Was macht Country zu Country? Chordsequenz / Schlagmuster?

Allgemeine Fragen zum Gitarre lernen
von AH4711
#150644
Hiho,
das Topic mag komisch klingen, aber wodurch kommt eigentlich der "typische" Country Style Sound zustande?
Nur die Anschlagtechnik ist es nicht (den Westernschlag kann ich auch bei vielen Folk Songs benutzen, und die klingen noch immer nach Folk, nicht nach Country (oder fies: da klinge ich mehr nach Nicole als nach Willy Nelson :twisted: )

Die Riffs bei Gruppen allein sind es auch nicht. Sultans of Swing hat ohne Ende geniale Country Licks drin, klingt aber nicht nach John Denver.

Gibt es bestimmte Akkordfolgen wie im Blues, Sonderakkorde (wie im Jazz) oder warum klingt Country auch auf einer einzelnen Gitarre so typisch?

Danke für eure Gedanken / Antworten
von Less Tyrer
#162406
Hi, Andreas
ich glaube es kommt da ein wenig aufs Timing und auf die Übergänge zu den einzelnen Akkorden an, und wie man die Bassbegleitung spielt. Leider habe ich festgestellt das selbst in gekaufen Songbüchern nicht immer die richtigen oder alle Griffe/Harmonien aufgeführt werden, und auch im Internet findet man oft nur vereinfachte Griffolgen. Und Willie Nelson ist eh recht schwer nachzusingen ( da brauchst du eine heisse Kartoffel im Mund), aber " Mammas don´t let your babies growin up to be a cowboy" lässt sich eigentlich gut spielen und singen, du darfst es natürlich nicht wie " Ein bisschen Frieden" von Nicole singen...! Bei Songs von Johnnny Cash kommt es meistens gut, wenn man die Bassseiten ein wenig abdämpft, und ansonsten picke ich die meisten Countrysongs. Die modernen Countrysongs unterscheiden sich, meiner Meinung nach, heute kaum noch von Rock und Pop, wenn nicht hier und da mal ein Steelguitar oder eine Fiddel rausklingen würde. Die Grenzen zwischen Country,Folk und Rock und Blues sind sehr verwischt, weil viele Künstler und Interpreten bei ihren Songs sich aus allen Sparten bedienen !

Gruß Klaus
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von AlBundy
#162878
Ich denke es liegt viel an der richtigen Rhythmik, ggf. mit etwas Shuffle und auch der Wechselbass ist wichtig, Bassübergänge zum richtigen Zeitpunkt usw.
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von korgli
#162882
hi
John Denver gilt nicht als typisch Country in den besagten Kreisen, das schon mal gesagt.
Leider meint man in Germany schnell mal, dass Country Roads Urcountry sei.

Da wird ne Menge rumdiskuttiert um etwa,s was nicht so einfach zu definieren ist.
Country Musik ist sehr vielfältig. Und letztendlich auch eine Lebenseinstellung.
Die Texte sind nicht unwichtig. Es sind meist Alltagsgeschichten.

Klar, wenn eine Steelgitarre drin ist, hat es immer diesen Country-Touch.
Verzerrte Gitarren sind immer ein bisschen Heavy Touch.
Geigen haben einen Folk-Touch.
Und so setzt sich Country Musik vielfach aus vielen Elementen zusammen.
Aber irgendwie nie Extrem. Also ein Gemisch von vielen Elementen.

Aber von DEM EINEN Country zu reden ist sicher nichrt richtig.
Hör dir mal Shania Twain an, die macht Modern Country.
Johnny Cash ist ein Vertreter der alten Garde.
Bob Dylan was dazwischen.
Keith Urban einer der jungen rockigen Vertreter.
Meist wird diese Musik ohne grosse Effekthascherei gespielt.
In der Stimme wenig Hall und sonstige Effekte - halt einfach und schörkellos.
Brad Paisley spielt ganz schön Komplex.
Bluegrass ist ne besondere Sparte.
CCR ne Mischung aus vielem.
Truck Stop Vertreter der Deutschen Ecke. Vielfach auch als Schlager verseucht.
Willi Nelson lässt sich so gar nicht einorden - muss aber auch nicht sein.
Georg Strath mit der typischen Stimme die als inbegriff gilt.

Mit Rythmen hat es auch nix zu tun. Es gibt alle Arten.
Also auch hier eher ein Gemisch, aber nie extrem.

Meist ist auch das Outfit einfach Ami Mässig - mindestens mit Hut.

Aber so einfach ist das Thema nicht zu beantworten.
SO genug sonst wirds laaaang.

fredy
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von AlBundy
#162970
Ich möchte gar nicht dagegenreden...

Es stimmt tatsächlich, dass bei manchen Country-Liedern ein ganz stinknormaler Rhythmus angeschlagen wird, fast wie bei Popsongs oder auch bei anderer Musik. Hin-und wieder gibts ja auch Country-Lieder im 3/4 Takt.

Dennoch ist das allermeiste, gerade von Johnny Cash im typischen Hummda-Dumda geschrieben und wird auch so gespielt. Zu meinem Lehrer hab ich mal gesagt, könnte man auch einen anderen Rhythmus drüber legen, er meinte da geht dann das Feeling verloren und ich hab es ausprobiert und stimmt wirklich in den meisten Fällen. Bei Country Roads z. B. ist es an-und für sich nicht so wichtig, welchen Rhythmus (natürlich im 4/4 Takt) man da nimmt, die Leute kennen es und singen sowieso mit - die meisten.... :lol: ....

Bei John Denver, Shania Twain, Bosshoss und was weiss ich noch wer alles, vielleicht auch wie heisst die Ex vom Lance Armstrong gleich? Bei denen ist das wirklich natürlich oft alles andere als hummda-dummda, was die spielen, das stimmt schon.
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von korgli
#163385
Hi
Die Betonung macht es aus.
Vielfach wird auf 1 und 3 betont.
Johnny Cash stark. Andere weniger.
Aber es gibt auch sehr komplexe Rythmen im "Country-Bereich.
Siehe Brad Paisley.
Daher kann ich umpadumpa NICHT unterstützen.
Wirkt für mich, dass Country einfach wäre, und das stimmt so nicht.
Es gibt überall einfachere und komplexere Sachen.

Am besten findet man es heraus, wenn man diese Sachen anhört.
Die Schublade in die manche Leute gerne Sachen stecken, finde ich unwichtig und blöd.

Selbst Pink Floyds Gilmoure wendet Sachen an, die typisch Country, Blues sind.
Deswegen aber Pink Floyd als Country Musiker zu bezeichnen, wäre ja ein bisschen "komisch"

Fredy
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von Sunburst
#163678
Emmylou Harris spielt Übrigens auch einen wunderschönen Country. Ihr Bulder to Birmingham ist eines der traurigsten Lieder, das ich kenne (Link). Grundsätzlich ist Country sehr schwer einzuordnen. Klar, eine Telecaster und ein Fender Amp sind schon mal grundsätzlich eine Richtungsangabe, aber das war's dann auch schon. Mark Knopfler hat sich nicht nur beim Folk, sondern auch ordentlich beim Country bedient.
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von musicdevil
#163726
country kann man auch einfach nur auf ner westerngitarre spielen ;)
nix mit telecaster und fender amp ;)
ne gitarre allgemein ist vielleicht oft üblich, aber ne fiddle oder mundharmonika genügt auch manchmal völlig ;)

für die meisten ist es wohl sowas wie ne lebenseinstellung. ich kanns nicht wirklich nachvollziehen :D
aber wie schon gesagt wurde, wenn gitarren drin vorkommen, hört man oft wechselbässe, hammer-ons und so nen kram.
von nashville
#187935
Hallo Andreas,

bei Country gehen - das wurde hier schon einige Male erwähnt - die Meinungen auseinander. Wir (www.nashville-express.de) spielen schwerpunktmäßig Old Style Country - dass ist die ursprüngliche Variante von Hank Williams, über die Carter Famile bis hin zu Johnny Cash und seine Zeitgenossen (Willie Nelson, Waylon Jennings, Dolly Parton (bis vor ca. 8 Jahren), Merle Haggard usw.)

Es gibt bei Youtube unzählige Lehrvideos zu Contry. Bendings und Bassläufe sind das Salz in der Suppe. Dazu kommt das Picking.

Die Betonung liegt meist auf 2 und 4 (eins und drei ist der Bass bzw. die Base-Drum) - also eigentlich ganz simpel. Achte mal auf die Betonung bei Stücken wie z. B. Maple Sugar (
) wenn Du lieber etwas jüngeres üben willst sieh mal hier:


Gitarrenlicks sind reine Übungssache und setzen Kenntnisse der Scalen voraus. Ausdauer zahlt sich aus.

Einen guten Sound bekommt Du am ehesten mit einer Tele (liegt natürlich auch am Amp) hin.

Es gibt eine Menge guter Lehrbücher (meistens in englisch).

Wer sich mit Country befassen möchte sollte sich auch mit der Geschichte der Countrymusik befassen, hier kann ich das Buch "Das neue große Buch der Country-Musik" von Walter Fuchs empfehlen.

Ansonsten gebe ich gerne (speziell natürlich zum Oldstyle Country) Auskunft.

Viele Grüße

Leonhard
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von Moonlight
#187939
Hallo,
ich kann auch noch Best in the West von Richard Köchli empfehlen,
Da hat man dann Stoff zum Üben für Jahre ... oder vielleicht sogar Jahrzehnte... :shock:

Gruß Moonlight
von nashville
#187960
Ja, das ist ein sehr gutes Werk (inkl. CD) und wirklich eines der wenigen Bücher in Deutsch - auch wenn für mich als Norddeutscher der Schweizer Akzent auf der CD etwas exotisch klingt :-)

Viele gute Grundinfos, schöne Liks und professionelle Tipps - aber wie bei Allem: auch hier geht ohne Üben nichts.

Gruß

Leonhard
von nashville
#187969
Ach ja - hab ich noch vergessen, hier ist eine gute Seite, auf der Du alle Scalen (auch die exotischten findest. Anfangs solltest Du Dich vielleicht auf die Dur-Scala (Major) und die Mixolydische Scala (Mixolydian) konzentrieren.

http://www.all-guitar-chords.com/

Gruß Leonhard
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von Jens80
#188007
Moonlight hat geschrieben:Hallo,
ich kann auch noch Best in the West von Richard Köchli empfehlen,
Da hat man dann Stoff zum Üben für Jahre ... oder vielleicht sogar Jahrzehnte... :shock:

Gruß Moonlight
Kurze Frage zu dem Buch Moonlight: Arbeitet es mit Noten oder Tabs?
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von Moonlight
#188092
Hallo Jens,
der Vollständigkeit halber müsste man vielleicht noch erwähnen, dass das Buch mit Noten und Tabs arbeitet, d.h. es ist immer beides abgebildet.
(Soll ja auch Leute geben, die lieber nach Noten vorgehen... ;) )

Ein etwas ausführlicherer Überblick als bei Amazon findet sich auf der Verlagsseite des AMA Verlags: Best in the West
Mir gefällt besonders gut an dem Buch, dass es außer den Übungen zu jedem Kapitel Stücke in drei Schwierigkeitsgraden gibt.

Gruß Moonlight
von AH4711
#188375
Hi liebe Leute,
vielen Dank für eure Gedanken und auch die vielen Hörtipps.
Sorry, dass ich so lange nicht geantwortet habe, aber wegen extremer Probleme in meiner linkne Schulter sieht es so aus, dass ich mit links nicht mehr greifen kann. Daran wird sich ärgerlicher weise in der nächsten Zeit wohl auch nichts ändern.
Nach einem halbjährlichen Ausflug in den Gesangsunterricht habe ich vor einigen Monaten wieder mit Gitarrenunterricht angefangen, dabei aber nur und ausschliesslich Musiktheorie gemacht.
Klingt schräg, ist es aber nicht :P Einmal die Woche 45 min über 3 Monate hat mich sicher nicht zum Profi gemacht, aber die Basics sind jetzt drin.
Letzte Woche war ich beim MRT und habe seit dem intensiv darpber nachgedacht, wie ich nun weiter mache. Nur Gesang ist nicht mein Ding, Panflöte auch nicht :lol:
Lange Rede kurzer Sinn: Ich habe mir jetzt bei meiner Musikschule eine linkshändige Strat geliehen, die ich einen Monat ausprobieren kann.
Boah is dat anders :?
Da kann ein Wechsel D Dur (wenn ich den nur sauber greifen könnte *seufz*) zum a Moll schnell zur abendfüllenden Beschäftigung.
Ich mach dazu einen neuen Thread als eine Art Blogg auf.

l.g.
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