Blind spielen?

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Industrial
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Blind spielen?

Erstellt: von Industrial » 10.04.2008, 18:09

Hallo Leute,

spiele seit paar Jahren Keyboard und seit einer Woche E-Gitarre. Als virtuellen Musiklehrer nutze ich E-Media Software. Die Aufgabe lautet D-Dur und A7 abwechselnd zu spielen, mit einem Metronom im Hintergrund, also 1 Takt D und 1 Takt A7 usw.
Akkorde greifen kann ich problemlos, wobei ich D 3 Tage geübt habe :D . Das Problem ist das durchgehende Spiel. Erst muss ich auf die linke Hand schauen, damit ich die Akkorde richtig greife, und dann auf die rechte, weil paar Saiten ausgelassen werden. So kann ich leider nur bei ca 40 BPM flüssig spielen, da ich immer nachschauen muss.

Gibt es eine Orientierungshilfe oder paar spezielle Übungen?

Vielen Dank

Soulman
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Erstellt: von Soulman » 10.04.2008, 20:19

Wenn die Saiten die du zupfen musst immer die gleichen sind dann musste versuchen die finger nach dem Anschlag wieder auf die Ausgangsposition zurrückzubringen.
Das "blinde" spielen kommt dann mit der Zeit. DU spielst ja erst seit einer Woche Gitarre. Stell noch keine hohen Anforderungen!

Viel Glück beim Lernen

Timo

Industrial
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Erstellt: von Industrial » 10.04.2008, 21:28

vielen Dank für die Antwort

hohe Anforderungen stelle ich nicht, weiß noch wie schwer die Keyboardzeit war :) . Allerdings spiele ich mit dem Plektrum, also kein direkter Fingerkontakt.

Mich wundert nur, weil das Programm für die Anfänger gedacht ist , es sich dabei um 2 Lektion ( von 140 ) handelt und sich am Ende doch als so komplex herausstellt. Die Akkorde kann ich nach einer Woche schon sehr gut und schnell greifen, da ich aber erst auf die linke hand schauen muss und dann durchgehend auf die rechte, kann ich nicht die Akkorde flüssig hintereinander spielen.

Gast

Erstellt: von Gast » 11.04.2008, 07:24

Wie schon vorher gesagt,
die Finger müssen nach dem Greifen (links) oder Anschlagen (rechts) wieder in die vorherige Position zurück. Diese Position sollte locker und entspannt sein.
Wenn z.B. die rechte Hand nach dem Anschlag irgendwo rumwackelt, kann man nicht beim nächsten Anschlag treffen.
Du wirst ja beim Keyboard auch nicht die Hand immer rauf und runter /rechts/links bewegen, wenn es nicht erforderlich ist.
Soll heißen: Bei den Anschlägen mit Plektron darf sich der Handrücken kaum bewegen, schon gar nicht im Abstand von den Saiten. Jedenfalls wenn man sauber spielen möchte.
Dauert etwas, bis man locker die Bewegung minimal drauf hat.
Links sollte das Griffbrett nach dem und beim Wechsel nicht wackeln.
Du hast ja links einen langen Hebel, der auch die rechte Seite wackeln läßt......
Winni

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 11.04.2008, 16:00

Schaue dir mal diesen Artikel genauer an!
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Der_Griffwechsel_von_D-Dur_nach_A-Dur
Besser bekommst du es glaube ich nirgends erklärt. Wenn du einmal den D-Dur-Akkord gegriffen hast, setzt du den Zeigefinger einen Bund höher und sortierst die anderen Finger drunter. Das bekommst du nach einer Zeit auch blind hin.

Wenn du das A gegriffen hast, hebst du alle Finger an, und gehst mit dem Zeigefinger einen Bund, mit dem Mittelfinger zwei Bünde tiefer und mit dem Ringfinger einmal um die Ecke. Auch das geht nach der Zeit im Blindflug.

Doch wenn du beide Sachen noch nicht blind kannst, dann ist auf Tempo zu spielen, das verkehrteste was du machen kannst!

Spiele langsam, aber richtig. Die Geschwindigkeit kommt von alleine. Erzwinge nichts. Sollte dein Lehrer anderer Meinung sein, schicke den mal zu einer Diskussion hier ins Forum.

Bild

Dass der Lehrer von dir A7 verlangt und nicht einfach A-Dur entspricht zwar nicht meinem Konzept, aber sei es drum.

Die 7er-Akkorde nehme ich später durch.
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_vier_Siebener_auf_einen_Streich

Es schadet nichts, zuerst nur den Griffwechsel zwischen D und A zu lernen, und dann erst später den mittleren Finger für den A7 anzuheben.

Lieder findest du genug dafür:
http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Der_Griffwechsel_von_D-Dur_nach_A-Dur_Liedbeispiele

Gruß Mjchael

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Erstellt: von Industrial » 11.04.2008, 20:02

@winni

vielen Dank für die Tipps, werde mehr auf die rechte Hand achten.

@mjchael

wow, ein echt super Beitrag === === ====)) . Die Links und Graphiken sind sehr hilfreich. Also übe ich die, bis die perfekt sitzen. Von D auf A7 klappt problemlos, aber andersrum ist der ringfinger noch etwas ungenau.

Was meinst du, macht es Sinn noch ein paar weitere Akkorde dazu zu nehmen, damit die Übung nicht zu einseitig wird und die Finger mehr Bewegung bekommen oder erstmal die Akkorde "blind" beherrschen?

@all

vielleicht erscheint euch meine Frage etwas dumm, aber beim keyboardspiel spielte meine linke Hand blind und ich habe nur auf die rechte Hand geschaut. Bei der Gitarre ist es komplexer, da es um Millimeter geht.

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mjchael
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Erstellt: von mjchael » 11.04.2008, 20:31

Lerne am Anfang Lieder, die du ach ohne Liedblatt auswendig kannst. Der Link unten gibt dir gute Hinweise.

Bei den ersten Stunden macht es überhaupt nichts, auf die Finger zu schauen. Und bei jedem neuen Griffwechsel schaue ruhig auf die Finger. Bei neuen und seltenen Akkorden mache ich das heute (nach über 20 Jahren Gitarrenpraxis) immer noch so.

Über keine Griffe, sondern Griffwechsel. Und diese am besten stereotyp. Also immer auf die gleiche Weise.

Ob du dabei nur zwei oder doch drei Akkorde nimmst ist völlig egal.

Singe einfach die Lieder. Nach dem du ein Lied 10 bis 20 mal gesungen hast, dann klappen die Griffwechsel auch blind.

Übe immer nur Lieder, die die gleichen Akkorde haben. Nimm dir den nächsten Akkord erst dann vor, wenn du die anderen halbwegs kannst.

Mal hier ein Beispiel, was ich u.a. für Lieder bei meinem Unterricht verwende:

Wenn du dich nicht gerade auf E-Gitarrensolos und Pank eingeschworen hast, sondern auch mit normalen "Lagerfeuerliedern" leben kannst, dann empfehle ich dir mal folgende Liederliste

http://de.wikibooks.org/wiki/Gitarre:_Liedervorschl%C3%A4ge

Gruß Mjchael

Industrial
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Erstellt: von Industrial » 12.04.2008, 11:19

Vielen herzlichen Dank, du hast mir sehr geholfen :) .
In der Liste gibts paar gute Lieder für Anfänger, freue mich schon auf LET’S TWIST AGAIN oder Knocking on heavens door.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

EDIT: Deine Links sind sehr informativ und interessant. Wie du z.b. die Harmonielehre erklärt hast, war einfach genial und leicht verständlich für die Anfänger. Und allgemein sind die Abbildungen und Übungen klasse.

Vielen Dank dafür

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