Fingerstyle schwer ?

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Tazzo
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Fingerstyle schwer ?

Erstellt: von Tazzo » 14.10.2010, 01:48

Guten Abend Gitarristen

Ich hätte eine Frage , ist es schwer Fingerstyle auszuüben ? ( Hoffe dass nennt man so )
Habe ein paar Videos gefunden und fand das sehr interesant . Wie lernt man am besten sowas ?

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sispo
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Erstellt: von sispo » 14.10.2010, 03:07

Da hast du dir ja gleich zwei "Granaten" raus geguckt :lol:

Naja, kommt drauf, wie du schwer definierst. Du hast laufen und Radfahren gelernt. du hast gelernt mit Messer und Gabel zu essen, schreiben, lesen und noch einiges mehr.

Guck mal hier

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Einf%C3%BChrung_ins_Zupfen

Bei youtube findest du auch einiges, wenn du z.B. - learn fingerpicking - eingibst

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AlBundy
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Erstellt: von AlBundy » 14.10.2010, 06:55

Ja, ist sehr schwer.

Das beste ist mit einfachen Picking-Übungen anzufangen (wie auch sonst?). In den Wikibooks für Anfänger ist mit Sicherheit die ein-oder andere gute Übung zum Fingerpicking drin.

Es empfiehlt sich natürlich gerade bei diesem Thema das Vorhandensein einer gewissen rhythmischen Sicherheit.... Also als absoluter Anfänger würde ich aus diesem Grund erstmal zum Akkordeschrammeln raten, weil auch die Akkorde müssen für den Fingerstyle beherrscht werden... :lol:

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phunky
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Erstellt: von phunky » 14.10.2010, 08:08

Weiß nicht. Wenn man klassische Gitarre lernt, ist ja auch nix mit Akkorde schrammeln. Auch nicht am Anfang. Fingerstyle (ich weiß gar nicht so recht, wie sich das nun vom Fingerpicking unterscheidet) ist letztlich auch in erster Linie ein Automatisieren von Bewegungsabläufen. Diese sind etwas komplizierter als der hier Lagerfeuerschlag genannte Anschlag oder dessen Verwandte. Wenn man das anfänglich auf reines Akkordspiel beschränkt und dann ausbaut, kann man da auch zeitig mit anfangen.

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Vauge
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Erstellt: von Vauge » 14.10.2010, 08:46

Meiner Meinung nach sollte man sehr früh mit dem Zupfen (Picking) anfangen. Meine Schüler lernen das sofort. Grundlage für Fingerpicking/Fingerstyle ist die Beherrschung der rechten Hand. Klar muss man die Akkorde können, zumindest wenn man nicht nur Tabulaturen auswendig lernen möchte. Alles was man für die linke Hand lernen kann sollte man natürlich lernen. Alles was die Finger beweglich macht hilft. Das gilt aber allgemein und nicht wegen des Fingerstyles, je mehr Beweglichkeit desto mehr lässt sich später umsetzen. Je mehr Wissen wo welche Töne liegen und welche Töne zusammenpasen (Pentatonik und Tonleiter-Patterns) desto einfacher fällt einem das Umsetzen der schweren Stücke. Aber was das Picking direkt angeht, gehts um die rechte Hand ....

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Mr.Jones
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Erstellt: von Mr.Jones » 14.10.2010, 09:26

Interessant. Das nennt sich also Fingerstyle. Übe ich also die ganze Zeit. Schön das zu wissen..^^
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Re: Fingerstyle schwer ?

Erstellt: von RAc » 14.10.2010, 09:30

Tazzo hat geschrieben:Guten Abend Gitarristen

Ich hätte eine Frage , ist es schwer Fingerstyle auszuüben ? ( Hoffe dass nennt man so )
Habe ein paar Videos gefunden und fand das sehr interesant . Wie lernt man am besten sowas ?

Hier

Hier


Hm,

die Frage ist irgendwie komisch... man kann jede Stilrichtung "einfach" und "schwierig" betreiben. Elementares Fingerstyle (also z.B. picking patterns) läßt sich in etwa so leicht oder schwer lernen wie, sagen wir mal, Akkordbegleitung mit etwas groove in der rechten Hand.

Allerdings ist der Begriff Fingerstyle mittlerweile zum Jolly Joker der akustischen Gitarrenmusik geworden und bezeichnet ganz grob Alles, was mit den Fingern auf einer Gitarre gespielt wird und nicht eindeutig der Klassik oder dem Flamenco zuzuordnen ist (und selbst das zweitere hat mittlerweile schon recht große Überschneidungen mit der Fingerstylewelt; auch gibt es Leute wie Jacques Stotzem, der eigentlich Klassiker ist, aber fast mehr in der FIngserstyleszene zu Hause ist).

Als ich angefangen habe, Gitarre zu spielen, war Fingerstyle Ragtime, Blues, die britische Folk baroque Scene (sehr exklusiv!) und ein/zwei experimentelle Dinge am Rande, und das war's. Heute ist die Fingerstyleszene unüberschaubar, und was die heutigen Superstars (z.B. Andy McKee) machen, hat mit dem "originalen" Fingerstyle so gut wie nichts mehr zu tun. Am "oberen Rand" ist die Musik so komplex und virtuous, daß sie für den Hobbyspieler nicht mehr erreichbar ist; die Profis sind Leute, die, wie Klassiker, sehr früh angefangen haben, sehr viel Talent haben und sehr intensiv und diszipliniert und systematisch ans Üben heran gehen.

Was aber nichts daran ändert, daß "elementares" Fingerstyle absolut mach- und lernbar ist, auch für den Gelegenheitsgitarristen. In der Regel wird man sich über picking patterns daran machen; dabei ist halt Rhythmusdisziplin das A und O. Fortgeschrittenes Fingerstyle zeichnet sich dann dadurch aus, daß man sich von den starren rhythmischen Mustern immer weiter löst.
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sispo
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Erstellt: von sispo » 14.10.2010, 10:29

AlBundy hat geschrieben:Ja, ist sehr schwer.



Das würd so nicht sagen. Es hängt wohl ehr von den Fähigkeiten des einzelnen ab. Will ich das, investiere ich die nötige Zeiz usw.

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Erstellt: von Paul Fabulous » 14.10.2010, 11:35

Hier noch was Nettes: Thunderstruck, gespielt von Igor Presnyakov in Fingerstyle:

http://www.youtube.com/watch?v=bozbet6uko8

Paul

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AlBundy
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Erstellt: von AlBundy » 14.10.2010, 11:59

Gut, einigen wir uns darauf, dass es nicht einfach ist...

:lol:

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Willaberkannnich
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Erstellt: von Willaberkannnich » 14.10.2010, 12:13

Paul Fabulous hat geschrieben:Hier noch was Nettes: Thunderstruck, gespielt von Igor Presnyakov in Fingerstyle:

http://www.youtube.com/watch?v=bozbet6uko8

Paul

Naja, als der liebe Gott Musikalisches talent verteilt hat hat der sich auch 5x angestellt und dabei auch jedesmal vorgedrängelt.

@Topic: Kann man überhaupt nicht beantworten. Kommt drauf an was man erreichen will.
Ich hab z.B. mit Fingerstyle angefangen, aber als ich dann das erste mal ein Plektrum in der Hand hatte hat meine rechte hand bei 0,0 wieder anfangen müßen... Andersrum ist es genauso.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 14.10.2010, 12:19

ja, ich muss auch sagen, dass es einfache pickingsachen gibt und natürlich schwere.
selbst wenn man nur einfache akkorde greift und dazu paar zupfmuster beherrscht, kann das sehr gut klingen.
dazu fällt mir gleich dieses beispiel hier ein:
http://www.youtube.com/watch?v=dgnCkecO8Gw
(das ist eine spielerin aus *meinem anderen forum*, sie hat november 2009 mit dem gitarrenspiel begonnen)

und dann gibts auch sowas hier:
http://www.youtube.com/watch?v=wV65NAyFRBw
http://www.youtube.com/watch?v=cgEkPwEn ... re=related
das ist dann schon ein ganzes ende fortgeschrittener.

kann man dann bis zur perfektion treiben wie zb. sowas:
http://www.youtube.com/watch?v=476vNb6thyM
oder hier: http://4igi.ru/videos.html

also *einfache sachen* kann man mit etwas begabung und ausdauer auch schnell lernen, schwierigere sachen dauern jahre, jahrzehnte eh man sich als *gut* bezeichnen kann.
(mal von ausnahmetalenten wie Sungha Jung abgesehen)

auch hier gilt eben: *üben, üben und nochmals üben* ;)
fingerpicking ist für mich die *königsdisziplin* beim gitarrenspielen :)

Tazzo
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Erstellt: von Tazzo » 14.10.2010, 14:00

Ersteinmal danke für die vielen Antoworten.
Also könnte man als Blutiger Anfänger auch mit dem Zupfen anfangen ? Ich würde natürlich Täglich üben .
Einer meiner Lieblingssongs die ich unbedingt mal Spielen möchte ist "Snow" von RHCP , wenn ich mir dazu die ganzen Youtube Videos anschaue Zupfen da ca. 95% der Menschen.
Vielleicht könnt ihr euch auch mal meinen "Kaufberatungs Thread" anschauen da ich noch keine Gitarre besitze .

Edit. Eine Frage ist mir noch eingefallen . Kann man mit Zupfen jeden Song spielen ? Damit mein ich ob es Songs gibt die man nur ohne das Zupfen spielen kann . Hoffe ihr versteht mich :)

Habe mir gerade die Wikipedia Seite angeschaut . Also fängt man mit Zupfen an arbeitet sich zum Picking auf und als letzter schritt kommt dann das Fingerstyle ?

Mfg Tazzo

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Willaberkannnich
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Erstellt: von Willaberkannnich » 14.10.2010, 14:13

Snow wird mit Plek gepickt. Allein schon wegen der "schärfe" im Sound.
http://www.youtube.com/watch?v=k9xCCjL1RZE

Für den Song (im Original) mußt du aber viel Zeit einplanen, das ist beileibe kein leichter - ich spiel viel RHCP kram, und aus meiner sicht ist das einer (wenn nicht sogar der) schwerste - hör mal oben ins Video, selbst Frusciante spielt das Main Riff nicht Note by Note perfekt.
Zuletzt geändert von Willaberkannnich am 14.10.2010, 14:17, insgesamt 1-mal geändert.

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phunky
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Erstellt: von phunky » 14.10.2010, 14:13

Theoretisch kannst Du ziemlich jeden Song zupfen. Vielleicht jeden. Ist halt die Frage wie hoch der Wiedererkennungswert ist, wenn der Song normalerweise irgendwie anders angeschlagen wird. Aber das ist doch auch nicht das Problem. Anschlagen ist ja auch kein Hexenwerk, in der Regel lernt man eh beides, ist nur die Frage womit man anfängt.

Tazzo
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Erstellt: von Tazzo » 14.10.2010, 14:25

Danke Phunky da bin ich ja beruhigt :)

An Willa: Wieso zupfen das Lied dann so viele ? :_::_:

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Erstellt: von phunky » 14.10.2010, 14:31

Wenn man nicht gerade in einer Cover-Band spielt, hat es eigentlich nur wenig tieferen Sinn, einen Song komplett zu imitieren. Vielleicht um zu lernen was der Originalinterpret da macht. Aber da hört's shcon auf. Die meisten Songs werden von Bands gespielt. Wenn Du einen Song dann nur mit der Gitarre spielst, ohne Bass und Schlagzeug und ggf. zweiten Gitarristen oder Keyboarder, dann ist es in der Regel nicht sinnvoll einen Gitarristen zu imitieren. Man will ja schließlich das ganze Orchester sein. Darum kann man die Lieder in den Techniken spielen, die einem zusagen oder die man beherrscht oder die am besten den Charakter des Stückes wiedergeben (oder am besten alle drei Möglichkeiten). Und allein auf einer Akustikgitarre gespielt, kann man ja der Meinung sein, dass etwas mit den Fingern gezupft besser klingt, als mit dem Plektrum. Das ist nicht verboten ;-)

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Jens80
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Erstellt: von Jens80 » 14.10.2010, 14:40

Sei aber bitte nicht enttäuscht, wenn das nicht auf anhieb klappt, mit dem RHCP - Song. Als Ziel auf jeden Fall angreifbar, aber man muss sich halt Zeit geben.
Ich bin auch noch Anfänger und muss sagen, dass ich neue Sachen natürlich schneller mit "normalem" - Akkordgeschrammel umsetzen kann als durch zupfen.

Mein Leher wechselt eigentlich schon immer bissl ab. Mal neue Griffe und Schlagmuster, mal neue Zupfmuster oder aber auch Melodiespiel (mein Angstgegener).

Von daher hab eigentlich auch recht früh mit Zupfen angefangen - weil es mir auch sehr gefällt - aber ich finde schon, dass es schwerer ist, weil man Fehler einfach deutlicher raushört und viel mehr koordinieren muss.

Ich wünsch Dir auf jeden Fall viel Erfolg und vor allem Spaß!

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Erstellt: von musicdevil » 14.10.2010, 14:42

naja, als blutiger anfänger würde ich damit nicht gleich beginnen...
erstmal muss man sauber akkorde greifen können und diese überhaupt erstmal können....
dazu ist dann das *schrammeln* auch erstmal besser geeignet.
das fördert unter anderem das rhythmusgefühl und das gefühl für die saiten und der gitarre.
die meisten grundakkorde plus einige anschlagsarten kann man dann so nach nem halben bis einem jahr...
der eine ist schneller, der andere langsamer, vor allem *barrè* ist nicht sooo einfach ;)
beim picking hört man jeden kleinen fehler (saitenschnarren usw.) was sonst beim schrammeln manchmal leichter *untergeht* :D
dann kommen sachen wie wechselbass usw.
die *grundlagen* sind praktisch erstmal pflicht.
klar, so mancher alte konzertgitarrist hat sicher gleich mit dem zupfen von klassischen stücken begonnen, aber das wäre nicht unbedingt *mein weg*.

immer schön einen schritt vor dem anderen, so lernt man laufen ;)

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Erstellt: von phunky » 14.10.2010, 14:45

Sorry, Devil, wenn ich Dir da zum Teil widerspreche: Nicht nur in der klassischen Schule gibt es genug, die mit dem Zupfen der Saiten anfangen. Da spricht überhaupt nichts gegen. Was allerdings in meinen Augen nicht stimmt, ist das mit dem Gefühl für die Saiten. Meiner Meinung gibt es nichts was besser geeignet wäre, der rechten Hand (Anschlagshand) ein Gefühl für die Saiten zu vermitteln als das Zupfen mit den Fingern.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 14.10.2010, 15:05

naja viele beginner haben mit dem anschlagen der saiten problemchen.
da tauchen dann fragen auf wie *ab welcher saite darf ich beim D-dur anschlagen usw.*. das selbe gilt dann für den wechselbass.
natürlich kann man das auch gleich alles beim zupfen lernen.
ABER zuerstmal muss auch die greifhand das machen was man will.
da hat man zu beginn schon probleme sich auf BEIDE hände zu konzentrieren...mit so mancher einfacher anschlagstechnik kann man dann schon ruckzuck überfordert sein.
deshalb meine ich eher *einen schritt vor dem anderen* :)

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Erstellt: von RAc » 14.10.2010, 15:12

musicdevil hat geschrieben:naja viele beginner haben mit dem anschlagen der saiten problemchen.
da tauchen dann fragen auf wie *ab welcher saite darf ich beim D-dur anschlagen usw.*. das selbe gilt dann für den wechselbass.
natürlich kann man das auch gleich alles beim zupfen lernen.
ABER zuerstmal muss auch die greifhand das machen was man will.
da hat man zu beginn schon probleme sich auf BEIDE hände zu konzentrieren...mit so mancher einfacher anschlagstechnik kann man dann schon ruckzuck überfordert sein.
deshalb meine ich eher *einen schritt vor dem anderen* :)


Hmmm, hier wird es jetzt sehr philosophisch - soll heißen hier geht's um die Fragen, auf die man von 5 Leuten 6 verschiedene Antworten bekommt...

Was sind die "Grundlagen?" Akkorde? Gibt manche, die es so sehen, andere nicht.

Aber worin sich die meisten wirklich guten Gitarristen, vor Allem Fingerstyler, einig sind (hatten wir auch schon Mal in einem anderen thread) ist daß die rechte Hand bei 90% aller Gitarrenspieler (und auch Lehrer!) vernachlässigt wird, so nach dem Motto "wenn Du die Akkorde sauber greifen kannst, machste halt mit der rechten irgendwas, und das passt schon..." grottenfalsch. Die rechte Hand macht den Ton; ohne differenzierte rechte Hand wird alles wie Milchsuppe klingen - auf der anderen Seite kann man mit einer guten rechten Hand auch harmonisch sehr einfache Stücke sehr gut klingen lassen.

Gute Gitarristen legen ein großes Augenmerk auf beide Hände. Wie man dann aber die Musik aufbaut - ob erst Fokus auf links, dann rechts dazu nehmen, oder umgekehrt, oder beides gleichzeitig fördern - wie gesagt, da kann man sich genau so drüber streiten wie über Religion.
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Erstellt: von phunky » 14.10.2010, 17:24

Ich denke die meisten von uns, die das Akkordspiel als Grundlage sehen, haben selbst so gelernt. Ich auch. Aber man muss das natürlich nicht so sehen. Die Grundlagen der Musik sind meines Erachtens Ton und Rythmus. Akkorde wiederum beruhen auf Tönen. Und es gibt ja auch einige Gitarrenschulen, die genau so vorgehen und mit Einzelnotenspiel anfangen.

Das Einzelnotenspiel ist ja im Grunde auch einfacher als am Anfang als schwierige Akkorde zu greifen. Und anfangs sind ja irgendwie alle Akkorde schwierig. Dagegen kann man schon mit Leersaiten einen einfachen Blues spielen.

Meiner Meinung gibt es nur einen Grund, warum das Akkordspiel am Anfang sinnvoller sein kann. Der ist allerdings gewichtig: Mit Akkorden kann man Lieder begleiten. Und das ist für viele die Hauptmotivation des Lernens.

Von daher gibt es da kein richtig oder falsch, sondern eher ein "was will der Lernende erreichen".

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Erstellt: von sispo » 14.10.2010, 17:39

Sicher kann man drüber diskutieren, welches der bessere Weg ist.

Ich "oute" mich jetzt mal als Akkordspieler. Sind jetzt doch schon einige incl. Barre, die ich Unfallfrei spielen kann (hat ja auch lange gedauert, siehe Anmeldedatum) aber dafür kann ich mich jetzt auf die linke Hand konzentrieren und muss nicht mehr aufpassen, was die rechte macht. Ist natürlich nur meine Sicht.

Gast

Erstellt: von Gast » 14.10.2010, 18:47

Das ist ja mal ein Thema für mich :)

Ich bin leidenschaftlicher Fingerpicker.
Ich kann dir ja mal sagen wie ich gelernt habe (bzw noch tue)

Ich habe zu Anfang auch fleissig Akkorde gelernt und gespielt, denn gerade im Fingerpick kommt so mancher Akkord vor den man so vll nie oder nur selten spielen würde.

Dann hab ich mit einfachen Songs begonnen..

Diesen habe ich als erstes Fingerpicking Lied gelernt und es war gar nicht soooo schwer..man muss dazu aber auch sagen, dass ich damals schon gute 4 Monate Gitarre gespielt hab.

Breezy
http://www.youtube.com/watch?v=007ryLNGJkc

Diese Lied hält sich größtenteils in einer Ecke des Griffbretts auf und es wird nicht so kopmpliziert gegriffen.

--------------------------

Danach und wärend dessen hab ich mir immer wieder andere Lieder rausgesucht und geübt...na klar klappten die nicht immer sofort und einige konnte ich erst nen halbes Jahr später..

Dann ging es weiter und ich hab mich mal an etwas "ausweitendere" Akkordfolgen gewagt:

Yesterday
http://www.youtube.com/watch?v=-db4Bn5R6rs

Man merkt wie die Finger immer geübter werden und man neue Songs immer schneller lernt...wenn auch einige Passagen noch schwer fallen können sind ebenso welche vorhanden die fast sofort wunderbar klappen.

-----------------------------------

Und so übte ich immer weiter und setzte mich an alle möglichen Fingerstyle Lieder die mir gefallen (überwiegend Songs aus Final Fantasy - kann ich nur empfehlen..spielerisch wie auch klanglich)
und wurde und werde immer besser..

Dieses zb ist schon etwas schwerer aber klingt klasse wenn man es hinbekommt...und man ist danach echt super motiviert mehr zu können und zu lernen..

To Zanarkand
http://www.youtube.com/watch?v=9Xhc-RqZHe8


... also meine Meinung dazu:

Setzt dich ran und spiel Fingerstyle..aber sei dir bewusst das es teils sehr tricky werden kann..gerade was die Zupfhand angeht... das ist schon was ganz anderes als Akkorde schrammeln..und die ganzen neuen Akkorde die du zu greifen lernen musst..

Aber verzweifel nicht und üb üb üb...


P.S.: Bei Fragen oder Tabs kannst du mich gerne immer anschreiben..ich hab ein paar gute Seiten, gerade zu Final Fantasy Songs..aber auch zu Chrono Cross und anderen Games..

Gruss Flo..ich hoffe ich konnte helfen..

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Erstellt: von sabger » 15.10.2010, 10:37

was soll ich sie sagen
auch ich hab das fingerstyle mal angetestet
mein problem
es gibt kein festes muster
und das macht die sache für mich so schwer
letzten endes habe ich es aufgegeben
einfach zu kompliziert für meinen einen
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phunky
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Erstellt: von phunky » 15.10.2010, 11:27

Wie, es gibt kein festes Muster? Es gibt IMMER ein Muster (naja, bei Freejazz vielleicht nicht) in der Musik, bestimmt durch die Ryhmik des Stücks.

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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 15.10.2010, 13:02

naja, wenn mit *festes muster* sowas wie DMRK gemeint ist, dann kann man schon solche muster verwenden.
dieses *grundmuster* MUSS sich im ganzen song nicht ändern, sondern KANN ;)
dann kann man ne menge songs wie *sag mir wo die blumen sind*, oder *über den wolken* zupfen, oder was auch immer.

am anfang tun sich die meisten schwer. die koordination der finger will erlernt werden. ein einfaches zupfmuster wie DMRK hat mich da anfangs auch schon aus dem konzept gebracht...spätestens beim umgreifen :D
aber auch hier gilt: übung macht den meister.

mit der zeit klappen die gängigen muster ganz gut und man kann selbstständig in dem song variieren. das passiert dann fast automatisch.
man variiert das dann genauso wie mit den anschlagsarten.
anfangs zählt man die noch im kopf mit *up, up, down...*
mit der zeit denkt man darüber nichtmehr nach, sondern machts so wie es gut klingt :)

also zupfen lernen ist keine zauberrei und kein teufelszeuchs...jeder kann es lernen.
diese picker auf YT sind natürlich teilweise hardcore...die machen ganzen tag nichts anderes oder spielen schon seit vielen jahren...
man sollte sich da kleine ziele stecken und vor allem auch spaß dran haben.

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sabger
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Erstellt: von sabger » 15.10.2010, 13:27

ich mach für mich da einen unterschied
ob ich ein muster zupfe
also durch das stück durch
oder ob ich gleichzeitig die bassbegleitung und die melodie spiele
und da meine ich muss man schon variabler spielen
und das krieg ich nicht hin
bin da zu statisch
alte knochen halt :-)
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musicdevil
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Erstellt: von musicdevil » 15.10.2010, 13:53

jo sabger, das dachte ich mir schon.
zupfen mit gleichzeitigem melodiespiel usw. finde ich auch sauschwer.
da verlässt mich auch mein gehör :D
müsste ich nach tabs versuchen, aber ist mir dann auch zu mühseelig und macht mir keinen spaß.
brauch ich ewig eh ich ein einziges stück gut kann und das ist es mir dann doch nicht wert.
klimpere da lieber vor mich hin oder mache eigene sachen.
gut, spiel auch erst etwas über 3 jahre, vielleicht siehts nach 10 jahren dann auch anders aus, aber man wird ja auch nicht jünger :D

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phunky
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Erstellt: von phunky » 15.10.2010, 14:01

Das ist zu einem nicht unerheblichen Teil einfach Fleißarbeit. Und zum Teil das Verständnis, dass auch Melodien selten vollkommen unabhängig vom Rythmus funktionieren. Aber man (also ich zumindest) muss die Stücke natürlich schon kennen, mit mal eben auf's Blatt gucken und loslegen ist da nix. Naja, und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gibt es da natürlich auch. MAnche Sachen sind halt den Profis vorbehalten.

Mir ist es zum Beispiel eher zu mühselig Songtexte auswendig zu lernen. Bringt ja eh nix, wenn man singt wie ein verrosteter Putzeimer.

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sabger
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Erstellt: von sabger » 16.10.2010, 08:10

singen ist auch nicht mein ding
und damit ich mal mit ein wenig mehr system zu werke gehe
habe ich mir dieses heft von ulli bögershausen besorgt
Von Anfang an! Band 1 - Grundlehrgang
bin schon beim ersten kleinen spielstück
fazit
selbst ich komm voran
und es macht spass

und das ist ja wohl die hauptsache :-)
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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 16.10.2010, 13:11

Ich sage jetzt einfach mal, das Fingerpicking schwer ist.
Vor allem wenn ich davon ausgehe, dass die Frage von jemanden gestellt wurde, der kaum die Grundakkorde, Barrés, Anschlag und Zupftechniken kann.

Man kann sofort mit den ersten Zupfübungen anfangen (wie Vauge es vorschlägt) oder etwas später. Ich beginne nach ca. 2 Monaten mit dem Zupfen, und greife dann auf die Kenntnisse einiger Akkorde zurück, und ich hoffe, dass der Schüler schon eine ungefähre Ahnung vom Rhythmus hat. Aber wenn man mal ehrlich ist, sind 2 Monate ja keine wirklich lange Wartezeit fürs Zupfen. Also stimme auch ich dem zu, dass man möglichst früh damit anfangen sollte.

Bei den Fingerpicking-Sachen, die du dir rausgesucht hast, werden sehr viele Techniken gebraucht. Die müssen zuerst alle mal gelernt werden. Also sollte man zuerst mal klein anfangen, und sich dann erst an immer schwerere Sachen heranwagen.

Beispiel:
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Einf%C3%BChrung_in_das_Melodiepicking

Die ersten einfachen Fingerpicking-Sachen kann man mit ein wenig Zupferfahrung in ein bis zwei Wochen spielen. Aber für viele Sachen braucht man Monate. Vor allem weil man noch die notwendigen Grundlagen mit lernen muss.

Gruß Mjchael

Tazzo
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Erstellt: von Tazzo » 20.10.2010, 02:07

danke , ich werde es dann auch von anfang an versuchen . kleine frage nebeibei , für das picking oder zupfen oder wie man es nennt ist man am anfang mit einer konzert besser bedient als mit einer western oder ? , habe ich jedenfalls gehört

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AlBundy
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Erstellt: von AlBundy » 20.10.2010, 06:45

Hm.... Wenn man mal z. B. das Western-Picking usw. ausser Acht lässt, dürften die meisten Picking-Stücke die man so im Radio hört auch auf einer Konzertgitarre gepielt worden sein. Wenn man z. B. an Dust in the Wind denkt o. ä. Manchmal werden diese Stücke auch auf 12-saitigen Gitarren eingespielt, so dass man als normaler 6-saitiger Gitarrist eh nie ganz an den Klang rankommt - wenn man vom beschränkten eigenen Können mal absieht.

Prinzipiell wohl eher auf Konzertgitarren, aber es gibt auch Picker die auf Westerngitarren oder E-Gitarren spielen....

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phunky
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Erstellt: von phunky » 20.10.2010, 07:32

Na, ob diese Gewichtung wohl so stimmt? Aber okay, ich kenn natürlich die betreffenden Radiosender nicht,.

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AlBundy
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Erstellt: von AlBundy » 20.10.2010, 08:20

bei mir zu Hause wird auch nur auf der Westerngitarre gepickt, weil ich keine Konzertgitarre habe, gut ich habe eine, aber das ist ein Billigteil.... das tue ich mir gar nicht erst an....

Mir fällt nur immer auf, wenn ich meinen Gitarrenlehrer drauf anspreche sagt er immer, das ist auf einer Konzertgitarre eingespielt worden.... Also wohl doch schon häufiger als man denkt!

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Erstellt: von RAc » 20.10.2010, 10:04

AlBundy hat geschrieben:Hm.... Wenn man mal z. B. das Western-Picking usw. ausser Acht lässt, dürften die meisten Picking-Stücke die man so im Radio hört auch auf einer Konzertgitarre gepielt worden sein. Wenn man z. B. an Dust in the Wind denkt o. ä. Manchmal werden diese Stücke auch auf 12-saitigen Gitarren eingespielt, so dass man als normaler 6-saitiger Gitarrist eh nie ganz an den Klang rankommt - wenn man vom beschränkten eigenen Können mal absieht.

Prinzipiell wohl eher auf Konzertgitarren, aber es gibt auch Picker die auf Westerngitarren oder E-Gitarren spielen....


uhm, sorry, aber die Aussage ist sehr sehr sehr gewagt... ich wage mal zu behaupten, daß 90%+ dessen, was heutzutage unter Fingerstyle läuft, auf Stahlsaitengitarren gespielt wird. Da ich die Szene recht gut kenne, liege ich glaube ich nicht so falsch. Guckst Du YouTube, Konzerte, gehst Du workshops etc. - außer Duck Baker und David Qualey spielt niemand, der im Fingerstyle Rang und Namen hat, auf Nylon - ob es Tommy E., Don Ross, Claus Boesser Ferrari, Andy McKee, Bensusan, Tony McManus, Cockburn, wer auch immer ist - Nylonspieler sind die absoluten Exoten.

Wobei ich natürlich "Hardcore" Fingerstyle meine. Es gibt viele "breite" Gitarristen, die Fingerstyle in ihre Technik einfließen lassen und damit ihre eigene cross over Musik einfärben, z.B. Knopfler (der aber seine "richtigen" Fingerstylestücke auch zumeist auf seiner National in Open G spielt).
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Erstellt: von musicdevil » 20.10.2010, 10:23

also ich denke zwar, dass 90%+ doch zu hoch angesetzt ist, aber prinzipiell seh ich das sonst so ähnlich.

mir persönlich fallen einige sachen beim fingerpicking auf der konzertgitarre leichter.
wobei man das aber absolut nicht davon abhängig machen sollte, sondern ausschliesslich vom klang den man erwartet.
nylonsaiten klingen nunmal völlig anders als stahlsaiten.
will ich den klang einer westerngitarre haben, muss ichs damit spielen...

hab schon ne menge einsteiger gehört, die sich zu beginn ne konzertgitarre kauften (weil auch irgendwer sagte, dass der einstieg damit leichter wäre) aber dann fanden sie das teil recht schnell shit weil sie einfach den klang von westerngitarren besser fanden.
umgekehrte beispiele gibts natürlich auch.

auf beiden gitarrenarten (konzert und western) kann man alles spielen.
auch *schrammeln* kann man auf ner nylongitarre mit nem plektrum...ob der klang dann befriedigend ist, sei dahingestellt.

ich setzte konzertgitarren überwiegend für weiche, gefühlvolle sachen ein.
eben dann wenn ich genau diesen klang haben möchte.
insgesamt spiel ich aber zu 90%+ mit meiner westerngitarre :D

übrigends ein sehr guter fingerpicker der wohl leider hier nicht so bekannt ist...ich find den hammer :)
http://4igi.ru/videos.html

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phunky
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Erstellt: von phunky » 20.10.2010, 11:37

...außer Duck Baker und David Qualey spielt niemand, der im Fingerstyle Rang und Namen hat, auf Nylon - ob es Tommy E., Don Ross, Claus Boesser Ferrari, Andy McKee, Bensusan, Tony McManus, Cockburn, wer auch immer ist - Nylonspieler sind die absoluten Exoten....


Also Don Ross habe ich mal live gesehen. Unter den was weiß ich wieviel Klampfen, die er auf der Bühne hatte, waren auch ein paar mit Nylonsaiten dabei. Aber die wurden in der Tat auch nur in Ausnahmefällen benutzt.

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Erstellt: von sispo » 20.10.2010, 12:20

Tazzo hat geschrieben:danke , ich werde es dann auch von anfang an versuchen . kleine frage nebeibei , für das picking oder zupfen oder wie man es nennt ist man am anfang mit einer konzert besser bedient als mit einer western oder ? , habe ich jedenfalls gehört


Das hat aller Wahrscheinlichkeit was mit der Halsbreite zun. Wenn ich ne Western, Standardbreite oben am Sattel 43mm und ne Konzert mit 50/52mm habe ist es doch eigentlich ganz einfach.

Du hast bei der Konzert mehr Platz für die Finger und verhedderst dich nicht so schnell zwischen den Saiten.

Bei mir was das umsteigen von "Normal" auf die Seagull - 46mm - schon eine "andere Welt" . :lol:

Was AlBundy da von sich gibt. möchte ich doch auch stark bezweifeln :lol:

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Erstellt: von chrisguitar » 20.10.2010, 12:27

In der populären Musik ist tatsächlich das meiste was man an fingerpicking Sachen hört auf Westerngitarren.
Allerdings bedeutet das nicht, dass auf der Konzertgitarre weniger mit den Fingern gespielt wird: ganz im Gegenteil! Als jemand der eine klassische Ausbildung auf der Konzertgitarre absolviert kann ich sagen: auf Nylonsaiten wird fast ausschließlich gezupft (zumindest unter den Klassikern). Allerdings ist die klassische Gitarrenmusik derzeit nicht sehr pupulär, daher werdet ihr das auch kaum im Radio/Fernsehen oder am Lagerfeuer hören.
Insgesamt wird auf der Konzertgitarre mehr fingerstyle gespielt als auf der Westerngitarre. Da Letztere aber deutlich stärker repräsentiert ist in der populären Musik, bekommt man davon nicht so viel mit.

Zum Schwierigkeitsgrad: ich habe mit dem Zupfen angefangen. Ich habe keinen direkten Vergleich, aber ich schätze der Einstieg damit war härter, als wenn ich von Anfang an mit Plektrum gespielt hätte.
Allerdings kommt es auch hier wieder darauf an, wie man an die Sache herangeht. Ganz am Anfang stand bei mir z.B. der Wechselanschlag mit Zeigefinger/Mittelfinger auf einer Saite. Dann auf zwei Saiten, dann auf drei, dann kommt der Daumen für die Basssaiten dazu, irgendwann dann der Ringfinger für die unterste Diskantsaite. Das ganze über einen Zeitraum von 3 bis 4 Monaten mit täglichen Übungen und man ist am Ende sehr sicher im Fingerstyle-Spiel.
Dann beginnt man spezielle Anschlagsmuster für Arpeggien zu lernen usw.
Wenn die Grundlagen allerdings sitzen, hat man so ein Zupfmuster in wenigen Stunden gelernt, egal wie verrückt das auf dem Papier erstmal aussieht.
Das ganze rythmisch auf die Reihe zu kriegen ist natürlich was ganz anderes, aber Rythmik ist meiner Meinung nach ein Thema was über allem anderen steht und auch losgelöst von speziellen Techniken sitzen muss.

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AlBundy
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Erstellt: von AlBundy » 20.10.2010, 12:51

o. k. wenn so viele andere Meinung sind, wirds wohl anders sein, als ich geschrieben habe....

:lol:

Hab kein Problem damit, wenn ich mit meiner Einschätzung falsch gelegen habe, bitte ich um Verzeihung. Dazu sind wir ja hier im Forum, dass man auch die Meinung von anderen Leuten anhört und sich durch den Kopf gehen lässt!

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Erstellt: von RAc » 20.10.2010, 16:39

chrisguitar hat geschrieben:
...
Insgesamt wird auf der Konzertgitarre mehr fingerstyle gespielt als auf der Westerngitarre. Da Letztere aber deutlich stärker repräsentiert ist in der populären Musik, bekommt man davon nicht so viel mit.
...


Hi Chris,

Also deine obige Aussage ist dann ok, wenn Du pauschal sagst, daß Alles was gezupft wird automatisch fingerstyle ist - also auch Klassik. Sind allerdings zwei verschiedene Dinge, die ich hier ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit auseinander dröseln will. Allerdings: Zunächst mal sind wie gesagt die Grenzen immer mehr und mehr fließend und nicht mehr genau definierbar - und demzufolge auch immer wieder Gegenstand für ideologische Diskussionen. Man muß das also nicht so sehen wie ich!

Also "Der" Anker für Fingerstyle in Deutschland ist Acoustic Music records, das label von Peter Finger - Peter ist seit den späten 60er Jahren ein fester Bestandteil der Fingerstyle Szene und mittlerweile sowas wie ihr Dreh- und Angelpunkt - die Musiker, die er in seinem Label hat, definieren so ziemlich, was Fingerstyle ist - und wenn Du Dir mal den Katalog da durchsiehst, wirst Du schon einige Klassiker finden, und ein paar Grenzgänger, aber der Fokus liegt in der Tat auf einer Art von Musik, die bei puren Klassikern zu einem großen Teil mit Skepsis gesehen wird!

Ich denke, daß der Unterschied zwischen Klassik und Fingerstyle (so sehr sich die Technik und die Komplexität angleicht) i.W. in der "Szene" liegt - die Klassikszene spielt sich analog zur klassischen Klavier-,Geigen-,Cello usw. Szene hauptsächlich in Konservatorien, auf internationalen Wettbewerben und in "ernsten" Konzerthallen ab. Ein Klassiker spielt hauptsächlich klassisches Repertoire, also Stücke von Paganini,Bach,Tarrega,Guliani etc - halt was als klassische Literatur definiert wird. Freie Interpretationen, Eigenkompositionen, Improvisationen etc. werden in der klassischen Szene eigentlich nur denjenigen zugestanden, die bereits den Legendenstatus erreicht haben; Alle anderen werden daran gemessen, wie genau sie die Klassiker interpretieren. (NB: Das klingt jetzt abfälliger, als es ist; ich habe einen Mordsrespekt vor guten klassischen Musikern und verstehe, daß eine gute Interpretation eines klassischen Stückes mindestens genau so schwer und musikalisch herausfordernd ist wie jede geniale Improvisation von Santana, nur halt eben anders.) Ausnahmen bestätigen die Regel: So werden z.B. in einigen Konservatorien mittlerweile Stücke von Stotzdem oder Qualey als Abschlußarbeiten akzeptiert - aber sind wie gesagt Ausnahmen, und Qualey und Stotzdem gehören sowieso zu den "Grenzgängern."

Bei den Klassikern läuft vieles recht steif und hierarchisch ab; wer nicht früh anfängt und sich durch Wettbewerbe "hochdient," hat keine Chance, mal einem der ganz Großen die Hände zu schütteln; das geht über Meisterklassen, Professorenempfehlungen etc.

Die Fingerstyleszene funktioniert halt völlig anders; hier kann man problemlos mal auf einen workshop von eben Peter Finger oder Don Ross gehen und sich die Meistertricks zeigen lassen (obwohl offen gesagt 90% derjenigen, die das in Anspruch nehmen, die Feinheiten gar nicht wahrnehmen, mich eingeschlossen). Es gibt zwar hier mittlerweile auch Wettbewerbe (z.B. in Deutschland jährlich beim open strings Festival, in den USA das berühmte Walnut Creek Festival in Winfield), bei dem sich die Besten der besten messen und so etwas wie eine "Meisterszene" herangezogen wird - aber theoretisch kann sich dazu Jede(r) anmelden, und es gibt auch eine Menge Großer, die sich darum nicht kümmern. Die Fingerstyleszene ist weitaus weniger dogmatisch, musikalisch offener (z.B. Toleranz gegenüber Instrumentenvarianten, Körper- und fingerhaltung etc), greifbarer und lockerer und eher in folkloristischen und populären Kreisen zu Hause. Deswegen ist sie auch gerade bei jungen Leuten attraktiver.

Also langes Schreiben, kurzer Sinn: Deine Aussage, daß Fingerstyle automatisch Klassik beinhaltet, halte ich nicht für richtig; man kann es so definieren, wird damit aber der Realität nicht gerecht. Wer "in der Szene" von Fingerstyle redet meint meinem Verständnis nach in aller Regel etwas, was mit Klassik im klassischen Sinne nicht so viel zu tun hat.
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Marcello Martin
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Erstellt: von Marcello Martin » 27.02.2012, 13:02

Zu dem Video im ersten Post:

Da läuft im Hintergrund aber noch etwas.
Es spielt nicht nur der kleine, oder lieg ich da falsch?

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Erstellt: von Binhbob » 27.02.2012, 13:08

Ja er spielt da alles alleine auf einer gitarre und er hat auch nur 10 finger :D

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 27.02.2012, 14:44

@Marcello Martin
Auf welches der vielen vorgestellten Videos beziehst du dich?
Der Thread ist fast 1 1/2 Jahre alt. Da können wir uns kaum an alle Posts erinnern.

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Erstellt: von Marcello Martin » 27.02.2012, 15:02

mjchael hat geschrieben:@Marcello Martin
Auf welches der vielen vorgestellten Videos beziehst du dich?


Auf das Video mit dem I'm yours!

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Ratatosk
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Erstellt: von Ratatosk » 27.02.2012, 15:48

also http://www.youtube.com/watch?v=iyMQRVA2pnc

Was macht Dich unsicher dass dort etwas im Hintergrund läuft? Die perkussiven Schläge? Das Melodiespiel? Die Basslinie? Das man denkt es könnten auch zwei Gitarren sein?

Das ist eigentlich so ziemlich der Witz beim Fingerstyle Picking. Ich höre da nichts was auf etwas im Hintegrund schließen lässt. Der Kleine ist aber auch nicht ganz unbekannt für sein großes Talent.

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Erstellt: von Marcello Martin » 27.02.2012, 16:00

Ratatosk hat geschrieben:also http://www.youtube.com/watch?v=iyMQRVA2pnc
Die perkussiven Schläge?


Ja genau das Perkussive!

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