Akkordwechsel?

Lernen, greifen, wechseln & bestimmen
Benutzeravatar
von Veltepetter
#222232
Erst mal ein Hallo in die Runde, bevor ich ins Eingemachte gehe.
Bisher konnte mein Wissensdurst durch eifriges Lesen in diesem hervorragenden Forum gestillt werden.
Nunmehr treten aber Fragen auf, die mir bisher nicht beantwortet werden konnten.

Wie man sehen kann bin ich absoluter Anfänger, der sich aber schon im fortgeschrittenen Alter befindet.

Ich versuche mir das Spielen autodidaktisch nach Lehrbüchern anzueignen.
Hierzu habe ich in den ersten Wochen die zwölf Akkorde gem. Lagerfeuer,- und Folkdiplom geübt.
Diese kann ich mittlerweile aus dem Gedächtnis aber mit hinschauen so greifen und auch langsam wechseln, dass sie klingen. Zwar nicht immer…….
Zusätzlich habe ich die Barre’- Griffe aus dem Rockdiplom immer zwischendurch geübt.
Diese funktionieren auch schon recht gut Allerdings habe ich festgestellt, dass es absolut keinen Sinn macht die Saiten mit dem Z. mit übernatürlicher Kraft herunterzupressen.

Seit ca. einer Woche übe ich nun die Akkordwechsel ohne hinzuschauen auszuführen.
Hierbei habe ich wiederum festgestellt, dass ich plötzlich viel weicher greife und langsam die tiefen Furchen in den Fingerkuppen verschwinden.

Nun zu meinen Fragen:

Akkordwechsel G-D-A

Die Sache mit der MR-Stellung leuchtet mir grundsätzlich ein, aber wenn ich von G zu D wechsle ist der kleine Finger schon fast dort, wo gleich ein Finger gebraucht wird.
Warum also nicht D mit (von unten gesehen) RKM greifen?

Denn, beim weiteren Wechsel zu A ist der M. , den ich ein wenig abkippe um die H-Saite zu treffen, ebenfalls dort wo er sein soll und der Z. greift die D-Saite.
(Greife A nur mit zwei Fingern, da ich Schwierigkeiten habe drei in einem Bund unterzubringen, dazu später noch eine Frage.)

Zurück bzw. von G aus kann ich immer meinen kleinen Finger als Orientierungshilfe nutzen.


Akkodrwechsel G-Em-C-D

Warum wird hier die Fingerstelleung MR verändert?
Ich empfinde dies als verwirrend und meine, dass ich scheller wechseln kann, wenn ich sie nicht verändere.
Hängt es nur mit der Grundregel zusammen?

Weiterhin, und nun komme ich auf die drei Finger in einem Bund zurück, ist es mir schleierhaft, wie die Bb-(A)-Form funktionieren soll.
Habe versucht mit dem K. einen „Barre’-Griff“ auf die drei Saiten auszuführen, das geht, nur frage ich mich ob es Sinn macht, dass zu üben.
Zweite Möglichkeit wäre, mit dem R. die D und G Saite und K. übernimmt H Saite.
Das geht auch, eigentlich besser, weil die Gefahr des Abdämpfens der hohen E-Saite geringer ist, aber mit drei Fingern geht es gar nicht.
Für einen weiteren Tipp wäre ich dankbar.

Schlußendlich sei gesagt, dass, auch wenn die rechte Hand die Anschlagtechniken und zwischendurch auch leichte Zupftechniken übt, ich Lichtjahre davon entfernt bin, beide Hände in Einklang zu bringen.
Das ist m.E. aber auch nicht schlimm, da ich nicht vor habe irgendwann auf der Bühne zu stehen. Es macht mir einfach Spaß etwas Neues in meinem Alter zu lernen.
Daher konzentriere ich mich vorerst darauf, die Akkorde blind zu wechseln. Wenn das funktioniert, denke ich, wird es mit dem Zusammenspiel irgendwann funktionieren.
Benutzeravatar
von mjchael
#222273
Veltepetter hat geschrieben:Akkordwechsel G-D-A

Die Sache mit der MR-Stellung leuchtet mir grundsätzlich ein, aber wenn ich von G zu D wechsle ist der kleine Finger schon fast dort, wo gleich ein Finger gebraucht wird.
Warum also nicht D mit (von unten gesehen) RKM greifen?
Prinzipiell ist das möglich. Aber in den meisten Lehrbüchern wird er eben so beigebracht.
Ich finde die übliche Variante in den allermeisten Fällen als praktischer.
Beim Akkord D-Dur kann der kleine Finger gut für ein Dsus4 gebraucht werden.
Bild

Gründe für den Fingersatz findest du hier:
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Z ... e.C3.9Fend
da findest du auch folgende Animation
Bild
Die Bewegungsabläufe werden mit den Standardfingersätzen fließender.

Wenn man Klassische Sachen spielt, oder andere anspruchsvollere Musikstücke, dann wird der D-Dur-Akkord meist standardmäßig gegriffen, weil es einfach ergonomischer ist.

Allerdings heißt das nicht, dass nicht auch die andere Griffweise mitunter Vorteile haben könnte, wenn man den Zeigefinger beispielsweise im Bass gebrauchen kann. Aber es wird in den meisten Lehrbüchern die Variante vermittelt, mit der man die wenigsten Probleme hat, und die sich am leichtesten ausbauen lässt.
Akkodrwechsel G-Em-C-D

Warum wird hier die Fingerstelleung MR verändert?
Ich empfinde dies als verwirrend und meine, dass ich scheller wechseln kann, wenn ich sie nicht verändere.
Hängt es nur mit der Grundregel zusammen?
Hier weiß ich gerade nicht, was du meinst. So weit ich es überprüft habe, wird die Fingerstellung nicht verändert.
Bild
Möglicherweise habe ich aber irgendwo etwas übersehen. Da wäre ein Link hilfreich, damit ich es gegebenenfalls verbessern kann.
Weiterhin, und nun komme ich auf die drei Finger in einem Bund zurück, ist es mir schleierhaft, wie die Bb-(A)-Form funktionieren soll.
Habe versucht mit dem K. einen „Barre’-Griff“ auf die drei Saiten auszuführen, das geht, nur frage ich mich ob es Sinn macht, dass zu üben.
Die Variante mit zwei Barré-Fingern ist nicht unüblich. Man hat meist das Problem, dass man ungewollt die hohe E-Saite abdämpft, und man überstreckt oftmals die Gelenke, was denen nicht ganz so gut tut. Die Fingergelenke fühlen sich leicht gebeugt am wohlsten.
Zweite Möglichkeit wäre, mit dem R. die D und G Saite und K. übernimmt H Saite.
Das geht auch, eigentlich besser, weil die Gefahr des Abdämpfens der hohen E-Saite geringer ist, aber mit drei Fingern geht es gar nicht.
Für einen weiteren Tipp wäre ich dankbar.
Das machen auch einige, aber du musst schon verzeihen, dass ich beim ersten Vermitteln der Akkorde auf die Standardgriffweisen verweise.

Alles mit einzelnen Fingern zu greifen, und nur einen Zeigefinger-Barré zu verwenden ist oftmals günstiger, wenn man etwas anspruchsvollere Barré-Begleitungen macht.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_S ... arre%C3%A9

Es spricht nichts dagegen, dass man für Akkorde verschiedene Alternativen lernt, diese zu greifen. Jedoch würde ich dir empfehlen, auch dann die Barré-Akkorde mit allen Fingern zu üben, auch wenn es dir anfänglich schwer fällt. Wenn du später mal Jazz-Akkorde greifst, kommst du besser mit den Akkorden klar.
Bild
Schlußendlich sei gesagt, dass, auch wenn die rechte Hand die Anschlagtechniken und zwischendurch auch leichte Zupftechniken übt, ich Lichtjahre davon entfernt bin, beide Hände in Einklang zu bringen.
Das ist m.E. aber auch nicht schlimm, da ich nicht vor habe irgendwann auf der Bühne zu stehen. Es macht mir einfach Spaß etwas Neues in meinem Alter zu lernen.
Wenn du einmal was vorführen willst, beschränke dich am besten auf die einfachen Sachen, die bei dir schon klappen. Und da du, wie du sagst, noch recht am Anfang stehst, würde ich mal sagen, dass ist auch in deinem etwas fortgeschrittenen Alter nur eine Frage der Zeit.

Ich würde dir empfehlen, dir ein Repertoire aufzubauen. Akkorde, Schlagmuster, Zupf- und Pickingmuster sowie Barré-Akkorde üben sich am angenehmsten, wenn man diese einfach bei Liedern anwendet, die einem gefallen. Dann merkt man gar nicht mehr so richtig, dass man eigentlich nur am Üben ist.

Ich habe ja eine Liste zusammengestellt, wo du bestimmt einige Vorschläge finden wirst, die passen könnten.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_L ... hl%C3%A4ge

Singen - Schlagen - und Akkordwechsel übt man am besten mit einfachen Liedern.
Vorzugsweise bei Liedern, die möglichst immer die gleiche Akkordfolge haben.

Aber ich denke es werden noch einige Fragen übrig bleiben...
Wenn du mal Zeit hast, mache mal ein Forentreffen mit. (Auch eines von anderen Gitarrenboards, wenn sich was ergeben sollte).
Vielleicht findest du ja auch jemanden in deiner Gegend, mit dem du mal zusammenspielen kannst.

Viel Spaß noch beim Üben
Gruß Mjchael
Benutzeravatar
von Veltepetter
#222503
Erst mal danke für die ausführlichen Erklärungen.

Dass es den Dsus4 gibt, habe ich bei meinen Recherchen übersehen.
Hätte ich es gewusst, hätte ich die Frage nicht gestellt.
Ich werde also den Standardgriff in Zukunft nutzen, wobei sich meine mögliche Griffweise sicherlich so eingeprägt hat, dass ich sie im Falle eines Falles anwenden könnte.


Zum Akkordwechsel G-Em-C-D

Vielleicht mache ich einen Denkfehler aber was ich meine ist,
dass von G ausgehend, die MR-Stellung zu Em hin verändert wird.

Der R. ist nun unter dem M.

Behalte ich die bei G vorhandene MR-Stellung bei, verschiebe ich diese zu Em und anschließend zu C hin nur unwesentlich nach unten bzw. seitlich versetzt.

Mache ich es so wie beschrieben, wechselt sowohl von G nach Em die MR-Stellung, als auch von Em nach C.

Nebenbei bemerkt ist mir aufgefallen, dass man bei den verschiedenen Akkorden durch anschlagen oder anzupfen einzelner Saiten (weiß nicht welcher der richtige Ausdruck ist) Melodien bekannter Lieder erzeugen kann, was ja nicht überaus verwunderlich ist.
Wenn man nun bei C-Dur jeweils zweimal die D die G die H und einmal die hohe E Saite anspielt erklingt eine mir bekannte Melodie, die ich aber keinem Lied zuordnen kann.
Wäre nett, wenn mir jemand helfen könnte.

Zurück zum Eigentlichen.

Obwohl ich mir nicht sicher bin jemals Jazz-Akkorde zu spielen, nehme ich mir zu Herzen, was du mir empfiehlst und werde die Standardgriffe weiter üben.

Ganz sicher werden noch viele Fragen auftreten und die Teilnahme an einem Foren-Treffen ist eine gute Idee.
Auch jemanden zu finden, mit dem man zusammen Gitarre lernen und spielen kann, fände ich gut.
Sollte jemand gleiche Interessen haben , Anfänger sein und aus dem Kohlenpott kommen, gerne PN an mich.

Gruß
Veltepetter
Benutzeravatar
von mjchael
#222556
die allgemeinen Fingersatzregeln sagen:
Wo es möglich ist, da kommt der Zeigefinger in den ersten Bund, der Ringfinger in den zweiten, Mittelfinger in den dritten und der Kleine in den vierten Bund.

Wenn zwei Finger in einen Bund kommen, so kommt der Zeigefinger über den Mittelfinger, Mittelfinger über den Ringfinger, Ringfinger über den Kleinen Finger.

Mit dieser Grundregel haben die Finger die natürlichste Form.

Es gibt Lieblingspositionen, welche die Finger gerne einnehmen.

Vertraue mir (und allen Gitarrenbuch-Autoren, von denen ich die Fingersätze abgekupfert habe), dass diese Standardfingersätze einfach vorteilhafter sind. Durch viele Klassische Stücke (die gar nicht mal so schwer sind) und viel Melodiepicking haben ich einfach gesehen, dass ich mit den Standardfingersätzen am weitesten komme.

Wechsle mal von C nach Am! Würdest du da auch die Finger so verdrehen? Schau dir noch mal die Grafik an, und lies dir noch mal die Sache mit den Fingersätzen und Griffwechseln durch.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Z ... iffwechsel
Da wird noch mal extra folgende Bewegung beschrieben, die du auch in der Animation siehst.
Bild

Mache dir mal die Mühe, und bestimme mal die Töne die bei dem Standardfingersatz jeweils unter dem Ringfinger sind.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_C ... r_Workshop

Vertraue mir doch einfach mal, dass ich bei den Gitarrenlehrgängen kein Unsinn geschrieben habe. Und sollte ich doch mal irgendwo Unsinn hingeschrieben haben sollen, vertraue doch auf die User von diesem und anderen Gitarrenforen, dass die mich längst auf die Fehler aufmerksam gemacht hätten. Wenn die einen Fehler entdecken, dann machen die das nämlich meist sofort, und ich korrigiere dieses dann schnellstmöglich. :D

Gruß Mjchael
Benutzeravatar
von Veltepetter
#222696
Es liegt mir fern, dir zu untestellen, dass du Unsinn geschrieben hast.
Darüber hinaus habe ich auf keine Fehler aufmerksam gemacht, sondern Fragen zu mir nicht einleuchtenden Sachverhalten gestellt.

Nochmals Dank für die ausführlichen Erläuterungen.

Gruß

Veltepetter
Vergleichbare Themen
Themen Statistiken Letzter Beitrag
Akkordwechsel A - D - E
von boots    - in: Gitarrenakkorde
7 Antworten 
3071 Zugriffe
von Harry83
Akkordwechsel G-Dur zu D-Dur
von benny5987    - in: Gitarrenakkorde
5 Antworten 
2055 Zugriffe
von mjchael
Frage zum Akkordwechsel
von Harvey    - in: Gitarrenakkorde
5 Antworten 
903 Zugriffe
von Harvey
Schneller Akkordwechsel
von cybersteve    - in: Gitarrenakkorde
3 Antworten 
1827 Zugriffe
von mjchael
Akkordwechsel in Liedbeispielen
von yam1000    - in: Gitarrenakkorde
5 Antworten 
1315 Zugriffe
von yam1000