wochen immer noch nicht gewechselt. Saitenlage genau richtig.

Potis laufen schwer im positiven Sinne und mit ner guten Regelbarkeit. Wobei ich eigentlich nur mit dem Volume gelegentlich bissl rumspiele und das Tone-Poti immer ganz offen ist….

Mechaniken sind nix besonderes, sehn halt aus wie Vintage Mechaniken und erfüllen Ihren Zweck. Man muss zwar etwas Kurbeln, um ne Veränderung zu bemerken, das scheint aber an der Übersetzung zu liegen? Stimmstabil sind sie jedenfalls ausreichend.

Der Body ist sauber lackiert. Es ist jetzt sicher nicht die dünnste und hochwertigste Lackierung, allerdings ist sie nicht ganz deckend. Man sieht die Maserung des Holzes noch gut durch. Ansonsten keine Mängel für mich erkennbar.

Gewicht 3,6 kg, was ich für Kiefer schon relativ schwer finde, hatte ich das doch immer als leichtes Holz eingestuft. Die Wahl des Holzes hat sicherlich etwas mit der Preisfindung zu tun. Bei Recherchen nach Erfahrungsberichten zu der Klampfe findet man recht unterschiedliche Gewichtsangaben (Serienstreuung?). Wer also aus Gründen des gewünschten Tons meint ein besonders schweres oder besonders leichtes Modell haben zu wollen, der muss wohl antesten gehen.

Der Hals ist für mich das Highlight der Gitarre. Sitzt zunächst mal bombenfest in der Halstasche, ist klar lackiert und hat nen leicht gelblichen Ton. Das Profil ist eher schmal und mit dem meiner Mex Strat zu vergleichen. Ich kann nicht sagen, ob es genau dasselbe Profil ist, sie fühlen sich auf jeden Fall schon bissl unterschiedlich an, da der Hals der CV wie gesagt klar-lackiert ist. Die Bünde sind sehr gut abgerichtet. Alle Bundstäbchen sind an den Enden sauber versenkt und man spürt in den Handinnenflächen nichts störendes beim rutschen.

Der Sattel ist wiederrum wohl nichts Besonderes. Die Sattelkerben sind teilweise etwas eng. Ich befürchte, dass ich beim geplanten Wechsel auf 10er Saiten (09 ab Werk) evtl. nachfeilen werden muss (zumindest bei den beiden hohen Saiten).

Die Brücke/der Steg ist im klassischen „3-Doppelreiter-Aschenbecher“ Stil ausgeführt. Hier kann ich wirklich keine Aussage über die Qualität machen, da mir die Erfahrung fehlt und ich noch nicht wirklich etwas verstellen musste. Wird aber sicher notwendig, wenn ich auf die 10er wechsle. Sollte hier was zicken, werd' ich es dazuschreiben.

Klang:

Das wird jetzt wieder schwierig, aber ich versuch’s mal…… Am Hals kommt mir die CV für mein Bluesgedöns wie gerufen. Hat jetzt nicht das drahtige meiner Strat sondern ist irgendwie doch recht Voluminös für so nen Single-Coli. Hab ich eigentlich fast immer an, wenn ich Riffs spiele aber auch für Akkorde. Gefällt mir Clean und leicht angezerrt sehr gut.

Der Steg hat schon ordentlich Schmackes. Da schlägt einem unmittelbar der Tele-Twang entgegen. Unverkennbar und ich höre definitiv keinen Unterschied zur Rockinger meines Lehrers. Leicht gezerrt wird er schon fast böse. Bissig das Ganze! Hat mich gleichmal dazu veranlasst, nach nen paar einfachen Country-Licks zu suchen. Aber auch für Blues-Solo-Linien geeignet, wenn’s nen etwas fetzigerer Stil ist. Sonst bleib ich doch eher auf dem Hals.

Die Mittelposition hab ich komischerweise auch oft an. Dachte erst, da kann man nix mit Anfangen, aber ist clean echt super glockig – nur leider etwas leiser als die zwei separaten Stellungen.

Mehr kann ich zum Sound leider nicht schreiben. Am besten selber ausprobieren. Ich spiele über einen Fender Blues Junior.

Fazit:
Es muss nicht immer teuer sein. Für etwas mehr als 300 Euro bekommt man hier eine Gitarre, welche in Sachen Verarbeitungsqualität erste Sahne ist. Meine Mexico Strat hat locker 200 Euro mehr gekostet und ist kein Stück besser verarbeitet.

Der Hals ist wie gesagt für mich das eindeutige Highlight der Gitarre.
Aber auch der Sound ist super – vorausgesetzt man mag ne Tele.
Die Hardware macht durchweg einen sehr guten Eindruck. Wackelt nix, robust, keine Ausfälle. Sogar die Klinkenbuchse bleibt da wo sie sein soll.

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Anmerkung: Die CV gibt es auch noch in Sunburst und Butterscotch Blonde - allerdings dann mit den AlNiCo 5 PU's und im Falle der Sunburst Variante mit Palisander Griffbrett.

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displex
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Erstellt: von displex » 04.12.2011, 20:19

Keine Ahnung wo du deine Info her hast, bei Fender habe ich zu folgenden Punkt eine andere Info:

Classic Vibe Tele 50s
Pinien Korpus (ob 1 oder 3 teilig nicht angegeben)

War gestern im RockShop =(=))= und hab die Strat und Tele Classicvibe kurz angetestet, klangen alle ganz schön, Optik hat aber vollkommen überzeugt. Die Tele klang überraschend fett, =(=))= hab dann aber irgendwie den "richtigen "Klang nicht gefunden. War zumindest kein bisschen besser als meine Telekopien die ich schon hab. Meiner Frau hats auch nicht gefallen :cry:
Hat dann gemeint, kauf dir lieber eine richtige Gitarre. :lol:
Hab dann eine FENDER AMERICAN SPECIAL TELE Olympic White angespielt und war sofort überzeugt und hab sie mitgenommen. ))==

Nun hab ich die 3. Tele und hab dann Zuhause noch mal verglichen, die anderen klingen nicht schlecht aber die AMERICAN SPECIAL ist eine ganz andere Liga. Und ich hab keine Ahnung woher das kommt.

Die Special hat Texas Special Single Coils Pickups
mit ordentlich Output, das ist wohl der Hauptunterschied der Rest ist nicht so wesentlich.
Die Texas Special Single Coils Pickups haben eine gewaltigen Output
Texas Special Tele Bridge Widerstand 10.5K Inductance 3.95 Henries
Texas Special Tele Neck Widerstand 9.5K Inductance 3.3 Henries

Was wohl dafür verantwortlich ist dass die Tele nicht nur clean rictig fett klingt sondern verzerrt auch ein dermaßen harter Rocksound möglich ist, den ich nur von der Paula kenne.
Ich hab ne neue Lieblingsgitarre. Wer jetzt immer noch glaubt die Tele taugt nur für Country liegt komplett daneben, der Vergleich mit den CV Strats hat übrigens die CV Tele bereits gewonnen.

Bilder zeigt die Fender in der Mitte, die beiden anderen sind Kopien mit Optimierungen die rechte ist geaged.
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Gruß Tom

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Erstellt: von Jens80 » 05.12.2011, 08:53

displex hat geschrieben:Keine Ahnung wo du deine Info her hast, bei Fender habe ich zu folgenden Punkt eine andere Info:
Classic Vibe Tele 50s
Pinien Korpus (ob 1 oder 3 teilig nicht angegeben)


Bei Thomann steht z.B. auch Pinien-Korpus. Auf der Fender Seite allerdings "Pine". Ich würde "Pine" jetzt auch nicht als Pinie übersetzen, sonder als "Kiefer" - auch wenn pinie ebenfalls ne Kiefernart ist.

Siehe auch Wiki-Eintrag für Pinie: "Auch die englische Bezeichnung des Gattungsnamen Kiefer, pine, wird meist fälschlicherweise mit Pinie übersetzt."

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Erstellt: von Sunburst » 05.12.2011, 09:34

Kiefer passt schon, ich denke auch, dass Pinie ein Übersetzungsfehler bzw. eine Ungenauigkeit ist. Ansonsten schönes Review und schicke Gitarre - Glückwunsch dazu! Und viel Spaß mit der "Neuen". :D

Achja und dann man (s)eine US-Tele nicht unbedingt mit der Squier vergleichen muss - geschenkt ... :P

Aber mal im Ernst, spätestens seit Jimmy Page wissen wir, dass eine Tele gut rockt.

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Erstellt: von displex » 05.12.2011, 10:50

Sorry, natürlich ist pine = Kiefer ich war da etwas irritiert.
Zum Review, toll gemacht und kann deine Beschreibung auch komplett bestätigen.

Wenn mein Frauchen schon grünes Licht gibt und ihre Ohren auch meinen die US Tele klingt besser, musste ich natürlich zuschlagen. Der Mehrpreis ist nicht wirklich gerechtfertigt.
Aber wenn man schon immer eine echte Fender haben wollte.... =)=)=

Wie gesagt, wer die CV mit Texas Special Pickups aufrüstet wird wohl klanglich keinen größeren Unterschied mehr feststellen, optisch ja auch nicht wirklich. Die CV ist mit dem String Through Body und dem Skunk Stripe Hals eine top Tele für den Preis.

Leider war die nur in Butterscotch Blonde im Laden zum anspielen, die Farbe hat mich auch nicht überzeugt, aber eben alles Geschmackssache.
Gruß Tom



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Erstellt: von Sunburst » 05.12.2011, 11:04

Die Texas Specials haben es echt dick. Interessant allerdings finde ich, dass Knopfler, bei dem man eher vintage Typen vermuten würde, auch die Texas Specials spielt.

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Erstellt: von phunky » 05.12.2011, 12:51

Kommt halt drauf an was man will. Für mich sind die Texas-Special einfach nicht das, was ich von ner Tele soundmäßig erwarte. Man kann auch ne Tele mit aktiven EMGs kaufen (Jim Root Modell) oder mit zwei Humbucker (Blacktop) aber ich verbinde mit Telecaster halt den klassischen Sound. Da sind mir die schrillen 50s Custom (z.B. in der Baja-Tele) lieber als die Texas Specials.

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Erstellt: von DerSascha » 07.02.2012, 16:56

Was das Korpusholz angeht herrschein da wohl sehr viele "geteilte" Meinungen. Im Musicstore steht Kiefernholz-Korpus und bei Thoman Pinien-Korpus. Fakt ist allerdings, dass Pinie eine Kiefernart ist und Pinie aber weicher als "DIE Kiefer" - also anfälliger für Macken (auch trotz Lackierung).
viele Grüße aus Dortmund,

Sascha

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Re: [Review] Squier Classic Vibe 50's Telecaster

Erstellt: von 60´s » 07.02.2012, 19:09

Jens80 hat geschrieben:
Die Mittelposition hab ich komischerweise auch oft an. Dachte erst, da kann man nix mit Anfangen, aber ist clean echt super glockig – nur leider etwas leiser als die zwei separaten Stellungen.


Wem die Mittelstellung zu leise oder auch zu dünn klingt, kann mit geringstem finanziellen Aufwand und ein wenig Lötarbeit Abhilfe schaffen.

Umrüstung auf einen 4-Wegschalter (1:1 tauschbar gegen den 3-Wegschalter).

Damit ist neben den serienmäßig vorhandenen Schaltmöglichkeiten auch die sehr kräftige serielle Schaltung der beiden Tonabnehmer möglich.

Ich habe das bei meinen Telecaster-Modellen (nicht bei Humbuckerversionen bzw. noch nicht bei der P 90 Version) so gemacht, analog zu der Schaltung der Fender Classic Player Baja Telecaster.

Ziemlich kraftvoller Sound, sehr durchsetzungsfähig.....

Hier etwas Info: http://www.rockinger.com/index.php?page ... _Schalter1
Strat+Paula+Tele

Gast

Erstellt: von Gast » 09.03.2012, 17:06

Bei Thomann steht mittlerweile, dass der Korpus aus Fichte ist?! Naja ich fahr morgen mal hin und schau mir das Teil an... Wenn sie mir gefällt, bekommt meine Squier Strat Gesellschaft. :)

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Felixus
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Erstellt: von Felixus » 10.03.2012, 09:10

Hallo zusammen,

kennt ihr das Video:
http://www.youtube.com/watch?v=xOFTWdcovtw

Da kommt die Tele (in butterscotch blond) verdammt gut weg...

Habe auch schon mit ihr geliebäugelt :)

Gast

Erstellt: von Gast » 10.03.2012, 18:42

Ich habe sie jetzt und es ist ein wirklich schönes Teil. Ich habe sie im Laden einstellen lassen und die Bespielbarkeit ist dadurch erste Sahne. Bundrein ist sie auch! :)

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bluesboy2502
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Erstellt: von bluesboy2502 » 01.12.2012, 15:10

wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, hier mein Review zur Tele:

Nachdem ich jetzt schon einige classic vibes strat`s und tele`s durch habe, will ich auch mal meinen Senf dazu geben. Bei der Classic Vibe 50´s Butterscotch Telecaster scheint Fender Probleme mit dem Lack zu haben..ich hatte diese Tele zwei mal hintereinander und alle Beide (wie auch in in zahlreichen Kleinanzeigen von anderen) hatten Lackabplatzer in mehrfacher Form. Die kommen auch nicht vom Anstoßen der Gitarre, wie man so landsüblich meinen kann. Ganz besonders da wo die Tele auf dem Unterschenkel aussitzt,( am Rand) konnte ich das beobachten. Ebenfalls sind mir störende Bundstäbchen an der Unter- und Oberseite aufgefallen. Die musste ich erst einmal abschleifen, weil es mir sonst die Haut aufgerissen hätten. Qualitätskontrolle bzw. Fertigungsmängel sind möglicherweise dem Preis geschuldet. Meine erste wurde von Fender nach 3 Monaten kostenlos umgetauscht..bei der zweiten entschloss ich mich sie zu verkaufen bevor es noch schlimmer wird. Dem Ganzen steht allerdings ein wirklich samtiger weicher Klang der Tonabnehmer sowie ein wirklich schöner benutzerfreundlicher Hals gegenüber. Fazit: wer mit Lackfehlern und Abplatzern am Body leben kann, bekommt für sein Geld eine gut klingende Tele mit, in meinen Augen, schwachen Output der Pickups..aber das haben andere, meist teuere, Teles auch. Dieses muss im Einzelfall auch kein Nachteil sein, wenn man einen wärmeren Klang bei einer Tele bevorzugt zb.

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Software-Pirat
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Erstellt: von Software-Pirat » 01.12.2012, 16:51

Das mit dem schwachen Output der Pickups darf nicht als Manko verstanden werden. Die Pickups der damaligen Zeit hatten halt einen etwas schwacheren Output und somit ist es doch nur verständlich, daß bei einem Classic-Modell auch die Pickups schwächer gewickelt werden. Zum Teil sind die schwach gewickelten Pickups sogar erwünscht.

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