Songs komponieren... aber wie?

60 Beiträge
Benutzeravatar
mjchael
Mod-Team
Beiträge: 8976
Registriert: 08.07.2007
Wohnort: Marburger Hinterland
Gitarrist seit: 1980

Erstellt: von mjchael » 23.02.2011, 02:54

Einfache Molltonart ist

Am mit den Akkorden
Am Dm Em Am
und mit einer Dominante
Am Dm E7 Am

Am ist die Mollparallele der Tonart C-Dur
Daher passen da auch die Akkorde
F C G(7) Dm Am Em (E7) mit dabei.

Beispiel:
3 Doors Down - Here Without You
Möglicherweise braucht man noch ein Capo im 1. Bund.
Ville Valo feat. Natalia Avalon - Summer Wine
bleibt sogar beim natürlichen Am wo man kein E7 braucht, sondern nur ein Em
In the Year 2525 - Pete Stark - Covers Zager and Evans

eine weitere einfache Moll-Tonart:
Em mit den Akkorden
Em Am Hm Em
und mit einer Dominante
Em Am H7 Em

Em ist die Mollparallele der Tonart G-Dur
Daher passen da auch die Akkorde
C G D(7) Am Em Hm (H7) mit dabei.

Hier kann also ein Barré-Akkord mit vorkommen. Aber nur einer, und zwar Bm.

Beispiel:
Pink Floyd - Wish You Were Here

Metallica - Nothing Else Matters

The Eagles - Hotel California

Benutzeravatar
Volare
findet den Ausgang nicht
Beiträge: 447
Registriert: 10.09.2009
Wohnort: Bergheim

Erstellt: von Volare » 23.02.2011, 03:00

Aber wenn du sagst, Nothing else matters ist in Em geschrieben, warum spielt man dann im Refrain C - A - D ?
Und haben diese von dir vorgeschlagenen Tonarten einen bestimmten Charakter, der sie von einander unterscheidet? Oder ist es im Grunde beliebig, welche Tonart ich davon nehme?

Und dann noch eine Frage, man sagt ja, Moll ist eher traurig und Dur eher glücklich. Aber wenn ich einen Rocksong schreiben will, was nehm ich denn da? Ist ja nicht wirklich glücklich (es wird ja nicht rumgeheult...) und auch nicht wirklich fröhlich (nicht so wie "Disco Pogo" oder so Scheiß ^^)... Welche Tonart bietet sich eher an?

Benutzeravatar
Ytse Jam
schreibt schneller als du liest
Beiträge: 116
Registriert: 22.02.2011

Erstellt: von Ytse Jam » 23.02.2011, 07:09

Probiers aus...ob Dur oder Moll, es gibt beide arten von "Rocksongs". Moll muss im Gesamtpackage innem Lied nicht traurig klingen.

Ein Lied das in Moll geschrieben ist heißt nicht das alles nur Moll-Akkorde sind.
Es werden dann Töne aus dem Moll-Tonleiter benutzt.

Du kannst ne Em-Tonleiter extremst fröhlich klingen lassen oder tieftraurig. Das ist wie musicdevil gesagt hat: In der Musik kann man nichts falsch machen ;)
Ich selbst spiele meistens mit'm Tritonus und das is auch nicht jedermanns Sache...

Gruß Ytse Jam

Benutzeravatar
phunky
lebende Forenlegende
Beiträge: 5549
Registriert: 03.08.2010
Wohnort: Wasserkante
Gitarrist seit: Anfang der 90er

Erstellt: von phunky » 23.02.2011, 09:15

Wir drehen uns hier doch im Kreis. Eigentlich sind alle Fragen geklärt. Und doch kommen immer wieder neue. Ich versteh's nicht. Die Links zum Quintenzirkel waren in den ersten Beiträgen schon drin. Funktionen und Intervalle waren bereits geklärt. Tonleitern sowieso. Der Artikel zum Akkordworkshop (Stichwort Kadenzen) wurde irgendwo ganz vorn schon verlinkt. Wenn man sich mit den ganzen Sachen beschäftigt, kann ich die Fragen hier wirklich nicht mehr nachvollziehen.

Benutzeravatar
mjchael
Mod-Team
Beiträge: 8976
Registriert: 08.07.2007
Wohnort: Marburger Hinterland
Gitarrist seit: 1980

Erstellt: von mjchael » 23.02.2011, 11:38

Stimmt, vielleicht war Nothing else Matters nicht das beste Beispiel, da es oft mal vorkommt, dass man in der Strophe mit Moll spielt, und im Refrain mit Dur weiter macht.

Ebenso beim Lied "Here without you" ist die Strophe in Moll und der Refrain in Dur.
Wie schon gesagt, dir fehlen die elementaren Grundlagen. Sobald auch nur die kleinste Abweichung kommt, muss man alles von vorn aufrollen. Das wäre nicht der Fall, wenn du wenigstens ein wähnendes Ahnen von den Grundlagen den Harmonielehre hättest.

Die Fragen sind alle im einzelnen nicht so schwer zu beantworten.
Auch bei Molltonleitern können Dur-Akkorde vorkommen. (Habe ich weiter oben auch erklärt)
Spiele mal die Akkordfolge
//: Am F G E :// und ganz am Schluss wieder Am
Enthält fast nur Dur-Akkorde, dennoch handelt es sich um die Am-Tonleiter. Denn es beginnt mit Am, und es wird über die Dominante der Am-Tonleiter E(7) wieder nach Am aufgelöst. Die Akkorde F und G werden sich von der parallelen Dur-Tonleiter C-Dur ausgeliehen. Genau wie ich es oben beschrieben habe.

Zu den Akkorden bei Rocksongs
Die können sowohl in reinem Dur geschrieben werden, als auch in Moll
oder einen Teil in Moll und den anderen in Dur.

Wenn du klassischen Rock schreiben willst, dann würde ich dir empfehlen in einer Dur-Tonleiter mit drei Akkorden zu bleiben, und die einzelnen Akkorde bei der Begleitung mit ein paar Blue-Notes aufzufüllen. Dur-Akkord + Blues-Tonleiter ( = gleichnamige Mollpentatonik incl. Blue-Notes). Anleihen kannst du bei ACDC machen.

Beliebte Tonart ist hier A-Dur, wobei bevorzugt Barré-Akkorde gespielt werden.
A D E (A-Dur)
und auch
D G A (D-Dur)

Hier würde ich mich mit dem Blues-Schema auseinander setzen, oder noch besser eine viel einfachere Akkordfolge wie 11-45 verwenden.
A A D E
wobei ein Akkord einen halben Takt lang ausgehalten wird.
Beispiel: (Achtung die Beispiele sind nicht alle nur in A- und D-Dur)
twist and schout
breakfast at tiffany D-(GA) - Ref.: D-(AG)
Lucy in the Sky With Diamonds (nur im refrain)
Like a Rolling Stone

Ansonsten kann man sich noch bei Youtube viele Ideen holen:
Suchergebnisse für "easy rock songs on guitar"


Und soll ich euch jetzt ehrlich mal was sagen:
Ich schreibe hier nicht mehr für Volare, sondern mehr für alle, die den Thread hier sonst noch lesen.

Wie gesagt, wir kommen hier vom Hütchen aufs Stöckchen. Eine geklärte Frage wirft 100 weitere Fragen auf.
Du kanns vielleicht alle Akkorde, und du kannst vielleicht die meisten Tonleiterskalen. Du bist sogar in der Lage einige coole Tabs und Solos nachzuspielen, aber es fehlen echt die elementaren Grundelemente der Harmonielehre, und du hast auch nicht die leiseste Vorstellung davon, welche Akkorde üblicherweise zusammenpassen.
Ja man hat noch nicht einmal eine Vorstellung davon, dass einige Akkorde gut zusammen passen, und andere weniger.

Das soll kein Vorwurf sein, sondern er ein Ansporn, dich auch mal mit den Grundlagen der Musiklehre zu befassen.

Ein paar Grundlagen in der Harmonielehre muss man sich einfach aneignen. Und wenn man die Basissachen wie Tonika, Subdominante, Dominante in Dur-Tonleitern und in Molltonleitern vernachlässigt hat, ja dann wird es sich einmal rächen. (Obwohl es oftmals die Schuld der Gitarrenlehre sind, die ihren Schülern einfach nicht die Grundlagen vermitteln, und die sie möglicherweise selbst auch nicht so genau kennen, wenn sie selbst nie Musik richtig gelernt haben.)

Musiklehre braucht man wirklich bei den ganz einfachen Sachen, die selbst Hobby-Gitarristen machen (wenn sie sich nicht nur von einem Akkord zum anderen hangeln, oder Tabs nur Note um Note pauken.), und nicht nur, wenn man Musik studiert. Zugegeben, ein Hobby-Gitarrist schafft es mit den Grundlagen gerade mal gute Hausmannskost hinzubekommen (was man aber nicht verachten sollte), während der Profi 7 Sterne-Menüs hinzaubern können (wenn mir der Vergleich mit Köchen mal erlaubt ist). Musik ist nicht umsonst ein Studienfach! Aber die Grundlagen sind gar nicht mal so schwer, wenn man sich mit denen nur mal befassen würde.

Nur wie gesagt, man kann nicht mal eben alles in nur einem Thread abhandeln.
Das geht einfach nicht!
Wenn man schon Probleme mit der Zusammenstellung von Akkorden hat,
wie will man da einen mehrstimmigen Satz für mehrere Instrumente schreiben?
Geht das jetzt hier ewig so weiter?
* Tonleiter (Dur, Moll (natürlich, melodisch, harmonisch))
* Akkorde und Akkordstufen die zu den Tonleitern gehören
* Akkordfunktionen
* Zwischendominanten und Zwischensubdominanten
* Akkordprogressionen (Standard-Akkordfolgen)
* Akkordtöne und skalenfremde Töne
* Bassläufe
* Melodie, Oberstimme, Unterstimme
* ....
Das ist Stoff, der sich bei einem Gitarrenschüler auf ein bis zwei Jahre verteilt, damit er eine Ahnung von den Grundlagen hat.
Im einzelnen ist es nicht besonders schwer, und die ersten Grundlagen können schon in der zweiten oder dritten Unterrichtsstunde gelegt werden.
Durkadenz als Lernstoff für die zweite Gitarrenstunde bei gerade mal drei gelernten Akkorden
Vieles davon ist kinderleicht. Das begreifen Gitarrenschüler, die 8 oder 9 Jahre sind, meist auf Anhieb.
Aber als geballte Ladung, was man normalerweise über Monate Gitarrenunterricht in kleinen Dosen verteilt, alles in einem Thread mal eben zu erläutern, geschweige denn alles innerhalb der Zeit, wo man die Hausaufgabe abgeben muss, auch noch zu lernen und umzusetzen, das ist einfach unmöglich zu packen.

Rock hat seine Wurzeln im Blues und auch im Country. Die Wurzeln gehen weit vor 1900 zurück. Aber selbst wenn du beim Rock'n'Roll in den 50ern anfängst, und dich nur zu den Rockband der 70er hocharbeitest, hast du immer noch 30 Jahre Musikgeschichte und Musikentwickliung, die du gerade mal eben in einem Thread in möglichst nur einem Post und noch auf einem einfachen Niveau erklärt haben möchtest.
Aber selbst wenn du nur bei den einfachen Grundlagen bleibst:
Selbst bei einem Buch wie "Rock Guitar For Dummies "braucht man ein paar Wochen um die 350 Seiten durchzuarbeiten. (Wobei ich keine Ahnung habe, ob das Buch wirklich gut ist.)

Um eine einfache Melodie über 4 Akkorde, die sich immer wiederholen zu komponieren brauche ich ein paar Stunden, bis ich es in einem Notenprogramm verewigt habe.
Da habe ich noch keine Begleitung dazu geschrieben oder sonst was gemacht. Und du willst einen mehrstimmigen Satz für mehrere Instrumente schreiben?

Ich sage mal folgendes:
Es ist deine Hausaufgabe, und nicht unsere!
Hilfsbereitschaft in allen Ehren, aber man muss auch einfach sehen, wo einem Grenzen gesetzt sind.

Und eine ist eben, dass man den Lernstoff von ein bis zwei Jahren Musikunterricht nicht in einem Thread abhandeln kann.

Möglicherweise ist auch die Aufgabe, die der Lehrer gestellt hat, viel einfacher, wenn man einmal wüsste, was er den anderen Schülern schon vermittelt hat, und auf welchem Niveau er eine Komposition verlangt.
Mitunter sind die Elemente, mit denen er arbeitet, nämlich geschickt begrenzt, so das die Aufgabenstellung vielleicht nicht ganz so schwer ist, wie sie sich hier darstellt.

Dazu gehört:
Begrenzung auf einfache Tonarten,
Begrenzung auf einfache Akkordfolgen,
Begrenzung auf einfache Rhythmen,
Begrenzung auf simple Akkordbegleitung,
Begrenzung auf einfache Melodien.
...

Da du aber jedesmal den Rahmen sprengst, sage ich nochmal,
so was können wir einfach nicht leisten!

Gruß Mjchael
Zuletzt geändert von mjchael am 23.02.2011, 12:13, insgesamt 2-mal geändert.

Benutzeravatar
korgli
Mod-Team
Beiträge: 3683
Registriert: 23.12.2009
Wohnort: Schweiz SG-Rheintal
Gitarrist seit: 1972

Erstellt: von korgli » 23.02.2011, 11:49

Hi

Super Mjchael - kann ich alles voll unterschreiben.
Darf auch mal umfangreich sein.
Zusammenhänge sind wichtig zu erkennen.

fredy

Benutzeravatar
snicki
Pro
Beiträge: 2135
Registriert: 29.08.2010
Wohnort: Hannover
Gitarrist seit: 1994

Erstellt: von snicki » 23.02.2011, 13:43

Also an Deiner Stelle würd ich einfach schummeln und n deutsches Stück nehmen, das dort keiner kennt :D :twisted: Wenn Politiker das können, können wir das auch :cool:

Gruß Snicki

Gast

Erstellt: von Gast » 23.02.2011, 21:25

Das umzusetzen wäre aber schwieriger, als sich mal mit einfachen Grundlage zu befassen und dann was damit anzufangen!

Benutzeravatar
Volare
findet den Ausgang nicht
Beiträge: 447
Registriert: 10.09.2009
Wohnort: Bergheim

Erstellt: von Volare » 24.02.2011, 07:14

Ok, allmählich merke ich doch, dass ich vielleicht mal mir die Grundlagen aneignen sollte. Trotzdem super vielen Dank an die ganzen Hilfen, bin jetzt schon echt weit in dem Song... Gut, es wird kein #1-Hit in 32 Ländern, aber ist ja auch mein erster :D
Also mal so eine allgemeine Fragen, was sind so die Grundlagen die man können sollte, und auf welchen Internetseiten kann man die lernen? Mein Gitarrenlehrer ist halt eher immer so ein praktischer gewesen, mit dem habe ich sogut wie keine Theorie gemacht (ist aber ein begnadeter Musiker, auf den lass ich nix kommen :D ), nur Dur- und Molltonleitern kenn ich noch aus dem Unterricht und den Quintenzirkel hab ich mehr oder weniger auswendig gelernt...

Gast

Erstellt: von Gast » 24.02.2011, 08:31

hi, Volare, ich empfehle dir, diesen Thread von Beginn an zu lesen.

dann einfach anfangen, die Dinge zu lernen. Z.B welche Akkorde zu einer Tonart passen.

60 Beiträge
  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste