Okko CocaComp (Kompressor) im Test

Verzerrer, Delay/Reverb, Looper, uvm.
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von Gitarrenschlumpf
#239306
Wer kennt es nicht, das schöne Gary Moore-Sustain
Neben einigen anderen Faktoren spielt natürlich ein brüllend lauter Verstärker eine ganz entscheidende Rolle dafür, dass eine Gitarre durch das Feedback so richtig singen kann. Daheim im Wohnzimmer ist das ja eher nicht so möglich. ;)

Seit kurzem habe ich einen Okko Coca Comp - KLICK (kommt übrigens mittlerweile mit blauer Lackierung - KLICK).

Wie der Name vermuten lässt, ist der Coca Comp ein Kompressor. Allerdings macht er nicht alle Töne gleich laut, sondern verstärkt eher leise Töne und lässt noch Luft nach oben. Man kann gefühlvoll zupfen oder energisch reinhauen und merkt diesen Unterschied auch noch trotz eingeschaltetem Kompressor (außer man stellt natürlich die Ausgangslautstärke so laut ein, dass der Verstärker schon voll gesättigt wird, s.u.)!

Der Coca Comp ist sehr übersichtlich: Nur zwei Regler - "Push" und "Sing".

Durch "Push" wird die Ausgangslautstärke des Signals eingestellt. Bei 10 Uhr ist Ausgangslautstärke ungefähr gleich Eingangslautstärke. Darüber wird's logischerweise lauter (wirkt dann wie ein "Clean"-Booster) - perfekt dafür geeignet, z.B. eine Röhrenvorstufe für ein brutzelndes Solo stärker anzupusten. Unter 10 Uhr wird's leiser als das Eingangssignal. So kann man auch eine etwas "cleanere" Passage spielen, wenn man nicht erst am Lautstärkepoti der Gitarre fummeln will.

Über den "Sing"-Regler verlängert man im UZS das Sustain. Ach, was soll der Geiz - auf Vollanschlag aufgedreht, Saite anschlagen, einen Ganzton hochziehen, der Ton steht! Die Gitarre singt!

Der Ton verliert nicht so schnell an Saft und Kraft. Man wird dadurch zwar nicht automatisch zu Gary Moore, aber man kommt dem Mega-Sustain näher.

Der zusätzliche "Druck" hilft natürlich auch bei Legato-Passagen. Hammer-Ons und Pull-Offs klingen gleich viel besser und druckvoller. :)

Fürs sinnvolle Üben sollte man den Coca Comp aber wohl besser ausschalten. Je nach Einstellung betrügt man sich sonst zu schnell selbst. Denn auf einmal klingen auch schwach und ungenau ausgeführte Hammer-Ons und Pull-Offs gut und druckvoll. :P

Andererseits zwingt das Teil einen dazu, sehr sauber zu spielen und gut zu dämpfen, denn Unsauberheiten werden natürlich auch gnadenlos druckvoller. :P

Was kostet der Spaß? Mit € 159,- ist der Coca Comp zwar teurer als in Ostasien zusammengeklöppelte Großserienprodukte, aber für dieses qualitativ hochwertige, in Leipzig handgefertigte Pedal ist dieser Preis meiner Meinung nach mehr als angemessen. Das schöne ist, dass es ein so grundlegender Effekt ist. Man legt sich nicht wie bei einem Verzerrer auf einen bestimmten Sound fest - "geschmackssache" kann man mMn hierzu praktisch nicht sagen. :)

Gerne hätte ich ein paar Klangbeispiele (Vox Lil' Night Train) angefügt, aber mir fehlt im Moment die Aufnahmemöglichkeit. Ich werde versuchen, dass irgendwann nachzuholen! :)

Also - testet das Pedal selbst an! Eine Händlerliste gibt's HIER. :-)))
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