Signifikante Klangveränderung (Verbesserung) durch Schellack

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hnz
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Signifikante Klangveränderung (Verbesserung) durch Schellack

Erstellt: von hnz » 09.12.2010, 15:32

Hallo erstmal, ich bin neue hier im Forum und hoffe, dass man mir hier weiterhelfen kann!
Da ich mir in naher Zukunft ein neues Instrument zulegen möchte, würde es mich interessieren, wie sehr oder ob überhaupt Schellack zu einer Klangverbesserung führt.
Denn mein Wunschinstrument kostet mit einer Wachsveredelung 750 Euro weniger, als mit einer Schellackveredelung. Als Schüler ist mein Budget begrenzt, jedoch wäre das Instrument eine Zukunftsinvestition, die ich auch in 30 Jahren noch spielen werde, weshalb sich ein, auch für Nicht-Profi Ohren hörbarer, besserer Klang unter Umständen lohnt.
Eigene Internetrecherchen von mir haben ergeben, dass viele Leute bei Schellack unterschiedlicher Meinung sind, was den Einfluss auf den Klang angeht.

Vielen Dank im Vorraus, hnz

PS: Bei den betreffenden Instrumenten handelt es sich um die Hanika 60 PF beziehungsweise um die Hanika 60 PF NAT.
Die Instrumente sind bis auf den Lack komplett baugleich.

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korgli
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Erstellt: von korgli » 09.12.2010, 15:39

Hi
Oberfläche beeinflusst den Klang immer.
Wieviel, - und positiv oder negativ - kann man schwer sagen.
Zumindest kenne ich mich da nicht so genau aus.

Aber ich habe mal eine Gitte abgeschliffen und die tönte dann echt krass anders.
Hatte das auch nicht für möglich gehalten.
Man verwendet darum heute vielfach einen sehr dünnen Lack.
Oder Oelungen.

Also kann ich mir schon vorstellen, dass da Unterschiede sind.
Da weiss Simse sicher noch was dazu.

fredy

Gast

Erstellt: von Gast » 09.12.2010, 20:04

Hallo,
eine rein gewachste Gitarre ist halt empfindlicher. Wobei halt Schellack auch kritischer als eine lackierte Gitarre ist.

Die Hanikas sind warm und voluminös. Tatsächlich bkommt Ihnen Schellack oder natural sehr gut.
Sie sind da in den Höhen differenzierter als wenn ein Nitrolack drübergejaucht wurde.

Ich selber würde die natural vorziehen. Die klingt bestimmt nicht schlechter. Und Schweißhände
z.B. liebt Schellack genausowenig. Der edle Glanz von Schellack paßt überdies nicht wirklich zum Charakter der Hanikas. So Schallochrosette etc. sind eher sehr schlicht und handwerlich gehalten.
Ein mattere Hanika wirkt da einfach gegenständlicher.

Beste Grüße Hanjo

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Simse
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Erstellt: von Simse » 09.12.2010, 22:54

Der Schellack ist etwas empfindlicher was Kratzer, Abrieb und sonstiges angeht.
Polyesterlack z.B. kann man bedenkenlos mehrmals mit Spiritus abreiben ohne das am Glanz oder der Oberfläche was passiert. Ist auch sehr kratz- und stoßfest, hitzebeständig und standfest. Und sehr einfach aufzupolieren.

Wg. der Lackdicke:
Polysterlack/NC-Lack/Polyurethanlack/etc. wäre im Vergleich zum Schellack ein Blatt Papier während der Schellack die dünne Klarsichtfolie ist. Naja, etwas übertrieben, aber so ähnlich.

Man sollte Schellack auch nur mit speziellen Pflegemitteln reinigen um die Oberfläche so lang wie möglich frisch zu halten. Die meisten "üblichen" Polituren sind zu abrasiv (verursachen beim polieren zuviel Abrieb), da sollte man wirklich auf eine gute Schellackpolitur zurückgreifen.

Ich glaube gern das eine schellgelackte Decke freier schwingen kann. Denn die Lacksicht ist i.d.R. extrem dünn, weniger Masse schwingt besser mit.

Die rohen Schellackblätter oder Brösel werden mit 99%-igem Alkohol gelöst und dann durch Handarbeit mit einem Ballen in sehr sehr feinen Schichten aufgetragen.
Früher wurden viele Klaviere in schwarz auf diese Weise lackiert. Denn durch die sehr dünne Lackschicht sah man immer noch die Holzstruktur. Die Oberfläche sah lebendiger aus.
War allerdings eine Heidenarbeit und hat sich über Tage, ja fast Wochen, hingezogen.
Eine Gitarre geht da etwas schneller, ist aber immer noch aufwändiger als zu wachsen könnt ich mir vorstellen. Das geht im Vergleich zur handgemachten Schellackoberfläche recht zügig.
Allerdings sind mir noch nicht viele gewachste Oberflächen untergekommen. Auch was das Herstellungsverfahren von gewachsten Oberflächen angeht kenn ich mich nicht gut aus. Im Klavierbereich wird da evtl. auch anderes (härteres) Wachs genommen könnt ich mir vorstellen. Da gibts bestimmt verschiedenste Methoden und Arten wie man wachsen kann.

Ich kann mir vorstellen, dass beide Oberflächen eine sehr frei schwingende Decke zulassen. Im direkten Vergleich wird evtl. gar kein großer Klangunterschied bemerkbar sein. Da geht es m.M.n nur darum die Oberfläche einmal in glanz und einmal in matt anbieten zu können.

Wer Interesse daran hat wie man eine Schellackfläche aufbaut, dem kann ich gerne per PN eine Anleitung zukommen lassen. Einfach bei mir melden.

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hnz
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Erstellt: von hnz » 10.12.2010, 16:12

Vielen Dank, das hilft mir sehr viel weiter!
Die Optik selbst ist mir ziemlich egal, auf den Klang kommt es an.
Ich denke ich werde dann mal finanziell auf das Wachs-Modell hinarbeiten, sollte ich es dann besitzen schreibe ich euch gerne meine Eindrücke :)

vielen vielen dank, hnz

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