VOX AC15VR - Testbericht

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bowmen
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VOX AC15VR - Testbericht

Erstellt: von bowmen » 13.08.2010, 00:15

Moin Leute,

da ich zur Zeit ein paar Tage frei habe und meine bessere Hälfte aber arbeiten muss, habe ich "etwas" Zeit.
Und nachdem mir vom stundenlangen Üben schon die Finger weh tun, dachte ich mir ich könnte mal einen Bericht (keinen Testbericht, dafür fehlt mir die Erfahrung) über meinen neuen VOX AC15VR abliefern.
Vielleicht interessiert es jemanden und es hilft dem einen oder anderen bei der Vorauswahl seines nächsten Einkaufs.

Eines möchte ich gerne vorweg schicken.
Ich habe mir vor rund 8 Wochen die erste E-Gitarre meines Lebens gekauft, somit zu dieser Zeit auch den ersten Amp.
Also erwartet keinen auführlichen Test nach allen Regeln der Kunst. Ich möchte nur meine Subjektiven Eindrücke schildern.

Los gehts........

Vorgeschichte:

Warum der VOX AC15VR?

Nachdem ich mir eingebildet hatte, ich müsste unbedingt einen Vollröhrenamp mein Eigen nennen, den ich aber ausschließlich Zuhause im Mehrfamilienhaus benutzten könnte, ging die Sucherei los.
Testberichte gelesen, hier im Forum gestöbert, die Thomann Website fast auswendig gelernt usw.........., denn

<Ironie ein> ein Gitarrist der was auf sich hält, spielt schließlich mit einem Röhrenamp! Meinte ich jedenfalls :cool:
Vorallem dann wenn es in der Zukunft um Blues oder Blues-Rock gehen soll ( - muß aber erst noch gelernt werden) und ausschließlich in den eigenen vier Wänden gespielt wird und noch dazu im Mehrfamilienhaus!</Ironie aus>

Also, gestern Patenkind eingepackt (spielt auch Gitarre) und zum Thomann gedüst. Zum Glück sind das nur 130 km.
Voller Vorfreude auf den Super-Duper-Vollröhrenamp in die Gitarrenabteilung gestürmt, dort eine Les Paul geschnappt und ab in die Amp-Testräume.
Sehr schnell musste ich allerdings feststellen, das alles was in meiner Preisklasse lag (bis max. 500 Euro), entweder nicht gefiel oder erst richtig gut klang wenn der Lautstärkepegel vermutlich oberhalb der "Verträglichkeitsstufe" meiner Nachbarn lag.
Alles was auch "leise" gut klang, lag leider außerhalb meiner geplanten Möglichkeiten und meinen Bankberater konnte gerade nicht erreichen. :D

Es machte sich erstmal Enttäuschung breit :(

Also Plan B, Verkäufer fragen und nochmals beraten lassen. MIt einen Grinsen machte sich der dann ans Werk.
Er hatte das wohl schon vorher gewusst aber manchmal will man es als Käufer und überzeugter, zukünftiger, total angesagter, "Vollröhren-Gitarrist" eben nicht wahr haben wollen :? .
Zunächst ging es um die üblichen Verdächtigen - Roland Cube X und Co.

Dann sah in einer Ecke den VOX stehen, an den hatte gar nicht mehr gedacht.
Obwohl er mir auch schon vorher bei meinen Recherchen im I-Net aufgefallen war.

Der hätte ja wenigsten eine klitzekleine Röhre :lol:

Also Verkäufer wieder gehen lassen, der wollte unbedingt das ich den Cube kaufe und ging auf den Vox gar nicht ein, Gitarre geschnappt und den Vox ausprobiert.

Nach 5 Minuten hellten sich meine Gesichtszüge wieder auf - genau das wars!
Und noch rund 200 Euro weniger als ich ursprünglich eingeplant hatte.

Falls der Thomann jetzt Pleite geht . ICH KANN NIX DAFÜR, das der Vox weniger als der geplante Vollröhrenamp kostet! :shock:

So jetzt aber......

Das "Test" - Equipment:

Epiphone Les Paul Ultra I
Boss ME-25
Vox AC15VR
NoName Kabel

Zunächst mal die harten Fakten:

Die wichtigsten technische Daten:

Leistung: 15 Watt
Lautsprecher: 8 Ohms VX12 Celestion Custom

Ausstattung:

2 Kanäle
Röhrenendstufe
externer Lautsprecher Ausgang für 8 Ohm
Maße (BxHxT): 602 x 456 x 265
Gewicht: 16,4 kg

Gekauft gestern 11.08. Preis 295 Euro

Der optische Eindruck:

Der Vox kommt in einer sehr guten Verpackung, hervorragend gepolstert.
Die Grundausstattung ist sehr übersichtlich, ein Amp, eine Bedienungsanleitung und ein Netzkabel.
Der Fußschalter ist optional erhältlich und kostet 29 Euro.
Dies ist das einzige, was ich in diesem Teil meines Berichtes bemängele. Andere, z.B. Fender, machen das, bei den meisten Modellen, etwas besser.

So, kurz vorweg, ich liebe dieses Vintage-Design.

Der Vox ist SUPER verarbeitet, es gibt bei meinem Modell nichts zu bemängeln.
Der Korpus ist sauber mit schwarzen Material überzogen, es ist keine Blase, kein noch so kleiner Riss oder sonstige Verarbeitungsfehler zu sehen.

Das blaue Bedienungpanel ist sauber beschriftet und macht nicht den Eindruck als das sich diese Beschriftung in der nächsten Zeit verabschieden würde.
Alle Regler lauf Butterweich und lassen sich somit sehr gut bedienen.
Im Frontbereich ist der Vox zu 3/4 der Höhe mit einem bräunlichen Stoff bezogen, der einen guten und hochwertigen Eindruck hinterlässt.
Oberhalb, nach einer goldenen Kante ein schwarzer Bezug auf dem das goldene VOX-Logo angebracht ist.
Der Tragegriff macht einen stabilen Eindruck und trägt die rund 17 kg des Vox locker.
Im Tragegriff ist das VOX-Logo eingeprägt. Diese kleinen Details sind es, die für mich den Unterschied zu manch anderen Marken ausmachen.

Das Gehäuse ist hinten geschlossen, einzig ein wiederum blaues Panel für Stromanschluß usw. ist zu sehen.

Alles in allen der Fox macht auf mich einen sehr hochwertigen Eindruck, so daß man denken könnte es handele sich um ein wesendlich teueres Modell.
Die großen Brüder des AC15VR, z.B. der AC 15 oder 30 C, sind in der selben Art verarbeitet und designt. Man kann die, doch so unterschiedlichen vor allem was den Preis betrifft, Modelle nur durch Kleinigkeiten unterscheiden.
Die Vollröhrenamps tragen den VR-Schriftzug nicht und die Bedienungspanele sind nicht blau sondern Schwarz.

Und schließlich noch die Paula:

http://img266.imageshack.us/i/vox9.jpg/

Zur Ausstattung:

Nachdem ich einen möglichst puristischen Amp gesucht hatte, gestaltet sich das das Panel des AC15VR sehr übersichtlich.

Das Panel ist in vier Sektionen aufgeteilt.

-Master
-EQ
-Overdrive
-Normal Volume
Dazu kommt die Inputbuchse.

Als Regler dienen Chicken Heads, was mich wiedermal total begeistert. Wie gesagt ich liebe diese Vintage-Design. Wenn der Powerknopf jetzt noch ein verchromter Kippschalter und kein schwarzer Kunststoff Wippschalter wäre, wäre es perfekt.

Die Master-Sektion:

Hier findet mann zwei Regler, Master Volume und Reverb.
Der Mastervolume Regler beeinflusst (wie es der Name schon sagt) die gesamte Lautstärke des Amps, gleich in welchem Kanal man sich befindet.
Dazu kommt hier der Reverb, der gut eingesetzt werden kann. Bei manchen Amps ist mir aufgefallen, dass es trotz eines Drehregler nur möglich war entweder ohne Hall oder nach einer unheimlich kurzen Drehung mit viel Hall zu spielen. Beim Vox ist ganze unheimlich gut dosierter.
Wobei ich vorweg sagen muss das er, was den Reverb betrifft, nicht an einen Feder heran kommt aber evtl. ist das auch gar nicht so geplant.

Die EQ-Sektion:

Hier finden sich nur zwei Regler - Treble und Bass - ein Mitten Regler ist erst ab dem AC30VR vorhanden.

Die Overdrive-Sektion:

Hier finden wir zwei Regler, Volume und Gain, zwei Druckknöpfe einen für die Kanalumschaltung (Channel) und einen für die sehr übersichtliche Effektsektion (ist abgesehen vom Reverb nur die eine) dem Overdrive-Knopf.
Dieser ist ist wiederum nochmals unterteilt in OD1 und OD2.

Die Normal-Sektion:

Am Ende des Panels nur noch ein Regler für Normal Volume.

Kommen wir kurz zur Rückseite des AC15VR.
Hier finden wir wiederum ein blaues Panel, mit den Anschlüssen für Strom, den Fußschalter und einen Anschluss für einen externen 8 Ohm Lautsprecher.
Dieser sollten mind. 30 Watt haben. Der interne Speaker wird beim Anschluss eines externen deaktiviert.

Der Sound:

So, jetzt geht ins Eingemachte.

Ihr erinnert Euch (falls Ihr alles gelesen habt)?
Ich -> erst 8 Wochen E-Gitarre! =)=)=
(Ich spiel zwar schon ein paar Tage länger, bisher aber ausschließlich Akustik)

Ich fang mal mit meinem Lieblingsthema an dem Cleansound.

Ich hatte ja vorher einen Fender, dem man man den Cleansound überhaupt nachsagt.
Also hatte ich hier schon große Erwartungen. Natürlich ist das ganze sehr subjektiv aber ich war beim auswählen, was diesen Bereich angeht, schon sehr kritisch.
Im Laden war ich zunächst nicht so begeistert. Was aber daran lag, wie sich herausstellte, das der Amp von mir einfach falsch eingestellt war.
Ich dachte nicht daran, dass der Vox (wie ein echter Röhrenamp) bei erhöhter Normallautstärke (ACHTUNG nicht Master Volume) leicht in die Verzerrung kommt.
Also richtig eingestellt und siehe da ein, in meinen Augen bzw. Ohren, sehr schöner Cleansound.

Je nach EQ und Gitarren Einstellung, ein warmer weicher ja schon fast singender Sound aber auch ein heller, härterer, spritziger Sound ist ohne weiteres möglich.
Auch sicherlich sehr schön für die Strat Besitzer
Auch mit meiner LP ohne Single Colis klingt das schon richtig gut.

Kurz eine Anmerkung, sollte ich mich, Mangels Erfahrung mit dem einen oder anderen Fachbegriff, etwas unverständlich ausdrücken - einfach nachfragen.

Um einen Cleansound hinzubekommen sollte der Regler für den Normal Volume max bei 10-11 Uhr stehen, darüber hinaus kommt der Vox langsam in eine leichte Verzerrung und bringt nun einen schönen cremigen Sound der schon was hat.
Das kannte ich bisher noch überhaupt nicht, mein Fender Frontman blieb bis zum Schluss clean.
Die Lautstärke selbst kann man dann über den Mastervolume einstellen.

Die Overdrive Sektion:

Die Verzerrung wird hier mittels Effekten erzielt, was ich dazu sagen kann, gelingt dies sehr gut und klingt schon fast nach Röhre.
Wobei ich außer dem rund 4 Stunden langen Testen im Laden keinen nennenswerte Erfahrung mit verzerrten Röhrenamps habe.

Für mich klingt es sehr "Erwachsen" und macht einen guten Eindruck.

Bei der Einstellung OS1 erhält man einen schön angezerrten Sound der über die beiden Regler Volume und Gain fein regulierbar ist. Von Anfangs einem angenehm angezerrten chruchigen Klang bis hin zum verzerrten Sound, der aber nicht mulmig wird. Man hört noch jeden Anschlag.

Also das richtige für die Blueser und Rocker unter uns.

Bei OS2 geht dann richtig die Post ab, hier kommt die Metall-Fraktion zum Zug.
Top Verzerrung die aber in meinen Ohren schon etwas künstlich klingt. Aber das ist eh nicht so mein Fall, deshalb kann hier nichts weiter dazu sagen.

Vorläufiges Fazit:

Pro:

Die TOP-Verarbeitung des VOX, hier gibt's echt nix zu meckern.
Mal sehen wie sich das in ein paar Monaten darstellt, ob auch z.B. die Beschriftung hält oder irgendetwas anderes Grund zur Kritik gibt.

Der Sound gefällt mir pers. sehr gut.
Was mich begeistert ist, das der AMP auch bei geringer Lautstärke im Klang nicht nachlässt.
Auch mit aktivierter OD-Sektion klingt es laut wie leise gleich gut.

Die Lautstärke kann man sehr gut anpassen. Nicht wie beim Fender bis Einstellung 2 einigermaßen leise und angenehm (Zimmerlautstärke) und dann nur noch brüllend laut.

Die 15 Watt reichen locker für Zuhause aus, vielleicht sogar für kleiner oder leisere Bandproben.
Evtl. auch für Gigs in kleineren Locations wie Bars oder Cafés.

Contra:

Bisher sehr wenig.
Evtl. der fehlende Einschleifweg für ein Effektgerät oder Bodentreter.
Der fehlende Mittenregler, obwohl ich ihn bisher noch nicht wirklich vermisst habe.

Aber man sollte auch den Preis bedenken. Alles geht scheinbar nicht immer.

Etwas ketzerisch ist aus meiner Sicht zu sagen, das ich es als Angenehm empfinde das die Effektorgie wie bei manch andern Amps fehlt.
Als Anfänger in dem Bereich war ich jedenfalls, als ich anfangs einen Line 6 ausprobieren konnte, schon fast mehr mit den Einstellungen beschäftigt als mit dem spielen.
Ich denke mittlerweile, das vermutlich wenige, erstrecht nicht jeder Anfänger, 1000 Amp-Simulationen und andere Gimicks die nur vom Gitarrespielen abhalten, braucht.

Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Alles in allen, bin ich in der kurzen Zeit sehr zufrieden mit dem VOX AC15VR, stellt er doch genau das dar, was ich gesucht habe.
Einen gut klingenden Amp dem man bei geringerer, eben Zimmerlautstärke und vollen Klang auch zuhause spielen kann.

Sonstiges:

Auch wenn ich vorher etwas über die Effekte gelästert habe, ohne den einen oder anderen Effekt wird es doch etwas eintönig.

Nachdem ich ein Boss ME-25 habe, hab ich das natürlich auch mit Vox ausprobiert.
Hier gibt es bisher keine Probleme, die Ampsimulation hab ich zunächst mal deaktiviert.
Wozu brauche ich eine Amp-Simulation wenn ich einen guten Amp habe.
Effekte wie Chorus, etwas mehr Reverb oder Hall funktionieren klaglos.
Die Nebengeräusche werden nicht wesentlich mehr.



So, eigentlich wollte nur einen kurzen Bericht über meine neueste Errungenschaft schreiben, nun ist ein halber Roman daraus geworden.
Ich hoffe, es liest überhaupt jemand ganz.

Wenn Ihr Fragen habt, schreibt einfach.
Ich werde mich bemühen weiter Auskunft zu geben.

Wer Rechtschreibfehler finden, und die sind mit Sicherheit da, kann sie behalten.

In diesem Sinne.......
Zuletzt geändert von bowmen am 13.08.2010, 11:09, insgesamt 3-mal geändert.

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rotz
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Erstellt: von rotz » 13.08.2010, 07:46

scheint dir ja wirklich sehr zu gefallen!
schön dass du einen amp gefunden hast der zu dir passt.

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Sunburst
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Erstellt: von Sunburst » 13.08.2010, 08:47

Super Testbeitrag! ()/

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