Klassik lieber auf Klassikgitarre?

Online-Ratgeber
von nochvielllernenmuss
#248706
Hallo Alle,

sagt mal, ich steige gerade in die klassische Gitarrenmusik ein und finde das ganz toll. Ich möchte das unbedingt gerne weiter ausbauen und frage mich, ob es dann Sinn macht, gleich auf einer Klassikgitarre zu lernen. Ich spiele bislang auf meiner Western. Das hört sich auch gut an, aber irgendeinen Grund wird es doch wahrscheinlich haben, dass Klassik eben normalerweise nicht auf einer Western gespielt wird, oder?

Ich hab letztens bei meinen GL auf einer Klassik gespielt und hatte dann doch Probleme, weil die Bünde viel weiter auseinander waren. Ich hab gar nix mehr richtig getroffen.

Was meint ihr? Ist es sinnvoll, wenn man wirklich in die Klassik einsteigen will, eine Konzertgitarre zu kaufen? Wie sind Eure Erfahrungen? Ich habe es jetzt nicht so dicke, dass ich mir einfach so eine weitere Gitarre kaufen könnte, deswegen muss ich mir das schon überlegen.

Danke für Tipps und VG
Benutzeravatar
von hnz
#248708
Wenn du wirklich auf Klassik umsteigen willst, kommst du um eine Konzertgitarre nicht herum. Abgesehen davon, dass die Stücke für genau die geschrieben sind, ist es wesentlich authentischer. Niemand kann dir vorschreiben worauf du spielst, aber in meinen Augen ist eine Konzertgitarre, wenn man vernünftig Klassik spielen möchte, unerlässlich.

LG hnz
Benutzeravatar
von hnz
#248759
Natürlich lässt es sich das mjchael ;) aber auf einer Konzertgitarre klingt es authentischer (und schöner, aber das ist subjektiv, genau wie mein Post weiter oben)



(das letzte Stück aus dem Medley)

LG hnz
Benutzeravatar
von Kevenborstel
#248764
Da scheint es ja tatsächlich mehrere Meinungen zu geben. Also ich versuchs auch einfach mal:
Nun ein sofortiger Umstieg ist wohl nicht nötig, da du natürlich wie bei der Western eine gewisse Summe an Teuros investieren mußt. Wenn du in die klassische Musikrichtung gehst, sollte es schon ein "gut klingendes" Instrument sein. Aber irgendwann - je nach Spielfortschritt - wirst du wohl oder übel merken, dass vorrangig der Klang (hast du ja auch schon geschrieben) und dann auch kompliziertere Griffe, wie sie bei den klassischen Musikstücken vorkommen, sich auf dem breiteren Hals besser greifen/spielen lassen. Auch klassische Pickings lassen sich natürlich mit dem größeren Saitenabstand besser lernen/spielen. Die meisten Virtuosen auf der Klassik benutzen/brauchen deswegen und natürlich wegen der weicheren Seiten auch kein Plek.
Bei einer Western und einem einstündigem Konzert, wären wohl die "schönen?" langen Fingernägel hinüber. Kurz gesagt, wenn du die Teuros hast/zusammenhast wäre es mehr als sinnvoll, auf die Klassik umzusteigen. Vielleicht schon allein deshalb, weil du ja vielleicht auch mal mit anderen Konzert/Klassikgitarren spielen oder üben möchtest. Da wird es dann sicher auch zu Problemen kommen.
:lol: Tja, so ist das halt - der Trend geht eben nicht nur beim Auto zum Zweit und Drittgerät. :cool:
Benutzeravatar
von phunky
#248765
Hm. Wieso gibt es bei klassischer Gitarrenmusik kompliziertere Griffe? Komplizierter als was? Punk? Das stimmt wohl. Rock? Vielleicht, würde ich aber nicht unterschreiben. Jazz? Ganz sicher nicht...

Ansonsten denke ich auch, es ist Ansichtssache. Ich für meinen Teil würde mir ja für Klassik gar keine Gitarre kaufen, sondern ein Klavier ;)
Benutzeravatar
von howdy71
#248767
Definiere klassische Gitarrenmusik!

Wie Phunky ganz richtig geschrieben hat, für Klassik (Mozart und die anderen angestaubten) ist wohl eher ein Klavier angebracht. Ausnahmen gibt es immer!
Benutzeravatar
von phunky
#248768
howdy71 hat geschrieben:Wie Phunky ganz richtig geschrieben hat, für Klassik (Mozart und die anderen angestaubten) ist wohl eher ein Klavier angebracht. Ausnahmen gibt es immer!
Ohhhh. Ich höre den Aufschrei der (hier relativ kleinen) Klassikergemeinde ;)

Klar, es gibt klassische Gitarrenmusik. Aber meine Welt ist das nicht. Daher würde ich eher ein Klavier bevorzugen. Das ist so ein Spleen von mir. Ich mag zum Beispiel auch beim Jazz eher das klassische Jazz-Trio (Klavier, Bass, Schlagwerk) und kann Jazzgitarre nicht gut leiden.

Und bei Klassik stehe ich auch eher auf Beethoven und Co. Und die haben die Gitarre ja ziemlich in ihrem Werk vernachlässigt. Kann natürlich einen Grund haben.

Das was ich an klassischer Musik für Gitarre kenne, hat mir bislang nicht sonderlich gefallen. Aber geben tut es natürlich schon was, so ist das ja nicht ;)
Benutzeravatar
von howdy71
#248771
Bei dem Begriff "klassische Gitarrenmusik" will mir auf Anhieb so richtig nichts einfallen.

Was ich im allgemeinen mit Klassik verbinde sind halt Mozart, Beethoven etc. Da kann ich persönlich gar nichts mit anfangen und bringe es auch nicht mit der Gitarre in Verbindung.
Benutzeravatar
von phunky
#248773
Von den großen Namen, die heute so zum klassischen Mainstream gehören, fällt mir Vivaldi ein. Der hat ein bisschen was für Gitarre geschrieben.
Benutzeravatar
von startom
#248774
howdy71 hat geschrieben:Bei dem Begriff "klassische Gitarrenmusik" will mir auf Anhieb so richtig nichts einfallen.
Da gibt es zahllose bekannte Stücke für die klassische Gitarre. Eines der Bekanntesten in ist wohl die spanische Romanze. Kaum ein klassischer Gitarrist (oder sonst ein Akustiker), der sich nicht schon mal daran versucht hat.
Ich spiel auch gerne mal solch klassischen Stücke, allerdings eher auf der Westerngitarre...dies allerdings mehr aus Faulheit denn aus Kalkül, denn die klassische Gitarre mit Nylonsaiten steht im Gitarrenständer ganz hinten.
Benutzeravatar
von musicdevil
#248785
klassik auf gitarre...hm...wenn dann aber eher so hier:


hierbei schlaf ich immer ein :D

(Johann Pachelbel Canon in D Major)

Antonio Vivaldi ist natürlich auch recht bekannt.


mir gefällt klassik aber eher auf klavier oder mit richtigem orchester.

aber wenn, dann würde ich wohl auch eher ne konzertgitarre benutzen und keine westerngitarre.
Benutzeravatar
von hnz
#248844
Mit Klassik ist glaube ich
nicht die Epoche, als viel mehr der Oberbegriff für die "alte/ältere" Musik für die Gitarre gemeint.
Das ein oder andere Arrangement aus der wirklichen Klassik wird wohl auch dabei sein ;)

Die Musik für die Gitarre jedoch fängt schon sehr früh an, wurde halt damals noch auf einer Laute, Chitarrone, etc.. gespielt. (Renaissance+Barock)
Wirkliche "Klassische" Komponisten gibt es jedoch auch für die Gitarre. Mit Carcassi, Carulli, Giuliani und Sor sind wohl nur die wichtigsten genannt.
Erst nach der Klassik findet das Instrument im Rahmen der Romantik eine vielseitigere Verwendung und auch die Komponisten häufen sich. Barrios, Mertz, Tarrega... die großen Virtuosen deren Stücke heute wohl zu den ansprichsvollsten gehören.
In der Moderne gibt es dann sowieso alles und dort werden langsam auch die neuen Gitarrenarten und Spielarten entwickelt.

Kurz: "Klassik" als Begriff, der nicht die Epoche umschreibt, meint hier wesentlich mehr als Mozart und Co.

PRO Konzertgitarre ;)

EDIT: ein paar hörbeispiele:
Renaissance:

Barock:

Klassik:

Romantik:

Moderne:
Benutzeravatar
von mjchael
#248978
Da wir alles Hobbygitarristen sind, und keine Orchester oder Berufsmusiker, können wir uns den Luxus erlauben, uns das aus der Klassik heraus zu picken ( :) buchstäblich !) was uns gefällt, und was uns beim Spielen weiterbringt.
Ich muss die zweite Hälfte der Spanischen Romanze nicht zu ende spielen, wenn mir der zweite Teil noch zu schwer ist.

Ich darf mir von Asturias auch nur den ersten Teil rauspicken, und kann selbst den vereinfachen, und sogar mit völlig anderer Musik mischen.

Ich kann den Pachebel verrocken (s.o.) und Bach einen Shuffle verpassen und darf das Klassik-Anfängerstück schlechthin: Greensleeves als Fingerstyle spielen. (ab der 30 Sek. etwa)

Als Hobbygitarrist schätze ich besonders, dass ich Klassik nur so lange spielen muss, wie ich Lust drauf habe. Meine Klassik-Gitarre lässt mich auch Blues, Rock, Folk und was weiß ich nicht sonst noch alles spielen. Gut einige Sachen gehen halt doch besser auf der E-Gitarre oder auf der Western. Aber man sollte die Klassik-Gitarre nicht einfach nur auf Klassik beschränken. Dazu ist es ein zu vielseitiges Instrument für den Hausgebrauch.

Gruß Mjchael
von nochvielllernenmuss
#249182
Herzlichen Dank für die Antworten und v. a. auch für die vielen Links. Finde ich sehr interessant, was es an Klassik (als allg. Oberbegriff :lol: ) so alles gibt. Übrigens echt cool den Ausflug in die Musikgeschichte. Finde ich sehr spannend.

Ich hab jetzt mal meine uralt Gitarre für 25 Euro ausgegraben, weil mir eingefallen ist, dass das eine Klassikgitarre mit Nylonsaiten ist. Und das macht mir soviel Spaß drauf zu spielen, dass ich mir wohl doch beizeiten eine richtige kaufen werde, weil sich das echt schön anhört.

Danke nochmals. VG
von Cidaq
#249727
In der Klassik arbeitet man auch viel mit Akkorden nur werden die Töne meist einzeln angezupft. Ich denke man kann es auch auf der Western spielen. Ich finde gerade Rennaissancestücke hören sich darauf besser an. Meiner Meinung nach einnert mich der Klang etwas an die Laute damals.
von harrowthearrow
#262372
Also ich bin mit klassischer Musik aufgewachsen, habe auch Klavier gelernt und muss sagen, teilweise klingt Klassik sogar besser auf der Gitarre (z. B. wenn gut gespielt, siehe you tube, Air on g String von J.S. Bach (der übrigens ein großer Fan der Laute war und auch dafür Musik geschrieben hat) oder Passacaglia von Händel (gefällt mir z. B. besser als auf der Orgel oder dem Cembalo). Natürlich klingt eine großer Teil der klassischen Musik gespielt von einem Orchester besser, aber als (portables) Soloinstrument, auf welchem ein Stück mehrstimmig gespielt werden kann, ist für mich die Gitarre unschlagbar. Phrasierungen sind dort auch noch eher als mit dem Klavier oder Cembalo oder als mit der Orgel möglich. Klavier ist übrigens auch ein Saiteninstrument, und bei dem Cembalo werden die Saiten mit einem Plektrum engerissen (!).
Man sollte auch nicht vergessen dass die Gitarre bis ins 18. Jahrhundert als die Königign der Instrumente galt. Aber: Der Sound kommt natürlich auch hier aus den Fingern. Sehr gut gespielt, ist eine Gitarre u.U. (s.o.) daher auch mal schöner oder interessanter.

Die Schreibfehler sind beim Schnelltippen entstanden, kanns nicht mehr ändern.

Aber Vivaldi von Satriani gespielt, ist auch der Hammer und an das Presto in den 4 Jahreszeiten gespielt von Violinen kommen auch zwei sehr schnell und virtuos gespielte Gitarren nicht ran.

Hab das einfach mal zusammenkopiert und den Dreifachpost gelöscht. Sunburst ;)
Vergleichbare Themen
Themen Statistiken Letzter Beitrag
8 Antworten 
2307 Zugriffe
von Swissorion
Saiten für Klassikgitarre
von ReptileJack    - in: Gitarrensaiten
3 Antworten 
1308 Zugriffe
von Gast
68 Antworten 
21657 Zugriffe
von fussballgott
4 Antworten 
1301 Zugriffe
von mjchael
4 Antworten 
1406 Zugriffe
von vasguitar